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Flashcards in Versuchslehre Deck (13):
1

Tatentschluss § 22 StGB

Tatentschluss hat, wer (endgültigen) Vorsatz bezüglich aller zu verwirklichenden Tatbestandsmerkmale hat.

2

Unmittelbares Ansetzen: Rechtsprechung § 22 StGB

Nach den Leitlinien der Rechtsprechung liegt ein unmittelbares Ansetzen vor, wenn der Täter nach seiner Vorstellung von der Tat die Schwelle zum „jetzt geht es los“ überschreitet und objektiv Handlungen vornimmt, die (nach seinem Tatplan) in ungestörtem Fortgang ohne wesentliche Zwischenakte unmittelbar zur Tatbestandserfüllung führen (oder in einem unmittelbaren räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit ihr stehen).

3

Unmittelbares Ansetzen: Gefährdungstheorie § 22 StGB

Nach der Gefährdungstheorie liegt ein unmittelbares Ansetzen vor sobald das tatbestandlich geschützte Rechtsgut unmittelbar gefährdet ist.

4

Unmittelbares Ansetzen: Sphärentheorie § 22 StGB

Nach der Sphärentheorie ist die Herstellung einer unmittelbaren Nähe zur Sphäre des Opfers (also eine Einwirkung auf die Opfersphäre) für das unmittelbare Ansetzen entscheidend.

5

Fehlgeschlagener Versuch § 24 StGB

Ein Versuch ist fehlgeschlagen, wenn der Täter nach seiner subjektiven Vorstellung die Tat mit den bereits eingesetzten oder den zur Hand liegenden Mitteln nicht mehr ohne zeitliche Zäsur vollenden kann.

6

Einzelaktstheorie § 24 StGB

Jede Ausführungshandlung stellt für sich eine aufzugebende Tat dar, von der nach Ausführung nicht zurückgetreten werden kann.

7

Gesamtbetrachtungslehre § 24 StGB

Alle Ausführungshandlungen stellen bis zum Erfolgseintritt gemeinsam die aufzugebende Tat dar, so dass der Täter durch Aufgabe der letzten Handlung von allen vorherigen zurücktreten kann.
Voraussetzung ist, dass diese Akte sich gegen dieselbe Person richten und einen einheitlichen Lebensvorgang darstellen.

8

Tatplantheorie § 24 StGB

Mehrere zur Vollendung geeignete Einzelakte sind eine Tat im Sinne des § 24 I S. 1 Var. 1 StGB, wenn der Täter schon bei der Vornahme des ersten Akts damit gerechnet hatte, die Tat möglicherweise nur durch weitere Ausführungsakte vollenden zu können und deshalb solch weitere Akte mit in seinen Tatplan aufgenommen hatte.
(Wenn er dagegen erst nach der Durchführung des ersten Ausführungsakts feststellte, dass diesem kein Erfolg beschieden war, sollte ungeachtet der Möglichkeit weiterer Ausführungsakte stets ein beendeter Versuch vorliegen)

9

Rücktrittshorizont § 24 StGB

Für die Beendigung des Versuchs kommt es auf die Vorstellung des Täters nach der letzten vorgenommenen Ausführungshandlung an (sog. Rücktrittshorizont).
Wenn er zu diesem Zeitpunkt den Eintritt der Vollendung ohne weitere Ausführungsakte für möglich halte oder sich über die Folgen seines Handelns keine Gedanken mache, sei der Versuch beendet.

10

(Umgekehrte) Korrektur des Rücktrittshorizonts § 24 StGB

.Die Rechtsprechung nimmt aufgrund einer so genannten Korrektur des Rücktrittshorizonts auch dann einen (un)beendeten Versuch an, wenn der Täter seine Tat nach der letzten Ausführungshandlung kurzzeitig für (nicht) gelungen hält, aber sofort erkennt, dass es zur Vollendung (keiner) weiterer Ausführungsakte bedarf.

11

Freiwilligkeit § 24 I S.1 StGB

(Das Aufgeben der weiteren Tatausführung ist freiwillig, wenn der Täter nicht nur physisch-real, sondern auch psychologisch die Möglichkeit zur Vollendung der Tat hatte.)
Das Aufgeben der weiteren Tatausführung ist freiwillig, wenn der Täter noch „Herr seiner Entschlüsse“ geblieben ist und die Ausführung der Tat noch für möglich gehalten hat,er also weder durch eine äußere Zwangslage daran gehindert noch durch seelischen Druck unfähig geworden ist, die Tat zu vollenden.

12

Sichbemühen (beendeter Versuch) § 24 I S.2 StGB

Der Täter muss bewusst und gewollt in einer Weise aktiv tätig werden, die zumindest seiner Vorstellung nach geeignet ist, den von ihm in Gang gesetzten Kausalverlauf zu unterbrechen und dadurch die Vollendung zu verhindern.

13

Ernsthaftigkeit des Sichbemühens (beendeter Versuch) § 24 I S.2 StGB

Der Täter muss alles tun, was in seinen Kräften steht und nach seiner Überzeugung zur Erfolgsabwendung erforderlich ist.