Lupus erythematodes Flashcards Preview

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Flashcards in Lupus erythematodes Deck (20):
1

Lupus erythematodes -> Ätiologie und Pathophysiologie

Ätiologie: unbekannt, Assoziation u.a. zu HLA-DR2 und HLA-DR3

Pathophysiologie:
Gestörte Regulation und Interaktion von B- und T-Lymphos -> pathologische Immunantwort-> vermehrte Bildung von Auto-AK -> verschiedene Auto-AK, Immunkomplexe und Komplementaktivierungen verursachen Entzündungen am Gefäßendothels -> Gewebeschäden an multiplen Organen

2

Lupus erythematodes -> ACR-Kriterien

Bei Vorliegen von mindestens 4 der 11 Kriterien ist Lupus wahrscheinlich:

Dermatologisch:
1. Schmetterlingserythem (Aussparung Nasolabialfalte)
2. Diskoides Erythem (leuchtend rote Papeln mit haftender Schuppenbildung)
3. Fotosensibilität
4. orale/nasopharyngeale Schleimhautulzera

Innere Organe:
1. nicht-erosive Arthritis mit Befall von mindestens 2 Gelenken (Befall meist ähnlich wie bei RA)
2. Serositis: Pleuritis, Perikarditis (ggf mit Ergussbildung)
3. Nierenbeteiligung: Lupusnephritis mit Proteinurie (Immunkomplex-GN)
4. ZNS-Beteiligung

Laborchemisch:
1. Befall des hämatopoetischen Systems: Coombs-positive hämolytische Anämie, Thrombopenie, Leukopenie
2. immunologische Befunde: anti-dsDNA-AK, Anti-Sm-AK oder Antiphospholipid-AK
3. ANAs

3

Anti-Sm-Antikörper

= Autoantikörper aus der Gruppe der antinukleären Antikörper
* selten, dafür äußerst spezifisch im Rahmen eines systemischen Lupus erythematodes (SLE) nachweisbar
*zugehöriges Antigen: Proteinbestandteile der snRNPs, die das Spliceosom bilden. Im Immunfluoreszenztest findet man eine granuläre Verteilung des Antigens im Zellkern
*nur bei einem Viertel der Patienten mit SLE nachzuweisen, sind jedoch hochspezifisch und finden sich sonst bei nahezu keiner anderen Kollagenose oder Autoimmunerkrankung

4

Prognostisch ungünstig bei SLE

Insbesondere Befall von Niere und Nervensystem prognostisch ungünstig!!!

5

Lupus erythematodes -> Dermatologische Symptome: ACR-Kriterien (4) und weitere mögliche Symptome (5)

ACR:
* Schmetterlingserythem (Aussparung Nasolabialfalte)
* Diskoides Erythem (leuchtend rote Papeln mit haftender Schuppenbildung)
* Fotosensibilität
* orale/nasopharyngeale Schleimhautulzera

Weitere mögliche Symptome:
*Cheilitis
*makulöses Exanthem
*periungale Teleangiektasien, Hyperkeratosen der Nagelfalz
*Effluvium, evtl diffuse Allopezie
*selten Raynaud-Syndrom

6

Lupus erythematodes -> Befall innerer Organe: ACR-Kriterien (4) und weitere mögliche Manifestationen

ACR:
1. nicht-erosive Arthritis mit Befall von mindestens 2 Gelenken (Muster meist ähnlich wie bei RA)
2. Serositis: Pleuritis, Perikarditis
3. Nierenbeteiligung: Lupusnephritis mit Proteinurie (Immunkomplex-GN)
4. ZNS-Beteiligung (Krampfanfälle, Psychosem Wesensveränderungen)

Weitere:
*selten fibrinöse Endokarditis (Endokarditis Libmann-Sacks) mit Insuffizienz von Herzklappen (meist Mitralklappe)

7

Auto-AK bei Lupus erythematodes (4)

