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Flashcards in übungsfragen Deck (25)
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1

Beschreiben Sie ein einfaches Modell der Ressourcennutzung. Welcher Zustand gilt dabei als
„nachhaltig“? Wie würde sich die Turnuszeit ändern, wenn die gleiche Baumart in Hessen forstwirtschaftlich genutzt wird?

• Nachhaltigkeit = Beschränkung von Angebot Nutzung
• Ressourcennutzung-Modell: Ressource im grünen Kasten, Menge, welche zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar ist, ergibt sich aus der Differenz zw.
Input & Output
• Unteres Diagramm: nutzbare Ressourcenmenge über die Zeit; Verbrauch geringer als Nachlieferung → Ressource nimmt zu; Verbrauch größer als Nachlieferung → Ressource nimmt ab
• Nachhaltige Ressourcennutzung: Input ≥ Output
• Beschränkungen von Angebot und Nutzung → nachhaltige Waldbewirtschaftung
durch Regenerationszeit sichert langfristig maximalen Holzertrag
• Regenerierung der Biomasse (ausreichend Zeit verstreichen lassen, damit die Holzmasse wieder die Menge wie vor dem Einschlag erreichen kann)
• bei Verkürzung der Turnuszeit (je nach Art und Umgebung) verringert sich Quantität und Qualität der erwirtschafteten Ressource
• : Zur Optimierung des Ertrags sollte man also nur so viele Individuen entnehmen, damit die Population sich bei mittlerer Dichte befindet.
• Und bei der Turnuszeit im Wald muss es nicht MSY = K/2 sein, dass gilt für schnell wachsende
Populationen (Fische). Der Wald kann auch älter sein, dann ist die Turnuszeit eben länger. (laut Roy)
• Hessen-Bsp.: Turnuszeit kürzer → Hessen wärmer wasserreicher; Kiefer in Hessen: Turnuszeit 60 Jahre;
Turnuszeit Eiche viel länger (am langlebigsten), Turnuszeit Buche kürzer als Eiche

2

Welche Faktoren bestimmen den Minimallebensraum eine Art? Wie wirken sich diese aus?

• Individuendichte
• Flächenbedarf
• Ist der Minimallebensraum nicht gewährleistet, kann sich keine minimale überlebensfähige
Populationsgröße einstellen und die Art verschwindet mit großer Wahrscheinlichkeit.
• z.B. bei Carnivoren größer als bei Herbivoren; bei großen Tieren größer als bei kleinen Tieren

3

Planen Sie ein Experiment zur Überprüfung des Zusammenhangs zwischen dem Wassergehalt des Bodens und dem Wachstum von Tomatenpflanzen in einem Gewächshaus.

• Planung eines Experiments: 1) Hypothese aufstellen, 2) Variablen anschauen, 3) repräsentative Stichproben wählen, 4) Überprüfung Hypothese (hier: im Labor), 5) Modell/Auswertungen aufstellen
• Hypothese: Wachstum skaliert positiv mit dem Wassergehalt, bis ein Maximum erreicht ist
• Ausreichend große Stichprobenmengen von Tomatenpflanzen werden in unterschiedlich stark bewässerten Böden (Wassergehalt = erklärende Variable) bei sonst gleichen Bedingungen herangezogen und nach einer
bestimmten Zeit die Wuchsgröße (Biomassegehalt/Photosyntheserate = Response-Variable) gemessen und
gegen den Wassergehalt (in versch. Stufen) aufgetragen.
• Lässt sich der Befund durch eine Regression mit ausreichender Bestimmtheit nähern, kann die Hypothese
untermauert bzw. widerlegt werden (dann ggf. Neubildung einer Hypothese).
• Ggf. müssten die Befunde in Freilandversuchen bestätigt werden

4

Es kommt es zu einer Trauermückenplage – könnten Sie diese Störung ggf. für Ihr experimentelles Konzept nutzen? (klausur)

• Zusammenhang zw. Wassergehalt & Trauermücken-Plage: ein paar Pflanzen mit Gelbfallen; ein paar Pfl.
ohne Gelbfallen → Überprüfung

5

Sie engagieren sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt und haben den Auftrag die Verbreitung und Bestandssicherung der Wolfspopulationen in Deutschland zu fördern. Welche Daten brauchen Sie hierfür und wie gehen Sie vor?

