T7 Kreislauf Flashcards

1
Q

Aufgaben des kardiovaskulären Systems

A
  • Versorgung der peripheren Organe mit Blut
  • Blutkreislauf stellt ein rasch regulierbares, konvektives Transportsystem
  • Chemische Kommunikation zwischen spezialisierten Organen
  • Thermoregulation
  • Systemische Kreislauregulation koordiniert Durchblutung der Organe, hält arteriellen Druck aufrecht
    (mittels Beeinflussung der Herzfrequenz und des Schlagvolumens, direkte Kontrolle durch vegetatives System)
  • Zentrale Kontrolle des Kreislaufs
    (Neurone in der Medulla oblongata beteiligt (übergeordnete Steuerung erfolgt durch den Hypothalamus))
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
2
Q

Aorta

A
  • überwiegend elastische Fasern
  • Wichtig für gleichmässige Funktion des Herzkreislaufs
  • Windkesselfunktion
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
3
Q

Arterien

A

Elastischer Typ: z.B.: Aorta, Halsschlagader
- In Media überwiegend elastische Fasern
- Gleichmässige Funktion des Kreislaufs
muskulärer Typ: Widerstandsgefässe
- In Media überwiegen glatte Muskelzellen
- Beeinflussen Durchblutung der Organe

-> Müssen hohem Druck standhalten
größte Strömungswiderstand entfällt auf die terminalen Arterien und Arteriolen

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
4
Q

Arteriolen

A
  • Widerstandsregulation (Hauptanteil der Widerstandsgefässe)
    (-Vasokonstriktion)
    (-Vasodilatation)
  • Übergang zwischen Arterien und Kapillaren
  • Wand besteht aus Endothel, Gitterfasernetz/Basalmembran und glatte Muskelzellschicht (einschichtig)
  • Steuerung des Spannungszustandes (Arteriolenweite -> Durchblutung) durch vegetatives Nervensystem, lokale Stoffwechselprodukte, Botenstoffe
  • Müssen hohem Druck standhalten
    (-größter Strömungswiderstand entfällt auf die terminalen Arterien und Arteriolen)
  • Die Dilatation einer Arteriole erhöht den Blutdruck in den nachgeschalteten Kapillaren
  • Für Regulation der kapillären Durchblutung verantwortlich
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
5
Q

Kapillaren

A
  • Fläche 1000m2, effektive kapilläre Austauschfläche des Körpers beträgt in Ruhe etwa 300 m2
  • versorgt Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportiert Kohlendioxid und Stoffwechselprodukte ab per Diffusion (möglichst geringes Hindernis)
  • hoher Sauerstoffbedarf  hohe Kapillardichte (Muskeln, Niere, Lunge)
  • langsamer Blutstrom -> guter Stoffaustausch
  • porös, semipermeable Membran
  • Für Austausch Druckverhältnisse entscheidend -> Filtration, Reabsorption
  • Endothelzellschicht umgeben von einer Basalmembran
  • Der Transport von Atemgasen in die Zelle wird u. a. durch die Kapillardurchblutung limitiert
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
6
Q

Venen

A
  • Niederdrucksystem
  • Ca. 10 % des Blutvolumens
  • Reservoir für grössere Blutmengen
  • Dünnwandig, Schichten schwierig abzugrenzen
  • Klappen verhindern Rückstau
  • Kapazitätsgefässe, bereits bei niedrigem Druck grosse Volumina aufnehmen
  • Venöse compliance sehr variabel
    (Abhängig vom Füllungszustand, transmuralen Druck und Venentonus )
  • Zentraler Venendruck (mittlerer Druck der herznahen grossen Körpervenen)
    (Mass der Füllung des Niederdrucksystems (des gesamten Blutvolumens) )
  • Venöser Rückstrom auch durch Ventilebenenmechanismus gefördert
  • Oberflächliche Venen (der unteren Extremität besitzen keine Klappen)
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
7
Q

Strömungswiderstand, abhängig von:

A
  • Durchmesser: Wichtig für Blutdruckregulation − Durchblutung der einzelnen Gefässe wird so geregelt und kann z.B. bei Entzündungen angepasst werden
  • Viskosität − Vom Anteil der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) abhängig − Funktion der Strömungsbedingung
  • Länge
  • Gesamtquerschnit
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
8
Q

Peripherer Gesamtwiderstand

A
  • Totale periphere Widerstand (TPR)
  • Summe des Strömungswiderstandes der einzelnen Gefässabschnitte
  • nimmt dieser zu, bei gleichbleibende, Herzzeit- und Blutvolumen, steigt der Blutdruck
  • ungefähr zur Hälfte von terminalen Arterien und Arteriolen und zu einem Viertel von Kapillaren erzeugt
  • Quotienten von Herzzeitvolumen und arterio-venöser Druckdifferenz zwischen Aorta und rechtem Vorhof
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
9
Q

