Bienen- und Wespengiftallergie Flashcards Preview

Allergische Erkrankungen > Bienen- und Wespengiftallergie > Flashcards

Flashcards in Bienen- und Wespengiftallergie Deck (32):
1

Einleitung

Was sind in Mitteleuropa die häufigsten und die selteneren Auslöser einer Reaktion (örtlich oder systemisch) auf Insektenstiche?

  • Häufige Auslöser
    • Honigbienen
    • Wespen (Faltenwespen)
      • Vespula vulgaris
      • Vespula germanica
  • Seltene Auslöser
    • Hornissen
    • Hummeln
    • Ameisen
    • Mücken
    • Bremsen
    • Dolichovespula spp

2

Epidemiologie

  1. Wie häuig sind Systemerscheinungen nach Insektenstiche in der Allgemeinbevölkerung?
  2. Welche Insekten sind besonders für schwere Anaphylaxien bei Erwachsenen  verantwortlich
  3. Wieviel Prozent aller Erwachsenen und Kindern haben eine IgE vermittelte Insektengiftsensibilisierung inder Allgemeinbevölkerung?
  4. Wieviele Menschen in Deutschland sterben jährlich an  Bienen, Wespen oder Hornissen Stichen?

  • 1.
    • 3%
  • 2.
    • Wespen
  • 3.
    • 25% der Bevölkerung
    • Bei Kinder sogar 50%
  • 4.
    • 20 Menschen im Jahr (Fast immer Erwachsene und die meisten sind Männer)
      • dunkelziffer Wohl höher, da Anaphylaxie oft nicht erkannt wird

3

Ätiopathogenese

  1. Welche Veranlagung erhöht das Risiko einer Insektengiftsensibilisierung?

  • 1.
    • Atopische Veranlagung und erhöhter gesamt-igE Spiegel erhöht das Risiko eine Insektengiftsensibilisierung zu haben
    • Atopiker bekommen jedoch nur bei sehr hohen Dosen von Insektengift i.d.R. eine Insektengiftanaphylaxie

4

Klinisches Bild

  1. Welche Klinische Bilder gilt es generell zu Unterscheiden

  • 1.
    • Örtliche Reaktionen und Systemische Reaktionen

5

Klinisches Bild

Unterscheide die Örtlichen Reaktionen nach einem Insektenstich!

  • Örtliche Reaktionen: es wird unterschieden zwischen örtlicher Reaktion und schwerer örtlicher Reaktion
    • Örtliche Reaktion
      • Schwellung <10cm
        • schmerzhaft
      • deutliches Abklingen nach 24h
    • Schwere örtliche Reaktionen
      • Schwellung >10cm
        • meist Schmerzhaft
      • länger als 24h
      • Zusätzliche Komplikationen
        • nichtinfektiöse Lymphadenitis
        • Milde AZ-Verschlechterung
        • Sehr selten Atmenwegsobstruktion
      • vermutlich allergisch bedingt, aber nicht unbedingt IgE vermittelt

6

Klinisches Bild

Nenne alle möglichen Systemischen Reaktionen

Systemische Reaktionen

  • Systemische Soforttypreaktion
  • Intoxikation
  • Ungewöhnliche Stichreaktion

7

Klinisches Bild

  1. Wie nennt man die systemische Soforttypreaktion
  2. Nenne die Ätiopathogenese
  3. Nenne die möglichen klinischen Erscheinungsformen

  • 1.
    • Anaphylaxie
  • 2.
    • Ausgelöst durch nur einen Stich
    • IgE vermittelte Reaktion gegen Komponenten des Giftes
  • 3. (Verschiedene Ausprägungen möglich)
    • Nur Hauterscheinungsformen
      • Juckreiz
      • Flush
      • generalisierte Urtikaria
      • Angioödem
    • milde bis mäßige
      • Resperatorische Beschwerden
      • Kardiovaskuläre Beschwerden
      • Gastrointestinale Beschwerden
    • bis hin zu
      • Schwere Atemwegsobstruktion
      • Anaphylaktischen Schock
      • Herz-Kreislauf/Atemwegsstillstand

8

Klinisches Bild

Wie fängte eine Kutane Reaktion bei der Anaphylaxie häufig an

Oft, aber nicht Obligat:

  • beginnender Juckreiz an Handflächen, Fußsohlen, Genitalien und Kopfhaut

9

Klinisches Bild

Was sind die häufigsten und die seltenen Todesursachen der Anaphylaxie?

