A5. Einfuehrung in die Soziologie, Teil 5 Flashcards Preview

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Flashcards in A5. Einfuehrung in die Soziologie, Teil 5 Deck (96):
1

Was sind die 4 Paradigmen (a la Kuhn) der Soziologie?

1. Verhaltens- und Handlungstheorien
2. Interpretatives Paradigma
3. Systemtheorien
4. Gesellschaftstheorien

2

Verhaltens- und Handlungstheorien - 6 key thinkers?

Weber, Parsons, Homans, Coleman, Esser, Habermas

3

Interpretatives Paradigma - 6 key thinkers

Mead, Blumer, Schuetz, Berger/ Luckmann, Garfinkel

4

Systemtheorien - 3 key thinkers

Parsons, Merton, Luhmann

5

Gesellschaftstheorien - 8 key thinkers

Marx/ Engels, Durkheim, Adorno, Horkheimer, Giddens, Elias, Bourdieu

6

Grundidee/ Ansatz Parsons

ein Individuum handelt in einer Situation, die er individuell interpretiert, seine Befuerfnisse/Motive in betracht zieht, die wiederum auch sozial vermittelte Ansprueche/-Erwartungen beinhalten.

7

Grundaussage Parson’s Handlungstheorie?

Handlungen treten nicht vereinzelt auf, sondern in strukturierten Konstellationen, den 4 Handlungssystemen

8

Was sind die 4 Handlungssysteme nach Parsons?

o das Organismussystem, das personale System, das soziale System und das kulturelle System

9

Parsons - 3 Ueberlegungen zum personalen System

Das personale System ist die handlungsbereite Person; entscheidend für die konkrete Handlung sind die Bedürfnisse und Motive, die der Handelnde einbringt, und seine Definition der Situation; scliesst soziale Erwartungen ein

10

Parsons: Was sind die zwei wichtigen Beitraege aller Handlungssysteme?

Funktionserfüllung und Strukturerhaltung

11

Was sind die 4 Elemente von Parsons AGIL Schema

Adaptation – Anpassung;
Goal attainment – Zielverwirklichung; Integration;
Latent Pattern Maintenance – Strukturbewahrung, Spannungskontrolle

12

Was sind zwei Grundannahmen von Parsons zur Vereinbarung individueller Wuensche mit Systemanforderungen?

Sozialisation vermittelt Werte des kulturellen Systems und beeinflusst was das Indivuduum moechte in Richtung des sozial erwuenschten;
Sanktionen sorgen dafuer, dass das Individuum sich wie erwuenscht verhaelt, auch wenn die individuelle Motivation dagegen ist

13

George Homans - Lebensdaten

1910 Boston - 1989 - Cambridge MA

14

George Homans - 3 wichtige Werke

The Human Group, 1950;
Social Behavior: Its Elementary Forms, 1961;
The Nature of Social Science, 1967

15

George Homans - wie heisst seine zentrale Theorie?

Austauschtheorie

16

2 Ueberlegungen zu Homans theoretischem Ausgangspunkt

1. Erklaerung von tatsaechlichem Verhalten (vs Idealtypen)
2. Bezug rational choice, incl. Lerntheorien, wirtschalftlichem Modell (Tausch), Behaviorismus

17

Homans 2 Grundannahmen zum menschlichen Verhalten

Interaktionen basieren darauf, dass sich die Beziehung lohnt;
erreichen Kohäsion und Stabilität, wenn sie für beide Partner vorteilhaft sind.

18

wichtige fundamentale Kritik an Homans Ansatz

Wie weit passt die Annahme, dass (inhaerent) freiwillige Austausch- beziehungen in Alltag zentral sind (Sklaverei, Leibeigene, Ausbeutung)

19

Begriff System - 2 zentrale Elemente

Strukturelle Einheit bestimmer Elemente der sozialen Wirklichkeit (ein paar Elemente gehoeren zusammen);
Grenze zwischen diesen Elementen und einer Umwelt ausserhalb dieser Einheit

20

Welcher Denker hat den Struktur-Funktonalismus entwickelt?

Talcott Parsons

21

Struktur-Funktionalismus: Was ist die Aufgabe der Sozialisation?

Sozialisation der im kulturellen System institutionalisierten Werte, Normen und Symbole werden in den sozialen Systemen mit ihren Handlungsmustern/ Rollen die individuellen Handlungen und die Zielorientierungen/ Funktionen aller Handlungssysteme in eine möglichst harmonische Beziehung gebracht.