• Minimallebensraum (MDA) = Flächendichte x Individuendichte
• Minimallebensraum (MDA): nimmt mit Körpergröße zu; ist abhängig vom Lebensformtyp
• Minimalpopulation (MVP) = kleinstmögliche effektive Populationsgröße, die unter festgelegten
Bedingungen noch überlebensfähig ist
• Minimalpopulation (MVP): bei Wirbeltieren >100, bei Invertebraten >10.000
• Bsp. bei Dickhornschafen braucht man >101 Individuen, damit die Population überlebt
• Rückzugspool Wolf: Truppenübungsplätze, weil von Menschen selten genutzt, keine Landwirtschaft, große
freie Areale, Gebäude/Krater als Bau (→ Mosaikstruktur), keine Jäger

6

Experiment für die N-Verfügbarkeit in Grasland-Ökosystemen. Variablen (1 Punkt), Durchführung (1 P.), Experimentdesign (1 Punkt)

• Stickstoffverfügbarkeit = unabhängige Variable (x-Achse)
• Produktivität = abhängige Variable (y-Achse)
• Durchführung: Erheben von Daten (Beobachtungen, Messungen), repräsentative Stichproben, Überprüfen
von Hypothesen
• Hypothese: „je höher Stickstoffverfügbarkeit im Boden, desto höher ist der Biomassezuwachs der Pflanzen“
• Gibt es eine positive Korrelation Stickstoff und Pflanzenproduktion?
• Überprüfung - Freiland: → mittels (LTER)-Projekt: homogenes Versuchsfeld, wesentliche Umweltfaktoren
(Bodenart, pH, Bodenfeuchte, Klima) gleich
◦ kontrollierte Änderung der unabhängigen Variable (Stickstoffgehalt)
◦ Messung der Änderung der abhängigen Variable (Pflanzenwachstum)
◦ Vergleich Produktionsunterschied gedüngte und ungedüngte Flächen
◦ Düngegabe (z.B. niedrig, mittel, hoch) → mehrfach repliziert in Blöcken
◦ Anordnung der Blöcke zufällig → randomisiertes Blockdesign
• Überprüfung - Labor: Pflanzen mit unterschiedlich hohen Stickstoffgaben
◦ kontrollierte Umweltbedingungen (Gewächshaus)
◦ Vergleich Wachstum unterschiedlich gedüngter Pflanzen
◦ prinzipielle Reaktion der Pflanzen kann bestimmt werden (indirekte, nicht-destruktive Bestimmung der
Fitness der Pflanzen)
◦ Einschränkungen: 1. Ergebnisse nicht direkt auf Bedingungen im Freiland übertragbar, 2. dort sind
Pflanzen Teil eines Ökosystems (ggf. Konkurrenz) und 3. im Labor keine Interaktion mit anderen
Pflanzen/Tieren/abiotischer Umwelt

7

Welche chemoautotrophen Biozönosen gibt es in der Tiefsee? Welche Energiequellen und welche
Kohlenstoffquellen dienen als Grundlage?