Todesursachen bei Anaphylaxie sind vor allem Atemwegsobstruktion oder kardiovaskuläres Versagen, in seltenen Fällen auch disseminierte intra vaskuläre Gerinnung oder Adrenalinüberdosierung

10

Klinisches Bild

Beschreibe die Intoxikation als Bild der systemischen Reaktion nach Insektenstichen. Was kann diese alles Verursachen?

  • Bei einer sehr hohen Anzahl von Stichen akkumuliert sich die Toxindosis
  • Es kann hier sogar zum tödlichen Ausgang kommen
  • Mögliche resultierende Krankheitsbilder
    • Rhabdomyolyse
    • Hämolyse
    • Zerebrale Störungen
    • Leberparenchymschäden
    • Nierenparenchymschäden

11

Klinisches Bild

Beschreibe die ungewöhnlichen Stichreaktionen!

  • Sehr selten und pathogenetisch ungeklärt
  • Ungewöhnliche Reaktion auf einzelne Stiche
  • Bilder die Beobachtet werden
    • renale Erkrankungen
    • neurologische Erkrankungen
    • Serumkrankheit
    • Vaskulitis
    • Thrombozytopenische Purpura

12

Diagnostik

Welche Ziele sollte man bei der Diagnostik bei z.n. Insektenstichen setzten?

  1. klinische Klassifikation der Stichreaktion
  2. Bei der systemischen Soforttypreaktion nachweis einer IgE vermittelten Insektengiftsensibilisierung
  3. Erfassung des individuellen Anaphylaxierisikos

13

Diagnostik

Wann sollte man niemals allergologische Diagnostiken durchführen?

  • Niemals eine allergische Diagnostik ohne Anamnese denn:
    • positive Ergebnisse kommen aufgrund der hohen Sensibilisierungsrate in der Allgemeinbevölkerung häufig vor
    • So ist oft eine Hyposensibilisierung gar nicht notwendig

14

Diagnostik

Wie sollte man eine Diagnostik hinsichtlich des Zeitfensters durchführen?

Was macht man wenn das ideal nicght geht

  • Hauttestung und Bestimmung des spezifischen IgE
    • Ersters mal nach einer Woche des Stichen
    • Zweites mal nach 4-6 Wochen nach dem Stich

So erhält man ein sichereres Ergebnis

  • Wenn das aus Zeitgründen nur ein Test vorgenommen werden kann, dann frühsten nach der 2. Woche, da bis dahin eine Refraktärphase besteht (dann aber Rasch)

15

Diagnostik

Wie erfolgt die Diagnostik bei anderen Insektenarten (keine Bienen oder Wepsen)

  • Schwer, da nicht alle alle Allergenen jeder Spezies zur verfügung stehen.
  • Bei Hornissenstichen und Hummelstichen ist eine Testung auf Bienen/Wespen Allergie sinnvoll, da durch die enge Verwandtschaft eine partielle Kreuzallergien besteht

16

Diagnostik - Anamnese

Welche zwei Erkrankungen sollten immer als DD zur Anaphylaxie bedacht werden?

Was sollte man auch immer bedenken?

