4. Marktdynamik und Wettbewerb Flashcards Preview

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Flashcards in 4. Marktdynamik und Wettbewerb Deck (19):
1

Warum Unternehmen und Märkte? Definitorische Grundlagen

Definition Wirtschaften

Wirtschaften = rational entscheiden über die Verwendung knapper Ressourcen zur Erfüllung gegebener Zwecke

2

Warum Unternehmen und Märkte? Definitorische Grundlagen

Definition Organisationsproblem

Organisationsproblem =

  • Zerlegung der Gesamtaufgabe
  • Zuordnung zu Aufgabenträgern
  • Kontrolle der Aufgabenerfüllung
  • Zusammenführung der Aufgabenteile

3

Warum Unternehmen und Märkte? Definitorische Grundlagen

Ausgangspunkt des Wirtschaftens ist Knappheit –Gegenmaßnahmen:

  • Produktionsumwege (Investitionen)
  • Innovationen
  • Arbeitsteilung/Spezialisierung

Arbeitsteilung/Spezialisierung führt aufgrund fehlender Information zu Mängeln bei:

  • Koordination
  • Motivation

-> Die Beseitigung der Mängel führt zu Transaktionskosten

Das Organisationsproblem ist ein Optimierungsproblem bei dem diejenige Organisationsform gesucht wird, die den Produktivitätsanstieg durch Arbeitsteilung und Spezialisierung maximiert

Das Organisationsproblem entsteht, weil Information selbst ein knappes Gut ist.

4

Warum Unternehmen und Märkte? Koordinations- und Motivationsprobleme

Koordinationsprobleme entstehen, wenn Akteuren Information über ihre Aufgabe im Wirtschaftsprozess fehlt, z.B. darüber, welche Arbeitsschritte sie zu bewerkstelligen haben. Koordinationsprobleme sind also Probleme des Nicht-Wissens.

Motivationsprobleme resultieren aus Interessenkonflikten zwischen Akteuren: So weiß möglicherweise ein Auftragnehmer, welche Aufgaben er erledigen soll, führt sie aber nicht aus, weil er andere Ziele verfolgt als der Auftraggeber. Motivationsprobleme sind somit Probleme des Nicht-Wollens.

-> Koordinations- und Motivationsprobleme sind Mängel bei der Abstimmung der Leistungserstellung und/oder des Tausches.

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5

Warum Unternehmen und Märkte?

Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Transaktionskosten

Vorgehen von Wallis & North in ihrer empirischen Studie von 1986

  • Versuch der Isolierung des Transaktions-sektors der amerikanischen Volkswirtschaft
  • Ermittlung der Transaktionsleistungen in der Transaktionsindustrie (Finanzierungs-, Versicherungs-, Handelsaktivitäten), der Nicht-Transaktionsindustrie (verarbeitende Industrie, Landwirtschaft) sowie der öffentlichen Hand

Erkenntnisse

  • Anstieg des Anteils der Transaktionskosten an allen ökonomischen Aktivitäten von ca. 25% im Jahr 1870 auf über 50% im Jahr 1970
  • Das Bruttosozialprodukt der USA vervielfachte sich im selben Zeitraum

Implikationen aus der Studie von Wallis & North (1986):

  • Der größte Teil des Volkseinkommens wird für Organisation eingesetzt
  • Zunehmende Bedeutung der IuK-Technik bedingt durch steigende Transaktionskosten
  • Transaktionskosten sind limitierender Faktor für wirtschaftliches Wachstum
  • Innovationen, die Kosten für Motivation und Koordination senken, sind ausschlaggebend für gesamtwirtschaftliche Entwicklung
    • Bsp. Koordination: Internet, ERP Systeme, Handy
    • Bsp. Motivation: flexible Arbeitszeiten, Managementkonzepte
  • Unternehmen und Märkte sind mögliche Organisationsmechanismen, welche die aufgrund von Arbeitsteilung auftretenden Probleme (Koordinations- und Motivationsproblem) möglichst effizient lösen sollen

-> Organisatorische oder technologische Innovationen, die Transaktionskosten senken, sind für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bedeutsam. 

