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Flashcards in boerse.ARD.de Deck (19):
1

Was sind Zertifikate?

Ihr Kurs ist meist an die Entwicklung einer Aktie oder eines Aktienindex gekoppelt. Zertifikate gibt es in vielen Spielarten. Mit Discountzertifikaten können Anleger das Kursrisiko bei Aktien abmildern. Mit so genannten Turbo-Zertifikaten können sie überdurchschnittlich von einem Kursgewinn profitieren, aber auch genauso schnell Verluste einfahren. Zertifikate sind vor allem für erfahrene Anleger geeignet, die sich intensiv mit dem Börsengeschehen befassen.

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Was sind Futures, Optionen, Optionsscheinen?

Futures, Optionen und auch Optionsscheine sind Spekulations-Instrumente. Alle diese Anlageformen spekulieren auf eine bestimmte Entwicklung innerhalb eines festgelegten Zeitraums. Der Handel mit ihnen wird daher auch Termingeschäft genannt.

Optionsscheine können an verschiedenen Parkettbörsen oder im außerbörslichen Handel direkt beim Emittenten gekauft oder verkauft werden. Futures und Optionen werden nur an speziellen Terminbörsen gehandelt. Die wichtigste Börse für deutsche Privatanleger ist die deutsch-schweizerische Eurex

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Wie berechne man die Marktplatzkapitalisierung?

der aktuelle Kurswert einer Aktie multipliziert mit der Anzahl aller frei handelbaren Aktien.

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Was sind typische Kosten von Fonds?

Die Kosten für den Fondskauf unterscheiden sich inzwischen deutlich. Bei den meisten Fonds wird beim Kauf über die Fondsgesellschaft ein einmaliger Ausgabeaufschlag von zwei bis fünf Prozent des Kaufpreises erhoben. Dazu kommen, je nach Fondsgesellschaft und Produkt, jährliche Gebühren für Fondsmanagement und Depotverwaltung. Immer mehr Fonds können aber auch direkt an der Börse ge- und verkauft werden. Dann entfällt der Ausgabeaufschlag, dafür werden allerdings je nach Bank und der Höhe der Kaufsumme Transaktionsgebühren fällig.

5

Was sind Rentenfonds?

Rentenfonds investieren vorwiegend in fest verzinsliche Wertpapiere (Anleihen, Hypotheken, etc.) und je nach geografischem Anlageschwerpunkt. Rentenfonds sind im Vergleich zu Aktienfonds die sicherere Fondsanlage, wobei Anleger bei kurzfristigen Anlagen keinesfalls von Verlustrisiken befreit sind (starker Zinsanstieg am Kapitalmarkt führt zu Kursverlusten bei Anleihen). Zu unterscheiden sind Fonds, die sich auf Anleihen von Unternehmen spezialisiert haben und solchen, die vorwiegend in Anleihen öffentlicher Emittenten, also Länder- oder Staatsanleihen investieren. Bei Unternehmensanleihen kann es – etwa bei Insolvenz – zu Zahlungsausfällen kommen, das ist bei Staatsanleihen weniger wahrscheinlich. Rentenfonds sind vor allem als langfristige Geldanlage interessant. Bei in Euro aufgelegten Rentenfonds geht der Kleinanleger kein Währungsrisiko ein. Anderenfalls können Wechselkursschwankungen zu erheblichen Kursgewinnen oder -verlusten führen.

6

Was sind Mischfonds?

Viele Fondsprodukte können sowohl Aktien- als auch Rentenpapiere enthalten. Solche Mischfonds können je nach Anlagepolitik des Fondsmanagements sehr unterschiedliche Anteile der beiden Wertpapiergattungen enthalten. Zum Teil kann der Fondsmanager auch je nach Einschätzung die Quoten an Aktien oder Renten verändern, um auf Entwicklungen an den Aktienmärkten zu reagieren. Zum Teil können sie sogar "Kasse halten", also Bargeld verwalten, um Verluste durch Aktienmarkt-Crashes zu verringern. In so genannten "Multi-Asset-Fonds" können Fondsmanager neben Aktien und Anleihen auch Rohstoffe oder Immobilien ins Fondsdepot legen. Auch hier kann zum Teil - je nach Marktlage - zwischen einzelnen Anlageklassen umgeschichtet werden.

