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Flashcards in Bilanzierung Deck (48)
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Bilanzierung

  • Aufnahme der Vermögensgegenstände, Schulden und sonstige Posten 
  • Aktivierung und Passivierung

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Aufstellung der Bilanz

  • Sachverhalt muss bilanzierungsfähig sein
    • darf nur bei bilanzierungsfähigkeit in die Bilanz aufgenommen werden
  • nach "Gebot der Vollständigkeit" müssen grundsätzlich alle bilanzierungsfähigen Sachverhalte in die Bilanz aufgenommen werden
    • sonst in Ansetzung des Wahlrechtes
  • anschließend ordnet man die Bilanzpositionen zu: AV oder UV 
  • es besteht für alle Posten eine Bilanzierungspflicht, sofern kein Bilanzierungsverbot ausgesprochen wurde
    • Grundsatz der Vollständigkeit §246 Abs. 1 HGB

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Bilanzierungsfähigkeit

  • alle materiellen und imateriellen Vermögensgegenstände, die dem Kaufmann wirtschaftlich zugerechnet sind 
  • Schulden 
  • Rechnungsabgrenzungsposten 
  • latente Steuern 

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Allgemeine Grundlagen 

  • Aktivierungs-/Passivierungsrecht ist nur gegeben, sobald es besondere Vorschriften gibt 
  • unzulässiger Bilanzansatz: wenn gesetzl. Bilanzierungsverbot ausgesprochen wird 
    • z.B. Aufwendungen für Grundung, Beschaffung EK, Abschluss Versicherungsverträge,...
  • wirtschaftliche Zugehörigkeit vom Unternehmen enscheidet über die Bilanzierung der Vermögensgegenstände 

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Wahlrechte der Bilanzierung

  • Wahlrecht für Aktivierung des Disagio
  • Wahlrecht für selbst geschaffene imaterielle Vermögensgegenstände des AV
    • konkrete Entwicklungsprojekte und selbst entwickelte Patente können aktiviert werden > FuE Potential wird in der Bilanz aufgebessert

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Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden

  • beim Zugang vom Betriebsvermögen und zum Jahresabschluss ist nach rechtlichen Vorgaben zu bewerten
  • Bewertung kann sich im entscheidenden Maße auf Jahresgewinn/-verlust auswirken 
  • falsche Bewertung führt zur Verfälschung der Darstellung der Vermögens/Schuldenlage 

--> Handelsrechtliche und Steuerrechtliche Bewertung aus welchen sich Prinzip der Maßgeblichkeit ergibt

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Handeslrechtliche Bewertung

  • gemäß §252-256a HGB 
  • gelten für alle Unternehmen 
  • dienen der Kapitalerhaltung und dem Schutz der Gläubiger 
  • es gilt, Vermögen, Schulden und Erfolg mit Vorsicht zu ermitteln 
    • Bewertungsgrundsatz: Prinzip der Vorsicht 

= Handelsbilanz

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Steuerrechtliche Bewertung 

  • gemäß §5-7 EstG
  • Sicherstellung der einheitlichen Ermittlung des Gewinns 
    • gerechte Besteuerung 

= Steuerbilanz

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Prinzip der Maßgeblichkeit 

  • gemäß §5 EstG
  • die in der Handelsbilanz ausgewiesenen Wertansätze für Vermögensteile und Schulden sind auch verbindlich für die dem Finanzamt einzureichende Steuerbilanz
    • sofern die Steuerrechtlichen Vorschrifte keine andere Bewertung vorschreiben oder Wahlrecht gewährt
  • Grundsatz wird durchbrochen, wenn das Steuerrecht zwingend eine andere Bewertung vorschreibt 
    • dann weichen Handelsbilanz von Steuerbilanz ab

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Allgemeine Bewertungsgrundsätze

  • gemäß §252 HGB
  • für alle Kaufleute verbindlich 
  1. Grundsatz der Bilanzidentität 
  2. Grundsatz der Unternehmensfortführung
  3. Grundsatz der Einzelbewertung 
  4. Grundsatz der Stichtagsbezogenheit
  5. Vorsichtsprinzip
  6. Grundsatz der Periodenabgrenzung
  7. Grundsatz der Bewertungsstetigkeit

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Grundsatz der Bilanzidentität

