Vorlesung 1: Einführung in die Schweizer Politik Flashcards

1
Q

Die Schweiz: Erfolgsgeschichte und Sonderfall

Le bonheur d’être suisse… (J. Ziegler, 1994)

A
  • Nicht in Weltkrieg involviert
  • Vom Armenhaus zu einem der reichsten Länder der Welt
  • Funktionierender Staat, gute öffentliche Dienstleistungen
  • Politische Stabilität
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2
Q

Die Schweiz: Erfolgsgeschichte und Sonderfall

Symbolische Überhöhhung: Mythenbildung

A
  • bewaffnete Neutralität
  • Föderalismus
  • Konkordanz
  • Direkte Demokratie
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3
Q

Die Schweiz: Erfolgsgeschichte und Sonderfall

Politikwissenschaft des Sonderfalls

A
  • Besonderheiten des Schweizer Systems
    • “was können andere von uns lernen?”
  • Scharfe Kritik an den Mythen
    • Konsens als ‘sanfte Repression’ (Masnata & Rubattel 1978)
    • Macht der Spitzenverbände (Kriesi 1980)
  • Weg von der Nabelschau:
    • Schweiz als “Politologischer Normalfall”
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4
Q

Die Schweiz: Erfolgsgeschichte und Sonderfall

Unterscheidung von Spezifischem und Allgemeinen

A
  • Theoriegeleitetes Vorgehen
    • Generalisierbare Aussagen?
    • Bedingtheit der schweizer Verhältnisse
  • Internationaler Vergleich (-> vergleichende Politik, D. Caramani)
    • Ähnlichkeiten mit anderen politischen Systemen
    • Eigenheiten des politischen Systems der Schweiz?
  • Ausgangspunkt: Einordnung der Schweiz in theoretische Kategorisierung verschiedener Demokratie-Typen
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5
Q

1.2 Demokratie-Typen

Consociationalismus: Nation-building in kulturell fragmentierten Ländern

A
  • Autoren: G. Lehmbruch, J. Steiner, F. Lehner, Ph. Schmitter, A. Lijphardt
  • Frage: wie konstruiert man nationalen Zusammenhalt in kulturell segmentierten Gesellschaften?
    • A. Lijphardt: Untersuchung von NL, B, CH
  • Antwort: durch Gentlemens’ agreements zwischen den Eliten
    • Komplexes Geflecht von Beziehungen, welche die Eliten auf verschiedenen Ebenen einbinden und für ein Zusammenspiel der gesellschaftlichen Kräfte sorgen
    • = Konsens-Demokratie
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6
Q

1.2 Demokratie-Typen

Arend Lijpardt, “Patterns of democracy” (1984, 1999, 2012)

A
  1. Machtteilung, Ausgewogenheit der Entscheide, Machtbeschränkung: Konsensdemokratie: die Schweiz als Prototyp
  2. Machtkonzentration, Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit: Mehrheitsdemokratie: “Westminster-Modell”
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7
Q

1.2 Demokratie-Typen

Konsens vs Mehrheitsdemokratie

A
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8
Q

the two-dimensional conceptual map of democracy

A
  • vertikal: Föderalistische Struktur
    • oben: zentralisiert
    • unten: dezentralisiert
  • horizontal: Prozessmerkmale von Regierung und Parlament
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9
Q

1.2 Demokratie-Typen: Konsens- vs. Mehrheitsdemokratie

Zusammenhang zwischen Konsens-Demokratie und Regierungsperformanz bzw. makroökonomischen Kennvariablen (Lijpardt 2012: 63)

A
  1. Verwaltungs-Effektivität (WG Indicators): +
  2. Korruptionskontrolle (TI) In: +
  3. Wirtschaftswachstum: n.s.
  4. Arbeitslosigkeit: n.s.
  5. Budgetdisziplin: n.s.
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10
Q

1.2 Demokratie-Typen: Konsens- vs. Mehrheitsdemokratie

Zusammenhang zwischen Konsens-Demokratie und gesellschaftlicher oder politischer Gewalt (Lijpardt 2012: 270)

A
  1. Abwesenheit von politischer Gewalt (WG Indicator): +
  2. Gewaltsame innenpolitische Konflikte: -
  3. Tote durch ‘domestic Terrorism’
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11
Q

1.2 Demokratie-Typen: Konsens- vs. Mehrheitsdemokratie

Zusammenhang zwischen Konsens-Demokratie und Demokratiequalität (Lijphart 2012: 276)

A
  1. Gesellschaftliche Ungleichheit: -
  2. Wahlbeteiligung: +
  3. Sozialausgaben pro Kopf: +
  4. Umweltqualität: +
  5. Anteil an Bevölkerung im Gefängnis: -

Schlussfolgerung: “Consensus democracy tends to be the ‘kinder, gentler’ form of democracy” (Lijphardt 2012: 274)

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12
Q

1.2 Demokratie-Typen: Konsens- vs. Mehrheitsdemokratie

Leitfrage für eine politikwissenschaftliche Analyse des politischen Systems der Schweiz

A

Inwiefern funktioniert das politische System der Schweiz als Konsensdemokratie, d.h. inwiefern beruht es auf den Prinzpien der Machtteilung?

  • vertikale Aspekte: Föderalismus
  • horizontale Aspekte: Entscheidungsstrukturen und -prozesse
    • > im Kontext einer stark ausgebauten direkten Demokratie
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13
Q

Machtkonzentration in der Exekutive

A

M: Einparteiensystem

K: Koalitionsregierung

=> horizontal

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14
Q

Beziehung zwischen Exekutive und Legislative

A

M: Exekutivdominanz

K: Machtteilung zwischen E + L

=> horizontal

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15
Q

Parteiensystem

A

M: Zweiparteiensystem

K: Mehrparteiensystem

=> horizontal

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16
Q

Wahlsystem

A

M: Mehrheitswahlsystem

K: Proporzsystem

=> horizontal

17
Q

Verbandssystem

A

M: pluralistisches Verbandssystem

K: Korporatistisches Verbandssystem

=> horizontal

18
Q

Staatsaufbau

A

M: Einheitsstaat

K: föderalistischer Staat

=> vertikal

19
Q

Machtkonzentration in der Legislative

A

M: Einkammersystem

K: Zweikammersystem

=> vertikal

20
Q

Verfassung

A

M: flexibel

K: rigide - Minderheitsveto

=> vertikal

21
Q

Gerichtliche Prüfungsmöglichkeit

A
  • M: keine Verfassungsgerichtsbarkeit
  • K: ausgebuate Verfassungsgerichtsbarkeit

=> vertikal

22
Q

Notenbank

A

M: abhängig von der Regierung

K: unabhängig von der Regierung

=> vertikal