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Was sind passive Indexfonds, ETFs?

Bei Investmentfonds, die üblicherweise über die Fondsgesellschaft gehandelt werden, gibt es nur eine Preisfeststellung täglich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktien- oder Rentenfonds fällt bei ETFs kein Ausgabeaufschlag, also die übliche Kaufgebühr, an. Da die neue Fondsart exakt einen Aktien- oder Rentenindex abbildet, ist kein aktives Fondsmanagement erforderlich, daher auch die Bezeichnung "passiv". Auch dadurch sind die Gesamtkosten bei ETFs deutlich niedriger als bei den herkömmlichen Aktien- oder Rentenfonds. Inzwischen sind ETFs auch auf die Indizes exotischer Aktienmärkte, auf Geldmarkt-, Rohstoff- oder sogar Hedgefonds-Indizes erhältlich. Selbst große institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Pensionskassen nutzen immer stärker die Indexfonds zur Vermögensanlage.

8

Was sind offene Immobilienfonds?

Offene Immobilienfonds sind wie Aktien- und Rentenfonds bereits für kleinere Anlagebeträge zu haben. Die Gelder werden vorwiegend in gewerbliche Immobilien, Bürogebäude oder Einkaufszentren angelegt. Das Risiko dieser Fonds liegt vor allem in der zukünftigen Entwicklung der Mieteinnahmen. Wie eine Reihe von Schließungen bei Offenen Immobilienfonds im Jahr 2008 zeigten, besteht in kritischen Marktphasen auch das Risiko, dass Anleger ihre Anteile für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr zurückgeben können. Ein offener Immobilienfonds muss mindestens zehn Objekte beinhalten. Beim Erwerb darf keines der Objekte den Wert von 15 Prozent des Fondsvermögens übersteigen. Ein nicht unerheblicher Teil des Fondsvermögens wird in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. So genannte geschlossene Immobilienfonds sind für die Geldanlage weniger geeignet. Es handelt sich hier nicht um ein durch die staatliche Aufsicht kontrolliertes Produkt, sondern um Angebote des so genannten Grauen Kapitalmarktes, der keiner staatlichen Kontrolle unterliegt.

9

Was sind Hedgefonds?

Hedgefonds sind an übliche Investitions-Spielregeln nicht gebunden. Sie können in alle erwähnten Arten von Wertpapieren investieren, darüber hinaus aber auch mit Derivaten wie Futures auf fallende oder steigende Kurse setzen. Das Ziel ihrer Anlagestrategie ist, einen möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, unabhängig von der Entwicklung an den Aktien- oder Rentenmärkten. Ihre Anlagepolitik, bei der bewusst auch Profite aus Börsenkrisen gezogen werden, haben sie bei vielen Anlegern in Misskredit gebracht. Daher sollen Hedgefonds künftig strenger kontrolliert werden.

10

Was ist eine Anleihe?

Bei einer Anleihe handelt es sich um einen Schuldschein. Der Schuldner, der die Anleihe begibt, verschuldet sich beim Käufer der Anleihe. Der Nennwert, in der Regel 100, drückt den Preis aus, zu dem die Anleihe zurück gezahlt wird. Der Kupon benennt die Verzinsung, die die Anleihe abwirft. In der Realität ist der Anleger, ähnlich wie bei Aktien, nur selten im physischen Besitz einer Anleihe.Anleihen kann man wie Fonds über die meisten Filial- und Direktbanken kaufen. Bei der Bundeswertpapierverwaltung können Anleger außerdem kostenlose Depots für Bundesanleihen eröffnen.

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Wie funktioniert eine Anleihe bei folgendem Beispiel?Nehmen wir eine normale Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von fünf Prozent. Die Ein- und Auszahlungen je Stück Rentenpapier mit einem Nominalwert von 100 Euro sehen wie folgt aus:

Am Anfang (Zeitpunkt 0) bezahlt man 100 Euro für eine Anleihe, deshalb steht dort vor der 100 ein Minus. Danach bekommt man in den ersten vier Jahren jeweils fünf Euro ausgeschüttet, da ja der Kupon der Anleihe fünf Prozent des Nennwertes beträgt (fünf Prozent von 100 = 5 Euro). Im Jahr 5 bekommt der Anleiheninhaber 105 Euro ausgezahlt. Der Schuldner zahlt nämlich seine Schulden plus den Kupon von fünf Prozent zurück.

