Navigation Flashcards

1
Q

Warum gibt es Tage, an denen nur ein Hoch- oder Niedrigwasser vorkommt?

A

Der Mondtag dauert im Mittel 24h 50 min gegenüber dem Sonnentag 24h. Deshalb gibt es Tage, an denen an Bezugsorten nur ein Hochwasser oder Niedrigwasser vorkommt, da das letzte Hoch- oder Niedrigwasser in den nächsten Tag rutscht.

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2
Q

Auf welches Niveau sind Tiefen- und Höhenangaben in den Seekarten bezogen?

A

Höhenangaben für Bodenerhebungen beziehen sich in Deutschland auf Normalnull.

Gezeitenfreie Gewässer (z.B. Ostsee)

  • Seekartennull (Chart Datum) = mittlerer Wasserstand
  • auch die Küstenlinie und Höhenangaben für z.B. Feuer über dem Wasser bzw. Durchfahrtshöhe einer Brücke sind darauf bezogen

Tidengewässer (z.B. Nordsee)

  • Seekartennull = niedrigstmöglicher Gezeitenstand (LAT)
  • Feuerhöhe und Küstenlinie beziehen sich auf das mittlere Springhochwasser (MSpHW)
  • Durchfahrtshöhen unter Brücken und Hochspannungsleitungen beziehen sich auf den höchstmöglichen Gezeitenstand (HAT)

Abweichungen sind möglich, deshalb immer die Kartenangaben lesen.

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3
Q

Wie werden die Seekarten nach Maßstäben kategorisiert?

A
  • Ozeankarten 1 : 5 000 000 und kleiner
  • Übersichtskarten 1 : 1 600 000 bis 1 : 5 000 000
  • Segelkarten 1 : 300 000 bis 1 : 1 600 000
  • Küstenkarten 1 : 30 000 bis 1 : 300 000
  • Pläne 1 : 30 000 und größer
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4
Q

Mit welcher Genauigkeit werden Tiefenangaben in Seekarten verzeichnet?

A

Tiefenangaben:

  • von 0,1 bis 20,9 m in Metern und Dezimetern
  • von 21 bis 31 m in halben Metern
  • über 31 m in vollen Metern
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5
Q

Welche bequeme Anzeigemöglichkeit bieten GPS Geräte zur Kurshaltung? Worin liegt ihr Vorteil für die Navigation?

A

GPS Geräte bieten die als XTE (cross track error) oder XTD (cross track difference) bezeichnete perspektivische Darstellung der Kurslinie als Straße mit dem sich darauf bewegenden Symbol des eigenen Fahrzeugs. Die Vorteile:

  1. Auf der bildlichen Darstellung ist die Bewegung des eigenen Fahrzeugs auf oder neben der Kurslinie unmittelbar zu verfolgen, woraus Korrekturen abzuleiten sind.
  2. Die Ablage von der Kurslinie kann je nach Einstellung der “Straßenbreite” (typischerweise von 0,2sm bis 0,5sm) weitaus genauer abgelesen werden.
  3. Die angezeigte Ablage ist unabhängig von der Entfernung zum Wegpunkt als seitlicher Abstand in Seemeilen abzulesen.
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6
Q

Was ist bei GPS Geräten bei der XTE- / XTD-Darstellung für die Nutzung zur Navigation besonders zu beachten?

A
  • Die angezeigte Sollstraße führt vom Standort des Zeitpunkts, an dem dieses Fenster aufgerufen worden ist zum angewählten Wegpunkt, also nicht vom letzten zum nächsten Wegpunkt. Es muss eine neue Kurslinie von diesem Standort zum neuen Wegpunkt in die Karte eingezeichnet und auf Hindernisfreiheit geprüft werden.
  • Trotz der einfachen Möglichkeit zur Überwachung der eigenen Bewegung muss ausgehend von der rechtweisenden Peilung, die einem die virtuelle Straße angibt, unter Berücksichtigung von Strom und Wind sowie von Missweisung und Ablenkung der Steuerkurs (MgK) berechnet und gesteuert werden. Andernfalls ergäbe sich ein langwieriges Hin- und Herkorrigieren des Kurses, das in einer Zickzackfahrt enden würde.
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7
Q

Sie haben eine Charteryacht übernommen und festgestellt, dass der Steuerkompass keineswegs, wie angegeben, ohne Ablenkung ist. Im Vorhafen befindet sich ein Kompensierdalben. Sie beschließen, mit Ihrer Crew eine Ablenkungstabelle aufzustellen. Die Yacht ist mit einer Peilscheibe ausgerüstet. Weisen Sie die Crew in das bevorstehende Verfahren ein!