• Black Smoker = Hydrothermalquellen in der Tiefsee → liefern anorgan. Ressourcen (Sulfid-haltiges Wasser
; Mineralsalze) → meisten Symbiosen weltweit
• chemolithotrophe Bakterien ; Archaeen → Basis der Nahrungskette
• keine Photoautotrophie, weil kein Licht
• C-Quelle: CO2, Energiequelle: chem. Verbindungen (z.B. H2S)
• terrestrische Bsp.: Grundwasserhöhlen, Vulkan- ; Gysirgebiete

weitere Tiefseebiozönosen:
• Biozönosen → Symbiosen: Krebs mit Bakterien in Kiemen, Olavius mit Bakt. unter der Haut, Episymbiose
bei Nematoden auf Kutikula, usw.
• chemoheterotrophe Biozönose: Knochen (Walknochen z.B.); C-Quelle: organ. Kohlenstoff; Energiequelle:
chem. Verbindungen (z.B. Sulfid) → chemoautotrophe Lebensgemeinschaften

8

Absorption und Reflektion durch die Vegetation beeinflusst die photosynthetisch nutzbare Strahlung. In der Vorlesung hatten wir die Beispiele temperierter Mischwald und Wiese.

• Vergleich Wald; Wiese:
◦ Wald reflektiert 10% an der Oberfläche des Kronendachs, ca. 79% absorbiert
◦ Wiese reflektiert 20% an der Oberfläche des Vegetationsbandes, ca. 70% absorbiert
• Vegetationsstruktur beeinflusst die vertikale Verteilung der Solarstrahlung

9

Wie sieht die vertikale Verteilung der Strahlung im Ackerland aus? (klausur)

• Acker: alle Pflanzen nur eine Höhe → viel Licht absorbiert, da Phytomasse dicht ist?

10

Vergleichen Sie die Nettophotosyntheserate bei C3 und C4-Pflanzen. Wie beeinflusst diese die Verbreitung von C4-Gräsern in Nordamerika? Gehören die Gräser in unseren Breiten auch zum C4-Typ?

• Nettophotosyntheserate hängt sowohl von Lichtverhältnissen als auch vom Wasserpotential ab
• C4-Pflanzen haben höhere Nettophotosyntheserate als C3-Sonnenpflanzen → bessere Kohlenstoffallokation
• C4-Nettophotosyntheserate in Abhängigkeit von Strahlungsintensität; Tageszeit → zur Mittagszeit höchste
Photosyntheserate
• C3- Nettophotosyntheserate der Sonnenblätter am Vormittag; Nachmittag am höchsten, bei
Schattenblättern höchste Photosyntheserate zur Mittagszeit
• C4-Pflanzen an trockene; warme Standorte angepasst → können CO2-Fixierung auch bei geschlossenen
Stomata (= Transpirationsschutz) betreiben
• Nordamerika: Anstieg der Temperaturen von Nord nach Süd begünstigt das Vorkommen von C4-Pflanzen
◦ Anteil an C4 nimmt von Nord nach Süd zu (20 auf 80%)
◦ C4-Gräser in tropischen und subtropischen Regionen
• mittlere Breiten: Gräser sind C3-Pflanzen → gemäßigtes Klima in Europa

11

Wie unterscheidet sich die Biozönose der hydrothermalen Vulkanschlote (Tiefsee) in den Energie- und Kohlenstoffquellen von den Ökosystemen des Landes und des marinen Flachwassers?

• Hydrothermale Vulkanschlote:
◦ C-Quelle: anorganischer Kohlenstoff (also CO2)
◦ Energiequelle: anorganische chemische Verbindungen → H2S als Elektronendonator → CO2 in
organische Verbindungen umgewandelt
◦ kein Licht
◦ Basis der Nahrungskette: chemolithotrophe autotrophe Bakterien; Archaeen
◦ viele Symbiosen aus MO und Wirbellosen
• Land; Flachwasser:
◦ C-Quelle: anorganischer Kohlenstoff (CO2)
◦ Energiequelle: Licht
◦ Basis der Nahrungskette: photolithotrophe autotrophe Organismen (= Landpflanzen, Algen,
Phytoplankton)

12

C3- und C4-Pflanzen besitzen unterschiedliche Stoffwechselwege der Photosynthese. An welche Umweltbedingungen sind C4 Pflanzen dadurch besser angepasst?

