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Flashcards in Fragen Deck (22):
1

1) Was versteht man unter dem Begriff Titrimetrie?

= Quantitatives Verfahren, bei dem die Bestimmung einer unbekannten Menge eines
gelösten Stoffes durch Zugabe einer geeigneten Reagenzlösung bekannten Gehaltes
(Titerlösung) bis zur quantitativen Umsetzung (Reaktionsendpunkt oder Äquivalenzpunkt)
erfolgt.

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2) Welche Vorteile weist die Tritrimetrie gegenüber vielen anderen analytischen
Bestimmungsmethoden auf?

• Absolute Gehaltsbestimmungen: im Gegensatz zu relativen liefert Methode direkt das
Ergebnis (es muss keine Rücksicht auf externe Faktoren genommen werden)
• Einfache Ausführung/Methodenverständnis: Ausrüstung simpel, Methode leicht lernbar
• Schnelligkeit
• Vielseitigkeit: alle möglichen Arten von Verbindungen in sehr kleinen Konzentrationen (bis
ppm und ppb) bestimmbar
• Richtigkeit und Reproduzierbarkeit: typisch für Titrationen ~ Reproduzierbarkeiten von <1%
("high-precision titrimetry" 0,1% und besser)
• Automatisierung
• Preiswürdigkeit
•  Einziger Nachteil: Nur verwendbar wenn genaue qualitative Zusammensetzung bekannt

3

3) Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Stoff quantitativ mittels
Titrimetrie bestimmt werden kann?

• Eindeutiger Reaktionsablauf mit schneller quantitativer Umsetzung
• Maßlösungen, die über längeren Zeitraum haltbar sind
• Erkennbarkeit Endpunkt

4

4) Was sind Maßlösungen?

Eine Maßlösung ist eine Lösung mit genau bestimmtem Gehalt.

5

5) Wie können Maßlösungen hergestellt werden?

• Direkt: Substanz hoher Reinheit  genau berechnete Masse wird eingewogen
• Indirekt: Masse ungefähr einwiegen und in H2O lösen  exakte Bestimmung durch Titration
mit „Urtiter“-Substanz

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6) Was verstehen Sie unter einer Urtitersubstanz?

• Eine Urtitersubstanz (= primärer Standard) ist eine gut wägbare Reinstsubstanz (unbegrenzt
haltbar, inert gegen Zersetzung an der Luft (z. B. nicht hygroskopisch), große Molmasse), die
in Wasser leicht löslich ist und sich zur Herstellung von Lösungen mit genau bekanntem
Gehalt (Urtiterlösungen) eignet.

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7) Welchen Anforderungen muss ein primärer Standard erfüllen?

• Absolut rein, definiert zusammengesetzt, beinhalten kein Hydratwasser
• Unbegrenzt haltbar und gegenüber der Atmosphäre indifferent (d.h. nicht hygroskopisch,
oxidierbar oder durch CO2 veränderlich)
• Schnelle, einheitliche Reaktion mit Maßlösung
• Hohe Äquivalentmasse, damit Wägefehler klein bleibt
• Über längere Zeit beständig
• Preisgünstig

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8) Was ist ein sekundärer Standard?

• Verbindung, dessen Reinheit durch eine chemische Analyse verifiziert wurde und daher als
Referenzsubstanz bei titrimetrischen Analysen verwendbar ist.

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9) Was sind die Unterschiede zwischen einem primären und sekundären Standard?

Sekundäre Standards
o nur hinreichend stabil (immer wieder neue Einstellung gegen Urtiter)
o selbst keine Urtitersubstanzen aber haben trotzdem hohen Reinheitsgrad
o auch schnelle, selektive und vollständige Reaktion mit Analyt

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10) Was verstehen Sie unter dem Äquivalenzpunkt?

• = Endpunkt einer Titration (im Idealfall der gleiche Punkt, in der Praxis leichte
Abweichungen)
• Punkt an dem x Mol der zu bestimmenden Substanz genau y Mol des Reagenzes in Form der
Maßlösung zugegeben wurde.
• Stöchiometrisch gezielte Reaktion

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11) Was verstehen Sie unter einer direkten und einer indirekten Titration?