22

Talcott Parsons, struktureller Funktionalismus - wie pass Strukturwandel da rein? 2 Quellen

Exogene Faktoren: Veraenderungen der Wandlungsprozesse von Ressourcen (indst. revol.);
Endogene Faktoren: Spannungen zwischen Einheiten (e.g., Wertewandel)

23

Niklas Luhmann - Lebensdaten

27 Lüneburg – 1998 Bielefeld; erst Richter, dann Studium bei Talcott Parsons!

24

Def. Aufklärung (allgemein, NICHT spezifisch nach Luhmann)

„das Streben, die menschlichen Verhältnisse frei von allen Bindungen an Tradition und Vorurteil aus der Vernunft neu zu konstruieren.“

25

Was meint Luhmann wir „Abklaerung der Aufklaerung“

Gesellschaft wird immer komplexer, schafft "Ueberfuelle des Moeglichen". Wie schaffen Menschen Sinn in einem kleineren Sub-System

26

WIe sieht Parsons die relative Komplexitaet von System (intern), Umwelt (extern)?

System: hoch
Umwelt: niedrig

27

WIe sieht Luhmann die relative Komplexitaet von System (intern), Umwelt (extern)?

System (Betrieb etc.): niedrig
Umwelt: hoch

28

Luhmann und Sinn/System

„Soziologie wird auf eine transzendentale Theorie der intersubjektiven Konstitution von Sinn zurückgreifen müssen, wenn sie Vorstellung von der sozialen Komplexität, dem Bezugsproblem ihrer funktionalen Analysen, gewinnen will.“

29

Luhmann - Grundidee zu "Vertrauen als Mechanismus"

Die Gesellschaft ist ueberkomplex, und Vertrauen (System- oder persoenliches Vertrauen) ersetzt den Mangel an vollstaendiger Information, darf aber nicht „be-ueberansprucht“ werden.

30

Luhmann - Grundidee zu „Legitimation durch Verfahren

Luhmann ist Rechtspositivist (was immer zur Kritik einlaedt) und antwortete auf Kritik mit Ueberlegungen, wie rechtlich geordneten Verfahren (Wahlen, Gesetzgebung, Prozessrecht etc.) wichtig Mechanismen der Legitimierung sind...

31

Ueberlegung von Luhmann zu Naturrecht (was er ablehnt) und Recht als System

1. Es gibt keine Bindung and allgemeine Wahrheit, Moral etc
2. Recht weder wahr noch unwar, aber es muss gelten
3. Gesellschaft hat Verwantwortung fuer Struktur - Recht desgleichen

32

Luhmann und Autopoiesis - Grundidee

Gesellschaft ist ein autopioetisches System (i.e., ein System, welches sich selbst und alle ihre Elemente erschafft und gestaltet). Als solches, es ist nicht (mehr) korrekt, den sozialen Kontext zur Erklaerung von Handeln zu nehmen

33

Luhmann und Autopoiesis - was heisst Gesellschaft in diesem Kontext

Gesellschaft die Gesamtheit aller Kommuikationen

34

Def. Autopoiesis (allgemein)

Selbstorganisation, Selbsterschaffung (Urpsprung griechisch, auto=selbst; poiesis= erschaffen, gestalten)

35

Luhmann und Definition Autopoeietische Systeme (laut Die Gesellschaft der Gesellschaft) - Zitat

• „Autopoietische Systeme sind Systeme, die nicht nur ihre Strukturen, sondern auch die Elemente, aus denen sie bestehen, im Netzwerk eben dieser Elemente selbst erzeugen.“

36

Luhmann und Definition Autopoeietische Systeme - was erzeugt das System (Zitat)

„Erzeugung einer systeminternen Unbestimmtheit, die nur durch systemeigene Strukturbildungen reduziert werden kann“

37

Vergleich der Ansaetze Luhmann und Parsons

P: social system is given, individuals operate in it on that assumption and determine their courses of actions
L: Gesellschaft (und alle sozialen Systeme) erschaffen sich selbst durch Kommunikation. Gesellschaft als Kommunikationssystem

