Sport bei Herzerkrankungen Flashcards Preview

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Flashcards in Sport bei Herzerkrankungen Deck (26):
1

Koronare Herzerkrankung (KHK)

Atherosklerose der Herzkranzgefäße
• Häufigste Formen der Erstmanifestation:
40% Angina pectoris (AP= Engegefühl im Brustraum)
40% Akutes Koronarsyndrom (Einteilung in Instabile AP, NSTEMI und STEMI
20% Plötzlicher Herztod

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Fallbeispiel Herzinfarkt

Leitsymptom: Intensiver, lang anhaltender Brustschmerz = Angina pectoris
•Luftnot
•Übelkeit, Erbrechen
•Schweißausbruch
•Schwäche, Angst
•Rhythmusstörungen
•Blutdruckabfall
•Symptome der Linksherzinsuffizienz
•Bei älteren Patienten oft Verwirrtheit
•15 – 20% der Infarkte sind stumm!

3

Sport bei KHK
Empfehlungen Wettkampfsport
Risikoabschätzung

Empfehlungen Wettkampfsport
• Bethesda-Empfehlungen AHA, ESC:
 Pauschal: kein Wettkampfsport
 Keine Aussage zu Gesundheitssport, Rehasport
 Nicht sinnvoll für Gesundheits- oder Rehasport
• Problem: Breitensport (z. B. Marathon)

Risikoabschätzung
• Untersuchungen ≤ 1 Jahr, Voraussetzung: stabile Klinik
• Fahrrad- oder Laufbandergometrie (sportartspezifisch; inkl. Medikation)
• Echokardiographie

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Sport bei KHK
Mittleres Risiko

Mittleres Risiko
• normale / nahezu normale LV-Funktion (EF > 50%)
• normale Leistungsfähigkeit FE
 50J:
 50–60J:  60–70J:
2,4W/kg(M),2,2W/kg(F) 2,1W/kg(M),1,9W/kg(F) 1,8W/kg(M),1,6W/kg(F)
• keine Ischämie unter Belastung
• keine komplexen ventrikulären Arrhythmien (VT, häufige VES)
• Koronarstenosen < 50%
• erfolgreiche Revaskularisation

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Sport bei KHK
Deutlich erhöhtes Risiko

Deutlich erhöhtes Risiko
• eingeschränkte LV-Funktion (EF < 50%)
• Hinweise für myokardiale Ischämie unter Belastung
• komplexe ventrikuläre Arrhythmien (insb. VT, häufige VES)
• Koronarstenosen > 50% der großen Koronararterien, HS-Stenose
• erfolgreiche Revaskularisation

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Sport bei KHK
Empfehlungen

Empfehlungen
• Kein Wettkampfsport
• Allenfalls Wettkampfsport mit geringer statischer u. dynam. Belastung
 S1 / D1-D2: Tischtennis, Tennis (Doppel), Walking, Nordic Walking • Deutlich erhöhtes Risiko
 S1 / D1: Billard, Boule, Golf, Schießen
 Kontrollen alle 6 Monate • Gesundheitssport
 3–5TEproWoche
 Max. Hf mind. 10 Schläge unter symptomatischer Herzfrequenz

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Ausdauertraining vs. PCI (Perkutane koronare Intervention, Stents) bei KHK

Resting Heart Rate lower after end of study in the training group but not in the PCI group
Ischemic Threshold (The point at which 1-mm ST segment depression occurs during exercise testing, which indicates inadequate oxygenation of myocardial tissue) is reached later (at a higher Power (W)) in the training group than in the PCI group
Physical Work Capacity (W) is higher in the training group than in the PCI group
Relative stenosis diameter (%) declines slightly in the training group. In the PCI it declines acutely after intervention but after 12 months it increases again

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Pragmatisches Vorgehen KHK

• Anamnese
• Untersuchung
• Ruhe-EKG
• Bel.-EKG mit Festlegung einer oberen Herzfrequenz
• Echokardiographie
• Mittleres Risiko: jährliche Kontrollen
• Deutlich erhöhtes Risiko: halbjährliche Kontrollen
• Falls Wettkampfsport: Aufklärung über erhöhtes Risiko + Dokumentation

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Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz liegt vor, wenn das Herz unfähig ist, das vom Organismus benötigte Herzzeitvolumen bei normalem enddiastolischen Ventrikeldruck bereit zu stellen.
Häufige Ursachen
KHK (Myokardinfarkt, Ischämie)
Arterielle Hypertonie
Vorhofflimmern

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Herzinsuffizienz
Trainingssteuerung mittels Spiroergometrie

Initiales Stadium
< 50 W: 5 - 10 min/TE mehrf. täglich 50 - 100 W: 10 - 15 min/TE; 1-2 x/d
Stadium der Leistungssteigerung 50%-->60%-->70% VO2max
Ziel:
20 min/d bei 60 - 70% VO2max; 5 x pro Woche
Improves left ventricular function (Stroke Volume increases, total peripheral resistance lessens, left ventricular end diastolic diameter and left ventricular end systolic diameter smaller, Ejection fraction is increased)