A

Die Yacht wird an den Kompensierdalben angelegt und eine vorbereitete Vorspring von etwa halber Schiffslänge mit einer großen Bucht über den Dalben geworfen. Der Dalben wird mit einem großen horizontal ausgebrachten Fender abgehalten, während die Yacht vorsichtig in die Vorspring dampft. Mit Gegenruder und laufender Schraube wird die Yacht auf Kurs gehalten und zu jedem Kurs langsam gedreht.

Das Peilobjekt, dominierend und in ausreichender Entfernung, muss auch in der Seekarte eindeutig zu identifizieren sein. Die Yacht wird nun ganz langsam gedreht, während man an der Peilscheibe den als Nächstes aufkommenden Zehngradwert einstellt. Wandert das Peilobjekt in den Diopter ein, wird “Achtung null!” gerufen. Der Rudergänger liest den im Augenblick anliegenden MgK ab. Die Werte werden notiert. Sind alle Zehngradschritte geprüft, wird das Ganze nochmal in Gegenrichtung vollzogen, um den Schleppfehler des Kompasses zu eliminieren.

An Crew wird eingeteilt: 1 Hand als Rudergänger, 1 Hand an der Peilscheibe, 1 Hand an Fender und Spring, 1 Hand als Schreiber

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8
Q

Wie stehen Sonne, Erde und Mond zueinander, wenn sie auf der Erde die Spring-, Nipp- und Mittzeit bewirken?

A
  • Bei Springzeit stehen Sonne, Erde und Mond in Linie zueinander, wobei bei Neumond der Mond zwischen Erde und Sonne und bei Vollmond die Erde zwischen Mond und Sonne steht.
  • Bei Nippzeit stehen die drei Gestirne im rechten Winkel zueinander.
  • Bei Mittzeit bilden sie einen Winkel von 45° oder 135°.
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9
Q

Was ist Seekartennull?

A

Seekartennull (SKN) ist die Bezugsfläche für die Kartentiefenangaben in der Seekarte und für die Höhe der Gezeit in den Gezeitentafeln.

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10
Q

Was ist die Kartentiefe?

A

Die Kartentiefe (KT) ist der Abstand des Grundes von Seekartennull (SKN). Bei negativer KT liegt der Grund über SKN.

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11
Q

Was ist die Wassertiefe?

A

Die Wassertiefe (WT) ist der augenblickliche Abstand der Wasseroberfläche vom Grund an einem bestimmten Ort. WT = Lotung = Echolotung plus Tiefe des Echolotwandlers

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12
Q

Was ist die Echolotung?

A

Die Echolotung (EL) ist der Abstand zwischen Echolotwandler und Grund. (Einbau-)Tiefe des Echolotwandlers + EL = Lotung = WT

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13
Q

Was ist die Höhe der Gezeit (H) ?

A

Die Höhe der Gezeit (H) ist der augenblickliche Abstand der Wasseroberfläche von SKN in einem Tidengewässer.

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14
Q

Was ist die Niedrigwasserhöhe?

A

Die Niedrigwasserhöhe (NWH) ist der Wasserstand über SKN zur Niedrigwasserzeit.

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15
Q

Was ist die Hochwasserhöhe?

A

Die Hochwasserhöhe (HWH) ist der Wasserstand über SKN zur Hochwasserzeit.

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16
Q

Was ist der Tiefgang?

A

Der Tiefgang (TG) ist der Abstand von der Wasseroberfläche zum tiefsten Punkt eines Schiffes.

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17
Q

Was ist der Tidenstieg?

A

Der Tidenstieg ist der Höhenunterschied von einer NWH zur darauf folgenden HWH.

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18
Q

Was ist der Tidenfall?

A

Der Tidenfall ist der Höhenunterschied von einer HWH zur darauf folgenden NWH.

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19
Q

Was ist der Tidenhub?

A

Der Tidenhub (TH) ist das arithmetische Mittel eines Tidenstiegs und des anschließenden Tidenfalls.

20
Q

Was ist die Steigdauer?

A

Die Steigdauer (SD) ist die Zeitdifferenz von einer Niedrigwasserzeit (NWZ) bis zur nächsten Hochwasserzeit (HWZ).

