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Flashcards in Seminar Deck (38):
0

Gesprächsführung: Was sind Voraussetzungen eines erfolgreichen Gesprächs?

1. aktives Zuhören
(verbale / nonverbale Signale)
2. Empathie
(Zusammenfassen, Systemimmanenz, Sprachanpassung)
3. Akzeptanz
(der Person, nicht jedes Verhaltens)
(4. Echtheit)

1

Was sind Grundprinzipien verhaltenstherapeutischer Gesprächsführung?

1. Transparenz
2. Struktur
3. Konkretisieren
4. Geleitetes Entdecken
5. Soziale Verstärkung
6. Zusammenfassen & Rückmelden
7. Stringenz & Konsequenz

2

Was sind häufige Fehler des Therapeuten in der Gesprächsführung?

1. voreilige Diagnosen / Ratschläge
2. Fachsimpeln, Fachausdrücke, unverständliche Erklärungen
3. Bagatellisieren
4. Distanzverlust, Plaudern, unprofessionelle Neugier
5. Dozentenstil, Nicht-Einbeziehen des Patienten

3

Was bedeutet Anamnese?

- Erkundung der Vorgeschichte und des Entwicklungsverlaufs einer Störung
- Erfassung der aktuellen Situation und Biografie eines Menschen

4

Was bedeutet Katamnese?

retrospektiver Vergleich der Zustände vor und nach dem Einsetzen und / oder Abklingen einer Erkrankung (mit / ohne Behandlung)

5

Was bedeutet Exploration?

gesprächsweise Erkundung des subjektiven Lebensraums eines Patienten

6

Welche Bereiche gehören zum "psychiatrischen Anamnesemosaik"?

1. persönliche Grunddaten, Hauptbeschwerden, aktuelle Vorgeschichte
2. Psychiatrische Anamnese
3. somatische Anamnese
4. Familienanamnese
5. Biografische Anamnese
(6. Partnerschafts- / Sexualanamnese
7. Selbstwahrnehmung im Zeitverlauf
8. Suchtanamnese
9. Forensische Anamnese
10. Fremdanamnese)

7

Was ist in der Explorationsphase neben psychologischen Belangen abzuklären?

der körperliche Gesundheitszustand: Asthma, Diabetes, Synkopen, Epilepsie, Herz-Kreislauf-Probleme --> wegen Risiko, während der Therapie zusammenzuklappen

8

Was ist in allen Anamnesebereichen das Anliegen?

- Herstellung wichtiger Zusammenhänge zwischen Störung und Lebensereignissen-/entwicklungen/ Persönlichkeit
- Herausarbeiten von Aspekten, die zur Entstehung / Aufrechterhaltung der Störung beitragen

9

Was sind thematische Bereiche der biografischen Anamnese?

1. Herkunftsfamilie
2. Schwangerschaft und Geburt (Komplikationen?)
3. frühe Kindheit & Vorschulalter
4. schulische Entwicklung (kognitiv, emotional, sozial,...)
5. Pubertät & Adoleszenz
6. Ausbildung & Beruf

10

Welche 3 Teilaspekte umfasst die Psychiatrische Anamnese?

1. Aktuelle Anamnese:
Zeitraum/Vorgeschichte unmittelbar vor Behandlung
>> Beschwerden + Dauer, Intensität, Beeinträchtigung, Selbstbeschädigungsneigung, bisherige Behandlungsmaßnahmen

2. Spezielle Anamnese des vorliegenden Krankheitsbildes: Langzeitverlauf
>> frühe Erkrankungsmanifestationen, Auslösefaktoren, Gesamtverlauf (phasenhaft, schubförmig, chronisch)

3. allgemeine psychiatrische Anamnese:
Komorbiditäten etc.

11

Welche 3 Aspekte gibt es bei der Makroanalyse?

1. Entstehungsbedingungen
2. Erstauftrittsbedingungen
3. aufrechterhaltende Bedingungen

12

Was bedeutet Mikroanalyse, was Makroanalyse?

