Bewegungsökologie Flashcards Preview

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Flashcards in Bewegungsökologie Deck (30):
1

Was ist Bewegung?

Veränderung der räumlichen Position eines Individuums

2

Was sind Eigenschaften von Bewegungen?

- Sie sind aktiv oder passiv
- Finden auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen stat
- Lokale (zB innerhalb eines Aktionsraums) oder auf der Suche nach neuen Gebieten (zB Migration)

3

Welche Organismen bewegen sich und wie/warum?
Bsp...

- Mikroorganismen: (Bakterien, Pilze in Sand-/Staubwolken)

-Pflanzen: Bestäubung (Wasser, Wind, Tiere)
Samenausbreitung (Wasser, Wind, Tiere)

-Sessile Tiere:
Suche nach neuen geeigneten Habitat
Partner- und Nahrungssuche
Flucht vor Prädatoren, usw...

4

Was ist die Bedeutung von Bewegungen?

- Bestimmen das Schicksal von Individuen
- Strukturieren die Dynamik von Populationen, Artengemeinschaften und Ökosystemen
- Beeinflussen maßgeblich evolutionäre Prozesse

-> Schlüsselprozesse

5

Bedeutung von Bewegungen am Beispiel von Huffaker's (1958) Milbenexperiment?

Beute Milbe: mehr mobil
Räuber Milbe: weniger mobil

Komplexes System: Bewegung der Beute verlängern Überleben signifikant!

6

Fazit aktueller Studien (Bewegung -> evolutionäre Prozesse)

Individuelle Bewegungen müssen explizit bei evolutionären Prozessen berücksichtigt werden (auf der Landschaftsskala)

7

Warum müssen Bewegungsprozesse auf evolutionären Skala berücksichtigt werden?

Habitatwahl, Partnersuche, Ausbreitung beeinflussen Genfluss und genetische Muster

8

Was für Komponenten müssen bei einem komplexen Ausbreitungsprozess berücksichtigt werden?

Kontext bezogen: Individuen reagieren untersch. auf/trotz ähnhlichen Umweltbed.

Grund: Trade-offs- Kosten, Nutzen eines Individuums

Direkte Kosten: steigender Energiebedarf

Indirekte Kosten: Investment in Ausbreitungseigenschaften auf Kosten von Überleben und Reproduktion (trade-offs)

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Beispiel für "Ausbreitung ist ein komplexer Prozess"

Geflügelte Blattläuse
- Direkte Kosten: Zeit, Energie, und Risiko während der Bewegung
- Indirekte Kosten: Investment in Flügel und Muskulatur

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Theoretische Studie: Bedeutung von Emigrationsverhalten, expliziter Berücksichtigung von Bewegungen und Kosten für Ausbreitung und evolutionären Output

(s. Graphik)

-> Bewegungen haben Kosten!
Trend: Anzahl der Nachkommen sinkt mit zunehmendem Investment in movement

Z-Werte: Kosten für Bewegung im Verhältnis zur Mortalität
-> niedrige z-Werte: geringe Kosten (niedrige Mortalität) . Gerade und keine Kurve
-> Umso höher der Z-Werte, umso s-förmiger die Kurve (also umso geringer das investment in bewegung, umso höher die Anzahl der Nachkommen)

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Was passiert bei steigender Matrixmortalität?

- die Emigrationsrate sinkt
- die Bewegungen werden geradliniger (höhere Korrelationen im Bewegungspfad)

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Was bestimmt Trade-off zwischen Bewegungskosten und reproduktives Potetial?

Trade-off (Bewegungskosten und reproduktives Potetial) bestimmt evolutionäres Ergebnis und beeinflusst die Evolution von Ausbreitungsparametern

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Was passiert bei sicherer Bewegung? (niedrige z-Werte)

(s.Folien)
- Investition in Bewegung hoch
- hohe Emigrationsraten

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Was passiert wenn Bewegungen riskant werden?

- Bewegungspfade werde n geradliniger
- Emigrationsraten sinken
- Populationsgröße sinkt

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Bewegungen unterliegen evolutionären Einschränkungen, die durch Umweltbedingungen bestimmt werden. Daraus folgen...