• C3-Pflanzen: betreiben den Standweg der Photosynthese: 1) Lichtreaktion = Chlorophylle nehmen Lichtenergie auf; 2) Dunkelreaktion (Calvin-Zyklus) = Einbau von CO2 in einfaches Zuckermolekül (Glucose)
◦ der gesamte Zyklus läuft in Mesophyllzellen der Pflanze ab, da Bündelscheidenzellen hier nur wenig
Chlorophyll; kein RubisCO besitzen → dort keine CO2-Fixierung
◦ C3-Pflanzen können sich nur als Sonnenpflanzen etwas an hohe UV-Strahlung; Trockenheit anpassen,
aber nicht so gut wie C4-Pflanzen
• C4-Pflanzen:
◦ betreiben eine effizientere Photosynthese, indem sie diese räumlich trennen → in Mesophyllzellen; Bündelscheidenzellen
◦ CO2 wird in Malat in Mesophyllzellen umgewandelt → Transport in Bündelscheidenzellen → CO2- Freisetzung → weitere Fixierung wie C3-Stoffwechselweg
◦ dadurch können C4-Pflanzen auch bei geschlossenen Stomata (= Transpirationsschutz) Photosynthese betreiben
◦ Anpassung an: an heiße, trockene, salzhaltige (salide), sandige Standorte; hohe UV-Strahlung

13

Sonnen- und Schattenpflanzen morphologische und physiologische Unterschiede erklären + je ein Beispiel>

• Sonnenpflanzen: Blätter mit mehr Spaltöffnungen → etwa doppelt so hohe Nettoprimärproduktion; schnelles Wachstum; RubisCO-Gehalt niedriger → an schattigen Standorten keine CO2-Fixierung; hoher Lichtkompensationspunkt; Blätter derb, klein; mit Haaren/Wachs überzogen → Schutz vor Wasserverlust; übermäßige UV-Strahlung
◦ Bsp.: Erika-Heide, Silberdistel, Thymian
• Schattenpflanzen: niedriger Lichtkompensationspunkt; Lichtsättigungspunkt; erzielen bereits bei geringen
Lichtverhältnissen einen Gewinn aus CO2-Assimilation durch Photosynthese; max. Photosyntheserate bei geringen Lichtintensitäten erreicht; sind feuchtigkeitsliebend, besitzen große, dünne Blätter
◦ z.B. Sauerklee, Springkraut

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Sie planen ein Experiment zur Produktivität aquatischer Lebewesen mit der Hell-Dunkel-Flaschen Methode. Wie gehen sie vor? (klausur)

• Inkubation geht über einen festen Zeitraum
• lichtdurchlässige Flasche: Wasserprobe mit Phytoplankton → produziert O2 durch Photosynthese, verbraucht O2 durch Respiration (= Nettoprimärproduktion, NPP)
• plus
• lichtundurchlässige Flasche: Wasserprobe mit Phytoplankton → O2-Verbrauch durch Atmung, keine
Photosynthese möglich (= Respiration, R)
• Summe ist Bruttoprimärproduktion (BPP), durch Photosynthese produzierter Sauerstoff → BPP = R+ NPP

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Nennen Sie die 5 typischen Stockwerke (Vegetationsschichten) eines tropischen Regenwaldes. In welchem Stockwerk erwarten Sie die höchste Biodiversität?

• tropische Tieflandregenwald wird in fünf Vegetationsschichten unterteilt: 1) Urwaldriesen (Emergenten)
2) Obere Baumkronenschicht
3) Niedrige Baumschicht
4) Strauchschicht
[Typisch MAP]
5) Bodenschicht
• höchste Biodervisität: niedrige Baumschicht → schönes Habitat, abiotische Faktoren ändern sich nicht stark
→ wirken am stärksten, viele ökol. Nischen, 2/3 aller Tier-& Pflanzenarten dort im Regenwald
• Nebenbemerkung: Emergenten sind wie Inseln im „Regenwald-Meer“, von wenigen Tieren erreicht →
geringe Diversität

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Welche Stockwerke gibt es in einem temperierten Laubwald? (klausur)

• temperierter Laubwald: Bodenschicht, Strauchschicht, Baumschicht (Kronendach)

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Der Begriff Savanne wird auf eine Reihe verschiedener Vegetationstypen angewandt, so die Baum-, Dorn- und Grassavanne. Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Baumbewuchs und Feuchtigkeit. Warum ist das Wasserpotential ψ so wichtig für die Ausprägung der Vegetation?