*Anti-dsDNA-AK (bei Ca 70%, hochspezifisch!, Assoziation mit Lupus-Nephritis)
*Anti-Sm-AK (nur bei 30% positiv, aber hochspezifisch!)
*ANAs (bester Screeningtest: hohe Sensitivität, bei 95% positiv, aber geringe Spezifität)
*Antiphospholipid-AK (Lupuskoagulans, Anti-β2-Glykoprotein-2-AK, Anti-Cardiolipin-AK)

*Anti-C1q-AK: Korrelation mit Krankheitsaktivität!!!
*SS-A(=Ro)-AK (bei Ca 60% positiv, mit Sjögren-Syndrom assoziiert)

8

Tapeziernagelphänomen

= Sporn an den Unterseiten der Schuppen, der durch follikuläre Hyperkeratose entsteht

Auftreten bei Lupus erythematodes!!

Zur Erinnerung: bei Psoriasis Auspitz-Phänomen, Phänomen des letzten Häutchens, Kerzenwachs-Phänomen

9

Chronisch diskoider Lupus erythematodes (CDLE)
- Definition
- Klinik (4) und Prädilektionsstellen
- Prognose

= Lupus erythematodes, der sich fast ausschließlich durch einen Hautbefall präsentiert

Klink: typischerweise werden Hautveränderungen durch Licht getriggert!!
*scheibenförmige, scharf begrenzte, leicht erhabene rote Plaques mit Schuppenbildung und zentraler Atrophie
*Tapeziernagelphänomen: Sporn an den Unterseiten der Schuppen, der durch follikuläre Hyperkeratose entsteht
*langsam zentrifugal ausbreitende Brührungsempfindlichkeit
*narbige Ausheilungen: atrophische, meist blasse Narbe im Zentrum: narbige Alopezie am behaarten Kopf

Prädilektionsstellen:
*v.a. lichtexponierte Areale
*meist nur an einzelnen Lokalisationen (zB nur Kopf befallen)
* selten disseminiert (Stamm und Oberarme)

Prognose: Übergang in SLE ist selten!!!

10

Chilblain-Lupus

= Sonderform des chronisch Diskoiden Lupus erythematodes

- blaurote Knötchen v.a. an Zehen und Fingern

11

Subakut kutaner Lupus erythematodes (SCLE)
- Beschreibung
- Effloreszenz
- Prädilektionsstellen (2)
- Allgemeine Symptome (3)
- Prognose

= Form des Lupus erythematodes, die Mittelstellung zwischen SLE und CDLE einnimmt: Hautveränderungen nicht so charakteristisch unilokal wie bei CDLE, Kriterien eines SLE werden aber nicht erfüllt

Effloreszenz: meist symmetrische psorisiforme Hautveränderungen

Prädilektionsstellen:
*lichtexponierte Areale
*Armstreckseiten, Stamm

Allgemeine Symptome:
*Krankheitsgefühl
*Arthralgien, Myalgien
*evtl Sicca-Syndrom

Prognose: im Gegensatz zum CDLE deutlich höheres Risiko in SLE überzugehen

12

Medikamenteninduzierter Lupus erythematodes
- Beschreibung
- auslösende Medis (6)
- Geschlecht
- Klinik (4)
- Diagnostik (3)
- Prognose

Mit der Einnahme eines Medikaments treten Lupus-ähnliche Symptome auf, die nach Absetzen schlagartig wieder sistieren

Auslösende Medis (können medikamenteninduzierten Lupus auslösen, aber auch bestehenden Lupus erythematodes verstärken):
*Antiarrhythmika: Procainamid
*Antihypertensiva: Hydralazin, Methyldopa
*weitere: D-Penicillamin, Isoniazid, Phenytoin,...

Geschlecht: M häufiger als W!!!!!!!