1. Mikroanalyse = Betrachtung der Störungsproblematik an KONKRETEM (Haupt)symptomBEISPIEL
>> differenzierte Betrachtung des Problemverhaltens nach SORKC

2. Makroanalyse = Betrachtung der Störungsproblematik im KONTEXT von Lebensgeschichte, Persönlichkeitsentwicklung und sozialem Umfeld
-> theoretisch, interpretativ

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Welche Aspekte sind bei den Entstehungsbedingungen in der Makroanalyse zu unterscheiden

1. Grundbedürfnisfrustrationen & Bewältigung (Bindung, Autonomie / Kontrolle, Selbstwert, Lustgewinn / Unlustvermeidung)
2. Temperamentsfaktoren (Big 5)
3. Emotionsentwicklung (überstark, kaum entwickelte?)
4. Grundannahmen, Situationserwartungen & Pläne
5. Verhaltensdefizite (zB wegen 4.)
6. Systeme (Rollen & Regeln in Beziehungsgeflechten etc.)

14

Erstauftrittsbedingungen: Vulnerabilität, Belastung, Krise

1. Vulnerabilität: Anfälligkeit, Reaktionsbereitschaft
2. Belastung: Kritisches Ereignis / Veränderung, stellt Person vor Bewältigungsaufgabe
3. Krise: neu entstandene Belastung kann mit bisher üblichen Verhaltensmöglichkeiten nicht angemssen bewältigt werden

>> Erstauftritt der Symptomatik als Ausdruck der Krise oder suboptimaler Lösungsversuch

15

Nenne Beispiele für aufrechterhaltende Bedingungen (=fortwirkende Entstehungs-/Erstauftrittsbedingungen)

1. Funktionalität des Verhaltens >> internale / externale Verstärkung
--> führt zu störungsspezifischen Teufelskreisen
2. interaktionelle Teufelskreise, self-fulfilling prophecies

16

Was bedeutet Entwicklungsblockade / Krankheitsverlust?

Gegenteil von Funktionalität, Blockade & Schädigung von Lebens- / Entwicklungsmöglichkeiten / Lebensqualität

17

Kurz nennen, was ICD 10 und DSM IV ausmacht / unterscheidet.

1. ICD: zur Klassifikation aller Krankheiten / Störungen / Anlässe in der Gesundheitsversorgung konzipiert

2. DSM: ausführlicher / homogener, auf psychische Störungen optimiert, für alle Gesundheitsberufe verwendbar, multiaxial

18

Schulz von Thun: Nenne die 4 Seiten einer Nachricht.

1. Sachinhalt (augenscheinliche Information)
2. Selbstoffenbarung (Selbstdarstellung & Selbstenthüllung)
3. Beziehung (Haltung des Senders ggü. Empfänger / Beziehung)
4. Appell (Zweck, Ziel, offen vs. manipulativ)

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Welche Aspekte lassen sich im Bezug auf gesendete Nachrichten noch differenzieren?

- explizite vs. implizite Botschaften
- verbale vs. nonverbale Anteile
- Hinweise durch Kontext
- kongruente vs. inkongruente Nachrichten (o.g. Aspekte homogen?!)

20

Schulz von Thun: Nenne die 4 Empfangsgewohnheiten.

1. Sachohr: Wie ist Inhalt zu verstehen?
2. Selbstoffenbarungsohr: Was sagt Nachricht über dich?
3. Beziehungsohr: Was hälst du von mir?
4. Appellohr: Was willst du?

21

Nenne die 3 Empfangsvorgänge (Kommunikation).

1. Wahrnehmen
2. Interpretieren (Wahrgenommenes deuten, richtig / falsch)
3. Fühlen (innere Antwort auf Interpretation)

22

Nenne 3 Ursachen für Empfangsfehler

1. Selbstkonzept des Empfängers
2. Bild des Empfängers vom Sender
3. vermutete Kopplungen (gelernte Assoziationen)

23

Definiere soziale Kompetenz

Verfügbarkeit und Anwendung von kognitiven, emotionalen und motorischen Verhaltensweisen, die in bestimmten sozialen Situationen zu einem langfristig günstigen Verhältnis von positiven und negativen Konsequenzen für den Handelnden führen.

24

Welche Trainingsebenen hat das GSK / auf welchen Ebenen vermittelt es Bewältigungsstrategien?

1. kognitive: Erklärungsmodelle etc.
2. emotionale: Entspannungstraining
3. motorische: Rollenspiele mit Videofeedback, In-vivo-Übungen (>>Training von Verhaltensfertigkeiten und Transfer in die Realität)

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Warum ist gerade das motorische / behaviorale Training im GSK so wichtig?

