Theoretische Modelle des Arbeitshandelns Flashcards

1
Q

Nenne die 4 bedeutsamen theoretischen Ansätze des Arbeitshandelns:

A
  1. Verhaltenstheoretische Ansätze des Arbeitshandelns
  2. Kognitionspsychologie/- theoretische Ansätze
  3. Handlungstheoretische Ansätze
  4. Tätigkeitstheoretische Ansätze
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2
Q

Verhaltenstheoretische Ansätze des Arbeitshandelns

Wie und anhand welcher Prinzipien kann (Arbeits-) Verhalten verändert werden?

A

Durch Behaviorismus geprägt, welcher das menschliche Verhalten analysiert
• Klassische Konditionierung nach Pavlov führte zu der Annahme, dass jedes Verhalten eine Reaktion auf einen bestimmten Reiz in der Umwelt darstellt (S-R-Modell; S = Stimulus, R = Reaktion)

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3
Q

Nenne ein Beispiel Modell des Behaviorismums

A

Belastungs-Beanspruchungs-Modell der Ergonomie:
• Stimulusgegebenheiten in Form von Arbeitsgegenständen oder Merkmalen der Arbeitsumwelt wirken als „Belastungen“
• Das führt zu Reaktionen im Sinne von „Beanspruchungen“

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4
Q

Kritik am S-R-Modell

A

S-R-Modell bezieht Prozesse im inneren des Menschen nicht mit ein

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5
Q

Alternativ Modell des S-R-Modells

A

S-R-Modell bezieht Prozesse im inneren des Menschen nicht mit ein, deshalb wurde das S-O-R-Modell (O = Organismus) entwickelt, welche individuelle Wahrnehmung (durch Emotionen, Persönlichkeit etc.) mit betrachtet

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6
Q

S-O-R-Modell erklärt nur … , während …, nicht erklärt wird

A

Erklärt nur passives Verhalten als Reaktion auf Reize, währen aktives Verhalten, das von der Person selbst ausgeht, nicht erklärt wird

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7
Q

Reiz-Reaktions-Verknüpfungen (durch Konditionierung) bedürfen …

A

Reiz-Reaktions-Verknüpfungen (durch Konditionierung) bedürfen verhaltenstherapeutische Techniken (z.B. systematische Desensibilisierung) um verändert zu werden. Hierbei werden aktiv wieder neue positive Verbindungen aufgebaut.

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8
Q

Konditionierung läuft allerdings nicht komplett automatisiert ab, sondern …

A

Konditionierung läuft allerdings nicht komplett automatisiert ab, sondern es wird eine Kontingenzbeziehung zwischen den Reizen erlernt, die bewusst ist und einer bewertenden Reaktion entspricht

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9
Q

Nenne ein Beispiel für den Prozess der Kontingenzbeziehung

A

sexuelle Reize in Werbung führt nicht zu sexueller Erregung, wenn wir das Produkt sehen, sondern zu positiven Gefühlen

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10
Q

Operantes Konditionieren:

Positive Verstärkung =

A

Geben eines angenehmen Reizes als Konsequenz auf ein gewünschtes Verhalten

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11
Q

Operantes Konditionieren:

• Negative Verstärkung =

A

negativer Reiz wird bei einem bestimmten Verhalten entfernt

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12
Q

Organizational-Behavior-Modification-Ansatz:

A

Verhaltensmodifikationsprogramm, das den Fokus auf Identifikation kritischer Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit guten Arbeitsleistungen bzw. -ergebnissen stehen und durch operante Konditionierung verstärkt oder reduziert werden sollen

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13
Q

Nenne 5 Schritte des Organizational-Behavior-Modification-Ansatz

A
  1. Identifikation kritischer Verhaltensweisen: beobachtbares Verhalten
  2. Messung der Basisrate des kritischen Verhaltens
  3. Funktionale Analyse: Stimuli der Arbeitssituation werde identifiziert, welche das kritische Verhalten hervorrufen und wodurch das Verhalten aufrechterhalten wird
  4. Ausarbeitung einer Interventionsstrategie: operante Konditionierung kommt zum Einsatz
  5. Evaluation
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14
Q