38

Luhmann und Ueberlegung zu Gesellschaft als Kommunikationssystem

o In einer Welt, in der es ein nicht mehr integrierbares Wissen über psychische und soziale Systeme gibt, kann nur noch die Kommunikation selbst kommunizieren. Erst in einem solchen Netzwerk der Kommunikation kann erzeugt werden, was wir unter „Handeln“ verstehen

39

Frankfurter Schule und Institut für Sozialforschung (IfS) - Grundidee

Horkheimer/IfS haben Ursachen des Faschismus und industrie-gesellschaftliche Zwänge untersucht. Kein geschlossenes theoretisches Gebaeude, aber Kapitalismuskritik

40

Max Hokheimer – biographische Details

1895 Stuttgart (Fabrikantensohn) – 1973 (Nuernberg); Professor Frankfurt, Columbia

41

Frankfurter Schule - „Kritische Schule“ – woher kommt der Name?

Aufsatz von Max Horkheimer aus dem Jahr 1937, Traditionelle und kritische Theorie

42

Wann wurde das Institut für Sozialforschung gegruendet (und wie war es ideologisch ausgerichtet)?

1923, erst marxistisch ausgerichtet

43

Wer hat das IfS ab 1930 geleitet und was war der Fokus?

Max Horkheimer;
Möglichkeit von Individualität und Humanität unter veränderten materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen (nicht mehr direkt marxistisch)

44

IfS - Einstellung zur buergerlichen Gesellschaft

„Die Ideen, mittels derer das Bürgertum seine eigene Ordnung erklärt, der gerechte Tausch, die freie Konkurrenz, die Harmonie der Interessen und so fort, erweisen, wenn man Ernst mit ihnen macht und sie wirklich als Prinzipien der Gesellschaft zu Ende denkt, ihren inneren Widerspruch und damit auch den Gegensatz zu dieser Ordnung (…).“

45

2 wichtige Arbeiten von Horkheimer und IfS

1936, Autoritaet und Familie ;
„Kritik der instrumentellen Vernunft“, Alfred Schmidt, 1967 (urpsurenglich 1947, englisch, „Eclipse of Reason“)

46

Was war ein wichtiger Rezeptionspfad fuer das IfS (und wann war es deswegen besonders wichtig)?

Studentenrebellion, 1960er Jahre!

47

Theodor W. Adorno - Grundidee seines Werkes

das Individuum, das sich gegen Zwaenge der Gesellschaft behaupten muss

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Theodor W. Adorno - Grundidee seines Werkes - Zitat

„Es entsteht, indem es gewissermaßen sich selbst setzt, und sein Für-sich-Sein, seine Einzigkeit zu seiner eigentlichen Bestimmung erhebt…Nur wer von den Interessen und Bestimmungen anderer sich differenziert, sich selbst zur Substanz wird, seine Selbsterhaltung und Entwicklung als Norm etabliert, ist Individuum.“

49

Theodor W. Adorno - Lebensdaten

1903 Frankfurt – 1969 Wallis; Studium und Promotion Frankfurt, Nazizeit - Oxford, Columbia

50

Theodor W. Adorno - ab wann leitete er das IfS?

1953 (erst Mit-Direktor)

51

Theodor W. Adorno - 2 wichtige Werke

Dialektik der Aufklärung, 1941;
„Soziologischen Exkurse(n). Nach Vorträgen und Diskussionen“, 1967;

52

Theodor W. Adorno - 2 wichtige Werke - Dialektik der Aufklärung - worum geht es?

radikalste Kritik des Rationalitäts- und Forschrittsglaubens der Aufklärung; beruehmtestes Kapitel „Kulturindustrie. Aufklärung als Massenbetrug“

53

Theodor W. Adorno - 2 wichtige Werke - „Soziologische Exkurse" - worum geht es?

Aus Sicht der Kritischen Soziologie werden 12 Themen/Begriffe behandelt, darunter: Gesellschaft, Individuum, Gruppe, Masse, Kultur und Zivilisation, Kunst- und Musiksoziologie, Familie, Gemeindestudien, Vorurteil, Ideologie

54

Edmund Husserl - Lebensdaten

1859 in Proßnitz/Mähren; 1938 Freiburg i.B.; Professor in Freiburg (Nachfolger - Heidegger!)