  • Psychovegetative Symptomatik
    • hier eher ausschließlich Angst, Herzklopfen und Schwächegefühl
  • Örtliche Reaktion im Kopfhalsbereich
    • Abzugrenzten vom Angioödem bei systemischer Reaktion

Bedenken sollte man auch, dass nicht immer Bienen und Wespen die Ursache seien müssen

17

Diagnose

Beschreibe die Schweregradskala zur Klassifikation anaphylaktischer Reaktion

A image thumb
18

Diagnose

Benenne alle Risikofaktoren für eine Schwere Anaphylaxie

A image thumb
19

Diagnose

Was muss man inspektorisch im Rahmen einer Insektenstichallergie beachten?

Begutachtung ob eine bisher nicht erkannte Mastozystose vorliegt

  • Hinweisend kann ein erhöhter bST Wert sein (nicht obligat)
    • bST frühestens 24 nach der Insektenstichreaktion
  • Manchmal ist eine kutane Mastozystose nur seh diskret und leicht zu übersehen

20

Diagnose

Wie erfolgt die Hauttestung?

  • Pricktest mit Giftkonzentrationen von
    • 1 µg/ml
    • 10 µg/ml
    • 100 µg/ml
    • ggf. 300 µg/ml
  • Ist der Prick negativ, so erfolgt ein Intradermaltest (außer bei Kindern)
    • 1µg/ml
  • Außschließlich Intradermal möglich
  • [Zuästzlich immer Prick standard zur aufklärung einer atopischen Diathese]

21

Diagnose

Wann muss man bei der Hauttestung aufpassen und welche Maßnahmen muss man dann ergreifen?

  • Patienten mit Schwerer Stichreaktion und besonderer Gefährdung auf Eintritt einer systemischen Reaktion
  • Maßnahmen
    • i.v. Zugang bei der Testung
    • Ausgiebige Nachkontrollen, eventuell sogar bis zum Folgetag
    • bei diesen Patienten bis zum Auftreten einer eindeutigen Soforttypreaktion bei Ablesung nach jeweils 15 min schrittweise mit ansteigenden Insektengiftkonzentrationen getestet

22

Diagnose

Spezifische IgE-Antikörper im Serum

- Wann ist der wert positiv?

- Wann muss man hinsichtlich des Zeitfenster hinsichtlich der IgE-AK beachten?

-  Ab einer Antikörperkonzentration von ≥ 0,35 kU/l (CAPKlasse 1 bzw. äquivalentem Befund) ist der Test „positiv“ (Bestimmungsmethode muss immer angegeben werden)

- Die IgE-AK gegen das Gift steigen oft Tage bis Wochen nach einer Reaktion infolge der Boosterung an -> deshalb ist eine Wiederholte Messung sinnvoll

23

Diagnostik

Wie ist das Vorgehen, wenn die Pricktestung und die IgE-Testung negativ sind, die Anamnese aber sehr auf eine Insektenstichallergie hinweist?

  • WIederholung der Testung mit anderer Testzubereitung
  • IgE Antikörpernachweis auf spezifische EInzelantigene
    • derzeit verfügbar Api m1 und Ves v5
  • In Speziellen ALlergologischen Zentren In-vitro-Testung
    • Basophilenaktivierungstest
    • Leukotrienfreisetzungstest
    • Histaminfreisetzungstest mit perupheren Blutzellen
    • Diese Test aber bitte Kritisch bewerten

24

Diagnose

  1. Wann bestimmt man den basalen Serumtryptasekonzentration
  2. Wie bestimmt man den bST Wert?
  3. Was besagt ein erhöhter bST Wert?

  • 1.
    • Bei Erwachsenen mit systemischer Soforttypreaktion
    • Bei Kindern bei schweren Reaktionen
  •  2.
    • Die bST wird mittels eines kommerziellen Assays bestimmt, als Normwert wird meist die 95. Perzentile (11,4 µg/l nach Herstellerangabe) verwendet
  • 3.
    • Bei Erwachsenen Wespen/Bienen Anaphylaxien sind sehr schwere Stichreaktionen mit erhöhtem bST wert assoziiert
    • Bei bST Werten über der 95Perzentile besteht oft auch eine Mastozytose

25

Diagnose

Was ist der Unterschied zwischen Bienengiftallergie und Wespengiftallergie?