Klinik:
*Polyarthritis
*Serositis (v.a. Pleuritis, Perikarditis)
*Myalgien
*Exanthem

Diagnostik: charakteristische Befunde in Blutuntersuchung:
*Anti-Histon-AK
*meist ANA⬆️
*keine AK gegen dsDNA

Prognose: Remission nach Absetzen der Medis

13

Anti-Histon-AK

Typisch für medikamenteniduzierten Lupus erythematodes:
*finden sich bei über 90% der Pat!!!
*können auch bei SLE erhöht sein, sind dort aber deutlich seltener!!

14

Serologischer Befund SLE vs medikamenteninduzierter Lupus

SLE:
*anti-dsDNA-AK
*anti-Sm-AK
*ANAs
*anti-Phoshoplipid-AK

Medikamenteninduzierter Lupus:
*Anti-Histon-AK!!!!!
*ANAs
*KEINE anti-dsDNA-AK

15

Lupus erythematodes -> Befund einer Hautbiopsie

Lupusband!!!

SLE: sowohl in der Haut als auch in der makroskopisch gesunden (sonnengeschützten) Haut finden sich in der Fluoreszenzmikroskopie an der dermatoepidermalen Junktionszone bandförmige Immunkomplexablagerungen von IgG, IgM, IgA und C3

CDLE: Lupusband nur in der befallenen, makroskopisch kranken Haut

Zur Erinnerung: beim bullösen Pemphigoid sind die AK in der dermatoepithelialen Junktionszone spezifisch gegen BM-Bestandteile (Kollagen XVII)! Im Gegensatz dazu bei SLE unterschiedliche unspezifische AK

16

SLE -> medikamentöse Therapie

Bei leichtem Verlauf ohne Beteiligung lebenswichtiger Organe:
*NSAR
*Hydroxychloroquin
*Glukokortikoide bei entzündlichen Schüben

Bei schwerem Verlauf mit Beteiligung lebenswichtiger Organe:
*Glukokortikoide
*evtl zusätzlich Immunsupressiva (zB Cyclophosphamid, Azathioprin, Ciclosporin A)

17

Chloroquin udn Hydroxychloroquin -> Wirkmechanismus udn Indikationen (4)

Wirkmechanismus nicht ganz aufgeklärt

Indikationen:
* Therapie und Prophylaxe der Malaria
*Einsatz bei milden Verläufen rheumatologischer Erkrankungen: RA (Basistherapie), SLE (ohne Organbeteiligung)
*Porphyria cutanea tarda (Chloroquin bindet Prophyrine udn wird dann über Niere ausgeschieden)

18

Lupusnephritis -> Beschreibung, Klassifikation, Diagnostik, Therapie

= häufige (fast 50%) und prognosebestimmende Organmanifestation; Klassischerweise als Immunkomplex-GN

Klassifikation: unterschiedliche Schweregrade, zB:
*asymptomatische Hämaturie bis hin zur RPGN
*asymptomatische Proteinurie bis hin zum nephrotischen Syndrom

Diagnostik: Nierenbiopsie zur Therapieplanung immer notwendig!

Therapie: abhängig vom Schweregrad werden Glukokorikoide, Zytostatika und allgemeine nierenprotektive Maßnahmen, wie zB RR-Einstellung eingesetzt

19

SLE in der Schwangerschaft

* Fruchtbarkeitsrate bleibt wahrscheinlich normal
*bei SLE liegt immer Risikoschwangeschaft vor
*Östrogene-> erhöhtes Thrombosrisiko (gefährlich in Kombi mit Antiphospholipidsyndrom!!)

Plazentagängige AK -> Auslösung eines neonatalen Lupus-Syndroms in 5% der Fälle:
*Hautbeteiligung (entwickelt sich meist in ersten Wochen)
*Zytopenie
*Leberbeteiligung
*kongenitaler AV-Block I-III

20

Lupus erythematodes-> Geschlecht, Alter, Verbreitung

Geschlecht: W:M = 9:1 (v.a. Frauen im gebährfähigen Alter)

Weltweites Auftreten: Prävalenz ist bei Afrikanern, Afroamerikanern und Lateinamerikanern am höchsten