Grundlagen der Blutströmung

A
  • Bei gegebener Druckdifferenz wird die Höhe der Durchblutung v.a. vom Gefässradius bestimmt
  • Glatte Muskulatur reguliert Gefässradius, Viskosität des Blutes zweitrangig
  • Der Strömungswiderstand ist umgekehrt proportional zur 4. Potenz des Gefäßradius
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
10
Q

Durchblutung

A
  • Abhängig von Schwerkraft, Körperposition
  • Sicherung durch:
  • Herz: Schlagvolumen, Herzfrequenz
  • Gefässe: Veränderung Gefässdurchmesser
  • Änderung des Blutvolumens
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
11
Q

Lokale Durchblutungsregulation

A
  • Änderung der Gefässweite
  • Myogene Durchblutungsregulation: Autoregulation (ausgeprägt in Niere und Gehirn)
  • Regulation durch Stoffwechsel: Arteriolen reagieren auf lokale chemische Einflüsse (O2-Mangel, CO2-Anstieg, Lactat-Anstieg -> Steigerung der lokalen Durchblutung
  • Regulation durch Hormone, und Stoffe die vom Endothel und den Thrombozyten produziert werden
  • Regulation durch Nervenimpulse: Sympathikus, je nachdem Gefässerweiterung oder Verengung
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
12
Q

Arterielle Elastizität

A
  • Aorta und Halsschlageader (überwiegend elastische Fasern)  wichtig zur gleichmässigen Funktion des Kreislaufs
  • Pulswelle:
  • Auswurf des Schlagvolumens
  • Beschleunigung des Blutes
  • aufgrund Massenträgheit des Blutes, Druckanstieg im Anfangsteil der Aorta
  • Dehnung der elastischen Aortenwand
  • lokale Querschnittserweiterung, in der ein Teil des Volumens gespeichert wird (sog. Windkesselfunktion)
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
13
Q

Windkesselfunktion

A
  • Druckanstieg in der Aorta während der Systole wesentlich kleiner als in einem starren Rohr
  • lokaler Druckgradient entlang des Gefäßes bewirkt eine zeitlich verzögerte Beschleunigung und Weiterbewegung des gespeicherten Blutvolumens entlang der Arterie
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
14
Q

Compliance

A
  • Dehnbarkeit der Gefässe
  • im venösen System 200x grösser als arteriell
  • Alter & gewisse Erkrankungen können zu einer Abnahme der Compliance führen
  • Verlust elastischer Fasern
  • Compliance der grossen Arterien nimmt ab
  • gleichzeitige Zunahme des Gefässdurchmessers
  • Abnahme der Compliance führt zur Zunahme von tangentialer Wandspannung, Druckpulsamplitude, Druckpulswellengeschwindigkeit und Druckbelastung des Herzens
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
15
Q

Blutdruck =

A

= Kraft die auf die Gefässwand ausgeübt wird
- arteriellen Blutdruck
- Pulmonaler Blutdruck

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
16
Q

Körperposition

A

Durchschnittswerte, kann individuell extrem variieren)
* Hydrostatischer Druck: beim Liegenden sind diese praktisch vernachlässigbar, im Stehen erreichen sie jedoch Maximalwerte
* Orthostase: Beim Übergang vom Liegen zum Stehen verlagern sich ca. 500 ml Blut in die untere Extremität (Blutdruck in den Beinvenen nimmt um bis zu 90 mmHg)
- Baroreflex führt zu Vasokonstriktion in Widerstandsgefässe der Skelettmuskulatur, Haut, Niere und Splanchnikusgebiet (Eingeweidenerv)
- total peripherer Widerstand↑, mittlerer arterieller Druck normalisiert sich
- Venen kontrahieren; HF ↑, Schlagvolumen ↓, Herzzeitvolumen ↓
- Bei hypotonen Blutdruckwerten Anpassung nicht ausreichend  Schwindel, Sehstörung, Synkope

17
Q

Einflussfaktoren Blutdruck

A
  • Alter -> durch Elastizitätsverlust der Arterien
  • Geschlecht
  • genetischen Faktoren
  • Ernährungszustand
  • Umwelteinflüssen
  • physischen und psychischen Belastungssituationen  Anstieg
  • von Atmung abhängig
  • Systole: Blut wird in die Aorta gepumpt 120mmHg
  • Diastole: Herz erschlafft 80mmHg
  • Arterieller Mitteldruck: Diastolischer Blutdruck + 1/3 der Blutdruckamplitude = ~95mmHg
18
Q

Hypertonie

A

erhöhter Blutdruck
(Schädigung Herz, Niere und Gehirn$9

19
Q

Hypotonie

A

niedriger Blutdruck
Symptome: Schwindel, Extremfall Schock und Organversagen (Schock: Versagen der Kreislaufregulation, Durchblutungsverminderung lebenswichtiger Organe, ev. Blutdruck nicht mehr messbar)