21
Q

Was ist die Falldauer?

A

Die Falldauer (FD) ist die Zeitdifferenz von einer Hochwasserzeit (HWZ) bis zur nächsten Niedrigwasserzeit (NWZ).

22
Q

Was ist die Springverspätung? Wodurch wird sie verursacht?

A

Die Springverspätung ist die Verzögerung von Neu-/Vollmond bis zur Mitte der dadurch eintretenden Spring. Sie ist von Ort zu Ort verschieden und kann mehrere Tage betragen. Ihre Ursache liegt in der Trägheit der schwingenden Wassermassen.

23
Q

Was sind Ebbe und Flut?

A
  • Ebbe ist der Zeitraum des fallenden Wassers vom HW bis zum nächsten NW.
  • Flut ist der Zeitraum des steigenden Wassers vom NW bis zum nächsten HW.
24
Q

Welche Hauptangaben enthalten die Tide Tables für einen Standard Port?

A
  • tägliche Hoch- und Niedrigwasserzeiten und -höhen
  • die mittleren Tidenkurven für Spring- und Nippzeit
  • die Springverspätung auf der Seite der Tidenkurven
  • die Gezeitengrundwerte (Table V)
25
Q

Weshalb können die tatsächlichen Wasserstände von denen aus den Gezeitentafeln erheblich abweichen?

A

Den Vorausberechnungen in den Gezeitentafeln liegen mittlere meteorologische Verhältnisse zugrunde. Weichen Windrichtung, -stärke und -dauer davon ab, können bedeutende Wasserstandsabweichungen auftreten.

26
Q

Erläutern Sie die Unterschiede von Vektorkarten und Rasterkarten.

A
  • Vektorkarten (electronic navigational charts) sind elektronische Seekarten, in denen alle in der Karte befindlichen graphischen und geometrischen Zeichen (z.B.: Flächen, Seezeichen, Linien) mit ihren Eigenschaften und geographischer Position in einer Datenbank abgespeichert sind. Die variable Zugriffsmöglichkeit erlaubt Einblenden von Informationen nach Kategorien oder mehr Details beim Zoomen.
  • Rasterkarten sind digitalisierte Papierseekarten ohne hinterlegte Eigenschaften und Positionsangaben. Sie werden vierteljährlich aktualisiert. Eine Weiterentwicklung sind die Raster Nautical Charts, für die wöchentliche Updates geliefert werden. Für jede Änderung wird ein kleiner Kartenausschnitt um die Änderung gebildet und zur Verfügung gestellt.
27
Q

Welche Dienste umfasst der Nautische Warn- und Nachrichtendienst der Bundesrepublik Deutschland?

A
  1. Nachrichten für Seefahrer (NfS)
  2. Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS)
  3. Nautische Warnnachrichten (NWN)
28
Q

Beschreibe die Nachrichten für Seefahrer (NfS).

A

Die Nachrichten für Seefahrer (NfS)

  • dienen der Berichtigung von Seekarten und Seebüchern, die vom BSH herausgegeben werden
  • enthalten Maßnahmen oder Ereignisse größeren Umfangs oder überregionaler Bedeutung. (kleineren Umfangs oder von örtlicher Bedeutung in den BfS).
  • Berichtigungen britischer Seekarten und -bücher (Notices to Mariners, NtM) werden - soweit im Zuständigkeitsbereich des BSH - mit einbezogen
  • NfS werden wöchentlich in Heftform herausgegeben und erscheinen auch im Internet
  • Für die Sportschifffahrt erscheinen im Internet kostenlose Sammelberichtigungen
29
Q

Beschreibe die Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS).

A

Die Bekanntmachungen für Seefahrer (BfS)

  • enthalten wichtige Maßnahmen und Ereignisse kleineren Umfangs oder örtlicher Bedeutung auf den Seeschifffahrtsstraßen und in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands (größeren Umfangs und von überregionaler Bedeutung in den NfS)
  • herausgegeben von den zuständigen Behörden der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltungen des Bundes und der Länder (Hafenämter, Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter / WSA)
  • werden an amtlichen Aushangstellen zur Kenntnis gebracht: WSA, Hafenverwaltungen, Schleusen, Yachthäfen + www.elwis.de
30
Q

Beschreibe die Nautischen Warnnachrichten (NWN).