55

Def. Phänemenologie nach Husserl

eine Philosophie „die gegenüber dem vorwissenschaftlichen und auch wissenschaftlichen Objektivismus auf die erkennende Subjektivität als Urstätt aller objektiven Sinnbildungen und Seinsgeltungen zurückgeht und es unternimmt, die seiende Welt als Sinn- und Geltungsgebilde zu verstehen und auf diese Weise eine wesentlich neue Art der Wissenschaftlichkeit und der Philosophie auf die Bahn zu bringen.“

56

Def. Lebenswelt, zentraler Husserlscher Begriff für die phänomenologisch orientierte Soziologie wie für das interpretative Paradigma (Zitat)

die raumzeitliche Welt der Dinge, so wie wir sie in unserem vor- und außerwissenschaftlichen Leben erfahren und über die erfahrenen hinaus als erfahrbar wissen

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Lebenswelt und Alltagswissen: Alfred Schütz - Grundidee

Verbinder von Husserl und Weber, Fokus auf Handlungstheorie

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Alfred Schütz - Lebensdaten

1899 in Wien; 1959 in New York; Finanzjurist, Provatgelehrter, ab 1939 NY; Korrespondenz mit Parsons, Husserl

59

Alfred Schütz - wichtiges Werke

Der sinnhafte Aufbau der sozialen Welt. Eine Einleitung in die verstehende Soziologie (1974); urspruenglich 1932; Einfluss auf symb. Interaktionisten in den USA

60

die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit - Grundidee

Realitaet ist nicht objektiv, sondern (sozial und individuell) konstruiert; es ist wichtig, die Prozesse zu erforschen, die es Individuen ermoeglichen, sich die Gesellschaft anzueignen, Sinn zu stiften und Wissen zo objetivieren/ institutionalisieren

61

die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit - 2 wichtige Denker

Peter L. Berger (geb 1929, Wien);
Thomas Luckmann (geb 1927, Slowenien)

62

die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit - wo haben viele Denker gearbeitet?

New School of Social Research; NY NY (Luckmann spaeter in Konstanz!)

63

die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit - wichtiges Werk von Luckmann, Berger

The Social Construction of Reality (1966).

64

The Social Construction of Reality (1966), Berger, Luckmann - key ideas

Realistaet ist NICHT objektiv gegeben;
Grundlegende Frage wie eignen sich handelnde Individuen „die“ Gesellschaft in ihrer Komplexität an

65

Grundidee des interpretativen Paadigmas

Interaktionen sind interpretierte bzw. zu interpretierende Austauschbeziehungenn Analyse muss die Wechselseitigkeit der Sinndeutungen und das „Aushandeln“ analysieren.

66

Wa sind die 3 Hauptrichtungen im interpretativen Paradigma?

phänomenologische Ansätze;
Symbolischer Interaktionismus;
Ethnomethodologie

67

Symbolischer Interaktionismus - Grundidee

1. Individuelle Bedeutung von Dingen (abgeleitet aus der sozialen Interaktion)
2. Handlungstheorie
3. Rollenuebernahme ist sine qua non

68

Wer war der Entwickler des symbolischen Interaktionismus?

Herbert Blumer

69

Lebensdaten Herbert Blumer?

1927 St. Louis MO – 1987 Daville CA; Promotion Chicago

70

Wichtige Grundlagenschrift des symbolischen Interaktionismus von Herbert Blumer

Der methodologische Standpunkt des Symbolischen Interaktionismus (1937)

71

3 Praemissen des symbolischen Interaktionismus nach Blumer

1. Menschen handeln gegenüber Dingen aufgrund der Bedeutungen die Dinge für sie besitzen
2. Bedeutung der Dinge ist aus sozialen Interaktionen abgeleitet
3. Bedeutungen werden in einem interpretativen Prozess gebildet

72

Welche zwei Formen oder Ebenen sozialer Interaktion identifiziert Blumer?

Symbolische und nicht-symbolische Interaktion.

73

Blumer - wann findet eine nicht-symbolische Interaktion statt?

wenn man direkt auf die Handlung eines anderen antwortet, ohne diese zu interpretieren

74

Blumer - wann findet eine symbolische Interaktion statt?

beinhaltet die Interpretation der Handlung.