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6

Markt und Unternehmertum: Marktgleichgewichtstheorie

Ziel der neoklassischen Marktgleichgewichtstheorie

Analyse der Gleichgewichtszustände hinsichtlich:

  • Existenz von Gleichgewichten
  • Preis-Mengen-Kombination Koordination über Preismechanismus
  • Grad der Effizienz/Stabilität

Basierend auf

  • Fundamentalen Marktdaten
  • Marktform

Dabei jedoch Vernachlässigung der institutionellen Rahmenbedingungen

Annahmen:

  • Vollkommene Information bzgl. Beschaffenheit/Nutzen der Güter, Preise
  • Freier Zugang zu Technologien
  • Keine Beschränkung der Informationsverarbeitungskapazität
  • Bsp.: Finanzmärkte im Normalzustand

-> Aufgrund ihrer Annahmen vernachlässigt die Marktgleichgewichtstheorie die Bedeutung von Markt und Wettbewerb.

7

Markt und Unternehmertum:

Marktprozesstheorie nach Kirzner (1978)

Lernprozesse führen zu:

  • Systematischen Änderungen von Entscheidungen
  • Wissensvorsprung ermöglicht Arbitrage-gewinne einiger Teilnehmer
    • Arbitragegewinne: Wenn jemand Gewinn macht durch Wissensvorsprung

Im Verlaufe des Marktprozesses gibt es Koordination in zweierlei Hinsicht: 

  • Individuelle Pläne der Einzelnen Akteure werden wechselseitig so angepasst, bis sie gleichzeitig realisierbar sind
  • Durchführung der Güterbereitstellung durch kostengünstigsten Anbieter
  • So erfolgt ein sukzessiver Abbau von Ineffizienz und ein Gleichgewichtszustand wird hergestellt

-> Ausgangspunkte der Marktprozesstheorie nach Kirzner (1978) sind das Erkennen, das Ausnutzen und die Bedeutung unvollkommener Information. 

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8

Markt und Unternehmertum:

Schumpeters Theorie

Innovationsfunktion des Unternehmers besteht in Durchsetzung neuer Kombinationen

Mögliche Arten von Innovationen:

  • Produkt
  • Prozess/Produktionsverfahren
  • Absatzmarkt
  • Beschaffungsmarkt
  • Organisationsstruktur

Innovation ist Wissensvorsprung aufgrund neuartiger Kombinationen

Ziel von Innovationen: Gewinnrealisierung…

 

…ABER: Gewinne ziehen Konkurrenten an, Erosion der Gewinnspanne

Innovationen verändern das Marktgleichgewicht aufgrund von:

  • Substitution vorhandener Güter
  • Ermöglichung neuer Produkte

-> Unternehmer als „schöpferischer Zerstörer“ bricht vorhandene Strukturen auf. 

9

Markt und Unternehmertum:

Vergleich Marktprozesstheorie und Schumpeters Theorie

Gemeinsamkeit

  • Annahme und Voraussetzung: Können und Wissen sind in der Wirtschaft ungleich verteilt
  • Funktion: Ausnutzen von Informationsvorsprüngen in Form von:
    • Arbitrage (Kirzner)
    • Innovation (Schumpeter)

-> Unternehmertum besteht im Erkennen und Ausnutzen von Informationsdivergenzen. 

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10

Markt und Unternehmertum:

Arten von Umweltdynamiken

Erläuterung

Rapidity: Häufigkeit der Änderungen in der Umwelt (z. B. Innovations-geschwindigkeit) Wie stark ändern sich die Kundenbedürfnisse über einen gewissen Zeitraum

Predictability: Ausmaß, in dem Veränderungen in der Umwelt unabhängig von ihrer Häufigkeit absehbar sind. Wie kann man diese Änderung prognostizieren

-> Bei der Planung von Projekten in dynamischen Umwelten sollten Manager sowohl die Häufigkeit als auch die Unberechenbarkeit der Änderungen der Umwelt beurteilen.