Sozialkognitives Lernen (Bandua, 1986) =

A

Prozesse der Beobachtung und des Nachahmens von Verhaltensweisen anderer

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15
Q

Kognitionspsychologie/- theoretische Ansätze

Informationsverarbeitungsansatz:

A

Menschliches Erleben und Verhalten ist nur auf Grundlage von Annahmen über interne (kognitive) Strukturen und Prozesse zur Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von Infos erklärbar, die das Verhalten und Handeln beeinflussen

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16
Q

Informationsverarbeitungsmodell nach Newell und Simon (1972) besteht aus 4 Komponenten eines Informationsverarbeitungssystems:

A
  1. Sensorisches System (Rezeptorsystem): nimmt sensorische Informationen auf und leitet sie weiter an einen zentralen Prozessor
  2. Zentraler Prozessor: führt elementare Operationen aus zur Kodierung, Verarbeitung und Speicherung
  3. Gedächtnis: Kurz- oder Langzeitgedächtnis
  4. Antwortgenerator (Effektorsystem): Auftreten eines Verhaltens oder Handelns

=> Computermetapher: über kognitive Funktionen des Menschen entstehen Repräsentationen ähnlich wie bei einer Computersoftware

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17
Q

Nenne 4 Annahmen des Informationsverarbeitungsmodell nach Newell und Simon (1972)

A
  • Informationelle Beschreibung: kognitive Prozesse lassen sich als Informationsverarbeitungsprozesse beschrieben (Input, Operation, Output)
  • Rekursive Zerlegung: Informationsverarbeitung kann in verschiede Komponenten zerlegt werden, die getrennte Verarbeitungsprozesse darstellen, die parallel oder sequenziell ablaufen
  • Kontinuität und zeitliche Steuerung des Informationsflusses: jede informationsverarbeitende Operation kann erst beginnen, wenn der benötigte Input zur Verfügung steht
  • Physikalische Verankerung: die jeweiligen Zustände des Systems sind als materielle Träger der Info zu betrachten
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18
Q

Informationsverarbeitungsmodell von Rasmussen (1986):

A

Individuen aktiv extrahieren Infos, die für die momentane Handlungssteuerung relevant sind, z.B. durch selektive Aufmerksamkeit

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19
Q

Primäres Verarbeitungssystem:

A

Wahrnehmung und Verarbeitung von Infos auf Ebene des dynamischen Weltmodells (automatisch)
o Besitzt hoher Verarbeitungskapazität
o Kann parallel zu anderen Prozessen auf der sensomotorischen Ebene wirken, welches allerdings zusätzliche Ressourcen beansprucht

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20
Q

Inneres dynamisches Weltmodell von Umgebung und wo sich der Körper in dieser befindet

  • richtet Wahrnehmungsprozess auf..
  • Wahrnehmungssysteme liefern..
  • Stellen kognitive Grundlagen für..
  • ähnlich wie…
A

o Richtet Wahrnehmungsprozesse auf die Quelle der Info, die relevant sind
o Wahrnehmungssysteme liefern Infos zur kontinuierlichen Aktualisierung (alarmiert bei Unstimmigkeiten das sekundäre System)
o Stellt kognitive Grundlage für die Handhabung von Objekten und Werkzeugen und die Kontrolle von Handlungssequenzen dar
o Ähnlich wie „Situation-awareness“ Konzept (Endsley, 1995)

21
Q

Sekundäres Verarbeitungssystem: überwacht und kontrolliert das primäre System (sequenziell und bewusst)

A

o Symbolbasierter Prozessor
o Gekoppelt mit Kurzzeit- und Langzeitspeicher
o Begrenzte Verarbeitungskapazität

22
Q

Nenne 4 Formen von Wissen

A
  • Deklaratives Wissen: Wissen über die Realität, welche der Mensch in der Lage ist mitzuteilen, z.B. Erinnerungen oder Wissen über den Aufbau einer bestimmten Maschine
  • Prozedurales Wissen: Wissen in Form von Handlungsabläufen
  • Implizites Wissen: Nutzung von Infos, die wahrgenommen, aber nicht bewusst gespeichert wurden
  • Explizites Wissen: Wissen, das bewusst abgerufen werden kann
23
Q

