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Flashcards in Strafrecht AT Deck (102):
1

Mittäterschaft

Bewusstes und gewolltes Zusammenwirken = gemeinsamer Tatentschluss und gemeinsame Tatausführung

2

Tatplan

Zwei oder mehrere Personen verabreden die gemeinsame Begehung einer Tat durch bestimmte objektive Tatbeiträge

3

Additive Mittäterschaft

Mehrere tun sich zusammen, um durch gemeinsames, gleichzeitiges Handeln den Erfolgseintritt wahrscheinlicher zu machen

4

Alternative Mittäterschaft

Mehrere Täter greifen an verschiedenen Orten einzeln an, je nachdem, wo das konkretisierte Opfer auftaucht

5

Bestimmen, § 26

Wenigstens mitursächliches Hervorrufen des Tatentschlusses beim Haupttäter

6

Omnimodo facturus

= „Jemand, der die Tat ohnehin begehen wird“, beschreibt die Situation, in der Vorsatz bereits vor der Einwirkung bestand

7

Aufstiftung

Anstiftung zur Begehung einer Qualifikation

8

Umstiftung

Zu einer Tat entschlossener Täter wird zur Begehung einer anderen Tat verleitet

9

Abstiftung

Täter wird veranlasst, statt der Qualifikation nur das Grunddelikt zu verwirklichen

10

Mittäterschaftliche Anstiftung

Gemeinschaftliche Einwirkung auf einen Täter

11

Kettenanstiftung

Anstiftung zur Anstiftung zur Haupttat

12

Hilfeleisten (Beihilfe)

Jede Handlung, die die Herbeiführung des Taterfolges durch den Haupttäter objektiv fördert oder erleichtert, ohne dass sie für den Erfolg selbst ursächlich sein muss

13

Physische Beihilfe

Jede tätige Mitwirkung am äußeren Tatgeschehen

14

Psychische Beihilfe

Technische Rathilfe und Bestärkung des Tatentschlusses

15

Technische Rathilfe

Ratschläge und Tipps jeder Art, die die Tat erleichtern oder ermöglichen

16

Bestärkung des Tatentschlusses

Bestärken eines schon gefassten Tatentschlusses oder der Bereitschaft, ihn weiterzuverfolgen

17

Zufluss- oder Verstärkerkausalität der Beihilfe

Der Gehilfenbeitrag muss die Steigerung der Erfolgschancen für den Täter kausal steigern, bzw. Ermöglichen, erleichtern, beschleunigen oder intensivieren

18

Objektiv erkennbare Tatgeneigtheit

Es gibt konkrete Anhaltspunkte für den möglichen Gehilfen, die ein strafbares Verhalten des Haupttäters als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen

19

Sich-Erbieten

Ein tatgeneigter Täter bietet einem anderen die Durchführung eines Verbrechens an und macht es von dessen Zustimmung abhängig

20

Annahme einer Anstiftung

Erklärung gegenüber dem Anstifter zur Tatbereitschaft, wobei die Erklärung nicht unbedingt zugegangen sein muss

21

Unbewusste Fahrlässigkeit

Täter erkennt die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung nicht

22

Bewusste Fahrlässigkeit

Erkennt zwar die Möglichkeit, vertraut aber auf das Ausbleiben

23

Leichtfertigkeit

Grobe Fahrlässigkeit, Pflichtwidrigkeit und Voraussehbarkeit liegen gesteigert vor, Täter handelt besonders sorgfaltswidrig und Erfolgseintritt drängt sich gerade zu auf

24

Objektive Pflichtwidrigkeit

Objektiv pflichtwidrig handelt, werd die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt

25

Objektive Sorgfaltspflichtverletzung, Maßstab

Besonnener und gewissenhafter Mensch aus dem Verkehrskreis des Täters

26

Vertrauensgrundsatz

Wer sich selbst sorgfaltsgemäß verhält darf, wenn keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen, davon ausgehen, dass sich alle anderen Teilnehmer ebenfalls pflichtgemäß verhalten