Rückkopplungsprozesse zwischen Umweltänderungen und Bewegungsparametern -> Daraus folgen: Veränderungen von Umweltbedingungen (zB Fragmentierung) -> selektieren für bestimmte Bewegungstypen

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Einfluss von Polymorphismus auf Ausbreitungsrate am Beispiel vom Wegerich-Scheckenfalter

Schnelle und langsame Disperser:
Modellergebnisse: Habitatverlust und Fragmentierung selektieren für schnelle Disperser

Empirische Beobachtungen:
- Abundanz schneller Disperser höher in abgelegenen Patches
- Höhere Ausbreitungsraten in fragmentierten Landschaften im Vergleich zu zusammenhängenden Landschaften

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Bedeutung von Bewegungen: Was beeinflusst Bewegungen?

- Habitatfragmentierung
- Veränderungen von Landnutzung
- Klimawandel
- Invasive Arten

18

Kernkomponenten von 'Movement Ecology': Gründe, Muster, Mechanismen, Auswirkungen

->
- Management und Renaturierung von Landschaften
- Kontrolle der Ausbreitung von Schädlingen, Invasive Arten, Allergenen und Krankheiten

19

Bewegungskomponente

Interner Status: Motivation sich zu bewegen (zB Hunger)
Navitaionskapazität: Fähigkeit erwünschte Zielorte zu erreichen
Bewegungskapazität: Fähigkeit zur Bewegung
- passiv (Wind, Wasser, auf anderen Organismen)
- aktiv (laufen, fliegen)

20

Raumzeitliche Skala von Bewegungspfaden

Bewegungschritte (kurzer Bewegungspfad)
Bewegungsphasen (längerer Bewegungspfad)
Lebenslanger Bewegungspfad

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Interner Status- warum bewegen?

- Tag/Nacht
- Winterruhe
- Partner-/Nahrungssuche
- Revier markieren
- Hunger
- Feindvermeidung

-> Häufig kombinierte Gründe mit trade-offs

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Wie beeinflusst interner Status den Trade-Off zwischen Nahrrungsverfügbarkeit und Prädationsrisiko

Bei Hunger nehmen Individuuen zunehmend das Prädationsrisiko in Kauf um an Nahrung zu kommen...

23

Was ist Bewegungskapazität und ihre wichtigen Größen?

Fähigkeit zur Bewegung
- passiv (Wind, Wasser, auf anderen Organismen)
- aktiv (laufen, fliegen)

Wichtige Größen: Tagesdistanz, max. Ausbreitungsdistanz

24

Navigationskapazität?

Fähigket erwünschte Zielorte zu erreichen

25

Beispiele für Navitationskapazität? Wohin bewegen?

Riffgeräusche bestimmen Bewegungen von Korallenlarven

Navigationskapazität von Nilflughunden: Krater+Kraterrand
- Individuen am Kraterrand erkannten Landmarken
-> flogen direkt zur Höhle
- Individuen im Krater zunächst desorientiert

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Was sind Herausforderungen in Movement Ecology?

- Erfassung + Analyse raum-zeitl. hochaufgelöster Bewegungsmuster
- Erfassen langer Zeiträume (trade-offs Telemetrietechnik)
- Datenanalyse und -management

-> Movement Code entschlüsseln

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Hasenrennen- Perspektiven für den Naturschutz in Agrarlandschaften: Wieso Natuschutzforschung in Agrarlandschaften?

52% von Deutschland Agrarlandschaften

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Modellsystem: Wildtiere in Agrarlandschaften

Raum-zeitlich dynamische Landschaften:
1. Änderung von Feldgrößen
2. Wechsel von Fruchtfolgen/Feldfrucht
3. Störungen (zB Düngung, Bodenbearbeitung...)
4. Ressourcenänderungen (zB Ernte, Mahd)

Modellorganismen: Waschbär, Fuchs, Hase

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Wildtier-Informationssystem: Warum geht der Wildtierbestand in Deutschland zurück?

- Intensivierung der Landwirtschaft
- Lokale Populationen sind besonders gefährdet

30

Einflüsse auf Tierbewegungen in dynamischen Agrarlandschaften?

- Landschaftskomplexität
- Fruchtfolgen zwischen den Jahren
- Dynamische Veränderung der Deckung
- Plötzliche Ressourcenveränderungen (Ernet, Mahd,..)
- Störungen durch Landmaschinen