Ideengeschichte Liberalismus
Demokratischer Frieden - zugrunde liegendes Werk
“Zum Ewigen Frieden” von Immanuel Kant (1795)
–> klassische liberale Erklärung
Kants Definitivartikel
Erster Definitivartikel Kants
“Bürgerliche Verfassung in jedem Staat soll republikanisch sein”
Zweiter Definitivartikel Kants
Völkerrechte gegründet auf Föderalismus freier Staaten
Für Friede wär Völkerstaat auf der ganzen Erde wichtig -> wird es nicht geben, soll sich das negative Surrogat - Krieg abwehren - bilden
Dritter Definitivartikel
Friedensdreieck nach Kant
Frieden durch Demokratie, Ökonomische Interdependenzen, int. Organisationen
Demokratischer Frieden
- Empirischer Doppelbefund
der quantitativen Kriegs- und Konfliktforschung
Noch keine zufriedenstellende liberale Erklärung des DF
(Melvin Small und David J. Singer - erster statistischer Nachweis und “Correlates of War Project” Singer)
Demokratischer Frieden Erklärungsvarianten
Monadische These:
Demokratien sind generell in ihrem Wesen friedfertiger als andere Staatsformen
–> Frieden wird erreicht, indem DIE Staaten demokratischer werden - Erklärung durch Herrschaftstyp (Rummel, Czempiel)
Dyadische These:
Demokratische Staatenpaare sind friedfertiger als andere Dyaden, nicht in ihre Wesen, sondern nur in demokratischer Gemeinschaft
–> Frieden wird erreicht, indem MEHR Staaten demokratischer werden (Doyle, Russett)
–> Nur dyadische These statistisch belegt!
Demokratischer Frieden - Theoretische Erklärungen
Traditionelle Erklärung:
Wechselseitige Transparenz: Demokratien wissen voneinander, dass die Bevölkerung über Institutionen und Normen die Regierung bremst
Signalspiel - Erklärung:
Können friedliebenden Intentionen und Bereitschaft zu Abschreckung besser signalisiseren
Erklärung über Abwahldrohung:
Demokratische Regierungen werden nach Niederlage eher abgewählt und müssen sich auch eher für öffentliche Güter einsetzen als Autokratien
Evolutionäre Erklärung:
Demokratische Normen setzen sich immer mehr durch, weil Demokratien leistungsfähiger sind als andere Staaten
Demokratischer Frieden: Theoretische Erklärungen: Argumente/ kausale Mechanismen (eher monadisch)
(Erklärung auf einzelnen Folien)
Demokratischer Frieden: Theoretische Erklärungen: Argument (eher dyadisch)
Demokratischer Frieden: Kritik
Antinomie (auch Gültigkeit, obwohl entgegengesetzt) des Demokratischer Frieden
Zwar emp. Evidenz aber trotzdem Widersprüchlichkeit und Anomalien
a) “Revolution in Military Affairs”: Durch neue Rüstungstechnologien geringere Opferzahlen (Grundargument erntkräftigt)
b) Abgrenzungslogik: Demokratien neigen in Selbstwahrnehmung zu Überlegenheitsgefühlen -> kann sich auch in Aggressionen zeigen
c) Mehr Demokratien = mehr Frieden?: Demokratieexporte (militärische Mittel oder nicht) als friedensfördernd - problematisch
Demokratien: Bellizismus = politische Haltung, die den Einsatz militärischer Mittel zur Durchsetzung von Zielen befürwortet
DF Kausal Mechanismus:
1. Rationales Kalkül:
Krieg schadet ökonomischen Interessen der Bürger und gefährdet ihre Sicherheit –> Prozess der rationalen Kostenabwägung –> Selektion des Gegners und Art der Kriegsführung (Am ehesten Kant; Problem: Demokratien führen Krieg!)
DF Kausal Mechanismus:
2. Institutionelles Argument
Demokratische Entscheidungsstrukturen und Gewaltenteilung/ Vetospieler sind komplex/ fragmentiert –> Beschränkter Handlungsspielraum –> Verrechtlichung der Entscheidungsprozesse
(Problem: Demokratien führen Krieg!)
DF Kausal Mechanismus:
3. Normativ - kulturelles Argument:
Interne Verhaltensnormen - wollen friedliche Konfliktregelung (Toleranz, Respektierung Minderheiten…) erreichen und sind in politischer Kultur verankert –> nach außen tragen/ Externalisierung interner Verhaltensnormen –> Attribution von Konfliktverhalten und Bildung von Wir-Gruppen
(Problem: Demokratien führen Krieg!)
Demokratischer Frieden in der neuen Forschung
Mequita: Demokratische Politiker auf Rückhalt Wähler angewiesen –> öffentliche Güter und Sicherheit bereitstellen, lassen sich nur auf Krieg ein, wenn sie ihn garantiert gewinnen
Hasenclever: In internationalen Institutionen überdurchschnittliche viele
Demokratien vertreten –> fördern Kooperation
und verhindern Polarisierung und gewaltsame Eskalationen
Owen: Demokratien führen nur dann keinen Krieg untereinander, wenn
sie sich gegenseitig als Demokratien anerkennen
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