75

Ethnomethodologie - Grundidee

Ziel, die Basisregeln, die den Alltag regulieren aufzudecken (dokumentarische Methode). Bleibt im interpretativen Ansatz, geht eine Ebene tiefer

76

Lebensdaten Harold Garfinkel

1917 Newark, NJ – 2011, Los Angeles CA; PjD bei Parsons; Professor UCLA

77

Harold Garfinkel - Grundlagenwerk

Studies in Ethnomethodology (1967)

78

Worum geht es der Ethnologie (as context...)?

unvoreingenommen alltagsweltliche Strukturen des Handelns, Denkens und Sprechens bei Stammeskulturen aufdecken

79

Ethnomethodologie – was ist der Ausgangspunkt?

Alfred Schütz’ Analyse der Strukturen von Lebenswelt und Alltagshandeln

80

Wie vertraegt sich Ethnomethodologie mit Talcott Parsn/Strukturfunktionalismus?

strikter Gegensatz (!)

81

Wie unterscheidet sich Ethnomethodologie von anderen interpretativen Ansaetzen (welche oft danach fragen, wie die gemeinsam geteilten Elemente von Sprache und Kultur, Wissen und Rollenverständnis von den Individuen in den jeweiligen Handlungssituationen interpretiert werden)?

Aufdeckung der hinter diesen Elementen liegenden Basisregeln und „Methoden“

82

Was ist nach Garfinkel ein Krisenexperiment (Teil seiner „dokumentarischen Methode) und wie nutzte er sie?

Experiment, in dem eine Person ueberraschend die Rolle eines anderen uebernehmen muss (z.B. Gast in einem Restaurant muss Kellner spielen)

83

Garfinkel - was ist ein key takeaway seiner Krisenexperimente?

Rollenverstanednis ist fragil; viel sozialer Kontext in fliesst in alltaegliche Handlungen ein

84

Garfinkel - was meint er mit dem Begriff Indexikaelitaet

Jede Bedeutung ist kontextgebunden und jedes Zeichen ist Index eines umfassenderen Regelwerkes.

85

Postindustrielle Gesellschaft (Daniel Bell) - Grundidee

Technik und Forschung werden zur treibenden Kraft der Gesellschaft, sie ersetzen Arbeit und Kapital. Konsequenz: theoretisches Wissen und Information werden das neue „axiale Prinzip“

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Daniel Bell - Lebensdaten

1919 NY – 2011, PhD Columbia 1960, Professor Columbia, Harvard

87

Daniel Bell - zentrales Werk

The Coming of Post-Industrial Society. A Venture in Social Forecasting (1973)

88

Daniel Bell - 3 Etappen des Wandels von der Agrar- zur nachindustriellen Gesellschaft

Vorindustrielle Gesellschaft - natuerliche Energiequellen, Handwerkskunst;
Industrielle Gesellschaft – erzeugte Energie, Kapital, Fabrikation;
Nachindustrielle Gesellschaft – Information, theoretisches Wissen

89

Daniel Bell - 3 Bereiche der gesellschaftlichen Analyse

soziale Struktur, politische Ordnung und Kultur (Bell – Fokus auf Veraenderungen der sozialen Struktur)

90

Daniel Bell - welches neues axiales Prinzip praegt die nachindustrielle Gesellschaft?

„die Zentralität theoretischen Wissens als Quelle von Innovationen und Ausgangspunkt der gesellschaftlich-politischen Programmatik.“

91

Netzwerkgesellschaft (Manuel Castells) - Grundidee

Netzwerke sind offene Strukturen, die hoechste Dynamik zeigen und zentraler in allen politischen, sozialen und wirtsdchaftlichen Prozessen werden. (Aber - Grundideen des Marxismus bleiben weiterhin gueltig)

92

Manuel Castells - Lebensdaten

geboren 1942 Barcelona; Frankreich (dank Franco), kurzfristig Chile, in the end Berkeley (ab 1979)

93

Manuel Castells - 3 wichtige Werke

La question urbaine, 1973;
The City and the Grassroots (1983);
The Information Age, 1996; dreibaendiges Werk – erster Band „The Rise of the Network Society“

94

Manuel Castelles - 5 zusammenfassende Thesen

p.156/157

95

Def. Krise

bezeichnet jenen Zustand der Gesellschaft bzw. zentraler gesellschaftlicher Bereiche in dem unter Zeitdruck schwierige Probleme der Anpassung, der Koordination und ggf. der Strukturveränderung zu lösen sind

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Def. Krise in der Systemtheorie (Luhmann)

„heikle Situationen in System/Umwelt-Beziehungen, die den Fortbestand des Systems oder wichtiger Systemstrukturen unter Zeitdruck in Frage stellen.“