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11

Markt und Unternehmertum:

Arten von Unsicherheit

Übersicht der Arten

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Informations- und Netzökonomie

Charakteristika von Information

-> Die Realität von Märkten ist auf die Knappheit der Ressource Information zurückzuführen.

Verdichtung und Erweiterbarkeit: Bsp Stille Post

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13

Informations- und Netzökonomie

Entstehung von Informationen

-> Die „Produktion“ von Informationen erfolgt durch Erschaffung oder Veränderung von Informationen.

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Informations- und Netzökonomie

Standardisierung & Netzeffekte

Kommunikationsstandards führen zu:

  • Direkten Netzeffekten
  • Indirekten Netzeffekte

Direkte sind Netzeffekte bei Kommunikations-gütern besonders wichtig, daher Standards

Trade-Offs bei Standards zwischen:

  • Standardisierungskosten und
  • Informationskosten

-> Die Nutzung gemeinsamer Standards senkt Transaktionskosten und führt zu Netzeffekten, die den Wert der Netze erhöhen. 

Koordination: Alle interesse, dass alle auf der selben Straßenseite fahren. Aber keine hohe Präferenz für rechts oder links

Konflikt: Welcher AppStore. Für jeden gut es gibt einen Standard, aber jeder will in seinem AppStore bleiben

Privates Gut: Kein großes interesse das es für die Gesellschaft standardisiert wird, eigene Ordnung des Bücherregals

Öffentliches Gut: Kein interesse an Standard, Gesetzgeber trifft Entscheidung, Sommer- / Winterzeit

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Informations- und Netzökonomie

Direkte und Indirekte Netzeffekte

Direkte Netzeffekte

  • Die Nutzensteigerung entsteht unmittelbar durch physische Netzverbindungen zwischen den Netzteilnehmern
  • Ein neuer Teilnehmer verschafft allen bisherigen Nutzern eine weitere Kommunikationsmöglichkeit und erhöht damit den Wert des Netzes
    • Bsp.: Twitter, Skype, Bahn, E-Mail, Browser

Indirekte Netzeffekte

  • Die Nutzensteigerung entsteht nicht durch unmittelbare Kommunikations-beziehungen zwischen den Akteuren
  • Diese sind in einem virtuellen Netz mit einander verbunden
  • Die Verfügbarkeit komplementärer Produkte als auch Lerneffekte können Ursachen für indirekte Netzeffekte sein
    • Bsp.: Betriebssystem, Ladekabel, Musik

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Informations- und Netzökonomie

Wert der Information

-> Rationale Informationsbeschaffung findet ihre Beschränkung in der Rationalität des Menschen.

Suchgut: Wert vor Kauf erkennbar (Fernseher)

Vertrauensgut: Nutzen garnicht möglich einzuordnen (Medikament beim Arzt)

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Veränderungen durch Verbesserung der IuK-Technologie

Move-to-the-Market Hypothese unterstützt durch:

  • Steigende Markttransparenz durch IuK-Technik
  • Sinkende Markteintritts-barrieren durch IuK-Technik
  • Standardisierte Prozessschritte machen Outsourcing einfacher

-> IuK-Technologie führt zu sinkenden Transaktionskosten, d.h. Verschiebung der Kurven

-> mehr hin zu Koorperationen, Punkte die vorher in Hierarchie entschieden worden wären nun hybride

-> Neue IuK-Technologien verwischen die klaren Grenzen zwischen Markt und Unternehmung und führen zu sinkenden Transaktionskosten.

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18

Veränderungen durch Verbesserung der IuK-Technologie

-> Neue IuK-Technologien erlauben bessere Realisierung von Skalenvorteilen durch Zugang zu Absatz- und Beschaffungsmärkten.

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19

Schlussfolgerungen für das Management

-> Die veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen und verbesserte IuK-Technologien führen zu grundlegenden Neudefinitionen der Unternehmensgrenzen.

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