A

Die Nautischen Warnnachrichten (NWN)

  • dienen der kurzfristigen Warnung der Schifffahrt vor eingetretenen oder unmittelbar bevorstehenden Gefahren
  • herausgegeben von den Verkehrszentralen und der Seewarndienstzentrale Emden
  • Verbreitung über Funk (NAVTEX, UKW und Rundfunksender) und Internet
  • die NWN erhält den Zusatz “vital”, wenn die Warnung auf eine lebensbedrohliche Gefahr hinweist.
31
Q

Was sind P- und T-Nachrichten?

A

(T) and (P) Notices
Nachrichten in den BfS oder NfS, die eine bevorstehende Maßnahme ankündigen, werden durch ein P = Preliminary gekennzeichnet und geben den voraussichtlichen Zeitpunkt der Durchführung an. Solche, die über einen vorübergehenden Zustand unterrichten, durch ein T = Temporary und geben, wenn bekannt, auch die voraussichtliche Dauer der Maßnahme bekannt.
P und T Meldungen werden von Berichtigungsdiensten nicht in die Karten nachgetragen und sind eigenständig bei neuen Karten einzutragen.

32
Q

Wie werden P- und T-Nachrichten in die Seekarte eingetragen?

A

P und T Berichtigungen werden nur mit Bleistift in die Seekarte eingetragen, um die Meldung nach Ablauf der Gültigkeitsdauer wieder ausradieren zu können. Die Berichtigung ist vollständig durchzuführen und mit P oder T und der Nummer der NfS zu kennzeichnen.

Handelt es sich bei der Berichtigung z.B. um das Verschieben einer Tonne, so wird sie folgendermaßen umgesetzt:
Auf der neuen Position einen kleinen Kreis in die Seekarte eintragen und von der alten Position einen geschwungenen Pfeil zu dem kleinen Kreis richten.

33
Q

Beschreiben Sie die üblichen Wellenlängen und Antennengrößen für RADAR, sowie gebräuchliche Öffnungswinkel der Radarkeule.

A

RADAR (Radio Detecting and Ranging)
Der Radarsender erzeugt Impulse elektromagnetischer Wellen von ungefähr 0,08-1,0 Mikrosekunden Dauer.
X-Band: 3cm Wellenlänge, 10 Ghz, wird auf Segelyachten verwendet, da Antennenlänge <=0,6m
S-Band: 10cm Wellenlänge, 3 GHz, erfordert Antennen >1,2m

Die Radarkeule hat einen horizontalen und einen vertikalen Öffnungswinkel. In der Horizontale müssen die Radarstrahlen möglichst scharf gebündelt werden, um verwertbare Echoanzeigen zu erhalten. Ein horizontaler Öffnungswinkel <4° ist bei kleineren Yachtradars anzustreben. Gut ist ein Winkel <2°, der aber einen Antennenspanne >=1,2m erfordert.
Der vertikale Öffnungswinkel beträgt 20° bis 25°, damit das Radar trotz Stampf- und Rollbewegungen der Yacht zum Horizont hin abstrahlen kann.

34
Q

Erklären Sie, was man unter azimutaler Auflösung versteht und wovon diese abhängt.

A

Azimutale (horizontale) Auflösung:
Trifft die Radarkeule auf ein Punktziel (z.B. eine Tonne), so reflektiert dieses so lange, wie die Keule über das Ziel hinwegläuft. Es kommt zu einer “azimutalen Verformung”: Die Tonne wird als kleines Kreisbogenstück dargestellt. Die azimutale Verformung führt dazu, dass Ziele in gleichem Abstand, die in ihrer Peilung weniger als der horizontale Öffnungswinkel der Radarkeule auseinanderliegen, als ein Echo abgebildet werden. Bei einem Öffnungswinkel von z.B. 4° entspricht also auch die azimutale Auflösung 4°. Bei einer Entfernung von 5sm werden die Ziele erst ab einem Mindestabstand von ca. 650m als zwei Echos dargestellt.

35
Q

Erklären Sie, was man unter radialer Auflösung versteht und wovon diese abhängt.

A

Die radiale Auflösung ist die Fähigkeit eines Radars, Ziele in gleicher Peilung aber unterschiedlicher Entfernung getrennt darzustellen. Die Impulsdauer bestimmt die radiale Auflösung des Radargerätes, da zwei Punktziele in gleicher Peilung erst dann getrennt voneinander angezeigt werden können, wenn sie mehr als eine halbe Impulslänge auseinander liegen. Ein Impuls von 0,1 Mikrosekunden ist z.B. 30m lang, d.h. die radiale Auflösung entspräche hier 15m.