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Was sind Null-Kupon-Anleihen?

Über die gesamte Laufzeit hinweg keine Zinszahlungen erfolgen und erst am Ende der Laufzeit die Rückzahlung der Schulden einschließlich der angesammelten Zinsen erfolgt.

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Was sind junk bonds?

Bei hochspekulativen Anleihen, so genannten "Junk Bonds", kann ein Zahlungsausfall jederzeit drohen. Spekulative Anleger belohnt das Investment allerdings auch mit den höchsten Zinsen im Anleihemarkt.

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Was sind Discount-Zertifikate?

Diese Spielart der Zertifikate ist im Risiko zwischen einer Aktie und Fonds angesiedelt. Anleger erhalten beim Kauf des Zertifikates einen Nachlass auf eine Aktie oder einen Index. Ein Beispiel: Steht die Deutsche-Bank-Aktie bei 50 Euro, dann erhält der Anleger ein Deutsche-Bank-Zertifikat zum Beispiel für 40 Euro. Das entspricht einem Nachlass, also Discount, von 20 Prozent. Das Zertifikat garantiert dem Käufer nun die Rückzahlung zum Deutsche-Bank-Kurs am Laufzeitende. Steht die Aktie am Ende einer etwa zweijährigen Laufzeit noch immer bei 50 Euro, heimst der Anleger den ganzen Discount, nämlich 20 Prozent als Gewinn ein. Damit die Gewinne für den Anleger nicht ausufern, hat die Bank eine Begrenzung im Zertifikat eingebaut, den sogenannten "Cap". Im Beispielfall könnte er bei 55 Euro liegen. Nur bis zum Deutsche-Bank-Kurs von 55 Euro ist der Anleger also am Gewinn beteiligt. Darüber gewinnt nur noch die Bank. Dagegen gewinnt der Anleger mit dem Discount-Zertifikat immer noch, auch wenn die Aktie verliert. Im dargestellten Fall bis zum Kurs von 40 Euro, denn hier lag der Kaufpreis. Erst bei weiteren Kursverlusten beginnt auch für den Anleger die Verlustzone.

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Was sind Bandbreiten-Zertifikate?

Mit einem Bandbreiten-Zertifikat erhöht der Anleger seine Gewinnchancen gegenüber einem Discount-Zertifikat. Zwar ist auch hier ein Cap, eine Gewinngrenze eingezogen. Innerhalb einer gewissen Bandbreite kann der Käufer eines solchen Zertifikats aber überproportional verdienen. Beispiel hierfür ist ein Dax-Zertifikat, das etwa zwischen einem Dax-Stand von 5.500 und 6.000 den doppelten Gewinn ermöglicht. Der Anleger, der das Zertifikat für 55 Euro beim Dax-Stand von 5.500 Punkten gekauft hat, erhält also bei 6.000 Punkten im Dax nicht 60, sondern 65 Euro zurück. Steigt der Dax über 6.000 Punkte, bleibt es bei der Gewinnverdopplung, fällt der Dax unter 5.500 Punkte, verliert das Bandbreiten-Zertifikat im gleichen Maß wie der Index.

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Was sind Hebelzertifikate?

Hebel-Zertifikate gelten als Erben des Optionsscheins. Die hochriskanten Papiere erlauben hohe Gewinne in kürzester Zeit. Dagegen steht aber ein entsprechendes Risiko: Der Totalverlust seines Einsatzes ist für den Anleger ebenso schnell möglich. Wie bei Optionsscheinen kann man mit Hebelzertifikaten auch auf fallende Kurse setzen, dies ermöglichen Short-Zertifikate, die es ebenfalls mit einem Hebel gibt. In der Regel beziehen sich Hebel-Zertifikate auf eine Aktie oder einen Aktienindex als Basiswert. Ein zweifacher Hebel bedeutet hierbei, dass der Wert des Zertifikats um 20 Prozent steigt, wenn etwa der Dax als Basiswert um zehn Prozent zulegt. Im Gegensatz zu Optionsscheinen wird der Preis des Zertifikats nicht durch schwer durchschaubare Faktoren wie das Delta oder die implizierte Volatilität beeinflusst.