• Länge der Trockenzeit bestimmt die Art der Savanne: 3-5 Monate bei Feuchtsavanne, 6-7 Monate bei Trockensavanne, 8-9,5 Monaten bei Dornensavanne
• das Auftreten von Baumwuchs ist abhängig von der Feuchtigkeit, d.h. dem Ausmaß an Niederschlägen; der Wasserspeicherkapazität des Bodens (= Wasserpotential ψ)
• schwere Böden (Ton): Wasser schlechter verfügbar (Wasser wird zurückgehalten, „Tot-Wasser“) → hohes Wasserpotential ψ → mehr Jahresniederschlag nötig für Baumbewuchs
• Beziehungen:
◦ Ton + Trocken = Grassavanne
◦ mittlere Ausprägung = Dornensavanne
◦ Sand + ausreichend Regen = Baumsavanne → ideal, mittlere Porengröße
• Wenn Wasserspeicherkapazität des Bodens (= Wasserpotential) hoch ist, können auch hohe Pflanzen mit hohem Transpirationssog, wie Bäume, gedeihen
• Gras kommt auch mit wenig Wasser klar → Gräser brauchen kein hohes Wasserpotenzial aufbauen, um Wasser aufzunehmen

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Die Tundra – Tunturi – ist eine baumlose Ebene. Wie erklären sich die vielen Seen in dieser Region? Warum ist die Tundra ein maßgeblicher Faktor bei der globalen Klimaveränderung?

• Tunturi = baumlose Ebene (finnisch) [Frau Rueß‘s Lieblingsbiom!]
• ungünstige Umweltbedingungen, d.h. geringe Temperatur und geringe Niederschläge
• maßgeblicher Faktor: sehr empfindliches System, d.h. Temperatur-sensitiv
◦ Boden (hier = Permafrostboden) speichert sehr viel organisches Material (MO arbeiten nicht, weil Temp. zu niedrig → organ. Material nicht abgebaut) → Tundra größter Kohlenstoffspeicher der Erde
◦ Problem: durch Erderwärmung können Permafrostböden auftauen → von Kohlenstoffsenke zu Kohlenstoffquelle, weil MO würden Kohlenstoff abarbeiten, wenn Temp. steigen → CO2 wird frei → Erde erwärmt sich weiter
• Methan wird auch frei, wenn Permafrostböden auftauen → durch Erderwärmung bilden sich Moore → Methan-bildende Bakterien siedeln sich an → sauerstoffarm, auch sauerstoffarme Seen entstehen
• Permafrostboden bildet stauende Schicht, wenn sie im Sommer an der Oberfläche antauen → unter Schichten weiterhin gefroren → Wasser läuft horizontal ab; sammelt sich = Seen; Moore
• Tundra das Zonobiom, wo Organismen am unteren Temp.limit leben, wenn um 1°C steigt → riesen Schritt; empfindlichstes System (Kohlenstoffspeicher)

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Welche Faktoren bestimmen maßgeblich die Primärproduktion von Steppen- Ökosystemen? Wenn Sie dies berücksichtigen – welche zugehörigen Vegetationsformen erwarten Sie in den großen Ebenen Nordamerikas von Ost nach West?