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Pragmatisches Vorgehen Herzinsuffizienz

Untersuchungen analog zu KHK
• Häufigkeit der Untersuchungen? Nach Schwere und Klinik
• Dauermethode bereits ab aerober Schwelle effektiv
• 50 – 70% (40 – 80%) VO2max
• 3–5 x/Woche,20–60min
• Zu Beginn nur unter Aufsicht, später 1 x /Woche unter Aufsicht
• Cave sog. HIT-Training: evtl. zu intensiv, nur unter Aufsicht
• Ggf. Kraftausdauertraining

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Kardiomyopathien

Kardiomyopathien sind Erkrankungen des Myokards, die mit einer mechanischen oder elektrophysiologischen Funktionsstörung des Herzens einhergehen. Regelhaft, jedoch nicht zwingend, gehen Kardiomyopathien mit einer Hypertrophie des Herzens einher.
Unterteilung
primäre Kardiomyopathien: genetisch oder erworben
sekundäre Kardiomyopathien: erworben; Herz nicht primär betroffen

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Klappenerkrankungen

Defekte und Veränderungen der Herzklappen können prinzipiell zu zwei verschiedenen hämodynamischen Phänomenen führen:

Klappenundichtigkeit bzw. Klappeninsuffizienz, die durch mangelnden Klappenverschluss einen Rückfluss von Blut ermöglicht
Klappenverengung bzw. Klappenstenose, die durch unzureichende Klappenöffnung zu einem Rückstau von Blut vor der Klappe führt

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Sport bei Klappererkrankungen

Keine Einschränkung der Sporttauglichkeit
• leichte Klappenfehler ohne Symptomatik und sonstige pathologische Befunde – leichteAorteninsuffizienz
– leichteAortenstenose
– Mitralinsuffizienz mit SR, normaler Funktion und Größe des linken Ventrikels
– asymptomatischer Mitralklappenprolaps (auch mit leichter Mitralinsuffizienz) – leichte Mitralstenose mit Minusrhythmus

Einschränkung der Belastbarkeit bzw. Sporttauglichkeit
• alle nicht oben erwähnten Klappenfehler
• Wettkampfsport nur mit niederiger statischer und dynamischer Beanspruchung
(in Einzelfällen Ausnahmen möglich)
• Gesundheitssport unter laufender Kontrolle in den meisten Fällen möglich

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Herzrhythmusstörungen

Unter Herzrhythmusstörungen bzw. Arrhythmien versteht man Unregelmäßigkeiten der Herzaktion
Die normale Aktionsfolge des Herzens geht auf die rhythmische Reizbildung im Sinusknoten und die Erregungsleitung zurück. Diese erfolgt, von einer respiratorischen Arrhythmie abgesehen, gleichmäßig in bestimmten Grenzen. Der normale Herzrhythmus wird demnach als Sinusrhythmus bezeichnet.
Neurovegetativ gesteuerte Frequenzänderungen gestalten die Kreislaufanpassung an Ruhe- oder Belastungsbedingungen. Frequenzen unter 60 pro Minute werden als Bradykardie, über 100 Schläge pro Minute als Tachykardie bezeichnet.
Arrhythmien sind häufig Symptome oder Hinweise auf andere Erkrankungen des Herzens oder Ausdruck von neurovegetativer Dysregulation. Ursache für Rhythmusstörungen des Herzens können unter anderem nervöse und vegetative Faktoren, toxische Einflüsse (Medikamente) und organische Myokardschädigungen (z.B. Myokarditis) sein. In einer Reihe von Fällen ist jedoch eine genaue Ursachenklärung nicht möglich.

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Sport bei Herzrhythmusstörungen

• Belastbarkeit bei HRST im Wesentlichen abhängig vom Typ der Rhythmusstörungen und zugrunde liegender Erkrankung
• Unter Belastung zunehmende Rhythmusstörungen sind verdächtig für eine strukturelle Herzerkrankung !
Volle Sporttauglichkeit, wenn
• keine strukturelle Herzerkrankung und asymptomatisch bei  Bradykardien
 AV-Blockierungen I° und II°, Typ Wenckebach
 RSB oder LSB
Einschränkung Sporttauglichkeit bei
 symptomatischen Bradykardien
 symptomatischen AV-Blockierungen sowie AV II°, Typ Mobitz und III°
 symptomatischer RSB oder LSB

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Myocarditis

Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels. Dies kann viele verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise ein unbeachteter Infekt, Grippe oder Erkältung.
Eine unbeachtete Myokarditis kann zu einer Schwächung des Herzmuskels führen und im schlimmsten Fall zum kompletten Versagen des Herzens. Aber auch eine nicht vollständig ausgeheilte Myokarditis kann zu einer lebenslangen Beeinträchtigung infolge einer verminderten Pumpleistung des Herzens führen. Dies macht es so wichtig, eine Myokarditis rechtzeitig zu erkennen und richtig zu behandeln.
Symptome:
Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörung
Angina Pectoris und Luftnot

Bei einem Drittel der Patienten bessert sich die linksventrikuläre Funktion spontan wieder.
Ein Drittel der Patienten geht in ein chronisches Stadium ohne wesentliche Verbesserung über.
Bei einem Drittel der Patienten wird ein rasch progredienter Verlauf bis zur schweren Herzinsuffizienz verzeichnet. Sport und körperliche Belastung werden unmöglich.