36
Q

Was bedeuten die mit “INT” beginnenden Kartennummern?

A

Es sind die Karten des internationalen Seekartenwerks der International Hydrographic Organization (IHO) mit einer weltweiten Standardisierung der Kartendarstellung.

37
Q

Wie werden Seekarten berichtigt?

A

Nach Drucklegung einer Seekarte werden Änderungen, die sich ergeben, in Teil 1 “Kartenberichtigungen” der Nachrichten für Seefahrer (NfS) veröffentlicht.
Die Seekartenvertriebsstellen sind verpflichtet, die bei ihnen befindlichen Seekarten bis zum Verkauf laufend zu berichtigen. Auf dem Kartenrand unten links ist mit Stempel vermerkt, bis zu welcher NfS-Ausgabe die Karte berichtigt ist. Nach dem Verkauf unterliegt es der Verantwortung des Schiffsführers, dass die an Bord mitgeführten Seekarten und Seebücher berichtigt werden.

38
Q

Welche Wasserstandslinie trennt auf deutschen INT-Seekarten Wasser- und Landflächen an Wattküsten?

A

Die mittlere Springhochwasserlinie.

39
Q

Was bedeutet die Abkürzung ECDIS, aus welchen Komponenten besteht das System und welche Funktionen erfüllt es?

A

ECDIS steht für Electronic Chart Display and Information System. ECDIS ist der Standard für die elektronische Seekartennavigation für die Berufsschifffahrt. Es besteht aus weltweit standardisierten amtlichen elektronischen Seekarten (ENC = Electronic Navigational Charts) und amtlich baumustergeprüften Darstellungsgeräten. Falls das Schiff mit zwei komplett redundanten Systemen mit Vektorkarten ausgestattet ist, ist der Verzicht auf Papierseekarten gestattet.
ECDIS kombiniert die Informationen aus der elektronischen Seekarte mit Positionsangaben eines Satellitennavigationssystems sowie weiterer Sensoren wie Radar und Echolot. Damit lassen sich die aktuelle Position des Schiffes und viele Zusatzdaten auch aus Seehandbüchern, dem Handbuch Nautischer Funkdienst und dem Leuchtfeuerverzeichnis direkt in der Seekarte darstellen.
Beispielhafte Funktionen des ECDIS: Wegpunktplanung, Positionsbestimmung, Routenüberwachung, Aufzeichnung des zurückgelegten Schiffsweges, Warnmeldungen z.B. Tiefgang oder Annäherung an ein VTG oder Sperrgebiete.

40
Q

Beschreiben Sie das AIS.

A

AIS: Automatisches Identifikationssystem (Automatic Identification System)

  • Sendet auf zwei Kanälen im UKW-Seefunkbereich
  • Reichweite ca. 20sm (bis 30sm), abhängig von der Antennenhöhe
  • dient der Ortung anderer Schiffe und damit der Kollisionsverhütung
  • auf einer elektronischen Karte wird die eigene Position und die der umliegenden Schiffe angezeigt
  • AIS stellt Schiffsbewegungen so dar, wie sie in Wirklichkeit zu sehen sind (im Gegensatz zum Radar, bei dem die Schiffsbewegung relativ dargestellt wird)

AIS übermittelt Schiffsdaten, z.B.:

  • statische: Schiffsname, Schiffstyp, Rufzeichen, MMSI-Nummer (Maritime Mobile Service Identity), IMO-Nummer (International Maritime Organization)
  • dynamische: Navigationsstatus, Position, Zeit der Position, Kurs über Grund, Geschwindigkeit über Grund
  • Reisedaten: aktueller / maximaler Tiefgang, Gefahrgutklasse, Reiseziel, ETA

Ausrüstungspflicht mit AIS Class A haben Schiffe >300 BRZ (Bruttoraumzahl) / >20m / >50 Passagiere

41
Q

Beschreiben Sie das GPS.

A

GPS (Global Positioning System) :
Weltweite automatische Positionsbestimmung durch Laufzeitenmessungen von GPS-Signalen vom Satelliten zum Empfänger.
GPS-Genauigkeit: 10-20m mit 95% Wahrscheinlichkeit. Jede 20. Ortsbestimmung ist also ungenauer.

