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Flashcards in Harnabflussstörungen_Brainscape Deck (17)
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1

Harnabflussstörungen: Obere Harnabflussstörung
- Synonym (1)
- Definition (1)

Synonym: supravesikale Harnabflussstörung

Definition: Obstruktionen der Nierenkelche, des Nierenbeckens oder der Ureteren

2

Harnabflussstörungen: Untere Harnabflussstörung
- Synonym (1)
- Definition (1)

Synonym: subvesikale Harnabflussstörung

Definition: Obstruktionen der Harnblase oder der Urethra

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Harnabflussstörungen: Definitionen
- Ureterabgangsstenose (2)
- Ureterstenose (1)
- Hydronephrose (1)
- Hydroureteronephrose (1)
- Pyonephrose (1)
- Sackniere (1)
- obstruktive Nephropathie (1)

Ureterabgangsstenose
- =Nierenbeckenabgangsenge = Harnleiterabgangsenge
- Obstruktionen im Übergang vom Nierenbecken zum Ureter

Ureterstenose: Obstruktionen im Bereich der Ureteren

Hydronephrose: = Harnstauungsniere = Erweiterung des Nierenbeckenkelchsystems (kann durch ABflussbehinderung, aber auch bei gesteigerter Diurese oder bei Kindern durch VUR)

Hydroureteronephrose: Harnstauungsniere + zusätzliche Erweiterung des Ureters

Pyonephrose: = infizierte Hydronephrose

Sackniere: beschreibt das atrophische NIerengewebe, das zB durch eine Hydronephrose entstanden ist

obstruktive Nephropathie: bezeichnet Nierenfunktionsstörung, die durch eine Abflussbehinderung entstehen kann

4

Harnabflussstörungen: Ätiologie
- akut
----- intraluminal (1)
----- extraluminal (2)
- chronisch
----- intraluminal (1)
----- ureteral (Veränderungen der Ureterwand führen zur Obstruktion) (5)
----- extrauretral (Prozesse, die den Harnleiter von außen einengen) (3)

akut
- intraluminal: Nierensteine/Konkremente -> häufigster Grund einer akuten oberen Harnabflussstörung
- extraluminal
----- akuter retroperitonealer Prozess (zB Blutung, rupturiertes Aortenaneurysma)
----- iatrogen: versehentliche Ureterligatur nach OP

chronisch
- intraluminal: Nierensteine/Konkremente -> häufigster Grund einer chronischen oberen Harnabflussstörung
- ureteral (Veränderungen der Ureterwand führen zur Obstruktion)
----- entzündlich (zB Tbc, Bilharziose)
----- posttraumatisch
----- iatrogen: STrikturen nach Ureteroskopie, Radiatio, postoperativ
----- Tumoren: Urothelkarzinom
----- kongenital: Ureterabgangsstenose, VUR: Genese Ureterabgangsstenose (siehe gesonderte Lernkarte)
- extrauretral (Prozesse, die den Harnleiter von außen einengen)
----- Retroperitonealfibrose (M. Ormond)
----- Tumoren: Zervixkarzinom (FIGO IIIb), Nierenzellkarzinom
----- Schwangerschaft

5

Harnabflussstörungen: Gradeinteilung der Hydronephrose (mittels SOno, CT oder MRT)
- I (1)
- II (1)
- III (2)
- IV (1)

I: Erweiterung des Nierenbeckens ohne Erweiterung der Nierenkelche

II: Leichte Erweiterung des Nierenbeckens, der Kelchhälse und der Nierenkelche

III
- deutliche Erweiterung des Nierenbeckens, der Kelchhälse und der Nierenkelche
- Parenchym durch erweiteres Nierenbecken teilweise verdrängt

IV: Parenchym durch erweitertes Nierenbecken vollständig verdrängt

6

Harnabflussstörungen: Klinik
- akut (6)
- chronisch (3)

akut
- Klinik v.a. bei Verlegung des gesamten Lumens von innen (zB Ureterstein)
- kolikartige Flankenschmerzen, ggf mit Ausstrahlung in die Leiste oder das Genital
- Erbrechen
- Hämaturie
- ggf Zeichen einer ENtzündung (wenn Fieber und Schüttelfrost -> V.a. Urosepsis)
- selten Anurie

chronisch
- häufig symptomlos
- ggf Hypertonie (durch RAAS-Aktivierung)
- Nierenfunktionseinschränkung -> klinische Symptomatik einer Urämie

7

Harnabflussstörungen: DD
- DD kolikartige Schmerzen (3)
- DD Hydronephrose (3)

DD kolikartige Schmerzen
- Darmerkrankungen (Appendizitis, Divertikulitis,...)
- gynäkologische Erkrankungen (Adnexitis, Extrauteringravidität,...)
- DD akutes Abdomen

DD Hydronephrose
- parapelvine Zyste
- ampulläres Nierenbecken
- Megakalikosis (= Anlagebedingte Erweiterung der Nierenkelche ohn Ektasie des Nierenbeckens)

8

Harnabflussstörungen: Ätiologie: chronisch: ureteral (Veränderungen der Ureterwand führen zur Obstruktion): kongenital: Ureterabgangsstenose, VUR: Genese Ureterabgangsstenose
- intrinsisch (1)
- extrinsisch (4)

intrinsisch: Störung der glatten Muskulatur und der Peristaltik in einem Harnleitersegment (funktionelle Stenose)

extrinsisch
- aberrierende Polarterie mit Obstruktion des proximalen Harnleiters
- Malrotation
- Lageanomalie oder veränderte Form der Niere
- okkludierender FIbrosestrang

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Harnabflussstörungen: Diagnostik: Diagnosestellung v.a. durch Bildgebung, aber trotzdem durchführen (3)

Anamnese (Steinleiden bekannt? Medis? bekanntes Tumorleiden?)

