4. Layout-Arbeitsstättenrichtlinien-Arbeitsraum-Umbau Flashcards Preview

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Flashcards in 4. Layout-Arbeitsstättenrichtlinien-Arbeitsraum-Umbau Deck (11):
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4.1 Welche Verfahren gibt es zur Ermittlung der optimalen Raumzuordnung als Vorstufe zum Layout.
Erläutern sie einige Verfahren.

• Graphische Zuordnugsverfahren
o Kreisverfahren:
 Anordnen der Funktionen auf Umfang des Kreises
 Verbinden der Funktionen
 Möglichst wenig Verbindungen  Gute Anordnung
 Genauere Anordnung muss noch erstellt werden
o Sankey-Diagramm:
 Darstellung von Mengenflüssen auf proportional dicken Pfeilen
 Gut für Massenströme aber wenig hilfreich für Layoutplanung
o Probierverfahren:
• Mathematische Verfahren (analytisch und heuristisch)
o Vertauschungsverfahren (heuristisch):
 Eingabe von Transportbeziehungen und Ausgangsanordnung
 Festlegen von Zielkriterium
 Zielwert berechnen
 Vertauschung
 Neuen Wert berechnen
 Falls besser beibehalten
 Keine Gänge!
o Aufbauverfahren:
 Eingabe von Transportbeziehungen
 Betriebsmittel mit größtem Gesamtkontakt zu allen Betriebsmitteln in Zentrum
 Als nächstes werden die Betriebsmittel angeordnet mit dem meisten Kontakt zu vorherigem Betriebsmitteln
 Keine Gänge!

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4.2 Stellen Sie das Kreisverfahren zur Ermittlung der optimalen Raumzuordnung als Vorstufe zum Layout dar.

o Kreisverfahren:
 Anordnen der Funktionen auf Umfang des Kreises
 Verbinden der Funktionen
 Möglichst wenig Verbindungen  Gute Anordnung
 Genauere Anordnung muss noch erstellt werden

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4.3 Wie gehen Sie vor, um ein gutes Layout zu entwickeln? Welche Bedingungen müssen Sie für Arbeitsplätze einhalten, welche Regeln gelten für den Materialfluss, welche für das Durchqueren eines Raumes, welche um mit Sicherheit eine Verwechslung zu vermeiden?

• Der Arbeitsraum ist derjenige Ort, an welchem der Produktionsprozess stattfindet oder der Platz, an dem Mitarbeiter Kontrollen und Überwachungsaufgaben wahrnehmen. So unterschiedlich der Prozess und die Aufgaben, so unterschiedlich ist auch die Gestaltung des Arbeitsraumes. Die Planung des Arbeitsraumes umfasst zwei Aufgaben:
1. Die Maschinenaufstellung mit der zugehörigen Material zu- und -abführung und Medienversorgung, die - neben den ausgewählten Maschinen selbst - die Wirtschaftlichkeit der Produktion beeinflusst.
2. Die Gestaltung der Arbeitsumgebung. Diese hat sowohl Einfluss auf die Qualität des Produktes als auch auf die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der dort arbeitenden Menschen.
• Es ist deshalb von großer Wichtigkeit, dieser Raumplanung ausreichend Aufmerksamkeit und Zeit zu widmen, und vor allem, mit den später dort tätigen Menschen die Planung abzustimmen. Dies förderte nicht nur die Akzeptanz des zukünftigen Arbeitsplatzes, sondern lässt auch das vorhandene, meist unterschätzte Wissen der Mitarbeiter vor Ort in die Planung einfließen.
• 5.1 Raumlayout und Maschinenaufstellung
• Aufgabe der Raumlayout-Planung ist es, einen technisch sicheren, ergonomischen, wirtschaftlichen und fehlerfreien Ablauf des gesamten Produktionsprozesses sicherzustellen.
• · Technisch sicher bedeutet, dass alle geforderten Funktionen ohne Störung ablaufen und alle notwendigen Bedienungs- und Kontrollaufgaben, sowie Reinigungs-, Rüst-, und Servicearbeiten ohne Behinderung durchgeführt werden können. Hierzu gehören auch alle Sicherheitsaspekte, insbesondere Schutzbereiche vor Maschinen und bei Materialtransporten.
• · Die Anordnung der Anlagen im Raum muss ergonomisch günstig sein, so dass Bedienung, Wartung, vor allem aber das Materialhandling sicher und bedienergerecht erfolgen kann und kein unnötiger Arbeitsaufwand entsteht. Weite oder doppelte Wege, mehrfache Transporte, Zwischenpuffer, ungünstiges Handling, ungünstig platzierte Bedienungs- und Kontrollstationen sind hier zu nennen. Dies gilt sowohl für den eigentlichen Produktionsprozess, aber auch für die Reinigungs- und Rüstarbeiten.
• · Die Flächen und Raumhöhen sind maximal zu nutzen ohne jedoch den Arbeitsablauf oder den Bediener einzuengen. Flächen und Raumvolumen sind sowohl in der Investition als auch im Betrieb teuer, eine wirtschaftliche Nutzung daher notwendig.
• · Eine Maschinenanordnung, die nicht dem vorgeschriebenen Arbeitsablauf entspricht oder bequeme, nicht zulässige Wege und Arbeiten erlaubt, führt zwangsläufig zu Fehlern und damit zu Problemen bei der Arbeitssicherheit als auch bei der Produktqualität.
• Planungsbasis für die Maschinenaufstellung und das Raumlayout sind die Maschinen selbst mit ihren Abmessungen und Einrichtungen und der genaue Arbeitsablauf der Produktions- und Servicetätigkeiten, der bis zu den einzelnen Handgriffen erfasst werden muss. Es empfiehlt sich das Prozessablaufschema für diesen Zweck entsprechend zu erweitern.
• Arbeitsplätze
o Gestaltung der Arbeitsumgebung
 Klima
 Licht
 Farbe
 Lärm
 Sicherheit
 Hygiene
o Materialaufstellung, Material-/Personalführung und edienversorgung
 Technisch sicher: Alle Reinigungs-, Rüst-, Service-, Bedienfunktionen müssen ohne Behinderung durchführbar sein ausreichend Platz
 Ergonomische Anordnung Keine zusätzlichen/doppelten/langen Wege
 Wirtschaftliche RaumnutzungNicht unnötig große Flächen oder Raumhöhen, maximale Nutzung
 Nicht zulässige (bequeme) Wege verhindern
• Materialfluss
o Kurze Wege
o Kreuzungsfrei
o Einbahnverkehr Keine Verwechslungsgefahr
• Durchqueren eines Raumes
o Raum hat keine Durchgangsfunktion

