Ablauf von Strategieprozessen Flashcards Preview

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Flashcards in Ablauf von Strategieprozessen Deck (17):
1

Strategienentwicklung zw. Intention und Emergenz

Erklärungsansätze f. Strategieentwicklungsprozesse:

• intendierte - geplante (rational verlaufende Analyse- und Entscheidungsprozesse)

• emergente - sich ergebende (Zusammenwirken einer Vielzahl v. Aktivitäten und Entwicklungen)

2

Intendierte Strategieentwicklung

Strategieentwicklung auf Basis von

• Vision, Führung, Anordnung
• Planung
• außen aufgezwungen

3

Strategieentwicklung auf Basis von Vision, Führung, Anordnung

= durch Einzelperson/Gremium

• Anordnung der Umsetzung ggb. anderen Mitgliedern der Orga
• starke Führungspersönlichkeit (FP)

zwei Varianten:
1. Analyse, Ausarbeitung, Vorgabe durch (FP)
2. Nur Formulierung der Vision durch FP, Ausdetaillierung durch Orga

4

Strategieentwicklung auf Basis von Planung

= wenn größere Zahl v. Personen eingebunden sind , wird formaler/strukturierender Rahmen benötigt -> Langfristplanung

• Festlegung strategischen langfristigen Ziele
• Analyse der aktuellen Situation, zukünftigen Entwicklung
• Bewertung und Auswahl Strategiealternativen
• Ende Strategieplanung -> Umsetzung
• Planung .v Maßnahmen zur Umsetzung

=> strategische Entscheidungen auch Einfluss auf finanzielle Planung ( KZ, Cash Flow etc.)
=> Mehrjahresplanung bildet Rahmen f. kurzfristige Planungen (detaillierter, Produkte, Segmente etc.)

5

Vorteile v. Planungssystemen bei Strategieentwicklung, -umsetzung

Strategieentwicklung
• Verringerung Komplexität durch strukturierte Analysen
• Hinterfragen etablierte Meinungen
• Erweitern Plaungshorizont, da mehrjährige Betrachtungsweise
• Auswirkungen der strateg. Optionen auf Organeinheiten können im Vorfeld abgeschätzt werden

Strategieumsetzung:
• Verbesserung Kommunikation von Spitze in alle Einheiten
• Übersetzung der strateg. Beschlüsse in konkrete Maßnahmen/Zielvorgaben
•  Steuerung des Ressourceneinsatzes und Sicherstellung das Ressource (z.B. IT) rechtzeitig zur Verfügung stehen

=> Bei Einbindung auch höhere Motivation, Gefühl v. Sicherheit, Transparenz und Logik

6

Risiken bei Einsatz v. Planungssystemen

Reduzierung der Strategieentwicklung auf Planung

Verlust des Realitätsbezugs

Geringe Akzeptanz in der Organisation

Behinderung von Innovationen

7

Von außen aufgezwungene Strategien

= externer Zwang, meist durch staatl. Regulierung (Kernenergie) auch,

• öffentlicher Druck
• Entscheidung v. Wettbewerbsbehörden (Microsoft)

=> meist Mischung von Strategieentwicklung auf Basis v. Führung und Vorgabe, Planung und von außen aufgezwungen

8

Emergente Strategieentwicklung

= Ergebnis aufeinander aufbauender Entscheidungen, die als Abfolge vieler Schritte zu einer deutlichen strategischen Veränderung führen.

Strategie als
• Ergebnis von Experimentieren und Lernen
• Ressourcenallokation
• Ergebnis politischer Aushandlungsprozesse
• kultureller Prozess

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Strategie als Ergebnis von Experimentieren und Lernen

= Orga probiert immer wieder etwas neues, auf Basis dieser Erfahrungen wird entschieden ob die Richtung weiter verfolgt wird oder nicht (logischer Inkrementalismus)

Vorteil:
kleiner aufeinander aufbauende Schritte, ermöglichen auf Umweltveränderungen, aber auch eigene Erfahrungen zu reagieren

Nachteil:
• keine radikalen Veränderungen möglich
• keine schnelle Reaktion auf Veränderung (z.B. Digitalisierung)