  • §252 Satz 1 HGB 
  • vollkommene Übereinstimmung zweier Bilanzen 
  • die Posten der Schlussbilanz eines Geschäftsjahres müssen mit den Posten der Eröffnungsbilanz übereinstimmen 
  • soll verhindern das nachträglich Werteveränderungen vorgenommen werden

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Grundsatz der Unternehmensfortführung

  • going-concern
  • bei der Bewertung ist von der Unternehmensfortführung von min. 1 weiterem Geschäftsjahr auszugehen 
    • mindestens bis zum nächsten Bilanzstichtag 
  • Abweichung nur bei Liquidation oder zwangsweiser Auflösung möglich

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Grundsatz der Einzelbewertung

  • alle Vermögensgegenstände und Schulden sind einzeln zu bewerten 
  • Ausnahme: Gruppen oder Sammelbewertung 

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Grundsatz der Stichtagsbezogenheit

  • die Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden hat sich auf den abschluss Stichtag zu richten 
  • auch beachtung der wertaufhellenden Tatsachen 

BSP: Am 31.12.01 besteht eine Forderung ggü. dem Kunden in Höhe von 12.000€. Am 12.01.02 (vor Bilanzaufstellung 28.02.02) erfahren wir, dass Kunde bereits am 27. Insolvenz und Zahlungsunfähig war. 

> erlangte Erkenntnis muss bei Bewertung berücksichtigt werden. Die Forderung ist am 31. Dezember abzuschreiben, da sie ojektiv uneinbringlich war. 

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Vorsichtsprinzip

  • Kaufmann muss bei der Bewertung alle Cancen, Risiken und Verluste beachten und mit Vorsicht bewerten
  • Vermögensgegenstände eher zu niedrig als zu hoch ansetzen (Niederstwertprinzip)
  • Schulden eher zu hoch als zu niedrig ansetzen (Höchstwertprinzip)
  • Gewinne dürfen nur ausgewiesen werden wenn sie durch Umsatz enstanden sind und realisiert sind (Realisationsprinzip)

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Grundsatz der Periodenabgrenzung

  • Aufwendungen und Erträge sind in dem Geschäftsjahr anzusetzen, in dem sie wirtschaftlich verursacht wurden 
  • ARAP/PRAP

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Grundsatz der Bewertungsstetigkeit

  • die einmalig gewählte Bewertungs-/Abschreibungsmethode ist beizubehalten 
  • dient der Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse

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Anschaffungskosten

  • Aufwendungen 
  • werden betätigt um einen Vermögensgegestand zu erwerben und diesem in einen Betriebsbereiten Zustand zu versetzen 

   Anschaffungspreis   (Nettokaufpreis)

+ Anschaffungsnebenkosten (Montage, Zölle,...)

+ nachträgliche Anschaffungskosten (Umbau, Ausbau) 

- Anschaffungspreisminderungen (Rabatte, Zuschüsse,..)

= AK

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Herstellungskosten

  • Aufwendungen 
  • entstehen furch den Verbrauch von Gütern und Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstandes, seine Erweiterung oder Verbesserung
  • HK unterscheiden sich im wesentlichen Punkten vom betriebswirtschaftlichen Kostenbegriff

  Fertigungsmaterial

+ Fertigungslöhne

+ Sondereinzelkosten für Fertigung

+ Materialgemeinkosten

+ Fertigungsgemeinkosten

+ Fertigungsbedingter Verzehr des AV

= Mindest HK 

+ Verwaltungsgemeinkosten 

= Höchst-HK

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Besondere Bewertungsprinzipien

  • gemäß §253 HGB
     
  1. Anschaffungswertprinzip
  2. Niederstwertprinzip
  3. Höchstwertprinzip
  4. Imparitätsprinzip

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Anschaffungswertprinzip

  • Anschaffungskosten dürfen nicht überschritten werden bei Bewertung von Vermögensgegenständen 
  • so wird sichergestellt, dass nur die bis zum Stichtag realsierten Gewinne ausgezeichnet werden 
    • Bewertungsobergrenze 

BSP: Der Wert eines zu 250.000€ erworbenen Grundstücks beträgt am Bilanzstichtag 300.000€. 

> Solange das Grundstück nicht verkauft ist, dürfen aufgrund kaufmännischer Vorsicht nicht realisierte Gewinne nicht ausgezeichnet werden, und das Grundstück darf höchstens mit 250.000€ angesetzt werden. 