Direkt: Maßlösung wird aus einer Messvorrichtung (Bürette) bis zur Erkennung des
Äquivalenzpunktes zugegeben
• Indirekt: Nicht das fragliche Ion wird titriert, sondern ein „Hilfsion“, das aber mengenmäßig
mit dem fraglichen Ion in einem genau definierten Zusammenhang steht.
o Z.B. Fällung Anionen mit Kationen  Auflösen NS  Bestimmung mit EDTA
o Oder nicht titrierbare Kationen als Doppelsalz fällen  Auflösung NS  Bestimmung

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12) Was ist eine Rücktitration?

Ein Überschuss der Maßlösung wird in die zu titrierende Lösung eingebracht
• Mit einer zweiten

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13) Welche Substanzen können mittels einer Säure-Base Titration bestimmt werden?

Neutralisationsreaktion = Zusammentritt von hydratisierten Protonen mit Hydroxylionen zu
kaum dissoziiertem Wasser
o Acidimetrie: Bestimmung basisch reagierender Substanzen mit Säuren
o Alkalimetrie: Bestimmung sauer reagierender Substanzen mit Basen
Substanzen, die bestimmt werden können:
o Stoffe, die in wässriger Lösung pH ≤ 4 bzw. pH ≥ 10 haben (Dissoziationskonstanten
von K ≥ 10-8 Mol/L)

14

14) Was verstehen Sie unter einer Verdrängungstitration?

• Titration von Salzen schwacher Säuren/Basen: Zugabe starke Säure/Base  schwacher
Partner wird aus Salz verdrängt

15

15) Was sind Redoxtitrationen?

• Alle Titrationen bei denen eine Änderung der Oxidationszahl oder ein Elektronentransfer
zwischen den reagierenden Substanzen auftritt.
o Anzahl der aufgenommenen = Anzahl der abgegebenen Elektronen (Ox + z·e-
⇋ Red)

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16) Wie erkennt man den Titrationsendpunkt in der Permanganometrie?

• Der Umschlagspunkt ist durch die violettrote Eigenfärbung des Kaliumpermangats gegeben.

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17) Welche Titrationsreaktion läuft in der Permanganomtrie in einer stark sauren und einer
schwach sauren Lösung ab?

• stark sauer: MnO4
-
+ 8H+ + 5e-
 Mn2+ + 4H2O (Mn (II))
• schwach sauer: MnO4
-
+ 4H+ + 3e-
 MnO2 + 2H2O (Mn (IV))

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18) Welche Reaktion liegt der Jodometrie zugrunde?

• Reaktion beruht auf der oxidierenden Wirkung von I2 sowie auf der reduzierenden Wirkung
von I-
.
o I2 + 2e-
⇋ 2I-

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19) Welche Substanzen (allgemein) können jodometrisch bestimmt werden?

• Es lassen sich auf I-
oxidierend wirkende als auch auf I2 reduzierend wirkende Analyte
quantitativ bestimmen

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20) Wie erfolgt die Endpunktserkennung bei einer jodometrischen Bestimmung?

• Zugabe einer Lösung aus löslicher Stärke  bildet mit I2 tiefblaue Verbindung
• Deutliche Entfärbung (Jod bildet mit Amylose eine sogenannte „Einschlussverbindung“)

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21) Was versteht man unter der Bromatometrie?

• Die Bromatometrie ist ein Redox-Verfahren, das die Bestimmung von As(III),Sb(III) und Sn(II)
in saurer Lösung gestattet. Zusatz von Kaliumbromat welches zu Bromid reduziert wird.

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22) Welche Reaktionen liegen der Bromatometrie zugrunde?

• Oxidation der zu bestimmenden Substanz durch Bromat
o BrO3
-
+ 6H+ + 6e-
 Br-
+ 3H2O
• Nach Äquivalenzpunkt:
o BrO3
-
+ 5Br-
+ 6H+  3Br2 + 3H2O