10

Ressourcenallokation

= Realisierung v. Strategien hängt stark v. Verteilung d. Ressourcen in Orga ab ->Zusammenspiel v. Aushandlungsprozessen f. Problemlösung

• Zurordnung v. Ressourcen zu Problemlösung hängt v. Systemen/Routinen der Orga ab.
• Ressourcenzuordnung und Freigebe maßgeblichen Einfluss (Unternehmens, -Geschäftsbereich,- Operative Ebene)
• z.B. Intel, mehr Ressourcen f. Prozessoren da bessere Marge

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Strategie als Ergebnis politischer Aushandlungsprozesse

= politische Prozesse v. internen und externen Interessengruppen die ihre Ziele/Interessen durchsetzen wollen haben großen Einfluss auf strategische Entwicklung

Faktoren die Orgamitglieder bei Prozessen beeinflussen:
• persönliche Erfahrung
• Konkurrenz um Ressourcen und Einfluss
• Relativer Einfluss von Interessengruppen
• Zugang zu Informationen

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Weitere Einflussfaktoren f. politische Aushandlungsprozesse

Koalitionen
• Gewinnung ausreichend mächtiger Akteure
• müssen sich auch f. Ziel einsetzen, Koalition muss attraktiv genug sein

Zahlen/Technologie
• Zahlen snd schwer zu wiederlegen -> bessere Argumentationsketten
• Technologie kann Handlungsspielräume einschränken/erweitern
• Expertenwissen

Mehrdeutigkeit durch:
• beschränktes Wissen über Umwelt
• inkonsistente Ziele
• wechselnde Teilnehmer, variierendes Aufmerksamkeitsniveau

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Müllheimer Modell

= Entscheidungen entstehen durch zusammentreffen v. Problemen, Lösungen, Teilnehmern, Entscheidungsgelegenheiten

• organisierte Anarchie - Entkopplung der 4 Elemente
• strateg. Entscheidungen können stark davon abhängen welche Mischung v. Problemen, Lösungen und Teilnehmern in konkreten Entscheidungssituation zusammenkommen und wie politische Prozesse hierbei verlaufen
• durch Mischung unmöglich Vorhersage zu treffen wie Entscheidungen getroffen wird

=> Kompromisse durch Koalition lassen radikale Veränderungen schwierig werden
=> mächtige Akteure stehen Veränderungen oft im Weg, da sie alte Strategie geprägt haben
=> f. Veränderung ist es jedoch wichtig hiermit auseinander zu setzen -> neue Ideen, Wettbewerbsvorteile

14

Kulturelle Prozesse

= was in Orga als selbstverständlich angesehen wird
• grundlegende Annahmen und Überzeugungen, umhinterfragte Sichtweise

=> schrenkt Raum f. strateg. Entwicklung ein

15

Realität emergenter Strategieentwicklungsprozesse

alle genannten Mechanismen können auftreten
• logische Abfolge kleiner Veränderungen
• Ressourcenallokationsprozess
• Ergebnis politischer Aushandlung
• stark von Organisationskultur geprägt

Wirkmechanismen wechseln sich ab oder überlappen sich

• hängt vom Kontext ab (Reifegrad U., gesättigter vs. wachsender Markt)
• wird unterschiedlich wahrgenommen (oberes vs. mittleres Management, geplantes vs. politisch geprägtes Vorgehen)

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Pfade der Strategieentwicklung

1. Intendierte -> realisierte Strategie
2. Intendierte -> unrealisierte Strategie
3. Emergente -> realisierte Strategie
4. Emergente -> intendierte Strategie

S. 29

17

Herausforderungen f. Management der Strategieentwicklung

Bewusstsein f. Emergenz schaffen
• Abgleich zw. intendierten und realisierten Strategien -> Kontrolle was geplant auch umgesetzt wird
• Erdung Management, dass es nicht Bodenhaftung verliert

Rolle der strategischen Planung
• emergente Strategien können ex post legitimieren-> sollte nicht Regel werden, sonst Planung überflüssig und kann eingespart werden

Steuerung der strategischen Drift
• keine heiligen Kühe

Steuerung emergenter Strategieentwicklung
• Management muss bereit sein, das eigene Verhalten in Frage zu stellen