Fettstoffwechselstörungen Flashcards Preview

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Flashcards in Fettstoffwechselstörungen Deck (15):
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Atherosklerose

Die Präsenz eines Sterols (Zoosterol=Cholesterin/Phytosterol) in einem in der Arterienwand ansässigen Makrophagen.
Nur wenn Sterole im subendothelialen Raum einer Arterienwand eine entzündliche Kaskade auslösen, kommt es zur Atherosklerose!

Keine Lipid- oder Cholesterinvermittelte Erkrankung!
Erkrankung, die durch die Anzahl Apo-B haltiger Lipoproteine vermittelt wird!

• Die Atherosklerose ist eine Erkrankung des Lipoproteinstoffwechsels.
• Sie tritt auf, wenn ein Sterol im subendothelialen Raum eine Entzündungskaskade auslöst.
• Der Übertritt von ApoB-haltigen Lipoproteinen in den subendothelialen Raum ist ein gradientengetriebener Prozess → Partikelanzahl wichtiger als Partikelgröße oder Cholesterinkonzentration.
• Man braucht weniger Lipoproteine (Boote), wenn in der Leber weniger Triglyzeride (Fracht) neu synthetisiert werden (→metabolische Gesundheit).

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Cholesterin

Cholesterin ist ein organisches Molekül mit 27 Kohlenstoffatomen.
• Gruppe der Steroide.
• Cholesterin kann
– frei (unverestert) vorliegen → aktive Form
– verestert vorliegen → Speicherform (Cholesterinester - Veresterung an der Hydroxylgruppe (OH-Gruppe))
• Cholesterin kann nur von Tieren produziert werden → Zoosterol
• Phytosterole in Pflanzen

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Aufgaben von Cholesterin

Kein Cholesterin = Kein Leben!
Wichtige strukturelle und Signalfunktionen im Körper
• Zellmembranintegrität (Lipiddopplemembran jeder
Körperzelle → Fluidität, Interaktion zwischen Zellen)
• Vorläufersubstanz von
– Steroidhormonen
– Gallensäuren(Fettverdauung!) – Vitamin D

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Wo kommt Cholesterin her?

Täglicher Bedarf ~ 1100-1700 mg/d
– Exogene Zufuhr (~ 300-500 mg/d, ~ 1⁄4 des täglichen Bedarfs)
• Cholesterin (Zoosteril) aus tierischen Produkten
• Phytosterole aus pflanzlichen Produkten wie Mais,Soja,...
– Endogene Produktion (~ 800-1200 mg/d, ~ 3⁄4 des täglichen Bedarfs)
• Jede Körperzelle kann ihren Eigenbedarf selbst durch Cholesterinneusynthese decken (2 Ausnahmen: NNR, Gonaden)
• Entscheidend für den Gesamtstoffwechsel→ Cholesterinbiosynthese in der Leber
• Abbau von Cholesterin ist nicht möglich, überschüssiges Cholesterin wird in Gallensäuren umgewandelt und über den Darm ausgeschieden
• Insgesamt 40-50 g Cholesterin im Körper gespeichert, das Meiste davon in Zellmembranen

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Exogene Cholesterinzufuhr

Nahrungscholesterin
Exogene Cholesterinzufuhr
→ hat sehr geringen Einfluss auf Cholesterinspiegel im Körper
• Nahrungscholesterin liegt meist verestert vor und wird deswegen nur in geringen Mengen aufgenommen (müsste erst von Pankreaslipasen und Esterolasen „entestert“ werden)
• Nahrungscholesterin konkurriert um die Aufnahme im Ileum mit den größeren Mengen (85%) unveresterten Cholesterins, das über die biliäre Route ausgeschieden wurde. Die Wiederaufnahm des endogen im Körper synthetisierten Cholesterins ist folglich die Hauptquelle des Körpercholesterins.

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Endogene Cholesterinzufuhr

• Endogene Synthese zu
– ~20 % durch die Leber (Versorgung Gesamtorganismus).
– ~80% durch periphere Zellen (Eigenbedarf der Zellen)
• Cholesterinbiosynthese
– 4 Stufen, 37 Einzelschritte
– durchFeedbackschleifen an mehreren Stellen eng reguliert
Cholesterin ist lebenswichtig
→wird weniger Cholesterin über die Nahrung aufgenommen,
wird mehr Cholesterin produziert oder
mehr Cholesterin über den Darm (Gallensäuren) rückresorbiert!

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Triacylglycerin (Neutralfette)

Quellen
• Aufnahme aus der Nahrung über den Darm
-Neubildung in der Leber (De-novo Lipogenese) → bei überbedarfsgerechter Kohlenhydratzufuhr (Glykogenspeicherkapazität in der Leber nur 120 g), schlechter KH-Qualität (Fruktose) und Insulinresistenz (gestörte Glykogenbildung) → Umwandlung von Kohlenhydraten zu Triglyzeriden!

