Herzrhythmusstörungen Flashcards Preview

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Flashcards in Herzrhythmusstörungen Deck (21):
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Herzrhythmusstörungen
Definition: Physiologie

Die normale Herzaktion beruht auf einer rhythmischen Reizbildung in den Erregungszentren des Herzens. Bei einem physiologischen Zustand des Herzens ist das führende Erregungszentrum der Sinusknoten, sodass der physiologische Rhythmus auch als Sinusrhythmus bezeichnet wird. Ein normaler Sinusrhythmus ist als Frequenz zwischen 60-100 Schlägen pro Minute (bpm) definiert.

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Herzrhythmusstörungen
Definition: Störungen

Störungen des Herzens unterschiedlichster Genese können zu Störungen des Herzrhythmus führen. Führt eine solche Störung zu einer unregelmäßigen, arrhythmischen Herzaktion, so wird dies als Herzrhythmusstörung bezeichnet.

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Herzrhythmusstörungen
Einteilung der Herzrhythmusstörung

Eine Einteilung der Herzrhythmusstörung erfolgt nach:
-Lokalisation der Ursache: supraventrikuläre und ventrikuläre Störungen
-Frequenz der Rhytmusstörung: bradyarrhythmisch und tachyarrhythmisch.

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Herzrhythmusstörungen
Arten der Herzrhythmusstörungen:

1.Brady- und Tachykardie
2.Extrasystole
3.Atrioventrikulärer Block (AV-Block)
4.Vorhofflimmern
5.Adam-Stokes-Anfall

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Herzrhythmusstörungen
1.Brady- und Tachykardie

Brady- und Tachykardien beschreiben eine Herzfrequenz außerhalb des Normbereiches. Die Erregungsleitung ist dabei nicht gestört; die Herzaktionen erfolgen demnach rhythmisch.

Brady- und Tahykardien stellen keine Erkrankungen dar, sondern dienen lediglich als Begrifflichkeiten zur Frequenzbeschreibung des Herzens. Eine Bradykardi ist dabei als eine Frequenz unterhalb von 60 bpm definiert, eine Tachykardie als eine Fgrequenz über 100 bpm.

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Herzrhythmusstörungen
2.Extrasystole
Definition:

Eine Extrasystole bezeichnet eine Herzaktion außerhalb des normalen Rhythmus. Sie werden nach dem Ursprungsort in supraventrikuläre (SVES) und ventrikuläre (VES) Extrasystolen eingeteilt. Ursächtlich liegt eine Erregungsbildung außerhalb der Erregungszentren zugrunde (ektope Erregungsbildung), als Trigger hierfür werden Alkohol und Koffein, Aufregung sowie ein erhöter Vagustonus (z.B. Ausdauersportler) angeführt.

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Herzrhythmusstörungen
2.Extrasystole
Klinik:

Extrasystolen kommen häufig vor und müssen nicht zwingend pathologisch sein. Betroffene bemerken sie meist entweder gar nicht oder als „Herzstolpern“. Selten kommt es zu Unwohlsein, Dyspnoe, Schwindel und Panikattacken. in bestimmten Situationen können sie jedoch (selten) ein Kammerflimmern hervorrufen.

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Herzrhythmusstörungen
2.Extrasystole
Diagnostik:

EKG

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Herzrhythmusstörungen
2.Extrasystole
Therapie:

nur bei Symptomen und Leidensdruck notwendig

-Vermeiden von Triggern
-Medikamentöse Antiarrythmika-Therapie
-Katheterablation: Detektion und Verödung der ektopen
-Erregungsbildungsstelle im Myokard

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Herzrhythmusstörungen
3.Atrioventrikulärer Block (AV-Block)
Definition:

Gestörte Überleitung der Erregung von Vorhöfen auf die Herzkammern aufgrund einer Blockierung des AV-Knotens. Häufig liegen dabei degenerative Veränderungen im Alter oder Herzerkrankungen wie z.B. Ein Herzinfarkt zugrunde.

