Psychodynamische Kurzzeit- und Fokaltherapie Flashcards

1
Q

Geschichte der psychoanalytischen Kurzzeitherapien

A
  • Freud: mehrere Kurzzeittherapien, u.a. Gustav Mahlers Potenzstörungen; Lehranalysen häufig kurz
  • Ferrenczi, Rank (1924): „aktive Therapie“; emotionale, korrigierende Erfahrung im „Hier und Jetzt“
  • Alexander, French: emotionale Situation soll konträr zu frühen Erfahrungen sein
  • Bekannte Kurzzeitherapie-Konzepte, u.a. von Balint, Mann, Malan, Klüwer und Lachauer
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2
Q

Kurztherapie

A

Zur Krisenintervention, Indikationsprüfung, Kurzbehandlung

Abgrenzbarer aktueller neurotischer Konflikt mit definierbarer neurotischer Psychodynamik

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3
Q

Fokaltherapie

A

Fokusbildung (Klüwer, Lachauer): Symptomatik mit unbewusster Bedeutung verbinden:
„Ich fühle mich wertlos, weil ich auf diese Weise aggressiver Konkurrenz aus dem Weg gehen kann.“

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4
Q

Dynamische Psychotherapie

A

Entwickelt für die Arbeit mit „ich-schwachen“ PatientInnen

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5
Q

Niederfrequente Therapie in einer
längerfristigen, Halt gewährenden therapeutischen Beziehung

A

• Ich-strukturell gestörte Patienten mit einem supportiven Schwerpunkt

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6
Q

Behandlungsrahmen

A

1• Psychotherapeutische Sprechstunde:
• feste Zeit, offen oder mit Terminvergabe, bis 150 Minuten (Kinder und Jugendliche: 250 Minuten):
• Diagnostik, liegt eine behandlungsbedürftige Störung vor?
• Mindestens 50 Min/Woche/0,5 Sitz
2• Probatorische Sitzungen: 2-4 x 50Min, Klärung der Therapieindikation
3• Akutbehandlung: 12x50 Min oder 24x50 Min.
• Anzeige-, aber nicht Antragspflicht
4• Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Kurzzeittherapie (KZT1,2)
• Antragspflichtig, 12+12 Stunden, nach 20h Antrag ggf. auf Umwandlung in Langzeittherapie
5• Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Langzeittherapie
• Bewilligungsschritte: bei Einzeltherapie bis 60h, bei Gruppentherapie bis 60 Doppelstunden,
Höchstgrenze: bei Einzeltherapie 100h, bei Gruppentherapie 80 Doppelstunden
6• Rezidivprophylaxe

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7
Q

1• Psychotherapeutische Sprechstunde:

A
  • feste Zeit, offen oder mit Terminvergabe, bis 150 Minuten (Kinder und Jugendliche: 250 Minuten):
  • Diagnostik, liegt eine behandlungsbedürftige Störung vor?
  • Mindestens 50 Min/Woche/0,5 Sitz
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8
Q

2• Probatorische Sitzungen:

A

2-4 x 50Min, Klärung der Therapieindikation

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9
Q

3• Akutbehandlung:

A

12x50 Min oder 24x50 Min.

• Anzeige-, aber nicht Antragspflicht

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10
Q

4• Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Kurzzeittherapie (KZT1,2)

A

• Antragspflichtig, 12+12 Stunden, nach 20h Antrag ggf. auf Umwandlung in Langzeittherapie

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11
Q

5• Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Langzeittherapie

A

• Bewilligungsschritte: bei Einzeltherapie bis 60h, bei Gruppentherapie bis 60 Doppelstunden,
Höchstgrenze: bei Einzeltherapie 100h, bei Gruppentherapie 80 Doppelstunden

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12
Q

Psychoanalytische Kurz- und Fokaltherapie (KZT)

A
• Üblicherweise etwa 25 Sitzungen
• Fokusbildung zu Beginn der Therapie
(aktueller Konflikt und sein Zusammenhang
mit unbewusstem Hintergrund)
• Fokus somit als Hypothese über die den
Symptomen zugrunde liegende unbewusste
Dynamik
• Behandlung auf den im Fokus formulierten
Kernkonflikt begrenzt
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13
Q

Indikationsstellung uzt

A
  1. Gute Prognose
  2. aktueller Konflikt, situativ verständlich
  3. gute Ich-Stärke
  4. gute Objektbeziehungserfahrungen
  5. gute Intelligenz
  6. psychological mindedness, Introspektionsfähigkeit
  7. Fähigkeit zur Priorisierung
  8. Fähigkeit sich in ein Beziehung zu begeben und ein Beziehung wieder zu lösen
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14
Q

Kontraindikation kzt

A
  1. Schwere strukturelle Defizite
  2. Wenig Bezug zu auslösender Situa4on
  3. chronifizierte Störungen
  4. Keine Fokusbildung möglich
  5. Persönlichkeitsstörungen
  6. Abhängigkeitserkrankungen
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15
Q

