Kapitel 2: Bereitstellung und Einführung betrieblicher Informationssysteme Flashcards Preview

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Flashcards in Kapitel 2: Bereitstellung und Einführung betrieblicher Informationssysteme Deck (22):
1

Aufgaben (Projekte) in Unternehmen, die zur Einführung bzw. Weiterentwicklung eines Informationssystems führen, ergeben sich aus welchen zwei Komponenten?

- aus Erfordernissen des laufenden Geschäftsbetriebs
- durch externe Impulse (Technologiedruck, Compliance-Anforderung, Hinweise durch Kunden oder Lieferanten)

2

Wann ist in der Regel eine Make-Or-Buy-Entscheidung zu treffen?

Wenn im Kontext der Einführung bzw. Weiterentwicklung eines betrieblichen Informationssystems die Bereitstellung einer Anwendungssoftware erforderlich ist.

3

Was bedeuten "Buy" und "Make" im Zusammenhang mit der Make-Or-Buy-Entscheidung?

Buy: Einführung einer Standardsoftware
Make: Erstellung von Individualsoftware durch die eigene IT-Abteilung, externer Dienstleister oder ggf. Endanwender (sog. Enduser Computing)

4

Wie sollte die Entscheidung bzgl. Make-Or-Buy getroffen werden?

- Nach einer fundierten Ist- und Sollanalyse
- unter Berücksichtigung eigener Ressourcen sowie
- am Markt verfügbarer Lösungen

5

Im Falle der Entscheidung für die Einführung einer Standardsoftware (Buy): welche Konsequenz hat das zufolge?

Die Entscheidung über ein konkretes Softwareprodukt

6

Was sollte man beim Auswahlprozess für eine Standardsoftware beachten?

- man sollte Systematisch Vorgehen
- Schwerpunkt auf die Definition der Anforderungen an die gesuchte Anwendungssoftware legen

Eine Operationalisierung kann hier mittels eines strukturierten Kriterienkatalogs erfolgen (gewichtet und mittels z.B. Likert Skala zu bewerten)

7

Die Entscheidung für eine konkrete Lösung für die Einführung einer Standardsoftware (Buy) kann mit folgenden Kriterien unterstützt werden:

- Kriterienkataloge
- Anbieterpräsentationen
- Referenzbesuche
- Teststellungen im eigenen Unternehmen

usw.

8

Welche drei Phasen sollten beim Vergleichs- und Entscheidungsprozess (Buy) durchlaufen werden?

Vorauswahl, Feinauswahl, Endauswahl

9

Erkläre Customizing

eine Standardsoftware wird aus ihrem Auslieferungszustand in den vom Anwenderunternehmen gewünschten Soll-Zustand überführt, sodass sie bestmöglich die unternehmensindividuellen Organisationsstrukturen und Prozesse unterstützt.

10

Unterscheide Customizing im engeren Sinne von Customizing im weiteren Sinne:

Customizing im engeren Sinne: Konfiguration/Modularisierung bzw. Parametrisierung von Standardsoftware)

Customizing im weiteren Sinne: Erweiterungsprogrammierung

11

Beschreibe Cloud Computing

ein Konzept welches die Bereitstellung elektronischer Dienste (z.B. Rechenleistung, Speicherkapazität oder Software) bei Bedarf ermöglicht, ohne dass das nachfragende Unternehmen eine entsprechende Infrastruktur dauerhaft selbst betreiben müsste.

(i.d.R. durch einen kommerziellen Anbieter über das Internet, metaphorisch "Cloud" genannt)

12

Was versteht man unter Software as a Service (SaaS)?

ein Bezugsmodell, bei dem den Anwendern eine Standardsoftwarelösung als Dienstleistung über das Internet zur Verfügung gestellt wird, wofür entsprechende Nutzungsgebühren zu entrichten sind.

13

Was versteht man unter Software Engineering? Was ist wesentliches Element dieser?

Arbeitsteilige, ingenieurmäßige Entwicklung und Anwendung von umfangreichen Softwaresystemen.

Wesentliches Element ist das erfolgskritische Projektmanagement.

14

Dem Software Engineering liegt der Software-Lebenszyklus (SDLC=Software Development Life Cycle) zugrunde. Was ist der Zweck des SDLC?

- Unterteilung des Entwicklungsprozess in überschaubare, zeitlich und inhaltlich begrenzte Teilschritte (Phasen)
- Beschreibung der systematischen Vorgehensweise im Rahmen einer Softwareentwicklung

15

Was umfassen und bezwecken die einzelnen Phasen eines Software-Lebenszyklus?

- sie umfassen jeweils eine Menge definierter Teilaktivitäten
- zeitigen als Ergebnis jeweils ein Zwischenprodukt (z.B. Dokument wie Lasten-/Pflichtenheft, Testdokumentation, ein Modell/Diagramm, Sourcecode)
- Planbarkeit sowie das Projektcontrolling werden erleichtert.

16

Nenne zwei Beispiele für ein sequenzielles Vorgehensmodell auf Basis des SDLC

das Wasserfallmodell
das V-Modell (Standard im öffentlichen Sektor)

17

Was sind die Probleme und die darausfolgende Konsequenz des Wasserfallmodells?

Problem: in der Praxis lässt sich nie eine völlig disjunkte Trennung der Phasen erreichen, dies ist nur der Idealfall
Konsequenz: es sind Möglichkeiten vorzusehen, in frühere Phasen zurückzukehren (etwa wenn Fehler oder Inkonsistenzen entdeckt wurden oder sich Anforderungen ändern)

18

Beschreibe kurz das V-Modell, was ist das Ziel?

- eine Verfeinerung des Wasserfallmodells
- vorgeschriebenes Model für den Öffentlichen Sektor
- Ziel: maximale Qualität

19

Was ist die Idee der nicht-sequenziellen Modelle? Nenne auch ein Beispiel.

Beispiel: Prototyp.
Idee: das Softwareprodukt nicht in einem Mal, sondern in Ausbaustufen (Versionen/Prototypen) zu entwickeln und somit bereits modellseitig zu berücksichtigen, dass sich Anforderungen i.d.R. im Laufe eines Projekts ändern (während bei sequenziellen Modellen nur quasi "notgedrungen" auf Änderungswünsche mit Hilfe des Change Request Managements reagiert wird)

20

Was zeigt die typische Kostenverteilung im Verlauf des Softwarelebenszyklus?

Ein Großteil der Kosten fällt erst im Produktivbetrieb für Fehlerbehebung, Weiterentwicklung etc an.

21

Was zeichnet ein seriöser Kostenvergleich zwischen den Varianten Standardsoftware und Individualsoftware aus?

Alle jeweils relevanten Kostentreiber sollten eingeschlossen werden, dies führt zum Ansatz der TCO-Analyse (Total Cost Ownership) im Umfeld von IT-Investitionen

22

In welchen Formen kann die Einführung (Produktivsetzung) einer neuen Software erfolgen?

je nach Organisationsform und Kosten/Risiko-Abschätzung:
- "Big-Bang"
- Pilotierung
- zeitweiliger Parallelbetrieb
- phasenweise (funktions-/prozessorientiert)
- Rollout