Ethische und rechtliche Rahmenbedeingungen des psychologischen DIagnostizierens Flashcards Preview

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Flashcards in Ethische und rechtliche Rahmenbedeingungen des psychologischen DIagnostizierens Deck (9)
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1. ETHISCHE & RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN PSYCHOLOGISCHEN DIAGNOSTIZIERENS

Eine der wichtigsten & häufigsten Tätigkeiten in der Praxis von Psychologen ist das psychologische
Diagnostizieren. Laut Psychologengesetz 2013 ist es die einzige genuin (= ursprünglich) und gesetzlich
ausschließlich auf Psychologen beschränkte Tätigkei
t in der Praxis.

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DEFINITIONEN

  1. Psychologische Diagnostik
  2. Differenzielle Psychologie
  3. Psychometrie
  4. Psychologisches Diagnostizieren

  1. Psychologische Diagnostik: ist die wissenschaftliche Disziplin (Lehrfach), die psychologisches Diagnostizieren für die Praxis vorbereitet.
  2. Differenzielle Psychologie: ist die Forschungsrichtung, die sich mit Untersuchung psychischer Unterschiede zwischen einzelnen Menschen und Menschengruppen beschäftigt.
  3. Psychometrie: widmet sich der mathematisch-statistisch fundierten Theorie des Messens psychischer Phänomene, also der Theorie der Konstruktion psychologisch-diagnostischer Verfahren.
  4. Psychologisches Diagnostizieren: ist ein Prozess, der unter Zuhilfenahme besonderer Verfahrenzielgerichtete Informationen über die psychischen Merkmale von einem (od. mehreren) Menschen gewinnen will.

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Der Prozess psychologischen Diagnostizierens bezieht sich auf... (5 Punkte)

1) Klärung der Fragestellung
2) Auswahl der einzusetzenden Verfahren
3) Anwendung und Auswertung der Verfahren
4) Interpretation und Gutachtenerstellung
5) Festsetzen der Intervention (des Maßnahmenvorschlags)

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1.2. QUALITÄTSPROFIL FÜR PSYCHOLOGEN IM FACH PSYCHOLOGISCHE DIAGNOSTIK

  • - Umfassende Kenntnis über Konzepte und Regeln der Gesprächsführung
  • - Fertigkeit umgangssprachlich formulierte Fragestellungen umzuformulieren
  • - Fertigkeit, je Fragestellung ein Anforderungsprofil auszuarbeiten
  • - Vertrautheit mit einem Katalog von Einflussgrößen, die mit dem Untersuchungsanlass typischer
    Weise in Verbindung stehen
  • - Detailkenntnisse von psychologisch-diagnostischen Verfahren des Standardinventars der Psychologischen Diagnostik
  • - Qualifikation zur selbständigen Einarbeitung in die Anwendung neuer psychologischdiagnostischer Verfahren
  • - Fähigkeit zur Beurteilung der Qualität psychologisch-diagnostischer Verfahren
  • - Ansprechende Routine in der Anwendung psychologisch-diagnostischer Verfahren
  • - Kenntnis der rechtlichen  Rahmenbedingungen psychologischen Diagnostizierens
  • - Kenntnis der besonderen Testbedingungen bei bestimmten Populationen
  • - Sachkundigkeit in der Darstellung und Interpretation von Ergebnissen einer psychologischen Untersuchung.
  • - Kenntnis der psychohygienischen Versorgungsinstitutionen
  • - Kenntnis der Bildungsinstitutionen
  • - Kenntnisse über Konzepte & Regeln in der Präsentation der Ergebnisse einer psychologischen Untersuchung
  • - Beherrschen eines adressatengemäßen Ausdrucksstils
  • - Qualifikation zur Abfassung psychologischer Gutachten

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Rechtsnahe Quellen:

- Psychologengesetz 2013 (in Ö)
- DIN 33430: Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik (in Ö: ÖNORM D 4000=
- Diagnostik- und Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigung (DGPS und
BDP)
- (durchgängige) Lehrmeinung

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Rechtliche Vorgaben:

- Klinische Psychologen & Gesundheitspsychologen müssen ihren Beruf nach bestem Wissen & Gewissen und unter Beachtung der Entwicklung der Erkenntnisse der Wissenschaft auszuüben
- Psychologen pflegen eine größtmögliche sachliche und wissenschaftliche Fundiertheit, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit bei der Erstellung von Gutachten
- Psychologen fertigen Gutachten & Untersuchungsberichte so an, dass sie für Adressaten inhaltlich nachvollziehbar sind.
- Ein psychologisches Gutachten dokumentiert ein wissenschaftlich fundiertes Vorgehen und
beantwortet eine vorgegebene Fragestellung.

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Für die Erstellung eines PG gibt es zur Wahrung des Konsumentenschutzes Standards, die von
Fachverbänden oder Verwaltungseinrichtungen erstellt werden und auf Lehrmeinungen aufbauen. Diesen Standards gemäß muss ein PG den gesamten diagnostischen Prozess transparent machen. Das umfasst:

1) Die Konkretisierung des zunächst nur umgangssprachlich gegebenen Auftrags zu einer fachlich
beantwortbaren Fragestellung
2) Die Herleitung psychologischer Hypothesen über Bedingungszusammenhänge
3) Die Auswahl anzuwendender psychologisch-diagnostischer Verfahren
4) Die daraus gewonnen Ergebnisse und Gelegenheitsbeobachtungen
5) Die aus allen gewonnen Informationen getroffene Schlussfolgerungen
à Die Unterschrift des Psychologen unter das PG ist als rechtsverbindlich zu qualifizieren, da darin
explizit auf die berufsethischen Richtlinien hingewiesen wurde unter denen das PG erstellt wurde.

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Inwiefern sind ethische Verpflichtungen bei der Reglementierung von Konsumentenschutz verbindlich?

Damit ist gemeint, dass der Konsument (= die Testperson) die Garantie hat, fachgemäß psychologisch begutachtet zu werden.

Also: Es können berufsethische Grundsätze, die in der Berufsordnung enthalten sind, Ausdruck einer
einheitlichen und gefestigten Standesüberzeugung sein, die auch von der Allgemeinheit geteilt wird, und
deren Verletzung allgemein als Verstoß gegen das Anstandsgefühl angesehen wird.

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Zusammenfassung:

- Praktische Tätigkeit als Psychologe à Hohe Verantwortlichkeit
- Die Tätigkeit des Begutachtens erfordert hohe Qualitätsstandards
- Die Tätigkeit des Begutachtens bezieht sich insbesondere auf eine wissenschaftliche Leistung
è Daher ist auch das Beherrschen wissenschaftlichen Arbeitens sowie die Vertrautheit mit vielen
Erkenntnissen der „Psychologie als Wissenschaft“ vonnöten.