3. Die Generierung von Zielsystemen Flashcards Preview

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Flashcards in 3. Die Generierung von Zielsystemen Deck (17):
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Warum sind Ziele so wichtig?

- Entscheidungen werden getroffen, um Ziele zu erreichen --> Erreichung der Ziele ist "Maß" für die Vorteilhaftigkeit einer Alternative
- Kenntnis der eigenen Ziele ermöglicht: Auffinden von neuen Alternativen, Definition der relevanten Umwelteinflüsse

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1. Generierung von Zielen

- Ziele sind nicht einfach da, sondern man muss bei wichtigen Entscheidungen intensiv an der Definition von Zielen arbeiten
- Quellen bei der Generierung von Zielen:
1. Mängel eines bestehenden oder erwarteten Zustands
2. Vergleich der vorliegenden Alternativen
3. Strategische Ziele
4. Externe Vorgaben
5. Betroffene Personen

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1.1. Mängel eines bestehenden oder erwarteten Zustands

- Man generiert aus einem identifizierten Problem ein Ziel, das man lösen muss --> Bsp.: Krankheitsquote eines Unternehmens verringern, um die Mitarbeiterzufriedenheit zum erhöhen

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1.2. Vergleich der vorliegenden Alternativen

- Ziele aus dem Vergleich vorliegender Alternativen generieren --> Bsp.: Bei Fernsehervergleich im Fachmarkt das Ziel setzen, dass der Fernseher eine hohe Auflösung haben muss, nachdem man mehrere Alternativen verglichen hat

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1.3. Strategische Ziele

- Gegeben durch betriebswirtschaftlichen Kontext --> Unternehmensziele

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1.4. Externe Vorgaben

- Gegeben durch betriebswirtschaftlichen Kontext --> Bsp.: Kostenvorgaben

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1.5. Betroffene Personen

- Shareholder --> Ausschüttung erhöhen
- Stakeholder --> Gehaltsniveau erhöhen

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2. Fundamentalziel

- Ziel, das (in einem gegeneben Kontext) um seiner selbst Willen verfolgt wird und für den Entscheider keiner Begründung mehr bedarf
--> Fundamentalziele sind kontextabhängig und können in einem anderen Entscheidungskontext auch instrumental sein
Bsp.:
Kontext: Entscheidung über Produktgestaltung
Fundamentalziel(e): Design
--> Wird zum Instrumentalziel, wenn höherer Kontext Entscheidung über Produktsortiment ist, d.h. neues Fundamentalziel ist z.B. Gewinnmaximierung

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3. Instrumentalziel

- Ziel, das verfolgt wird, weil es zur Erreichung eines anderen, fundamentaleren Ziels beiträgt
- Wichtig bei: Erarbeitung von Wirkungsmodellen, Generierung von Alternativen, Überwindung von Messbarkeitsproblemen
--> Bsp.: Erhöhung der Markenbekanntheit (Instrumentalziel) trägt zur Gewinnmaximierung (Fundamentalziel) bei
- Wenn man Instrumentalziel in der Liste findet, das sich mit dem Fundamentalziel "überschneidet", dann kann man dieses ausklammern

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4. Zielsystem

- Gesamtheit aller (Fundamental-) Ziele in einer bestimmten Entscheidungssituation
--> Orientierung für rationale Entscheidungen (ohne Instrumentalziele)

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4.1. Anforderungen an Zielsysteme

1. Vollständigkeit: alle relevanten Ziele berücksichtigt
2. Redundanzfreiheit: keine Überschneidungen (Ausklammerung von Instrumentalzielen)
3. Messbarkeit: treffende und eindeutige Messung möglich
4. Einfachheit: keine überflüssigen Ziele
5. Präferenzunabhängigkeit: Bewertung einer Zielvariablen hängt nicht von der Ausprägung einer anderen ab

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4.2. Zielhierarchie

- Fundamentalziele können in Unterziele aufgelöst oder zu Oberzielen zusammengefasst werden
--> Überprüfung der Nichtredundanz und der Vollständigkeit des Zielsystems
--> Verbesserung der Messbarkeit

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4.2.1. Bottom-Up-Verfahren

- Liste mit Fundamentalzielen
- Zusammenfassung mittels Hierarchie
--> Instrumentalziele ausklammern, NICHT wegstreichen, da man diese aufgrund von besserer Messbarkeit beim Top-Down-Ansatz wieder hinzufügen könnte

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4.2.2. Top-Down-Verfahren

- Überprüfung auf Vollständigkeit und Messbarkeit

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5. Arten von Attributen

- Variable, die einen Erreichungsgrad eines Ziels misst
- Einteilung ist stakt kontextabhängig

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5.1. Natürliche vs. künstliche Attribute

- Natürlich: nat. Wertskala, wie bspw. PS
- Künstlich: Werte mit mehreren Wertskalen die aus verschiedenen Informationsquellen zusammengestellt sind, wie bspw. Noten, Scores etc.

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5.2. Direkte vs. Proxy-Attribute

- Direkt: messen direkt den Zielerreichungsgrad
- Indirekt: messen den Zielerreichungsgrad indirekt über Indikationen, bspw. Kundenzufriedenheit über die Anzahl der Reklamationen