• Transport im Blut und Verteilung im Körper durch Lipoproteine (Transportvehikel)
• Darm (Chylomikronen)
• Leber (VLDL)

• Funktion
• Energielieferanten! Oxidation!
• Speicherung im Fettgewebe (Energiereserve)

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Verteilung der TAG: abhängig von der Stoffwechselgesundheit

• Metabolisch gesund und fit (IS)
– Oxidation der TAG zur Energiegewinnung im Muskel
– bevorzugtes Substrat des Muskels zur Energiegewinnung in aerober Situation
• Metabolisch krank und unfit (IR)
– Speicherung im Fettgewebe
– wenn Speicherkapazität erreicht→ Hypoxie→Inflammation→IR↑
– CAVE: ektope Triglyzeridakkumulation

--> Train the fat cell
• Bei überbedarfsgerechter KH-Zufuhr werden KH in der Leber zu Triglyzeriden umgewandelt (DNL)!

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Transport von Cholesterin und Lipiden im Körper

• Lipoproteine
– Cholesterin, T AG, Phospholipide sind wasserunlöslich (~Fracht).
– Sie werden deswegen im Blut zusammen mit Eiweißen als große, wasserlösliche Partikel transportiert, den sogenannten Lipoproteinen (~Boote).

• Aufbau der Lipoproteine
– Lipide (Monolayer aus Cholesterin)
– Proteine
– Core
• Cholesterinester, TAG
• Zusammensetzungvariiert(Chylomikronen,VLDL,IDL,LDL,HDL)
– Apolipoproteine (Interaktion der Lipoproteine untereinander und mit Zielzellen)

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Low Density Lipoproteins LDL

Transportvehikel für Cholesterin, Triglyzeride, Fettsäuren und Phospholipide sowie für fettlösliche Vitamine wie Vitamin E und Vitamin A von der Leber zu Geweben
LDL≠LDL:
• •
Kleine dichte LDL-Partikel (sdLDL) → schlechte LDL-Qualität:
häufig im Rahmen der atherogenen Dyslipidämie bei metabolischen Syndrom

Lp(a) / Lipoprotein (a):
• enthält zusätzlich zum ApoB-100 auch das Glykoprotein Apo(a).
• Höhe des Lp(a) ist genetisch determiniert.
• Strukturhomologie zum Plasminogen, deswegen auch thrombogen (Thrombosefördernd).
• Unabhängiger Risikofaktor für Herz- Kreiskauferkrankungen.
• Therapie: Möglichst gute Einstellung der weiteren Risikofaktoren
→bis dato keine medikamentöse Therapie (in Entwicklung), evt. Lipidapherese

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Non-HDL Cholesterin ~ ApoB-haltige Lipoproteine

• Non-HDL-Cholesterin = Gesamtcholesterin - HDL-Cholesterin.
• Besserer prädiktiver Wert für CVR (cardiovascular risk) als LDL-Cholesterin.
• Beinhaltet alle atherogenen Lipoproteine inklusive der triglyzeridreichen VLDL und der Chylomikronen Remnants.
• Bestimmung des Non-HDL-Cholesterins muss nicht nüchtern erfolgen.

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Chylomikronen, VLDL, IDL

• Chylomikronen: wasserlösliche Transportform der Nahrungsfette, enthalten die aus dem Darm aufgenommenen Fette und Cholesterin und bestehen zu über 80 % aus Triglyzeriden

• VLDL (Very Low Density Lipoprotein): Transportieren Triglyzeride, Cholesterin und Phospholipide von der Leber zu den Geweben; Umwandlung von VLDL zu LDL durch Abgabe der Triglyzeride

• IDL (Intermediate Density Lipoprotein): Zwischenstufe VLDL/LDL,
nur temporär vorhanden

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High Density Lipoproteins HDL

Aufnahme von freiem Cholesterin aus Peripherie und Transport zur Leber → „reverser“ Cholesterintransport
Inflammation --> HDL-Dysfunktion
Produkte eines inflammatorischen Enzyms (Myeloperoxidase) verändern das Hauptprotein von HDL (Apo A-I) und beeinträchtigen damit die HDL-Funktion.

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Fettstoffwechselstörungen

• Prinzipiell kann jede Blutfettfraktion erhöht (Hyper-), oder erniedrigt (Hypo-) sein
– erhöhtes Gesamtcholesterin → „Hypercholesterinämie“
– Erhöhte Triglyzeride → „Hypertriglyzeridämie“ (Chylomikronämie)
– Je nach erhöhter Lipoproteinfraktion
• „Hyperlipoproteinämie“ → erhöhte LDL- oder Lp(a) Konzentration
• „Hypolipoproteinämie“ → erniedrigte HDL-Konzentration
• kombinierte Fettstoffwechselstörungen
– z.B. „atherogene Dyslipidämie“:
– Erhöhte Triglyzeride, Erniedrigtes HDL-Cholesterin, schlechte LDL- Qualität (sdLDL)
– Erworben!!!
– Folge der muskulären Inaktivität und Fehlernährung.
– Tritt im Rahmen des metabolischen Syndroms auf.

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Die Rolle der Partikelgröße small, dense vs large, boyant LDL

Erhöhte LDL-Partikelanzahl (~ApoB) vermittelt erhöhtes Risiko! Partikelgröße lediglich Marker für metabolische Dysfunktion!