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4.4 Nach welchen Kriterien kann die Bewertung eines Layoutvorschlages vorgenommen werden?

• Produktionsfluss
o Materialfluss
o Personalfluss
o Energiefluss
o Informationsfluss
• Produktionsgestaltung
o Produktionsorganisation
o Produktionsmittel
o Arbeitsbedingungen
o Produktionsbedingungen
• Gebäudebedingte Einflussfaktoren
o Grundstück/Generalbebauung
o Bauliche Einflussfaktoren
o Gebäudenutzung

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4.5 Was schreiben die Arbeitsstättenverordnung / Arbeitsstättenrichtlinien vor?
Geben Sie Beispiele. Was ist ein Arbeitsraum?
Was sind Mindestgröße und Höhe?

Die Arbeitsstättenrichtlinien schreiben vor:
• Nebenräume
o Pausenräume (ab 10 MA, innerhalb von 5 min erreichbar)
o Liegeräume (sobald Frauen beschäftigt sind)
o Umkleiden (wenn besondere Arbeitskleidung getragen werden muss)
o Waschräume (bei besonderen Tätigkeiten infektiös, giftig, reizend usw.)
o Sanitätsräume (ab 100 MA)
• Raumabmessungen von Arbeitsräumen
• Sichtverbindungen nach Außen
• Raumgestaltung
o Lüftung
o Temperaturen
o Beleuchtung
• Fußböden/Wände (Stolpern, Widerstandsfähigkeit usw.)
• Schutz gegen Gase, Dämpfe, Stäube (Absaugen, Dichtigkeit)
• Schutz gegen Lärm
• Verkehrswege
Arbeitsräume:
• Räume mit ständigen Arbeitsplatz
• Mindestens 8m2
• Mindesthöhen:
o Unter 50m2  2,5 m
o Mehr als 50m2  2,75 m
o Mehr als 100m2  3,00 m
o Mehr als 2000m2  3,25 m
o Labore mindestens 3m

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4.6 Wie breit muss ein Gang für gemeinsamen Personen- und Lastverkehr sein, wenn Gegenverkehr herrscht?
Unter welchen Bedingungen kommt man mit einer geringeren Breite aus?

• Normal:
o 2 mal die Breite des Transportmittels + 2 mal 0,75 m (Seiten) + 0,4m (Mitte)
• Bei geringen Verkehrsbewegungen:
o 2 mal die Breite des Transportmittels + 1,10 m

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4.7 Wann braucht man einen Liegeraum, wann einen Sanitätsraum?
Welche besonderen Anforderungen werden an einen Liegeraum gestellt?
Was schreiben die Arbeitsstättenrichtlinien für Toiletten vor?