Fokusformulierung

A
  • Kurze Dauer erfordert die Fokussierung des Konfliktes
  • Dieser wird kann explizit benannt werden, in der Sprache des Patienten
  • Strukturierungshilfe, Therapieziel
  • Begrenzung der Therapie
  • Unterschiedliche Referenzsysteme in unterschiedlichen Fokusmodellen
  • suppor^v-expressive Therapie nach Luborsky: zentrales Beziehungs-Konflikt-Thema (ZBKT)
  • zeitbegrenzte dynamische Psychotherapie nach Strupp und Binder: zyklisch- maladap^ves Muster (cmp)
  • Hierbei kann ein Fokus nach OPD-2 bes4mmt werden (Beziehung, Konflikt, unter besonderen Umständen Struktur)
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16
Q

Behandlungstechnik KZT

A
  • Analytische Grundregel beschränkt; innerhalb des Fokus erhalten
  • weniger abwarten, rascher aktiver deuten
  • Realitätsorientiertes Eingreifen nicht zu vermeiden, supportive Maßnahmen müssen im Beziehungsgeschehen reflektiert werden
  • Durcharbeiten konzentriert sich auf die Widerstände und Übertragungen, die den Fokus betreffen
  • Frühzeitiger, bewusster Umgang mit dem Therapieende
17
Q

Übertragungsdeutung:

A

Beziehung zwischen Phänomenen der therapeutischen Beziehung- Wünschen, Affekten oder Erwartungen- und einer wichigen Person in der Vergangenheit her.

18
Q

Widerstandsdeutung:

A

Abwehr des P. in der therapeutischen Situation Art des Widerstands und Grund für Abwehr und das Abgewehrte

19
Q

Abwehrdeutung:

A

Verknüpfung eines Wunsches, Impulses oder eines Affekts mit dem Abwehrvorgang, der dazu beiträgt die ängstigenden Inhalte vom Bewusstsein fernzuhalten.

20
Q

Durcharbeiten

A

• Ermöglicht es dem P von emotionaler Einsicht oder neuartigerBeziehungserfahrung zu realen Veränderungen im Leben zu gelangen
• Freud (1914): gemeinsame Arbeit von T und P zur Überwindung von
Widerständen gegenüber Veränderungen- eine „beschwerliche Aufgabe“
• Geduldiges, wiederholtes Klären, Konfrontieren, Deuten in unterschiedlichsten Varianten bis P selbständig dazu in er Lage
• Deutungen erweitern, verfeinern, vertiefen (Greenson, 1965)
• Aus durchgearbeiteten Einsichten resultierende Verhaltensmuster einüben

21
Q

Supportiv-expressive Therapie

A
  • empirisch gut erforschtes psychodynamisches Therapiemanual: u.a. für Depression, generalisierte Angsstörung, Bulimie, Abhängigkeitsstörungen, soziale Phobie (Leichsenring und Leibing, 2007)
  • Als KZT 6 bis 26h mit 1-2 Behandlungsstunden pro Woche, LZT auch möglich

Merkmale
1• Operationalisierung der Übertragung im zentralen Beziehungskonfliktthema
2. (manualisierte) Verbindung der aktiv unterstützenden Beziehung als stützendes und der Förderung von Einsicht als aufdeckendes Element

22
Q

SupporLv-expressive Therapie- Störungsmodell

A

• Intrapsychische und interpersonelle Konflikte als Grundlage psychischer Symptome
• Berücksichtigung von konfliktbezogenen und strukturbezogenen Aspekten
supportives expressives kontinuum

23
Q

Verfahrensspezifische Diagnostik: Supportiv-expressive Therapie

A

Zentrales Beziehungskonfliktthema

24
Q

Behandlungsleitfaden Supportiv-expressive Therapie

A

1• Anleitung zur Problembenennung und Ordnung nach Bedeutung (i.S. der Fokussierung)
2• Verfahren erläutern: Grundregel der freien Assozia^on
3• Klare Behandlungsabsprachen: Sitzungen, Termine, Ausfallregelungen..
4• Aufbau vertrauensvolle und tragfähige Arbeitsbeziehung
5• „Einstieg in das Verstehen“: Formulierungen zur Verbindung von Beziehungsproblemen und Symptomen —> Exploration der ZBKTs: P wiederholt anleiten Probleme in Form von Erwartungen an und Reaktionen auf andere Menschen zu schildern.
6• Supportive therapeutische Beziehung und expressive Behandlungstechnik, in Abhängigkeit von P, Störung, Behandlungsphase
7• Therapieende: Abgleich von Erreichtem mit Therapiezielen, frühzeitige Thematisierung,

