Klassifikation & diagnostische Verfahren Flashcards Preview

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Flashcards in Klassifikation & diagnostische Verfahren Deck (21):
1

Mängel traditioneller Klassifikationssysteme

- geringe Reliabilität (Hauptproblem)
- keine Übereinstimmung zwischen "Schulen"/Institutionen/Ländern
- keine prognostische & therapeutische Validität
- hohe Stigmatisierungsgefahr
- keine Bindung an wissenschaftliche Kriterien der Forschung
- keine sinnvolle Sprache für alle an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen

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Quellen unzureichender Übereinstimmung zwischen Untersuchern

- Subjektvarianz
- Situationsvarianz
- Informationsvarianz
- Beobachtungs-/Interpretationsvarianz
- Kriterienvarianz

3

Welche Varianz (Quelle unzureichender Übereinstimmung) ist gemeint, wenn zwei Interviewer sich ein Video von einem Patienten angucken und sie zu verschiedenen Urteilen kommen?

Beobachtungs-/Interpretationsvarianz

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Ursachen für mangelnde Reliabilität

1) das zu klassifizierende Merkmal
2) die Klassifizierenden
3) das Klassifikationssystem

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Aufgaben der klassifikatorischen Diagnostik


- Beschreibung
- Klassifikation
- Diagnose
- Differenzialdiagnose
- Erklärung
- Indikation
- Prognose
- Begründung & Rechtfertigung
- Institutionelle Zuweisung
- Evaluation
- Dokumentation
- Qualitätskontrolle/-sicherung
- grobe Interventionszuweisung

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Zielsetzung der neuen Diagnostik (DSM-IV & ICD-10)

- Verbesserung der Reliabilität
- Standardisierung diagnostischer Entscheidungen
- für alle "Schulen" verbindlich
- für alle Gesundheitsberufe anwendbar
- Kommunikation
- Bindeglied zur wissenschaftlichen Literatur
- insbesondere Effektivitätsstudien

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Kennzeichen des DSM-IV

1) deskriptiv
2) explizite (d.h.operationalisierten) Kriterien
--> zwingend erforderlich vs. optional
--> prototypisch organisiert
3) Beschränkung auf zuverlässig erfassbare Symptome
4) atheoretisch
5) Beschreibung auf mehreren Ebenen
(körperlich, kognitiv, affektiv, Verhalten + Zeit, Schweregrad)
6) explizite und operationalisierte Ableitung der Diagnose
(diagnostische Algorithmen)
7) längsschnittliche Elemente
8) Berücksichtigung von Komorbidität
- Multiaxialität

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Was verstehen wir unter einer operationalisierten Diagnostik? Erläutern Sie dies an einem Beispiel!

> deskriptiver Ansatz mit expliziten Kriterien:
--> zwingend erforderlich vs. optional, prototypisch gruppiert
> durch diagnostische Algorithmen explizite & operationalisierte Ableitung der Diagnose
--> Gewährleistung von Objektivität

Im Gegensatz zur psychometrischen Diagnostik werden in der operationalisierten Diagnostik alle Entscheidungsschritte und Elemente des diagnostisch-klassifikatorischen Prozess detailliert und zumeist kategorial und polythetisch beschrieben und festgelegt, um zu einer klassifikatorischen Diagnose entsprechend der etablierten Klassifikationssysteme zu kommen. Operationalisierte Diagnostik einer psychischen Störung erfordert die Spezifizierung der Symptom- und Verhaltensmerkmale und der Zusatzkriterien (z.B. Zeitkriterium) sowie die Angabe des Algorithmus, wie die syndromale Verrechnung der Einzelkriterien oder Symptomgruppen zu einer Diagnose erfolgen soll (Beispiel: DSM-IV-Kriterien einer Major Depression).

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Welche Achsen differenziert das DSM-IV im Rahmen der umfassenden Klassifikation?

I) Klinische Syndrome/Klinische Störungen
II) Persönlichkeitsstörungen/Intelligenzminderung
III) Körperliche Störungen & Zustände/medizinische Krankheitsfaktoren
IV) psychosoziale Belastungsfaktoren
V) globale Erfassung des Funktionsniveaus

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Kriterien der Behandlungsbedürftigkeit

Symptomatik + Beeinträchtigung/Leidensdruck (sonst keine Diagnose)

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Klassifikation hat sich durchgesetzt, weil...