• Liegeraum
o Bei Beschäftigung von Frauen
o Bei gleichzeitig beschäftigten weiblichen Mitarbeiten von:
 Bis 20  1
 Bis 50  2
 Bis 100  3
 Bis 300  4
 Bis 500  5
o Liege muss 0,7 X 1,9 m sein
o Bei einer Liege auch Aufenthaltsraum möglich
• Sanitätsraum
o Ab 1000 Mitarbeitern
o Sollen im Erdgeschoß liegen - Grundfläche von min. 20 m² und einer lichten Höhe von 2,5 m - Zugänge dürfen höchstens 3 Stufen haben, in Neubauten eine stufenlose Steigung von max. 1:8 bis 1:12,5 - Verletzte Personen müssen vor Regen und Schneefall geschützt vom Sanitätsraum zum Rettungswagen transportiert werden können - Eingänge sollen eine lichte Weite von min. 1,2 m und eine Höhe von min. 2,0 m haben.
• Toiletten
o Lage der Toilettenräume: - nicht weiter als 100 m vom ständigen Arbeitsplatz entfernt - max. eine Geschoßhöhe entfernt - Weg zur Toilette nicht durch das Freie
o Nicht mehr wie 10 Zellen und 10 Bedürfnisstätten
o Bedürfnisstände dürfen vom Zugang aus nicht einsehbar sein
o Keine Einsicht durch Fenster
o Toiletten müssen absperrbar sein
o Wasserspülung

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4.8 Mit welchen Beleuchtungsstärken muss man in der Produktion, mit welchen in Gängen planen? Wo wird die Beleuchtungsstärke gemessen? Welchen Anteil an Frischluft muss bei mechanischer Belüftung pro Mitarbeiter ca. vorgesehen werden?

• Produktion: 300 lx
• Gänge: 100 lx
• 0,2 m über dem Fußboden
• Mindestens 50 m3/h pro Person

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4.9 Bei der Gestaltung eines Arbeitsraumes müssen verschiedene Flächen berücksichtigt werden. Nennen Sie diese und deren gegenseitige Abhängigkeit.

• Maschinenstellfläche: Grundfläche der Maschine
• Bedienfläche: Fläche zur Bedienung der Maschine, Bewegungsfreiheit beachten
• Material-Bereitstellfläche: Abhängig vom Produktionssystem und kurzfristigem Bedarf
• Verkehrsfläche: Transport von Material zu Einsatzpunkt, Wege zu Bedienflächen und Notausgängen manueller Transport, keine Zuschläge, Öffnungsflächen von Türen
• Servicefläche: Reinigen, Rüsten, Warten, ggf. gemeinsam nutzbar
o Maschinenstellfläche, Bedienfläche und Materialbereitstellfläche schließen sich gegenseitig aus und addieren sich somit
o Die Bedienfläche kann unter Umständen zeitweise als Verkehrsfläche mit verwendet werden
o Im Servicefall läuft in der Regel keine Produktion. Damit können Bedienfläche, Materialbereitstellfläche und Verkehrsfläche als Servicefläche dienen. Um kurzfristige Störungen zu beheben, kann es jedoch sinnvoll sein, Teile der Materialbereitstellfläche nicht in die Servicefläche mit einzubeziehen

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4.10 In Altbauten sind Fassaden oft undicht und passen nicht zum Layout oder Ausbauraster. Schlagen Sie eine Möglichkeit vor, ohne die Fassade ändern zu müssen, reine Produktionsräume in einem derartigen Altbau unterzubringen. Was sind die Vorteile dieser Lösung?

Ein weiterer Punkt beim Innenausbau ist "Die Fassade". Bei Altbauten ist die Fassaden oft stark gegliedert, mit Heizkörpern und Fensterbänken versehen und nicht dicht, die Fenster können geöffnet werden und das Erscheinungsbild von außen soll nicht geändert werden. Als eine gute und einfache Lösung hat sich hier das Setzen einer zweiten Schale bewährt. Durch diese zweite Schale werden hier verschiedene Ziele erreicht:
a) Die Fassade bleibt unberührt mit Heizkörpern und Fensterbänken.
b) Das Ausbauraster der Trennwände und Innenräume muss nicht am Fensterraster der Fassade orientiert werden.
c) Schwierige und kostenträchtige Anpassungen an die Fassade entfallen.
d) Es entsteht ein Luftraum zwischen der möglicherweise nicht gut gegen Kälte und Wärme isolierten Fassade und den klimatisierten Produktionsräumen. Dies reduziert die Investitions- und Betriebskosten der Klimatisierung.
e) Es entsteht ein Servicegang, von dem Technikräume erschlossen werden können, wie z. B. die Prozesslüftung für Granulatoren oder Coater, Entstauber, etc. Ist dieser Servicegang breit genug kann er sogar als Besuchergang genutzt werden.

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4.11 Lüftung in Altbauten unterzubringen ist oft schwierig. Welche Möglichkeiten hat man um Zu- und Abluft in einen Arbeitsraum ohne abgehängte Decke zu bringen?

• Energiegondel



• Lufteintritt an Gangseite


• Lufteintritt durch eingehängte Textilfiltersäcke