25
Q

Panik-fokussierte psychodynamische Psychotherapie

A
  • KVT mit Exposition gegenüber der panikauslösenden Situation als „Goldstandard“ der psychotherapeutischen Behandlung von Panikstörung
  • S3—Leitlinie Angststörungen der AWMF: zahlreiche Wirksamkeitsnachweise
  • ABER: 30% der Patient:innen profitieren nicht (Exposition nicht möglich)!
  • PFFP als weitverbreitetster und empirisch geprüfter Ansatz (Milrod et al. 1997; deutsches Manual: Subric- Wrana et al. 2012)
26
Q

psychodynamische KZT für Zwangsstörungen

A

Leitlinie Zwangsstörungen: Psychoanalytisch begründete Psychotherapieverfahren werden zur Therapie von Patienten mit Zwangsstörungen eingesetzt. Für diese Verfahren liegt jedoch keine Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien vor.
Aktuell laufende multizentrische Studie (PDT- OCD) vs. Wartelistengruppe

27
Q

Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie (IS-TDP)

A

Fokussieren essenzieller psychodynamischer Behandlungselemente, die Therapie verkürzen und intensivieren
Zentrale Elemente der Kurzzeittherapie:
• Frühe Beziehungserfahrungen und deren emotionale Reaktivierung über die Erschließung des Unbewussten
• Nutzung der Übertragung
• Zentrale dynamische Sequenz verborgener Ängste und
Widerstände mobilisieren
• „unbewusste therapeutische Allianz“ etablieren
• Verdrängte Gefühle ins Bewusstsein holen
• „multi-dimensionale strukturelle Veränderung“
(Davanloo, 2005)
Ø Fähigkeit zur Toleranz gegenüber Ängsten und schmerzhaften Gefühlen

28
Q

Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie: Indikation

A
  • Indikation basierend auf Angsttoleranz und Emotionsverarbeitung
  • Einordnung auf auf einem Kontinuum »von links nach rechts« in 5 Zwischenschritten einer eher psychoneurotischen oder einer sogenannten fragilen Struktur
29
Q

Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie: Metapsychologie

A

Zentrale, frühe Bindungswünsche und -erfahrungen
Entstehung von Bindungstraumata
1.Mörderische, sadomasochistische Wut
2.Sexuelle und Beziehungsprobleme
3.Schuldgefühle mit selbstbestrafenden Tendenzen
4.Tiefe Trauer
• Annahme psychopathologisch dynamischer Kräfte
• Hierarchie verschiedener Formen des Widerstands
• Abwehr von frühen, frustrierten Bindungswünschen durch das Verhindern von Nähe und Intimität
• Konflikthafte Wünsche aktivieren unbewusste Ängste
• Bewältigungsmöglichkeiten von innerer Struktur abhängig
• Annahme der “Fusion“ von Wut und Schuld im Unbewussten
• Identifikation durch spezifische psychophysiologische Konstellationen
• Spezifische neurobiologische und somato-psychische Entladungsmuster für zentrale Affekte
WUT
„Feuerball“, „Vulkan“ aus dem Becken“
SCHULD
Erfassung der Angst über psychophysiologische Reak3onsmuster:
• Anspannung der Willkürmuskulatur
• Entladung des autonomen Nervensystems mit vegeta^ven Symptomen (Schmerzen, Schwindel, Verstopfung,
Schlafstörungen…)
• Verwirrtheit oder psychotische Symptoma^k
–>Angepasste Behandlungstechnik: von rasch konfronta^v bis behutsam

30
Q

Ziel ISTDP des Verfahrens:

A

„Unlocking of the unconscious“

das Unbewusste in der Übertragung mobilisieren bzw. für den therapeutischen Prozess zu erschließen

31
Q

Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie: therapeutisches Vorgehen

A
  1. Exploration des Patienten
  2. Aufbau von Druck
  3. Herausforderung des Widerstands in der Übertragung
„head on collision“
1• Frontalzusam-
menstoß
2• Aktivierung
der therapeutischen Allianz
  1. Direktes Adressieren des Unbewussten
  2. Untersuchung des Prozesses nach psychoanalytischen Gesichtspunkten

1.• „Durchbruch“- Erleben beim Patienten
2• Aktivierung unbewusster archaischer Gefühle, z.B. massive Aggression
3• Modifikation und lebens-
geschichtliche Einordnung

  1. Kathartische Entladung von Emotionen
  2. Klärung und Verarbeitung von Bindungstraumata

1.Strukturelle Veränderungen: Ängste, Emotionen, Abwehrmechanismen und Erinnerungen

32
Q

Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie: therapeutisches Vorgehen
Behandlungsdauer

A

fünf bis 20 Stunden bei psychoneurotischen Patient:innen
• bis zu 80 Sitzungen bei sehr fragilen Patient:innen
• 16- 40 Sitzungen à 90 Minuten für die Patienten im
mittleren Spektrum der Störung