Mentale Modelle =

A

Repräsentation von Wissensmodellen über Ausschnitte der äußeren und inneren Realität; zeitlich, räumlich, kausal und symbolische Relationen stimmen mit Ihnen gut überein, was der Person ermöglicht Vorhersagen zu machen

  • Leiten das Verständnis einer Person über das Prozessgeschehen
  • Nimmt Einfluss auch Sichtweise und Bewertung des Systemzustandes (bei Mensch-Maschine Systemen)
  • Ständig im Wandel

=> Informationsverarbeitungsmodelle

24
Q

Handlungstheoretische Ansätze

Befassen sich mit ..

A

der Beschreibung, Erklärung und Vorhersage menschlicher Handlungen
• Handlungen sind zweckgerichtet, motiviert und bewusst

25
Q

Handlungstheoretische Ansätze

• Rückkopplungsmechanismen entsprechen..

A

entsprechen einem technischen Regelvorgang
o Das zu erzielende Handlungsergebnis ist im Kopf gespeichert und dient als Vergleichsgrundlage für die sich aus einer Handlung ergebenden Teil- und Zwischenergebnisse
• Handlungstheorien befassen sich mit den Prozessen, die zwischen Reiz-Input und Verhalten stattfinden

26
Q

Test-Operate-Test-Exit-Modell (TOTE) erklärt ..

A

menschliches Verhalten unter Berücksichtigung der Situation

27
Q

Nenne die 3 Schritte des Test-Operate-Test-Exit-Modells welche hierarchisch organisiert sind und so lange wiederholt werden bis Resultat zufriedenstellend ist:

A
  1. Vergleich zwischen Soll- und Ist-Situation (Test 1)
  2. Eine bestimmte Operation verändert Umwelt (Operate 1)
  3. Rückmeldung über Veränderungsresultat (Test 2)
28
Q

Wou dienen Pläne im Test-Operate-Test-Exit Modell?

Woraus bestehen sie?

A

Pläne dienen vor allem dazu, Handlungen bzw. Operationen in der richtigen Reihenfolge auszuführen und bestehen aus einer Hierarchie von Instruktionen

29
Q

Worauf beziehen sich Strategien im Test-Operate-Test-Exit-Modell?
Wozu dienen sie?

A

Strategien beziehen sich auf verallgemeinerte Pläne zu größeren Handlungsketten
Taktiken dienen der Steuerung bzw. Ausgestaltung kleiner Verhaltenseinheiten

30
Q

Nach der Handlungsregulationstheorie wird Arbeitsverhalten bzw. -handeln durch … geleitet

A

Arbeitsverhalten bzw. -handeln wird durch Ziele geleitet

31
Q

Nenne 2 Perspektiven der Handlungsregulationstheorie:

A
  1. Prozessorientierte Perspektive: Handlung schreitet von Ziel zu Plan, zu Ausführung des Plans, zu Handlungsergebnis
  2. Strukturellen Perspektive: betrachtet wie Handlungsverlauf durch hierarchisch strukturierte Formen der Informationsverarbeitung gesteuert wird
32
Q

Nenne die 6 Schritte des Handlungsprozesses (kann auch ungeordnet passieren)

A
  1. Zielbildung
    o Geprägt durch kognitiv-motivationale Prozesse
  2. Orientierung über die Aufgabe und Handlungsbedingungen
    o Mentale Modelle über die Aufgabe und aktive und geeignete Strategien zur Informationssuche
  3. Erstellen eines Handlungsplans
  4. Entschieden über Ausführungsweise bzw. für einen spezifischen Plan aus verschiedenen Möglichkeiten
  5. Ausführung und Kontrolle
  6. Verarbeitung von Feedback und Rückmeldungen aus der Umwelt
33
Q

Grundannehme der strukturellen Perspektive

A

Organisation von Handlungen erfolge auf der Basis von zyklischen Einheiten

34
Q

Vergleichs-Veränderungs-Rückkopplungs-Einheiten (Hacker, 2005):

A

entspricht inhaltlich den TOTE-Einheiten und stellt hierarchisch organisierte zyklische Einheit dar