• Faktoren: Niederschlag, Nährstoffe (Stickstoff), breites Temperaturenspektrum (-10°C bis +30°C), Brände & Herbivorie
• Ost-West-Gradient Nordamerikas: Zonobiomabfolge von Laubwald über Prärie zu Wüste
• ein Niederschlagsgradient gliedert die Prärie von Ost nach West mit abnehmenden Regenfällen in 3 Haupttypen:
◦ Vegetationsformen große Ebenen (Ost → West): Hochgrasprärie mit hochwüchsigem Süßgras > Mischgrasprärie > Kurzgrasprärie geht im Westen in Wüstenregionen über
• Herbivorie: große Pflanzenfresser (z.B. Bisons, Pferde) & rhizophage Nematoden im Boden

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Beschreiben Sie das Verteilungsmuster terrestrischer Biome entlang der Gradienten für Temperatur und Feuchtigkeit.

• Einteilung nach Pflanzenformation, welche sich bei gegebenem Makroklima als Endstadium der Vegetationsentwicklung einstellen.
• Grafik: Niederschlag in Abhängigkeit des Gradienten für Temperatur
• generell: Je geringer die Temperatur, desto geringer der Niederschlag
und umgekehrt → beeinflusst Anzahl der Biome
• Gesetzmäßigkeit - 1: Anzahl der vorkommenden Biome nimmt mit der Temperatur ab → z.B. bei 25°C gibt
es 5 Biome, bei -10°C nur noch eins (die Tundra)
• Gesetzmäßigkeit – 2: je niedriger die Temperatur, desto geringer die Luftfeuchtigkeit → reduzierter
Gesamtniederschlag → limitiert die Anzahl der Biome
• in Richtung Polkappen nimmt die Temperatur ab → längere Winter & Tageslänge verändert sich →
Rückgang der Dauer der Vegetationsperiode
• meisten Biome bei moderaten Bedingungen

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Mediterranes, warmtemperiertes Klima begünstigt Hartlaubwälder und Gebüschformationen (z.B. Fynbos, Macchie, Chaparral). Welche Gemeinsamkeiten zeichnet diese mediterranoiden Ökosysteme aus?

• Zonobiom kommt nur an den Westküsten von Kontinenten vor → 5 weit voneinander entfernte Regionen
• Alle mediterranoide Ökosysteme mit physiognomisch ähnlichen Pflanzenarten → Hartlaubgewächse
• immergrüne, auch im Winter photosynthetisch aktive Pflanzen
• Sommerzeit ist Ruhezeit
• hohe Artenvielfalt
• hohe Zahl an Endemiten

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Der pH-Wert (Säuregrad) ist ein wichtiger abiotischer Umweltfaktor: Benennen Sie Prozesse in der Umwelt, sowie in Organismen, welche durch den pH-Wert beeinflusst werden. Wie wirken sich pH- Änderungen auf Ökosystemebene aus?

• Prozesse:
◦ steuert Löslichkeit anorganischer Komponenten im Boden: Mineralstoffe & Schwermetalle (gehen
dann in Lösung → Organismen können absterben)
◦ beeinflusst Stoffwechselleistungen der Organismen: Fkt. von Enzymen (pH-Optimum) &
Ladungsverhalten der Zellmetabolite (AS - ampholytisch, Carbonsäuren) & Proteine (ggf.
Proteindenaturierung)
• Versauerung von Ökosystemen hat starke Auswirkungen auf terrestrische und aquatische
Lebensgemeinschaften → Diversität stark reduzierend
• Organismen in limnischen Systemen sind stark pH-abhängig → bei stenopotenten Organismen hat eine
Versauerung von Gewässern eine stärkere Wirkung als bei eurypotenten O.

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Kennen Sie Beispiele wo anthropogene Veränderungen des pH-Werts Ökosysteme zerstört haben bzw. zerstören?