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Niederstwertprinzip

  • Am Bilanzstichtag ist bei der Bewertung des AV oder UV der von zwei möglichen niedrigere Wert anzusetzen 
    • Tageswert oder AK
  • strenges Niederstwertprinzip: UV und Wertminderungen 
  • Mildes Niederstwertprinzip: AV

BSP: Der Wert eines mit 220.000€ aktivierten Baugrundstücks ist aufgrund einer amtlichen Baubeschränkung auf 100.000€ gesunken. 

> Auch wenn das Grundstück noch nicht zum niedrigeren Wert verkauft ist, muss der Wert wegen einer dauerhaften Wertminderung auf 100.000€ herabgesetzt werden. Niederstwert führt somit zum Ausweis eines noch nicht realisierten Verlustes. Nicht realisierte Verluste sind aus kaumfännischer Vorsicht Verluste und müssen deshalb wie Verluste behandelt werden. 

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Höchstwertprinzip

 

 

 

  • dient zur Bewertung der Schulden eines Unternehmens 
    • Rückstellungen 
    • Verbindlichkeiten 
  • Verbindlichkeiten sind zu Ihrem Erfüllungsbetrag zu passivieren 
  • Rückstellungen nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu passivieren 
  • in die Bewertung fließen zukünftige Preis- und Kostensteigerungen ein, sofern sie am Abschlussstichtag vorauszusehen sind

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Imparitätsprinzip

  • Ausdruck kaufmännischer Vorsicht 
    • nicht realisierte Gewünne dürfen nicht ausgewisen werden 
    • nich realisierte Verluste müssen ausgewiesen werden
  • Prinzip der ungleichen Behandlung von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten 
  • Prinzip wird durchbrochen bei Bewertung on kurzftistig fälliger Fremdwährungsverbindlichkeiten 
  • findet seine Anwendung im Anschaffungs-Niederst- und Höchstwertprinzip

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Bewertung des Anlagevermögens 

A) Abnutzbare Anlagengegenstände 

  • planmäßig abschreiben 
    • linear, degressiv nach Nutzungsdauer
  • Am Bilanzstichtag mit AK/HK anzusetzen 
  • bei außerordentlichen und dauerhaften Wertminderungen sind sie außerplanmäßig abzuschreiben

B) Nicht abnutzbare Gegenstände 

  • höchstens mit den AK/HK anzusetzen 
  • bei dauerhafter Wertminderung muss außerplanmäßig abgeschrieben werden (und Finanzanlagen)
    • niedrigster Wert: Niederstwertprinzip

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Bewertung des Umlaufvermögens

  • strenges Niederstwertprinzip gilt
    • von zwei möglichen Werten ist der niedrigere zu wählen 
    • man darf sie höchstens mit AK/HK ansetzen
    • AK/HK als Wertobergrenze 
  • Wertaufholung ist bis zu AK/HK steuerrechtlich vorgeschrieben 

 

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Bewertung des UV

 

Vorräte

  • Vorratsvermögen ist zum Bilanzstichtag körperlich zu erfassen 
    • Roh-/Hilfs-/Betriebsstoffe, Unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren, geleistete Anzahlungen
  • Ausgangswerte für Bewertung: 
    • Werkstoffe/Handelswaren: AK 
    • unfertige/fertige Erzeugnisse: HK
    • einzelne Posten: AK/HK mit niedrigstem Wert
    • gleichartige Vorräte: Sammelbewertung mit durchschnittspreis: FIFO/LIFO

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Bewertung Verbindlichkeiten

  • zum Abschlusstag mit Ihrem Erfüllungsbetrag anzusetzen 
    • Höchstwertprinzip
  • gemäß §253 Abs 1 HGB

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Bewertung des UV 

 

Rückstellungen 

  • sie weisen eine gewisse Unsicherheit auf
  • Erfüllungsbetrag wird nach kaufmännischer Beurteilung festgelegt 
    • unter Beachtung des Vorsichtsprinzip

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Bilanzierungsvorschriften für Kapitalgesellschaften

  • Jahresabschluss besteht aus drei Teilen: 
    • GuV
    • Bilanz
    • Anhang
  • Gesellschafter haften mit Kapitaleinlage
  • handeslrechtliche KG:
    • AG: Grundkapital 50.000€
    • GmbH: Stammkapital 25.000€
  • Gesellschaftsvermögen: Summe aller Aktivposten die im vollem betrieblichen Umfang für Schulden haften