Die Genauigkeit wird beeinträchtigt durch

  • Abschattung oder Reflexion durch Schiffsaufbauten oder unter Brücken
  • Abstrahlungen in der Nähe von Flughäfen, Fernsehsendern und Marineeinrichtungen

Um die Genauigkeit zu beurteilen bieten GPS-Empfänger die Anzahl der getrackten Satelliten und deren HDOP (horizontal dilusion of precision). Je höher der HDOP um so genauer die Position. Der Vergleich mit anderen Navigationssystemen (z.B. Radar) und der Koppelposition ist dennoch sinnvoll.

GPS bezieht sich auf das World Geodetic System 1984 (Referenzellipsoid für den Erdkörper).

42
Q

Wie erreicht man die Übereinstimmung zwischen Seekarte und GPS?

A

Zwischen Seekarte und GPS muss das Bezugssystem (Kartendatum) übereinstimmen. Das kann erreicht werden durch:

  • Auswahl und Einstellung des Kartenbezugsstems im GPS Empfänger.
  • Manuelle Verschiebung des GPS-Ortes um die in der Seekarte angegebenen N/S- und E/W-Korrekturen.
  • Verwendung von Seekarten, die auf WGS84 beruhen.
43
Q

Was ist ein Racon und wie funktioniert es?

A
  • Ein Racon ist eine Radarantwortbake. Sie dient dem Ziel der leichten Identifizierung wichtiger Seezeichen.
  • Eine Radarantwortbake sendet nur, wenn sie von einem fremden Radarimpuls getroffen wird.
  • Auf dem Radarschirm erscheint - etwas abgesetzt vom Standort des Racon-Trägers - ein radial nach außen gerichteter Balken. Der Balken kann in Form eines Morsebuchstabens unterbrochen sein (Kennung).
  • Um ein zuverlässiges Racon-Signal auf dem Bildschirm zu empfangen, ist die Enttrübung (FTC und STC) zurückzufahren bzw. sehr sensibel zu bedienen.

Morsezeichen: E: * T: - O: - - -

44
Q

Wie erscheinen die Ortungszeichen eines Radartransponders (Search and Rescue Radar Transponder SART) auf dem Radarschirm?

A

Als eine vom Standort des SART nach außen gerichtete Reihe von 12 Einzel- oder Doppelpunkten mit einer Länge, die auf dem Schirm 7,5sm entspricht.

45
Q

Welche Störungen von außen können das Radarbild beeinträchtigen, mit welchen Bedienelementen reagiert man, und was ist dabei besonders zu beachten?

A

Drei Störungen sind zu nennen:

  • Seegangstrübung besonders im Nahbereich bis etwa 3sm
  • Regentrübung
  • Interferenz durch Fremdradar

Man begegnet ihnen durch vorsichtiges Hochregeln:

  • der Seegangsenttrübung (sensitivity time control - STC)
  • der Regenenttrübung (fast time constant - FTC)
  • der Interference Reject oder Abstimmung

Dabei ist zu beachten, dass bei zu starkem Hochregeln Nutzziele unterdrückt werden können. Beim Abschalten des Geräts sind die Enttrübungen stets zurückzuregeln. Bei Wachübergabe ist auf die eingestellte Enttrübung hinzuweisen.

46
Q

Was versteht man unter DGPS und wie funktioniert es?

A

DGPS (Differential Global Positioning System): regionale Verbesserung der Ortsbestimmung durch Referenzstationen über Funk. Genauigkeit 1-10m mit 95% Wahrscheinlichkeit.

47
Q

Nennen Sie einige häufige Falschdarstellungen eines Radarbildes, die die Navigation mit Radar erschweren.

A

Häufiger auftretende Radar Falschdarstellungen sind:

  • durchgehende Küstenlinien werden unterbrochen dargestellt
  • flache Strände und Bänke werden nicht angezeigt
  • feingliedrige Hafeneinfahrten oder Flussmündungen sind nicht sichtbar
  • hinter Erhebungen täuschen Schattenzonen falsche Wasserflächen vor
  • hinter flachen Küstenfeldern täuschen Erhebungen falsche Küstenlinien vor
  • hinter dem Radarhorizont liegende Küsten mit langsam ansteigendem Gelände oder vorgelagerten Flachzonen erscheinen mit falschen Ein- und Ausbuchtungen und insgesamt zu weit entfernt