Trisomie 21 Flashcards Preview

Tag 34 Humangenetik > Trisomie 21 > Flashcards

Flashcards in Trisomie 21 Deck (18)
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1

Trisomie 21 -> 2 verschiedene Chromosomenbefunde mit Häufigkeit

Freie Trisomie 21 (95%): Störung der Meiose, keine Erbkrankheit im engeren Sinne

Translokationstrisomie 21 (4%): Erbindormation des Chromosom 21 dreifach vorhanden, jedoch einmal an anderes Chromosom (meist 14) angelagert

2

Freie Trisomie 21 -> Ätiologie

Störung der Meiose:
- ca 70% bei der ersten und 20% bei der zweiten meiotischen Teilung der Eizelle durch Non-Disjunction (im Alter häufiger)
- väterliche Non-Disjunction in der Spermatogenese 5%)

3

Translokationstrisomie 21 -> Pathogenese

- entsteht in 50% der Fälle durch Vererbung einer balancierten Translokation von einem Elternteil (meist der Mutter)
- entsteht in 50% der Fälle durch Neumutation während Meiose

4

Balancierte Robertson-Translokation

= Translokation des langen Arms eines Chromosom 21 auf den langen Arm eines Chromosom 14 -> Fusion von Chromosom 21 und 14 -> 45XX,t(21;14) bzw 45XY,t(21;14)

-> Betroffene verfügen nur über 45 Chromosomen, aber dennoch über normale Gendosis -> normaler Phänotyp

5

Karyogramm bei Translokationstrisomie 21

46XX, +21,t(21;14) bzw 46XY,+21,t(21;14)

6

Wahrscheinlichkeit eines Kindes eine Trisomiezu tragen, wenn Mutter Trägerin einer balancierten Translokation ist

- theoretische Wahrscheinlichkeit: 25% (bzw 33% da Monosomie 21 nicht lebensfähig)
- empirische Wahrscheinlichkeit: 10-15% (wenn der Vater Träger ist nur 1-2% -> Defektes Spermium hat mehr Konkurrenz)

7

Mosaik-Trisomie

- entsteht durch Non-Disjunction in der Mitose -> neben Trisomie-Zelllinie besteht eine normale Zelllinie
- je nach Zeitpunkt der fehlerhaften Mitose besteht ein variabler Anteil an Trisomie-tragenden udn nicht-tragenden Zellen -> phänotypische Ausprägung dementsprechend unterschiedlich

Ca 1% aller Trisomien 21 sind Mosaiktrisomien!!

8

Trisomie 21 -> kraniofaziale Dysmorphien
- Augen (5)
- Mund (3)
- weitere (3)

Augen:
- Lidachsen nach außen schräg ansteigend
- Epikanthus
- Brushfield-Flecken
- Hypertelorismus
- Katarakt in jungem Alter

Merkmale des Mundes:
- große Zunge
- kleine Mundhöhle
- hoher Gaumen

Weitere Merkmale:
- Brachycephalus (vorzeitiger Verschluss der Kranznaht)
- hypoplastischer Nasenknochen, breite Nasenwurzel
- Anomalien der Ohrmuschel (klein, rund, adhärente Ohrläppchen)

9

Brushfield-Flecken

= weiße Iris-Tüpfelung

Anhäufung von Stroma-Fasern in den vorderen Schichten der Iris -> weiße Tüpfelung ohne Krankheitswert
- kann bei jedem Menschen vorkommen, aber gehäuft bei Zellweger-Syndrom und Trisomie 21

10

Trisomie 21 -> Merkmale der Extremitäten, des Weichteilgewebes udn des Skeletts:
- Extremitäten (5)
- Weichteile (1)
- weitere (3)

Extremitäten:
- Vierfingerfurche
- Sandalenfurche
- Klinodaktylie
- Kamptodaktylie (Beugekontraktur Kleinfinger)
- Brachydaktylie

Weichteile:
- Bindegewebsinsuffizienz -> zB Nabel- udn Leistenbrüche, starke Überstreckung der Gelenkemöglich

Weitere:
- ausladende Darmbeinsxhaufeln
- Rippenanomalien
- Verkürzung der langen Röhrenknochen

11

Trisomie 21 -> Organfehlbildungen:
- Herz
- Magen-Darm-Trakt (6)
- Urogenitaltrakt (3)
- weitere (4)

Herzfehler in 50% der Fälle:
- VSD, ASD, atrioventrikulärer Septumdefekt, Fallot-Tetralogie

Magen-Darm-Trakt:
- Duodenalstenose
- Pancreas anulare
- Analatresie
- Megakolon
- Rektumprolaps
- M. Hirschsprung

Urogenital:
- Hypogonadismus
- oft Kryptorchismus
- Fertilität⬇️ bei Männern

Weitere:
- Hypothyreose
- Infektanfälligkeit
- Leukämierisiko⬆️ (AML, ALL)
- Hörminderung durch rezidivierende Otitiden

12

Trisomie 21 -> Körpergröße und Entwicklung

Motorik:
- verzögerte motorische Entwicklung
- Muskelhypotonie

Körpergröße: Kleinwuchs (durchschnittlich 1,5m im Erwachsenenalter)

Intelligenz: unterschiedliche Ausprägung der geistigen Retardierung (IQ im Mittel 50)

13

Trisomie 21 -> Pränataldiagnostik

Feinultraschall, Doppler-Sonographie:
- Nackentransparenzmessung (Dorsonuchales Ödem)
- Nasenbeinmessung, Fetometrie

Invasive Untersuchungen zur Karyotypisierung:
- Chorionzottenbiopsie (ab 10.SSW)
- Amniozentese (ab 15. SSW)
- ggf Chordozentese (ab 17. SSW)

Tests aus mütterlichem Blut:
- Triple-Test (15.-18. SSW; häufig falsch positiv)
- Double-Test (im 1. Trimenon PAPP-A und β-HCG, im 2. Trimenon β-HCG und AFP)

14

Trisomie 21 -> Triple-Test

- mütterliche Blutentnahme zur Pränataldiagnostik: Bestimmung von β-HCG, AFP und Östradiol
- zwischen 15. und 18. SSW
- V.a. Trisomie 21 bei: β-HCG⬆️, AFP⬇️ und Östradiol⬇️
- häufig falsch positiv -> umstritten

15

Trisomie 21 -> postnatale Diagnostik (2)

- Chromosomen-Analyse
- Echokardiographie (50% haben Herzfehler)

16

Trisomie 21 -> Therapie (2)

- Behandlung des Symptomkompex und der Fehlbildungen
- frühe gezielte Förderung

17

Trisomie 21 -> Prognose

- Organfehlbildungen, Infektanfälligkeit, Leukämien -> verminderte Lebenserwartung (nur 45% werden älter als 60 Jahre)
- meist bis zum 40. Lj Zeichen einer Alzheimer-Krankheit (Amyloid-Precurser-Protein auf Chromosom 21)

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Trisomie 21 -> Häufigkeiten (generell und in Abh vom mütterlichen Alter)

- häufigste autosomale Chromosomenaberration (ca 1:600 Lebendgeborene)
- Risiko steigt mit dem Alter der Mutter bei Konzeption:
--- 20 Jahre -> 1:1500
--- 40 Jahre -> 1:100
--- 45 Jahre -> 1:30
--- 50 Jahre -> 1:6

Gilt nicht für Translokationstrisomie!