35
Q

Vergleichs-Veränderungs-Rückkopplungs-Einheiten (Hacker, 2005) Unterschied zu TOTE-Einheiten

A

nehmen Bezug auf Ziele als Resultate des Handelns und zeigen umweltverändernde Wirkungen

36
Q

Vergleichs-Veränderungs-Rückkopplungs-Einheiten (Hacker, 2005):
Da durchgehend hierarchische Struktur empirisch nicht haltbar ist, spricht man von …

A

… heterarchischen Handlungsorganisation oder ‚schwacher Hierarchie‘ (=aus Teilzielen ergeben sich weitere Handlungsschritte von selbst)

37
Q

Hacker (2005) geht außerdem davon aus, dass Handlungsregulation auf qualitativ verschiedenen Regulationsniveaus erfolgt:
Nenne und erkläre 3 Niveaus/ Ebenen

A
  1. Sensomotorische Ebene (unterste): steuert motorisch koordinierte Ausführung einzelner Schritte automatisch und ohne Anstrengung
  2. Perzeptiv-begriffliche Ebene: Steuerung von mehreren Schritten die zu einer Teilaufgabe gehören anhand von gut beherrschten Handlungschemata oder Integration von gespeicherten Regeln und Mustern
  3. Intellektuelle Regulationsebene: übergeordnete oder neuartige Handlungspläne werden entworfen, die bewusste Zuwendung fordern

Weiterführende Handlungstheorien fügten die ‚heuristische Ebene’ hinzu

38
Q

Operative Abbildsysteme

A

zeitweilig stabile Abbildungen der zu erreichenden Ziele und der Bedingungen des eigenen Handelns, die eine wesentliche kognitive Grundlage des Handelns sind

39
Q

Wozu dienen Operative Abbildsysteme?

A

Dienen dem Vergleich des Ist- und Soll-Zustandes, geben Orientierung für den Handlungskontext und repräsentieren Transformationsmaßnahmen

=> Bezieht sich alles auf Tätigkeiten mit vorgegebenen Zielen, während innovierende oder interaktive Tätigkeiten noch erforscht werden.

40
Q

Tätigkeitstheoretische Ansätze integrieren..

A

Integriert soziale und motivationale Aspekte der Arbeit

41
Q

Tätigkeitstheoretische Ansätze definieren Handlung als..

A

Verhalten, das auf ein bewusst angestrebtes Ziel ausgerichtet ist

42
Q

Tätigkeitstheoretische Ansätze definieren Tätigkeit als ..

A

Ziele oder Motive nicht zwingend bewusst und umfasst daher geistig-mentale oder praktische, äußere Prozesse
• Motive können ideelle oder materielle Gegenstände sein, durch deren Veränderung individuelle Bedürfnisse erfüllt werden

43
Q

Leontjew (1977) stellt Tätigkeit als Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt dar

A
  • Gegenständlicher Charakter von Tätigkeiten

* Tätigkeit als persönlichkeitsförderndes Element

44
Q

Makrostruktur der Tätigkeit:

Tätigkeit =

A

= hierarchisch höchste Analyseebene, die durch Motive ausgelöst und gesteuert werden und anhand von Handlungen, Operationen und Bewegungen realisiert werden

45
Q

Makrostruktur der Tätigkeit:

o Handlungen =

A

= zweite Ebene, wo Operationen umgesetzt werden (durch Ziele gesteuert und ausgelöst)

46
Q

Makrostruktur der Tätigkeit:

o Operationen =

A

= dritte Ebenen, hängen von gegebenen Bedingungen ab

47
Q

Makrostruktur der Tätigkeit:

o Bewegungen=

A

= untere Ebene, sichtbare Einheit

48
Q

Makrostruktur der Tätigkeit:

welche 2 Systeme sind bei Tätigkeiten und Handlungen aktiv

A

o Motivational-antreibsregulatorisches System

o Zielgerichtet-ausführungs-regulatorisches System

49
Q

Ringstruktur der Tätigkeit ist eine Wecheselwirkung zwischen .. (3 Komponenten)

A

Wechselwirkungen zwischen Umwelt, Tätigkeit und Person