27

Übernahmefahrlässigkeit

Jemand übernimmt eine Tätigkeit, ohne die dafür erforderlichen Kenntnisse oder Fähigkeiten zu besitzen

28

Pflichtwidrigkeitszusammenhang

Der Erfolgseintritt wäre bei pflichtgemäßem Alternativverhalten vermeidbar gewesen

29

Spätfolgen (Fahrlässigkeit)

Beim Opfer bleibt nach der Behandlung des Primärschadens ein Schaden zurück, der die Lebensrisiken erhöht

30

Schockschäden

Typischerw. Verletzungen bis hin zum tödlichen Zusammenbruch, die Personen erleiden, weil sie z.B. vom Unfalltod erfahren

31

Unfreies Verhalten (Retterfälle)

Retter ist zum Eingreifen verpflichtet

32

Freies Verhalten (Retterfälle)

Es bestand keine rechtliche Pflicht zur Handlung, z.B. weil sie nicht zumutbar war

33

Verfolgerfälle

Der später Geschädigte verunglückt während der Verfolgung eines Straftäters

34

Subjektive Fahrlässigkeit

Täter war nach seinen persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten bei Begehung der Tat in der Lage, die Sorgfaltspflicht zu erfüllen und die Tatbestandsverwirklichung vorauszusehen

35

Omissio libera in causa

Der Täter versetzt sich vor der Tat in die Handlungsunfähigkeit und kann daraufhin Garantenpflichten nicht mehr erfüllen

36

Hypothetische Kausalität

Bei Vornahme der gebotenen Handlung wäre der Erfolg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entfallen

37

Risikoverminderungslehre

Es genügt für die Kausalität nach einer Mindermeinung, dass die gebotene Handlung die Erfolgswahrscheinlichkeit vermindert hätte

38

Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens

Garant würde durch die Pflichterfüllung billigenswerte eigene Interessen im erheblichen Umfang gefährden und das Gewicht der preiszugebenden Interessen entspricht dem Gewicht des drohenden Erfolges

39

Gebotsirrtum

Pendant zum Verbotsirrtum: Der Täter irrt über ein Handlungsgebot

40

Beschützergarant

Derjenige, der das anvertraute Gut vor aufkommenden Gefahren schützen muss

41

Überwachungsgarant

Derjenige, der eine Gefahrenquelle zu überwachen hat

42

Garant aus familiärer Verbundenheit

Formales familienrechtliches Band und faktisches, auf Beistand angelegtes, Obhutsverhältnis

43

Gefahrengemeinschaft

Mitglieder einer Gemeinschaft, die sich zusammengetan und (konkludent) versprochen haben, Gefahren voneinander abzuwenden

44

Betriebsbezogene Straftaten

Taten, bei denen ein innerer Zusammenhang mit spezifischen Betriebsgefahren oder dem Tätigkeitsfeld des Mitarbeiters besteht

45

Objektive Bedingung für den Vorsatz

Es muss etwas eintreten, worauf der Täter keinen Einfluss hat; dies hier unschädlich, denn er hat seinen Entschluss schon getroffen

46

Subjektive Bedingung des Vorsatzes

Der Täter weiß selbst noch nicht, was eintritt, hier muss der Täter selbst noch etwas machen

47

Spezialität

Jeder Fall des einen Tatbestandes ist zugleich ein Fall eines anderen Tatbestandes, aber die eine Vorschrift umfasst weniger Fälle als die andere

48

Subsidiarität

Teilweise gesetzlich angeordnet (Frage des Anwendungsbereichs);
Allgemeine Subsidiarität meint das Verhältnis zwischen Strukturen, die vom AT vorgegeben werden

49

Konsumption

Das Unrecht der einen Tat ist im wesentlichen im Unrecht der anderen Tat enthalten

50

Krankhafte seelische Störung

Störung, die auf (vermuteten) körperlichen Prozessen beruht, wohl auch Trunkenheit