Wespengiftallergie hat häuf niedrige oder negative IgE-Serumantikörper im Gegensatz zur Bienengiftallergie

26

Diagnose

Wie erfolgt ser Serum-IgE Verlauf nach dem Stich?

Nach einem Stich kommt es oft innerhalb von wenigen Wochen zu einem Anstieg der Konzentration der spezifischen IgE-Antikörper im Serum. Später folgt eine – manchmal rasche – Abnahme, auch bis unter die Nachweisgrenze

27

Therapie

Therapie der Akuten Reaktion

Wie behandelt man eine Örtliche Reaktion?

Wie behandelt man eine gesteigerte örtliche Reaktion

Was macht man bei örtlichen Reaktionen im Kopf-Hals-Bereich?

  • Örtliche Reaktion
    • Stark Wirksame Steroide
      • Creme oder Gel
    • Feuchter Umschlag für 20min alle paar Stunden
    • Antihistaminika
  • Gesteigerte Örtliche Reaktion
    • WIe bei der Örtlichen
    • zudem kann eine systemische Prednisolontherapie mit 0,1-0,5mg/Kg KG
    • bei nichtinfektiöser Lymphangitis sind keine Antibiotika indiziert
  • Kopf-Hals-Bereich
    • Nachbeobachtung empfohlen

 

28

Therapie

Langfristige Therapie

Welche drei Grundmaßnahmen gibt es?

 

  • 1.
    • Allergievermeidung
      • Mündliche Information und Merkblatt
  • 2.
    • Selbsthilfemaßnahmen
      • Notfallset, auch nach vollzogener SIT und negativer Provokationstestung
  • 3.
    • SIT bei Anaphylaxie

29

Therapie

Langfstige Therapiemaßnahmen

Welche Selbsthilfemaßnahmen soll der Patient nach einem Stich kennen?

  • Entfernung des Stachels, falls vorhanden
  • Therapiemaßnahmen
    • Verordnetes Antihistaminikum
      • Schnellwirksames H1 wie Cetirizin in 2-4x Tagesdosis (off-Label)
    • Kortisonpräparat entsprechend ärztlicher Anweisung anwenden
      • Erwachsene 100mg Prednisolon
    • Bei Atmenwegsobstruktion oder Kreislaufbeschwerden
      • Adrenalin
        • i.m. Autoinjektion
        • ab 30Kg (Kinder und Erwachsene9 0,3mg
      • Bei Asthma oder bereits Atmenwegsobstruktionen bei Anaphylaxie
        • Beta2-Sympathomimetika
  • Bei Anaphylaxie Lagerung und Alamierung eines Notarztes

30

Therapie

Langzeittherapie

Welche Patientin haben evtl. ein Risiko bei Adrenalingabe? Wie klärt man diesbezüglich ab?

Was macht man für den Fall des Nichtansprechens bei Adrenalininjektion

  • bei Schwerern Kardiovaskulären Erkankung oder Hyperthyreose entsteht ein zusätzliches Risiko
  • Hier ist eine Selbstanwendung durch einen Kardiologen Sinnvoll

 

  • Hier sollte bestimmt werden, ob eine zweite Adrenalinspritze zur Anwendung bereitgestellt werden sollte

31

Therapie

Langzeittherapie

Wann wird Adrenalin angewandt wenn der gestochende Patient das auslösende Insekt nicht kennt, oder wenn nach einer SIT nicht sicher ist, ob vor einer Anaphylaxie schutz besteht.

  • Adrenalin erst anwenden, wenn Systemerscheinungen sich bemerktbar machen. Die Hauterscheinungen werden hier nicht berücksichtigt.
  • Antihistaminika und Steroide werden aber sofort genommen

32

Therapie

Langzeittherapie

Welche Medikamente sollten bei Anaphylaxie nicht genommen werden?

  • Betablocker und ACE-Hemmer
  • hierunter schwerer verlaufende Reaktionen und Schwieriger zu behandeln