... Zuverlässigkeit von klassifikatorischen Diagnosen: dtl. verbessert
... zunehmend therap. Konsequenzen aus der Klassifikation ableitbar
... Krankenkassenabrechnung

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Diagnostische Erhebungsverfahren

- Selbstbeurteilungsverfahren
- Fremdbeurteilungsverfahren
- Interviewverfahren (frei, halb - strukturiert, standardisiert)
- Leistungsdiagnostik
- Felddiagnostik
- (projektive Verfahren)

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Freie Interviews
(Kennzeichen, Vor- & Nachteile, Durchführung)

- untersch. Fragetechniken --> Informationsvarianz
- Beobachtungs-/Interpretationsvarianz
- Formalisierung wichtig

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Halbstrukturierte Interviews
(Kennzeichen, Vor- & Nachteile, Durchführung)

--> DIPS, SKID
- Vorgegeben: Fragen, Reihenfolge, Sprungregeln, Kodierschema, Auswertungsalgorithmen
- Spielraum: Reihenfolge & Frageformat (Umformulierungen, Erklärungen etc.) können angepasst werden, klinischer Beurteilungsspielraum (Einschätzung d. Symptoms durch Interviewer)
- Voraussetzungen: Kenntnisse des DSM - IV Manuals, klinische Erfahrung

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Standardisierte Interviews
(Kennzeichen, Vor- & Nachteile, Durchführung)

--> CIDI, DIS
- höchste Stufe der Formalisierung
- alle Fragen explizit vorgegeben --> kein Spielraum
- klinische Entscheidungen nur in Ausnahmefällen berücksichtigt
- Vorteil: Einsatz durch trainierte Laien möglich
- z.T. computergestützte Durchführung & Auswertung
- hohe Objektivität

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Was ist der Unterschied zwischen freien, halbstrukturierten und standardisierten Interviews? Was sind die Vor- und Nachteile? Geben Sie jeweils ein Beispielverfahren
an!

> frei:
+ individuell an den Patient anpassbar?
- Informationsvarianz
- Beobachtungs-/Interpretationsvarianz

> halbstrukturiert: SKID (SKID II)
+ klinischer Beurteilungsspielraum
- nur von Experten durchführbar, Beobachtungs-/ Interpretationsvarianz

> standardisiert: CIDI
+ sehr objektiv, standardisiert, auch von Laien ausführbar
- kein klinisches Urteil möglich

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Welches ist kein Vorteil des DIA-X-CIDI gegenüber
dem SKID? (2 Antworten)

1. Durchführung durch trainierte Laien
2. hohe Auswertungsobjektivität
3. detailliertes Auswertungsprotokoll
4. Screening-Fragen
5. Sektion zu Persönlichkeitsstörungen
6. hoher Grad an Formalisierung

4. Screening-Fragen
5. Sektion zu Persönlichkeitsstörungen

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Zu den Interviewverfahren gehört NICHT
(1 Antwort)

1. strukturierte Interviews
2. standardisierte Interviews
3. gestufte Interviews
4. freie Interviews

3. gestufte Interviews

19

Der DSM ist NICHT...

1. deskriptiv
2. atheoretisch
3. multiaxial
4. ätiologisch
5. operationalisiert

4. ätiologisch

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Zählen Sie bitte 5 Nachteile der traditionellen
Klassifikationssysteme vor 1980 auf!

1. mangelnde Reliabilität
2. geringe therap. & progn. Validität
3. fehlende Anbindung an wissenschaftliche Literatur
4. hohe Stigmatisierungsgefahr
5. keine Übereinstimmung zwischen Institutionen/"Schulen"/Ländern

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Die Klassifikation nach ICD-10 und DSM
-IV ist gekennzeichnet als (3 Antworten ankreuzen)

1. dimensional
2. kategorial
3. explizit
4. implizit
5. operationalisiert
6. theoriegeleitet

2. kategorial??
3. explizit
5. operationalisiert