51

Tiefgreifende Bewusstseinsstörung

Vorübergehende Zustände

52

Präpendenz

Früheres Verhalten erfüllt milderen Tatbestand sicher

53

Postpendenz

Späteres Verhalten erfüllt milderen Tatbestand sicher

54

Unechte Wahlfeststellung

Delikt steht sicher fest, aber nicht, welche Handlung

55

Echte Wahlfeststellung

Das Gericht gelangt zur Erkenntnis, dass mehrere Tatabläufe möglich sind, die alle die Strafbarkeit des Täters begründen, aber jeweils nach anderen Delikten

56

Nahestehende Person (§ 35)

Personen, die mit Täter in einer Angehörigen ähnelnden Weise in einer auf gewisse Dauer angelegten Beziehung verbunden sind

57

Nicht anders abwendbar, § 35

Erforderlichkeit + Eignung + mildestes mittel

58

Selbst verursacht, § 35

Nach h.M.: Täter hat sich pflichtwidrig verhalten und dadurch die Gefahr in objektiv zurechenbarer Weise verursacht

59

Besonderes Rechtsverhältnis, § 35

Personen, denen aufgrund eines besonderen Rechtsverhältnisses beruflicher oder berufsähnlicher Art besondere Schutzpflichten gegenüber der Allgemeinheit obliegen, z.B. Ärzte, Soldaten, Richter; auch gesetzliche Duldungspflichten

60

Intensiver Notwehrexzess

Opfer überschreitet die Grenzen der gebotenen Notwehr

61

Extensiver Notwehrexzess

Opfer überschreitet die zeitlichen Grenzen der Notwehr

62

Asthenischer Affekt

Affekt, der auf menschlicher Schwäche beruht; für § 33 wenigstens von einem gewissen Störungsgrad, durch den der Täter das Geschehen nur noch in erheblich reduzierten Maße verarbeiten kann

63

Putativnotwehrexzess

Der Täter stellt sich einen Sachverhalt vor, der bei tatsächlichem Vorliegen zu einer Notwehrexzesslage führen würde

64

Conditio-sine-qua-non-Formel

Die Handlung kann nicht hinweggedacht werden, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele

65

Lehre von der gesetzmäßigen Bedingung

Zwischen Handlung und Erfolg muss ein nach den Naturgesetzen erklärbarer Zusammenhang bestehen —> Ist die Handlung im Erfolg wirksam geworden?

66

Abgebrochene Kausalität

Eine Handlung, die für sich gesehen den Tod hätte kausal herbeiführen können, wird durch eine andere Handlung überholt, die unabhängig den Erfolg herbeiführt

67

Fortwirkende Kausalität

Eine andere Handlung knüpft an die Ersthandlung an; regelmäßig, weil eine durch die Ersthandlung geschaffene Situation vorgefunden wird

68

Alternative Kausalität

Von zwei gesetzten Bedingungen hätte jede für sich den Erfolg verursacht

69

Kumulative Kausalität

Mehrere Täter setzen unabhängig voneinander Bedingungen, die nicht alleine, sondern nur in ihrer Gesamtheit den Tod herbeiführen

70

Objektive Zurechenbarkeit

Täter hat eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen, die sich im tatbestandlichen Erfolg realisiert hat

71

Unvorhersehbarer Kausalverlauf

Der Kausalverlauf liegt so sehr außerhalb jeder Lebenserfahrung, dass mit ihm vernünftigerweise nicht gerechnet werden muss

72

Vorsatz

Wissen und Wollen um alle wesentlichen Tatbestandsmerkmale

73

Dolus directus 1. Grades

Absicht, zielgerichtetes Wollen mit der Vorstellung, dass es zum Erfolg kommen kann

74

Dolus directus 2. Grades

Wissentlichkeit, Täter weiß um die Möglichkeit der Verwirklichung und nimmt dadurch den Willen in seine Handlung mit auf

75

Dolus eventualis

Der Täter hält die Verwirklichung für möglich und findet sich mit dem Eintritt ab

76

Dolus cumulativus

Der Täter hat den Vorsatz, durch eine Handlung mehrere Taten zu verwirklichen, zum Beispiel Mord/Totschlag u Sachbeschädigung durch Wurf einer Bombe

