4 - Öffentliche Verschuldung Flashcards

(15 cards)

1
Q

Welche Arten der Verschuldung gibt es?

A

Finanzschulden (fundierte Schulden)
Verwaltungsschulden (schwebende Schulden)
Eventualverbindlichkeiten
implizite Schulden

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2
Q

Was sind Finanzschulden?

A

= Geldverbindlichkeiten mit dem Zweck, dem öffentlichen Sektor Verfügungsmacht über Geld zu geben

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3
Q

Was sind Verwaltungsschulden?

A

= Geldverbindlichkeiten, die im Zuge der laufenden Haushaltsführung eingehen

demokratiepolitisches Problem: Zweckentfremdung (wird teils zur Finanzierung verwendet, weil Bürgermeister ohne Beschluss einfach überziehen können (normaler Budgetierungsprozess wird ausgehebelt)

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4
Q

Was sind Eventualverbindlichkeiten?

A

= Geldverbindlichkeiten aus Gewährleistungen des öffentlichen Sektors (v.a. Haftungen)

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5
Q

Was sind implizite Schulden?

A

= langfristige Schulden, die aus Ausgabenverpflichtungen resultieren, die nur teilsweise durch Abgaben gedeckt sind
- Schuld zu Lasten der zukünftigen Generationen
- anhand von Generationenbilanzen erfasst (nicht durch staatliche Buchführung)
- Verschuldung, die man aufnehmen würde, wenn man die Steuern nicht erhöhen würde

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6
Q

Was sind die fiskalischen Ziele der öffentlichen Verschuldung?

A

Hauptmotiv: Einnahmen < Ausgaben ohne ausreichende Rücklagen

Verschuldung immer mit Zinsbelastungen verbunden
- rein fiskalisch: Abgabenfinanzierung ohne Zinsenbelastung besser

zu beachten: Unmerklichkeit von Verschuldung gegenüber Abgabenfinanzierung (“Schuldenillusion”) und Verhalten von eigennützigen Akteuren der Finanzpolitik

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7
Q

Was sind nicht-fiskalische Ziele der öffentlichen Verschuldung?

A

situationsbezogene Verschuldung
konjunkturpolitisch
wachstumspolitisch
verteilungspolitisch
zu beachten: Ricardianische Äquivalenz
- bei vollkommen rationalen Individuen bringt die Schuldenfinanzierung keinen Vorteil gegenüber der Steuerfinanzierung

objektbezogene Verschuldung
(Investitionen)
Deckungsgrundsätze

Überbrückungsfunktion
Staat muss liquide bleiben, also machen Schulden manchmal Sinn

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8
Q

Welche Kennzahlen zur Darstellung und Analyse des Volumens der Verschuldung gibt es?

A
  • Schuldenquote (Schuldenstandsquote
    = öffentliche Verschuldung / BIP
  • Nettodefizitquote (Maastrichtquote)
    = Nettoneuverschuldung / BIP
  • Kreditfinanzierungsquote
    = Nettoneuverschuldung / Ausgaben
  • Zinsquote
    = Zinsendienst / BIP
  • Zins-Steuerquote
    = Zinsendienst / Steuereinnahmen
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9
Q

Was ist Schuldenmanagement?

A

= Umstrukturierung der öffentlichen Verschuldung bei gegebenem Schuldenstand
= Staatsverschuldung wird hinsichtlich der Ziele optimal verwaltet

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10
Q

Welche Aufgaben verfolgt das Schuldenmanagement?

A
  • Minimierung der Zinsbelastung
  • Unterstützung der Ziele der finanzwirtschaftlichen Staatstätigkeit
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11
Q

Welcher Instrumente bedient sich das Schuldenmanagement?

A

Beeinflussung der Struktur der
- Laufzeit
- Schuldarten
- Gläubigerstrukturen

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12
Q

Was sind mögliche Gläubiger im Schuldenmanagement?

A

Ausland
- Bankensystem: Kreditinstitute
- Nichtbankensystem: andere Staaten, EU

Inland
- Bankensystem: Kreditinstitute und Nationalbank
- Nichtbankensystem: andere öffentliche Stellen, private Haushalte, Unternehmen

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13
Q

Inwiefern kann sich der Staat verschulden?

A
  • kurzfristig (Geldmarkt)
  • langfristig (Kapitalmarkt)
  • in heimischer Währung
  • in Fremdwährung
  • in titrierter Form (verbrieft; Anleihen, Obligationen, Schatzscheine)
  • in nicht titrierter Form (Darlehen, Bankkredite)
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14
Q

Wie wird Schuldenmanagement in Österreich gehandhabt?

A

seit 1993: Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA)
- Schuldenmanagement des Bundes
- debt management der Länder
- Schuldenmanagement der Rechtsträger des Bundes (Rechtsträgerschulden maastricht-relevant, für Bund keine Finanzierungskosten)
- Mittelaufnahme: Nutzung standardisierter Programme

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15
Q

Welche Grenzen der Verschuldung gibt es?

A

Frage der optimalen Verschuldungshöhe: theoretische Analyse der Grenzen notwendig (perspektivenabhängig)

rechtlich-institutionelle Grenzen
damits garnicht erst zu den anderen kommt
- zB Stabilitätspakt, Goldene Regel der Verschuldung, Schuldenbremse
- EU und national

ökonomische und haushaltspolitische Grenzen
- Zins-Wachstumsdifferenzial beachten
- haushaltspolitische sind enger als ökonomische, weil ökonomische kaum greifbar sind
- haushaltspolitische sienen Sicherung von Liquidität und Nachhaltigkeit
- zB Schuldendienstunfähigkeit, Zins-Steuerquote

psychologische Grenzen
Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung bei hoher Verschuldung in Frage gestellt
- Rolle der Medien
- Zugang zum Kapitalmarkt

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