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Hypertonie Bluthochdruck

Als Hypertonie bezeichnet man in der Medizin die Erhöhung eines Drucks oder einer Gewebespannung über die physiologische Norm hinaus.

In den meisten Fällen ist mit "Hypertonie" der erhöhte Druck in Blutgefäßen gemeint. Hier unterscheidet man drei unterschiedliche Formen der Hypertonie:

Arterielle Hypertonie (hoher Blutdruck im Körperkreislauf)
Pulmonale Hypertonie (hoher Blutdruck im Lungenkreislauf)
Portale Hypertonie (Pfortaderhochdruck)
Grundsätzlicher Zielwert: systolischer RR < 140 mmHg

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Formen der Hypertonie

Prä-Hypertonus: •Hochnormale Werte •Belastungshypertonie
•Maskierte Hypertonie
•Weißkittelhypertonie
•Gestationshypertonus

Manifeste Hypertonie:
•Isolierte systolische Hypertonie
•Isolierte diastolische Hypertonie
•Kombinierte Hypertonie
•Hypertensive Entgleisung / Krise
•Hypertensiver Notfall

Ursachen
• Primäre / essenzielle Hypertonie (ca. 90% aller Formen)
• Sekundäre Hypertonie aufgrund anderer Erkrankungen:

Regulation durch Renin-Angiotensin -Aldosteron System der Niere

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Diagnose der Hypertonie

Diagnose der Hypertonie
• Messung in Ruhe! (mind. 5 min voher sitzen)
• Drei aufeinanderfolgende Messungen mit 1-2 min Abstand
• Durchschnittswert zählt
• Mehrfachmessungen bei z.B. Rhythmusstörungen
• Adäquate Manschettengröße wählen (Kinder, Adipöse)
• Ballon in Herzhöhe
• Beidseitig messen
• Unterschiedliche Grenzen:

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Subklinische Organveränderungen

Linksventrikuläre Hypertrophie
Carotis: Intima-media-Dicke
Plaques
Fundus hypertonicus
Erhöhte Gefäßsteifigkeit
Endothelfunktion

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Spätfolgen

Bauchaortenaneurysma
Enzephalopathie
Apoplex / Blutung
Allgemeine Arteriosklerose
Herzinfarkt
Herzinsuffizienz

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Lebensstil Hypertonie

Lebensstil: Standardempfehlungen
• Salzrestriktion auf 5-6 g / Tag
• Moderater Alkoholkonsum (♂ 20-30 g / Tag; ♀10-20 g / Tag)
• Mediterrane Diät (viel Obst / Gemüse, fettarm)
• BMI 25 kg/m2
• Bauchumfang ♂ < 102 (94) cm, ♀< 88 (80) cm
• Mindestens 5 x 30min Bewegung / Woche
• Rauchen beenden

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Medikamente

-Diuretika (z.B. Torasemid, HCT)
-ACE-Hemmer / Sartane (z.B. Ramipril, Candesartan)
-Betablocker (z.B. Bisoprolol, Metoprolol)
-Calcium-Antagonisten (z.B. Amlodipin)

Grundsätzlich sind die Gruppen gleichberechtigt
Wahl des Medikaments hängt auch von Begleiterkrankungen ab Bei höherem Blutdruck unmittelbare Kombinationstherapie sinnvoll

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Sporttherapie

 Empfehlungen für Hypertoniker
- 3 - 5 x pro Woche (ausdauerorientierte Belastungen, Kraftausdauer) - (20) 30 - 60 min
- (40) 50 - 60% max. Leistungsfähigkeit (z. B. Watt, v, VO2max)
- 60 - 70% Hfmax
- zus. Kalorienverbrauch 1000 - 3500 (2500) kcal/Woche

Mögliche Risiken bei Krafttraining
 Exzessiver Blutdruckanstieg
- Spitzenwerte 480/350 mmHg
- abhängig von - Verhältnis zwischen statischer/dynamischer
Arbeit anaerober/aerober Energiebereitstellung - Pressatmung
 Rhythmusstörungen
 Myokardiale Ischämie
 Problematische Belastungsdosierung
Pressatmung vermeiden: - bewusst ausatmen - kürzere Haltezeiten
- größere Muskelgruppen einsetzen

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Antihypertensive Therapie des Leistungssportlers

• bei Ausdauersportlern keine ß-Blocker (Leistungsminderung!)
• bei Kraftsportlern (Gewichtheben, Wurf- und Stoßdisziplinen):
ß-Blocker Antihypertensiva der ersten Wahl, da stärkste Senkung sehr
hoher Blutdruckspitzen, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinflussen
• Diuretika “schwierig“ bzw. nicht einsetzbar oder empfehlenswert
• Cave: Anti-Doping Regularien bei Leistungssportlern