Für unerfahrene Anleger ist ein Hebel-Zertifikat aber ebenso gefährlich wie ein Optionsschein. Denn beim Unterschreiten eines bestimmten Kurses des Basiswerts kann das Zertifikat auf einen Schlag wertlos sein. Diese so genannte "Knock-out-Schwelle" ist vorab bekannt und führt für den Anleger je nach Emittent zum Totalverlust oder zur Auszahlung eines kleinen Restwerts. Im besten Fall wird bei Erreichen der Schwelle ein "Stop loss" ausgelöst. Dann erhält der Anleger zumindest den (gesunkenen) Wert seines Zertifikats beim Erreichen der Schwelle zurück.

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Was sind Endlos-Zertifikate?

Es gibt auch Zertifikate ohne Laufzeitbeschränkung. Die "Open-End"- oder Endlos-Zertifikate haben keine vorab definierte Laufzeit. Derartige Zertifikate können also zum Beispiel als Langfristanlage wie ein Fonds eingesetzt werden, der sich an einem Index orientiert. Die kurzfristige Variante der Endlos-Papiere ist dagegen hoch spekulativ. Sie ist ebenfalls mit einem starken Hebel ausgestattet und verfügt ebenfalls über eine Knock-out- oder Stop-Loss-Schwelle. Auch diese Form der Zertifikate sollte erfahrenen und risikobereiten Anlegern vorbehalten sein.

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Wann sollte man verkaufen?

Einfach in einem steigenden Markt zu verkaufen, ist also menschlich - aber ein Fehler. Und verschenktes Geld, denn leichter als in einer solchen Börsenphase lassen sich Gewinne nicht erzielen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein etablierter Trend weiter geht, ist größer, als dass er endet (vgl. Fehler 2: Missachten von Trends). Ob die steigenden Kurse noch fundamental zu begründen sind, ist dabei zweitrangig. Recht hat am Ende immer nur einer - der Markt.Der einfachste Rat: Nerven behalten und den Gewinn sichern - und zwar ohne zu verkaufen. Das kann sich als äußerst gewinnbringend erweisen. Das wichtigste Werkzeug dafür ist die Stop-Loss-Order.

Entsprechend kann man es mit dem Stillhalten auch übertreiben. Auch passive Anleger mit erprobten Standardwerten im Depot sollten sich regelmäßig um ihre Schätzchen kümmern. Bei eindeutigen Fehlentwicklungen ist es ein Muss, das Depot umzuschichten und die Verluste zu begrenzen. Handlungsbedarf besteht etwa, wenn der Gesamtmarkt einen klaren Abwärtstrend etabliert oder wenn ein Unternehmen seinen bisherigen Gewinnpfad verlässt und wiederholt enttäuscht.

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Was ist ein sinnvoller Abstand für eine Stop-Loss-Order?

Vorneweg: Die ideale Faustregel gibt es nicht. Meist wird von Ratgebern eine Spanne von zehn Prozent unter dem aktuellen Kurs genannt, die etwa für Standardwerte geeignet sei. Bei schwankungsfreudigeren Papieren wie etwa TecDax-Aktien solle der Kursabstand entsprechend höher gewählt werden, etwa bei 20 Prozent. Viele Marktteilnehmer setzen auf ihren ursprünglichen Einstandskurs, um auf keinen Fall in Verluste hineinzulaufen. Das ist menschlich, aber nicht unbedingt rational.

In jedem Fall ist die Spanne abhängig von der eigenen Risikoneigung, der Volatilität der Aktie und der aktuellen Marktverfassung zu wählen.

Am sinnvollsten ist es meist, sich bei der Auswahl des Stop-Kurses an einer charttechnischen Marke zu orientieren, bei deren Unterschreiten sich das technische Bild deutlich eintrüben würde. Eine Stop-Loss-Marke, die knapp unterhalb einer starken Kursunterstützung gesetzt wird, kann eine Menge Verluste ersparen. Das kann etwa der untere Rand einer längerfristig ausgebildeten Handelsspanne oder ein bisheriges Verlaufstief sein.

Wichtig bei einer Stop-Loss-Strategie ist, den Stop-Kurs sukzessive nach oben anzupassen, wenn sich die Aktie in einem Aufwärtstrend befindet, um die Kurslücke nicht zu groß werden zu lassen.