• anthropogene Veränderungen: saurer Regen (SO2 durch Industrieabgase/Autoabgase → schwefelsaure Niederschläge) → saurer Boden → Waldsterben (Nadelwälder abgestorben) [unbelasteter Regen: pH ~5,6; Grundwasser: pH 6-8,5]; Versauerung der Meere → Kalkschalen (Korallenriffe) lösen sich auf; Bodenversauerung durch Massentierhaltung → zu viel Ammoniak-Eintrag bzw. Nitrat in Böden

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Welche generellen Unterschiede in der Konsumptionsrate zeigen Saprophage, Phytophage und Zoophage und warum? Was versteht man hierbei unter Kompensationsfraß?

• Phytophage = Herbivore; Zoophage = Carnivore; Saprophage = Detritivore
• zur Einschätzung der Qualität einer Nahrungsressource sind 2 Faktoren hilfreich: Rekalzitranz (= Gehalt
schwer abbaubarer Verbindungen der Nahrung, z.B. Lignin o. Cellulose) & das C/N-Verhältnis (niedriges C/
N-Verhältnis zeugt von guter Nahrungsqualität, da viel Stickstoff vorhanden)
• Stickstoff der limitierende Faktor terrestrischer Ökosysteme → für alle wichtig: Proteine
• grob: Nahrungsqualität fällt von: Tier → Pflanze (Frucht, Blatt) zu Pflanze (Borke, Holz) → Detritus (Blätter,
tote Tiere → C:N-Verhältnis schlecht
• Kompensationsfraß = je schlechter die Nahrungsqualität, desto mehr Nahrung muss aufgenommen
werden (für Stickstoff sehr wichtig)
• Konsumptionsrate = wie viel Nahrung muss aufgenommen werden, um ausreichend essenzielle
Nahrungsbestandteile zu erhalten
• Konsumptionsrate: HOCH Saprophage → Phytophage → Zoophage NIEDRIG
• Detritus: Konsumptionsrate 19 Fressakte mit 0-20% Assimilationsrate
• Pflanzen: Konsumptionsrate am größten bei einer Assimilationseffizienz von 60-80%
• Räuber: Assimilationsrate mind. 40%, 47 Fressakte bei einer 80-100%-igen Assimilationsrate
• Assimilationseffizienz = wie hoch der Anteil an assimilierter Energie aus der Nahrung ist
→ Konsumptionsrate und Assimilationsrate sind gegenläufig

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Was passiert nach dem Konkurrenz-Ausschlußprinzip (Gause, 1934) wenn zwei ökologisch identische Arten in einem Habitat aufeinander treffen? Welche Bedingungen ermöglichen Koexistenz?

• Ökologisch identische Arten können nicht koexistieren
• 2 Möglichkeiten: 1) unterlegener Konkurrent wird ausgeschlossen → Verdrängung (Nischenentleerung)
oder 2) die Konkurrenz wird vermieden → Ausweichen auf andere Ressourcen (Nischentrennung)
• Nischentrennung unterscheiden in allopatrisch & sympatrisch:
◦ allopatrische Nischentrennung = das Nicht-Überschneiden der Nischen → räumliche Separation
◦ sympatrische Nischentrennung = nebeneinander vorkommend → Auftrennung der Nischen entlang
von Gradienten für Umweltfaktoren (abiotisch/biotisch) → ökologische Separation
• Bsp. Nischentrennung: asiat. & europ. Marienkäfer; graues (USA) & rotes (Europa) Eichhörnchen
[Nischenentleerung für rotes Eichhörnchen → Virus von Grauhörnchen übertragen]; allopatr. Trennung
Laufvögel auf fast allen Kontinenten
• Bedingungen für Koexistenz:
◦ 1) Variabilität = zeitlich unterschiedliches Auftreten von Arten im gleichen Habitat → zeitliche Trennung (einige Generationszeiten)
◦ 2) Ressourcenpulse ermöglichen es Arten mit hohen maximalen Reproduktionsraten dem Ausschluss durch überlegene Konkurrenten zu entgehen → Ressource nicht limitierend
◦ 3) moderate Störungen → Koexistenz ermöglichen Sukzessionsstadien
◦ 4) Nischendifferenzierung ↑