20
Q

Blutdruckregulation

A
  • Voraussetzung Körper kann BD selbst messen
    Aorta und Halsschlagader via Pressorezeptoren (Barorezeptoren)
  • Regelkreislauf mit negativer Rückkopplung
21
Q

Br. kurzfristig

A
  • Innerhalb Sekunden

Pressorezeptoren-Reflex
- BD-Abfall, reflektorisch Reizung Sympathikus, Blutvolumen↑, ev. Gefässverengung in Haut, Niere und Magen-Darm-Trakt
- Erhöhter BD, Sympathikus-Hemmung

Bei langanhaltender Steigerung passen sich Pressorezeptoren an
- Reflexbogen über Kreislaufzentrum, deshalb BD auch von Schmerz, Kälte und emotionalen Reizen beeinflusst
- In Vorhöfen ebenfalls Dehnungsrezeptoren, reagieren aber weniger stark

22
Q

Br. Mittelfristig

A

Innert min bis h

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
- Nierendurchblutung↓ (z.B. durch BD-Abfall oder Nierenarterienverengung)
- Reninfreisetzung in der Niere↑
- Renin fördert Angiotensin I mittels Angiotensin-converting-Enzyms zu Angiotensin II
- BD↑ (aufgrund Gefässverengender Wirkung von Angiotensin II)

23
Q

Br. Langfristig

A
  • ≥ innert Tagen *
  • Wirkung durch Einfluss auf Blutvolumen v.a. durch die Niere
  • Druckdiurese
  • Ausschüttung Antidiuretisches Hormon
  • Ausschüttung von Aldosteron: Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
  • Botenstoffe der Niere: Blutvolumen ↑ -> hormonähnliche Botenstoffe in Vorhöfen freigesetzt (atriales natriuretisches Peptid) -> Steigerung der Diurese in der Niere (Volumenüberschuss wird ausgeglichen)
24
Q

Niederdrucksystem

A
  • Umfasst
  • alle Körpervenen
  • rechtes Herz
  • Lungengefäße
  • den linken Vorhof und während der Diastole auch den linken Ventrikel
  • Mitteldruck unter 20mmHg
  • elastische Dehnbarkeit (Compliance) des Niederdrucksystems etwa 200-mal höher als im arteriellen System
  • zentrale Venendruck
  • Maß der Füllung des Niederdrucksystems und somit auch des gesamten Blutvolumens
25
Q

Funktion und Besonderheiten Lungenkreislauf

A
  • Teil des Niederdrucksystems
  • Starke Abhängigkeit der Gefässmechanik von der Höhe des intraalveolären Drucks
    -> Grosse Dehnbarkeit
  • Durchblutung inhomogen und lageabhängig
  • Pulmonaler Strömungswiderstand und pulmonales Blutvolumen von Ventilation abhängig
  • Kapillarnetz
    Anreicherung mit Sauerstoff
    Abgabe Kohlendioxid
  • Austausch der Atemgase zwischen den Alveolen und den Lungenkapillaren
  • besitzt zusätzlich Bronchialgefäßen, die aus dem Körperkreislauf entstammen
    eine zweite Blutversorgung
    Sicherstellung der nutritive Versorgung des Lungengewebes
  • im Vergleich zum Körperkreislauf sind die Gefässe kürzer und dünnwandiger mit einem grösseren Gefässdurchmesser
  • Gefässplexus
    Dichter Kapillargefässbaum
    In Ruhe 70m2 Kapillaroberfläche und bei körperlicher Belastung ca. 100m2
  • Lungenkapillaren
    Grosse elastische Dehnbarkeit
    Druckpassives Durchblutungsverhalten
    -> niedriger Strömungswiderstand
26
Q

Druckverhältnisse

A
  • Drücke in der Arteria pulmonalis
  • systolische Druck 20–25 mmHg
  • diastolischer Druck 9–12 mmHg
  • mittlere Druck 10–15 mmHg
  • Bereich der Lungenkapillaren liegen die mittleren Drücke bei 9–13 mmHg und im linken Vorhof bei 5–12 mmHg
  • normokarder Sinusrhythmus: 68/min (nicht sichtbar auf Abb.)
27
Q

Perfusion

A
  • vertikalen Perfusionsgradienten in der Lunge beim aufrechten Stehen
  • Ppa = Druck A. pulmonalis,
  • PA = Druck im Alveolarraum
  • Ppv = Druck Pulmonalvenen
28
Q

Besonderheiten

A
  • weitgehende Parallelschaltung beider Ventrikel
  • über 90 % des venösen Rückstroms direkt in den Körperkreislauf gepumpt
  • stark reduzierte Lungendurchblutung
  • niedriger Sauerstoffpartialdruck
  • Oxygenierung erfolgt über Plazenta
  • Nach der Geburt: Verschluss des Foramen ovale und des Ductus arteriosus Botalli
  • Umstellung der Zirkulation
  • Herzventrikel sequentiell perfundiert
  • sämtliches Blut fließt erst durch die Lunge und nachfolgend durch den linken Ventrikel in den Körperkreislauf