KU inkl DRU und vaginale Tastuntersuchung

Labor (Retentionsparameter, E'lyte, Diff-BB, ENtzündungsparameter, U-STix, bei V.a. Infekt Urinkultur+Blutkultur)

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Harnabflussstörungen: Diagnostik: Bildgebung in der Akutsituation
- Verfahren (2)
- Befunde bei Sackniere (1)
- Befunde bei Obstruktionen des Ureters (1)
- Befunde bei Konkrementen (1)

Verfahren
- 1. Wahl: Sono: Leitbefunde bei Hydronephrose (siehe gesonderte Lernkarte)
- ggf +low-dose CT ohne KM (v.a. Steine gut sichtbar): Leitbefunde bei Hydronephorse (siehe gesonderte Lernkarte)

Befunde bei Sackniere: in späten Stadien des Harnaufstaus -> Atrophie des Nierenparenchyms (Hydronephrose Grad IV)

Befunde bei Obstruktionen des Ureters: erweiteretr uRETER

Befunde bei Konkrementen: direkte Darstellung häufig nur in der CT möglich, in der SOno häufig nur Schallschatten nachweisbar

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Harnabflussstörungen: Diagnostik: Bildgebung bei chronischer Harnabflussstörung
- Allgemeines (2)
- Untersuchungen (4)

Allgemeines
- CHronische Harnabflussstörung meist Zufallsbefund
- Bildgebung hat bei chronischer Abflussstörung v.a. Zweck der Ursachensuche

Untersuchungen
- CT Abdomen ohne und mit KM (zuerst ohne um Konkremente nachzuweisen)
- ggf Ausscheidungsurogramm (aufgrund Aussagekraft und hoher Verfügbarkeit eines CTs nur noch selten eingesetzt)
- MRT (bei KI gegen jodhaltiges KM oder bei jungen Pat weil weniger Strahklung)
- MAG3-Nierenfunktionsszintigraphie (seitengetrennte Beurteilung der Nieren und Klärung der OP-Indikation)

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Harnabflussstörungen: Therapie: in der Akutsituation (2)

ENtfernung des Abflusshindernisses -> weitere Nierenschädigung vermeiden: Doppel-J-Katheter, perkutane Nephrostomie (PCN = Katheter mit perkutaner Ausleitung)

bei infizierter Hydronephrose: zusätzlich antibiotische Therapie, zB Ceftriaxon

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Harnabflussstörungen: Therapie: Behandlung der Grunderkrankung
- allgemein (2)
- Ureterstenose (1)
- Nierenbeckenabgangsstenose (siehe gesonderte Lernkarte)

allgemein
- operative Behandlung (CAVE Rezidivgefahr wegen postoperativen STrikturen)
- bei Funktionslosigkeit der Noere und rezidivierenden Infekten/anderer Komplikationen: Nephrektomie erwägen

Ureterstenose: Exzision der Harnleiterstenose und Überbrückung des Defekts durch: (siehe gesonderte Lernkarte)

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Harnabflussstörungen: Diagnostik: Bildgebung in der Akutsituation: Verfahren: 1. Wahl: Sono: Leitbefunde bei Hydronephrose (1)

echoarme Dilatation des Nierenbeckens und der Nierenkelche (Aufspreizung des zentralen Reflexbandes

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Harnabflussstörungen: Diagnostik: Bildgebung in der Akutsituation: Verfahren: ggf +low-dose CT ohne KM (v.a. Steine gut sichtbar): Leitbefunde bei Hydronephorse (3)

Dilatation des Nierenbeckens und der Nierenkelche, ggf perirenales Ödem (="STranding")

bei zusätzlicher Pyonephrose: starke KM.Aufnahme der Nierenbeckenwand, Flüssigkeit im Nierenbeckenkelchsystem ist dicher als bei Hydronephrose

bei zusätzlicher Pyelonephritis: verzögertes KM-ENhancement des Parenchyms, FLüssigkeitsansammlungen im perirenalen Fettgewebe

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Harnabflussstörungen: Therapie: Behandlung der Grunderkrankung: Ureterstenose: Exzision der Harnleiterstenose und Überbrückung des Defekts durch: (4)

Ureteroureterostomie

Psoas-Hitch-Plastik (Harnblase wird eleviert und am Psoas-Muskel fixiert -> spannungsfreie Anastomose)

Boari-Plastik (= AUsschneiden eines Lappens aus der Harnblase und Umformung in einen Ureter)

Ileum-Interponat (=EInfügen eines Dünndarmabschnitts)

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Harnabflussstörungen: Therapie: Behandlung der Grunderkrankung: Nierenbeckenabgangsstenose
- konservativ
----- Maßnahmen (1)
----- Indikationen (2)
- operativ
----- Maßnahmen (1)
----- Indikationen (3)

konservativ
- Maßnahmen: aktive Überwachung und regelmäßige VErlaufskontrollen
- Indikationen
----- asymptomatischer Patient mit guter seitengleicher Nierenfunktion
----- fehlende klinische Relevanz (zB alter Mann mit funktionsloser Niere ohne BEschwerden)

operativ
- Maßnahmen: zB Nierenbeckenplastik nach ANderson-Hynes (= offene oder laparoskopische Resektion der ENge und Anstomosierung von Ureter un drestlichem Nierenbecken)
- Indikationen
----- progredienter Funktionsverlust der Niere
----- Flankenschmerzen
----- rezidivierende Pyelonephritiden