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Flashcards in Allgemein 1 Deck (20)
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1

Aufgaben der Geobotanik

• Dokumentation aktueller Vorkommen der einzelnen Pflanzensippen und Typisierung ihrer Vergesellschaftung (Vorkommen im Raum und Verbreitung in der Zeit)
• Aufklärung der Abhängigkeit dieser Vorkommen von physikalischen, chemischen und organischen Gegebenheiten der Wuchsorte und der Wechselbeziehungen mit den strukturellen und funktionellen Eigenheiten der Pflanze (= Ökologie)

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Standortfaktoren

• Licht, Temperatur, Feuchte, pH-Wert und Nährstoffe im Boden → Ellenberg-Zeigerwerte
• klimatisch: Sonneneinstrahlung, Verteilung Land/Meer, Höhe, Luft- und Wasserzirkulation, Meeresströmungen, Temperatur, Niederschlag
• biotisch: Konkurrenten, Feinde, Parasiten, Symbionten, Beschützer, Bestäuber, DiasporenAusbreiter, Mensch
• edaphisch: Boden (Struktur, Chemismus, pH, Wasserhaushalt), Geländesituation

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Faktor - Wärme

• übergeordnete Klimakomponente
• Stoffwechselvorgänge, Schädigung Gewebe außerhalb Toleranzbereich
• Hitzeschäden ab 45°C → Anpassungen: Steilstellen der Blätter, reflektierende oder behaarte Oberfläche, Transpiration
• Kälte bei tropischen Sippen unter 5°C (große Amplitude bis -70°C), Erkältungsschäden vs Frostschäden (mech Schädigung) → Strategien: Kältevermeidung (Blattabwurf, Überdauern nur von Teilen oder als Samen, Isolierung), Kälteresistenz (erhöhte Osmolarität), Frostresistenz durch Abhärtung

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Faktor - Wasser

• Baustoff, Nährstoff, Transport → Problem des Wasserverlusts
• poikilohydrische Pflanzen (passiv) Algen, Moose & Flechten
• homoiohydrische Pflanzen (aktiv) Kormophyten → Cuticula, Stomata, Wurzeln, Xylem
• Wasserstress (Mittagsdepression, Wassermangel im Boden, Trockenzeit) → Stomataschluss, Drosselung der Photosynthese, Blattabwurf etc
• Dürreresistenz (bei andauerndem Wasserstress): Sukkulenten (Wasserspeicherung, ausgedehntes Wurzelsystem, CAM), Xerophyten (großes, tiefes Wurzelsystem, Sklerophylle, eingesunkene Stomata, Wachs etc)
• Mesophyten welken bei Wasserstress, Hygrophyten brauchen ständig hohe Luftfeuchtigkeit

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Potentielles u. Reales Areal

Potentielles Areal: alle Gebiete der Erde, die zusagende Standortbedingungen aufweisen (autökologisch)

Reales Areal: tatsächliches Verbreitungsgebiet (meist kleiner als potentielles Areal), durch
synökologisches oder anthropogenes Wirken

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Generative Diasporen

• Sporen, Samen, Samenteile
• Keimlinge (Viviparie)
• Früchte, Teilfrüchte, Fruchtstände
• Pflanzenteile, ganze Pflanze

7

Vegetative Diaspore

• Mitosporen, Brutkörper (Moose), Turionen
• Bulbillen (Brutsprosse, -knospen, -knollen, -zwiebeln)
• Ausläuferknollen, Fragmente, ganze Pflanze

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Flora

Gesamtheit aller Pflanzensippen eines geographisch definierten Gebiets

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Vegetation

Gesamtheit der Pflanzenvergesellschaftung des Gebiets → das geordnete, durch biotische und abiotische Umweltfaktoren kontrollierte, Zusammenleben verschiedener Pflanzensippen am Standort

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Standort/Habitat

zusammenfassende Bezeichnung für die Umwelteinflüsse, die auf einen Organismus einwirken (ökologische Geländesituation) → Standortfaktoren klimatisch, biotisch und edaphisch

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Wuchsort

geographischer Punkt des Vorkommens

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Arealdiagnosen nach Meuse

Gliederung auf Grund ökologischer und biogeographischer Kriterien (außerhalb Europas nur eingeschränkt brauchbar)

• Zonalität (10 Florenzonen entlang der Breite) → arct, b, temp, sm, m, strop, trop, austr, antarct
• Ozeanität (unabhängig von Breite) → c1 (ozeanisch) bis c4 (kontinental)
• Höhenstufenbindung → planar, collin, montan, subalpin, alpin

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Formationsklassen der Landvegetation:

• Phanerophyten
◦ Wald: mind 5m und 50% Deckung
◦ Offenwald: bis 30%
◦ Gebüsch: 2-5m, unterschiedliche Deckung

• Nicht-Phanerophyten mit geschlossener Decke
◦ Heide: geschlossen, Zwergsträucher
◦ Grasflur: ausdauernde Grasartige
◦ Staudenflur: weder holzig noch grasartige ◦ Anuellenflur: kurzlebige Kräuter und Hapaxanthe
◦ Moos- und Flechtendecken: niedrig, ausdauernd
◦ Süßwasservegetation: submers oder an Oberfläche

• offene Decke
◦ Halbwüste: diffuse Vegetation (berühren sich an Wurzeln) → gleichmäßig
◦ Vollwüste: nur an lokal günstigen Stellen

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Lebensformen nach Raunkiaer:

• Chamäphyten: Meristeme max 50cm über Boden
• Phanerophyten: Meristeme über 50cm über Boden
• Hemikryptophyten: basale Sprossteile ausdauernd, Rest kurzlebig
• Geophyten: Meristeme nur an unterirdischen Organen
• Therophyt: nur Samen/Früchte überdauern
• Helophyt: Sumpfpflanzen, Meristeme überdauern unter Wasser
• Hydrophyt: teilweise oder völlig submers

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geschlossenes / disjunktes Areal:

Lücken mit Ausbreitungssprüngen überbrückbar vs. nicht normal überbrückbar

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Reliktareal:

viel kleiner als frühere Verbreitung

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zonales / etageales Areal

Grenzen horizontal im Tiefland vs. Höhenuntergrenzen

18

Kosmopoliten/Endemiten (Paläo/Neo):

• Kosmopoliten auf allen Kontinenten vertreten
• Endemiten nur in geographisch definiertem Gebiet
• Paläoendemit → nur noch in Reliktareal
• Neoendemit → neue Art hat potentielles Areal noch nicht ausgefüllt

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geographischer Vikariismus

nahe Verwandte Sippen entstanden nach Zerschlagung des Areals einer einheitlichen Sippe → nehmen in Teilarealen vergleichbare Nischen ein (Statthalter)

20

Florenelement

Art oder Artengruppe einer Flora nach bestimmten Gesichtspunkten zusammengefasst → Geoelement, Chronoelement, Genoelement, Migroelement, Ökoelement, Coenoelement (Charakterart)