77

Dolus alternativus

Der Täter hat nur den Vorsatz, mit einer Handlung entweder den einen oder den anderen Tatbestand zu verwirklichen

78

Koinzidenz-/Simultaneitätsprinzip

Alle Tatumstände müssen bei der Tat vorliegen

79

Dolus antecedens

Vorhergehender Vorsatz

80

Dolus subsequens

Nachträglicher Vorsatz

81

Tatbestandsirrtum

Irrtum über merkmalsrelevante Tatsachen

82

Error in persona

Täter irrt über die Identität einer Person oder Sache

83

Aberratio ictus

Der Täter hat sein Handlungsobjekt als Ziel seiner Tat anvisiert, der Angriff geht jedoch fehl und trifft ein anderes, nicht individualisertes Tatobjekt

84

Dolus generalis

Klassische Konstellation ist der Glaube, das Opfer mit der Ersthandlung getötet zu haben, obwohl der Tod erst mit der Zweithandlung eintritt

85

Handlungseinheit

Handlung im natürlichen Sinne, aber auch wiederholte Tatbestandsverwirklichung mit engem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang aufgrund einheitlichen Willens

86

Rechtliche Handlungseinheit

Tatbestandliche Handlungseinheit (mehraktiges Delikt oder rechtliche Verbindung aufgrund Teilidentität); daneben Prinzip der Verklammerung und natürliche Handlungseinheit

87

Prinzip der Verklammerung

Mehrere Taten werden durch Klammerwirkung, die an sich in Tatmehrheit stehen, verbunden werden, wenn das verklammernde Delikt nicht jeweils weniger schwer wiegt als die zu verbindenden Taten

88

Logisches Stufenverhältnis

Von zwei alternativ verwirklichten Straftatbeständen umfasst der eine den anderen zwingend

89

Normatives Stufenverhältnis

Das Mehr-Weniger-Verhältnis ergibt sich aus einer wertenden Betrachtung (z.B. Vorsatz/Fahrlässigkeit)

90

Organisationsherrschaft

Innerhalb eines hierarchisch strukturierten Machtapparats mit Anordnungsgewalt, der vom Recht gelöst ist, und in dem der Ausführende beliebig austauschbar ist, wodurch insgesamt eine erhöhte Tatbereitschaft besteht

91

Angriff

Jede von einem Menschen ausgehende Gefahr für ein Individualrechtsgut

92

Gegenwärtig (Notwehr)

Unmittelbar bevorstehend/gerade stattfindend/noch andauernd

93

Rechtswidrig

Angreifer selbst nicht gerechtfertigt

94

Erlaubnistatbestandsirrtum

Der Täter stellt sich einen Tatbestand vor, bei dessen Vorliegen er gerechtfertigt wäre

95

Wahndelikt

Täter erfasst die Umstände richtig, hält sein Verhalten aber aufgrund fehlerhafter Wertung für strafbar

96

Fehlgeschlagener Versuch

Täter kann nach seiner subjektiven Vorstellung die Tat mit den bereits eingesetzten oder zur Hand liegenden Mitteln nicht mehr ohne zeitliche Zäsur vollenden

97

Unbeendeter Versuch

Täter glaubt, noch nicht alles zur Herbeiführung des Erfolges getan zu halten und hält den Erfolgseintritt für möglich

98

Beendeter Versuch

Täter glaubt, alles zur Erfolgsverwirklichung getan zu haben und hielt Erfolgseintritt für möglich

99

Freiwilligkeit

Aufgrund freier Willensbildung

100

Autonome Motive

Von innen kommende Entschlüsse

101

Sichbemühen

Täter muss bewusst und gewollt in einer Weise aktiv tätig werden, die seiner Vorstellung nach geeignet ist, den Kausalverlauf zu unterbrechen und die Vollendung zu verhindern

102

Ernsthaftigkeit

Täter muss alles tun, was in seinen Kräften steht und seiner Überzeugung nach erforderlich ist