Selbstsicherheitspyramide: Wird selbstsicheres Verhalten über längere Zeit gezeigt, etabliert es sich zur Gewohnheit und bewirkt schließlich eine Umstrukturierung der Gesamtpersönlichkeit.
1. selbstsicheres Verhalten
2. selbstsichere Verhaltensgewonheiten
3. selbstsichere Persönlichkeit

26

Für welche 3 Situationstypen werden im GSK Bewältigungsstrategien geübt / vermittelt?

1. Recht durchsetzen
2. Beziehungen
3. um Sympathie werben

27

Warum ist das GSK klinisch relevant?

- Soziale Kompetenzprobleme mit psychischen Störungen assoziiert (Symptom, Ursache, Folge, Stabilisierung...)
>> gestärkte soziale Kompetenzen (bzw. nach Selbstsicherheitspyramide sogar selbstsicherere Gesamtpersönlichkeit) als RESSOURCE
>> zur PRÄVENTION, THERAPIE, BEWÄLTIGUNG; WIEDEREINGLIEDERUNG

28

Bei welchen psychischen Störungen findet das GSK vor allem Anwendung?

1. Schizophrenie
2. affektive Störungen
3. Persönlichkeitsstörungen

29

Was ist das Wirkprinzip von PMR?

Grundlage bietet die wechselseitige Beziehung zwischen ZNS und Muskeltonus.
Über die Lockerung einzelner Muskelgruppen wird auch eine kognitiv-emotionale Entspannung erzielt (- also eine sensorisch induzierte Entspannung).

-> Induktion von Entspannung, Absenken des Arousalniveaus (bei allen Entspannungsverfahren)

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Was ist das Besondere an PMR (auch in Abgrenzung zu AT).

Die PMR ist viel schneller zu erlernen. Ist sensorisch induziert, nicht kognitiv. Und sie hat das breiteste Anwendungsfeld.

31

Zielklärung: Ableitung von Zielen anhand Makroanalyse. WO lässt sich ansetzen / wo lassen sich Änderungs-/ Akzeptanzziele ableiten?

1. Fortwirkende Entstehungsbedingungen (Grundannahmen ändern ...)
2. Fortwirkende Erstauftrittsbedingungen
3. aktuelle Teufelskreise (Bewusstmachen & Entdecken im Alltag)
4. internale & externale Funktionalitäten
5. Fluktuation der Symptomatik unter Belastungen
6. Krankheitsverlust & Entwicklungsblockade

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Zielformulierung nach SMART.

Specific (eindeutig & konkret)
Measurable (messbar)
Achievable (erreichbar)
Realistic (realistisch)
Time determined (zeitlich festgelegt)

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Welche 4 Aspekte sind bei der Zielanalyse zu beachten?

1. Rahmenbedingungen (Makrosoziales, Normen, Werte, Abhängigkeiten)

2. Konsensus (zwischen P und T: Psychoedukation, Spielen auf Zeit, Erwartungen des Patienten)

3. Risiken (Trennung, Rente, Isolation, Exposition, zu hohe Erwartung)

4. Prognose

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Wann hat die Zielerreichung in der Therapie all. eine schlechte Prognose?

1. Vortherapien
2. Belastungssituationen
3. wenig Ressourcen
4. wenig soziale Unterstützung
5. hohes Alter
6. Chronifizierung / Komorbiditäten

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Wie ist der Ablauf der Therapieplanung?

1. Wahl des Behandlungsprinzips (Manuale)
2. Behandlungsplan (Sitzungsfrequenz, Dauer, Modalität)
3. konkrete Umsetzung (mit Ätiologiemodell, begleitende Diagnostik, Veränderungsmessung)

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Aufgaben der Diagnostik

- klassifikatorische Diagnostik
- dispositionelle Diagnostik
- biographische Diagnostik
- funktionale Diagnostik
- Indikationsfragen
- Verlaufs- und Prozessdiagnostik
- Erfolgsdiagnostik

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Worin unterscheiden sich Entspannungsverfahren?

1. Entspannungsinduktion
2. Entspannungsreaktion
3. Wirkspezifität
4. Aufwand