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Herzrhythmusstörungen
3.Atrioventrikulärer Block (AV-Block)
Klassifikation:

der AV-Block wird nach Ausmaß der Überleitungsstörungen in drei Grade eingeteilt:
1.Verzögerte Überleitung von Vorhöfe auf Kammern; keine Veränderung der Herzfrequenz
2.Inkomplette Blockierung der AV-Knoten-Überleitung mit z.T. nicht stattfindender Übertragung einzelner Herzaktionen; Herzfrequenz unterhalb des Sinusknotenniveaus.
3.Komplette Blockierung der AV-Übertragung mit Entkoppelung zwischen Vorhöfen und Kammern. Die Herzaktionen entstehen im AV-Knoten

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Herzrhythmusstörungen
3.Atrioventrikulärer Block (AV-Block)
Klinik:

Je nach Ausmaß der Störung kann es zu:
-Schwächegefühl, Schwindel, Bradykardien
-Synkopen
-Adam-Stokes-Anfälle kommen

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Herzrhythmusstörungen
3.Atrioventrikulärer Block (AV-Block)
Diagnostik:

EKG

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Herzrhythmusstörungen
3.Atrioventrikulärer Block (AV-Block)
Therapie

AV-Blöcke I° und bestimmte Formen des II° benötigen keine Therapie. Andere Formen des II° und der III° benötigen immer einen Schrittmacherimplantation. Dieser gibt dem Herzen eine adäquate Frequenz vor, sodass es nicht zur Bradykardie und damit verbundenen Symptomen Kommen kann.

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Herzinsuffizienz
4.Vorhofflimmern
Definition:

Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen und ist durch eine gestörte Vorhoferregung gekennzeichnet. Ursächlich liegt ein Reentry-Mechanismus zugrunde, bei dem die Erregung im Vorhofmyokard unkoordiniert umherkreist und über den AV-Knoten unkontrolliert an die Kammern weitergeleitet wird. Meist kommt es zu einer tachykarden Arrhytmie mit unrägelmäßigen Herzfrequenzen über 100 bpm, selten kann es auch zu bradykarden Arrhytmien kommen. Vorhofflimmern kann paroxysmal („anfallsartig“) oder permanent auftreten.

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Herzinsuffizienz
4.Vorhofflimmern
Ätiologie:

-Myokardial: KHK, Klappenfehler, Herzinsuffizienz
-Elektrolytstörungen, Hyperthyreose, Alkohol

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Herzinsuffizienz
4.Vorhofflimmern
Klinik:

Die Klinik zeigt sich insbesondere durch eine verminderte Füllung des Herzens sowie eine abnehmende Auswurfleistung der Kammern (diastolische und systolische Einschränkungen):

-Palpationen (Herzstolpern) und Wahrnehmung der unregelmäßigen Herzfrequenz
-Abnahme der körperlichen Belastbarkeit, Dyspnoe, Synkopen
-Kann selten in ein Kammerflimmern übergehen
-CAVE: häufig entstehen durch Vorhofflimmern Thromben->können als Embolien Schalganfälle(!!), Organinfarkte (Niere,Milz,Haut) sowie periphere Verschlüsse bedingen.

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Herzinsuffizienz
4.Vorhofflimmern
Diagnostik:

-Körperliche Untersuchung: unregelmäßige Herzaktionen, Pulsdefizit (Missverhältnis zwischen Kammerkontraktion und tastbarem Puls)
-EKG

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Herzinsuffizienz
4.Vorhofflimmern
Therapie:

-Allgemein: orale Antikoagulation mittels Marcumar, um die Bildung von Vorhofthromben zu vermeiden
-Medikamentöse Frequenzkontrolle: Herzfrequenz wird auf unterhalb von 100 gesenkt, um die systolische und diastoliesche Störung positiv zu beeinflussen; Arrhthmie bleibt bestehen
-Medikamentöse Rhythmuskontrolle: Mit Hilfe von Medikamenten wird versucht, einen Sinusrhythmus herzustellen
-Elektrokardioversion: Mit Hilfe von Strom wird das Herz „resetted“ in der Hoffnung, dass der Sinusrhythmus im Anschluss wieder die Frequenz vorgibt

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Herzinsuffizienz
5.Adam-Stokes-Anfall
Definition:

Als Adam-Stokes-Anfall wird eine durch kardiale Rhythmusstörung bedingte plötzliche und kuzzeitige Synkope bezeichnet. Dies ist durch die Minderversorgung des Gehirns begründet, die durch die Störung der Herzpumpleistung zustande kommt. Im Anschluss liegt eine retrograde Amnesie vor. Meist kjommt es nach Eintreten der Synkope zum raschen Wiedererlangen des Bewusstseins.

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Herzinsuffizienz
5.Adam-Stokes-Anfall
Ablauf der Minderversorgung:

3-5 Sekunden: Blässe und Schwindel
10-15 Sekunden: Bewusstseinsverlust
20-30 Sekunden: Krampfanfall
30-60 Sekunden: Atemstillstand
>3 Minuten: Hirnschäden bis Tod