Lokalanaesthetika Flashcards

1
Q

Ziel von Lokalanesthetika?

A

oertlich begrenzte Schmerzausschaltung ohne Beeintraechtigung des Bewusstseins

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2
Q

Was bewirken Lokalanaesthetika?

A

eine reversible Unterbrechung der Entstehung und Fortleitung von Aktionspotenzialen ueber sensible Nervenfasern

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3
Q

Wohin werden Lokalanaesthetika appliziert?

A

lokal in die Umgebung von Nervenfasern

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4
Q

Wo binden Lokalanaesthetika?

A

an spannungsabhaengige Natriumkanaele in den Nervenzellmembranen und blockieren so den Einstrom von Natriumionen

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5
Q

Was geschieht durch die Bindung der Lokalanaesthetika an die Natriumkanaele in den Nervenzellmembranen?

A

Die Depolarisation an Nervenmembranen wird gehemmt und somit die Fortleitung von Aktionspotentialen am Ort der Wirkung unterdrueckt

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6
Q

Wann sind Lokalanaesthetika staerker wirksam?

A

bei einer hochfrequenten Abfolge von Aktionspotentialen, weil sie mit besonders hoher Affinitaet am Natriumprotein binden, wenn der Natriumkanal haeufig vom offenen in den anschliessend inaktivierten Zustand uebergeht → die Lokalanaesthetika stabilisieren den Inaktivierten Zustand der Natriumkanaele

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7
Q

Was koennen Lokalanaesthetika in sehr hohen Konzentrationen?

A

auch andere Ionenkanaele hemmen, z.B. Kaliumkanaele

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8
Q

Wo ist die blockierende Wirkung von Lokalanaesthetikan staerker?

A

an duennen Nervenfasern staerker als an dicken; daher die Funktion der sensiblen, afferenten Nerven, wie der schmerzleitenden C Fasern, faellt bereits bei niedrigend ren Konzentrationen aus als die Erregung der duennen, myelinisierten ADelta-Fasern, welche Schmerz - und Temperaturempfinden), der groesseren myelinisierten AGamma und ABeta (leiten Beruehrung und Druckreize) sowie der motorischen AAlpha Fasern.

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9
Q

In welcher Reihenfolge verschwinden die sensiblen Empfindungen aus der peripher zur Einwirkung des Lokalanaesthetikums gelegenen Region?

A

Schmerz → Temperatur → Beruehrung → Druck

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10
Q

Was ist eine unerwuenschte Wirkung der meisten Lokalanesthetika?

A

eine Verminderung der Vasokonstriktion → damit eine Gefaesserweiternde Wirkung, da auchpostganglionaere sympathische Fasern empfindlich auf Lokalanesthetika reagieren

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11
Q

Was hemmen Lokalanaesthetika nur in hohen Dosen?

A

auch motorische Fasern

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12
Q

In welcher Reihenfolge kehren die Funtkionen bei nachlassender Wirkung zurueck?

A

Druck → Beruehrung → Temperatur → Schmerz

also in umgekehrter Reihenfolge

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13
Q

Woraus bestehen Lokalanaesthetika?

A
  • aus einer lipophilen aromatischen Gruppe
  • einer Zwischenkette (abgesehen von Benzocain)
  • einer hydrophilen Gruppe (ein sekundaeres oder meist tertiaeres Amin)
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13
Q

Woraus bestehen Lokalanaesthetika?

A
  • aus einer lipophilen aromatischen Gruppe
  • einer Zwischenkette (abgesehen von Benzocain)
  • einer hydrophilen Gruppe (ein sekundaeres oder meist tertiaeres Amin)
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14
Q

Welche Typen von Lokalanaesthetika gibt es?

A
  • vom Ester Typ, aromatische Gruppe mit Zwischenkette ueber Esterbindung verbunden
  • vom Amid Typ, aromatische Gruppe mit Zwischenkette ueber Amidbindung verbunden
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15
Q

Unterschied in der Metabolisierung bei Lokalanaesthetikan vom Ester und Amid Typ?

A

Substanzen vom Ester Typ (z.B. Procain) werden bereits am Applikationsort und nach Resorption im Blut rasch hydrolytisch gespalten und damti inaktiviert (Ausn.: Cocain) → wegen Esterasen in Plasma und Gewebe; Metabolisierung der Amid Typen erst in Leber, da von Monooxigenasen oxidativ dealkyliert und dann durch Carboxylase hydrolisiert

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16
Q

Was sind Lokalanaesthetika chemisch?

A

schwach basische Amine, die nur als saure Salze (z.B. als Hydrochlorid) wasserloeslich sind

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17
Q

PH Wert von Injektionsloesungen bei Lokalanaesthetika?

A

zwischen 4 und 6

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18
Q

Warum kommt dem PKa Wert der Wirkstoffe besondere Bedeutung zu?

A

Weil dieser neben dem PH Wert des Milieus den Ionisationsgrad bestimmt, was fuer die Wirksamkeit wichtig ist

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19
Q

Wo liegt der PKa Wert der gebraeuchlichen Lokalanaesthetika?

A

zwischen 7,8 und 9

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20
Q

Wie liegen die Lokalanaesthetika in den sauren Injektionsloesungen vor?

A

ionisiert, nach Injektion in das Gewebe mit einem physiologischen PH von 7,4 liegen je nach PKa Wert nur noch 3-20% des Wirkstoffes in der unionisierten Form vor

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21
Q

Wie erreichen Lokala. ihre Bindungsstellen am Natriumkanal in ausreichendem Masse?

A

nur in unionisierter (lipophiler) Form mittels Diffusion durch die Zellmembran; bei entzuendlichem Gewebe mit niedrigem PH Wert sind nur noch gany wenige Anteile (bei Procain z.B. nur 0,1%) ungeladen → Wirkungsverlust oder abgeschwaechte Wirkung in entzuendetem Gewebe

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22
Q

Wo nimmt die Wirkung von LA experimentell ebenfalls ab?

A

im alkalischen Millieu

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23
Q

Um wieviel hoeher ist der Verteilungskoeffizient von Tetracain im vgl. zu Procain? Was bedeutet das?

A

rund 58 fach → Tetracain kann daher im Gegensatz zu Procain intakte Schleimhaeute penetrieren und ist zur Oberflaechenanaesthesie geeignet

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24
Q

Was wird ausser der Eignung zur Oberflaechenanaesthesie von der Lipophilie bestimmt?

A

der Wirkungseintritt ! → je hoeher der Anteil an ungeladenen Molekuelen ist und je hoeher deren Lipohilie desto schneller kann die Diffusion durch die Membran zur Bindungsstelle erfolgen, desto schneller setzt folglich die Wirkung ein

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25
Q

Sind Injektionen von Loesungen mit zu geringen Konzentrationen ausreichend wirksam?

A

nein

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26
Q

Was passiert bei Injektionen von Loesungen mit zu hohen Konzentrationen?

A

die Gefahr eines zu schnellen Ubertritts ins Blut und somit von Vergiftungen

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27
Q

Wovon haengt die Wirkungsdauer der Lokalanaesthetika ab?

A

wesentlich von der Art der Metabolisierung; LA vom Ester Typ werden schneller abgebaut, wirken daher idR kuerzer als die vom Amid Typ

auch Abtransport des LA vom Wirkort ueber das Blut von Bedeutung, die Resorption der Stoffe vom Gewebe ins Blut haengt stark von der Durchblutungsrate ab → synthetische LA haben im vgl. zu Cocain vasokonstriktorische Wirkung, und erhoehn somit die Durchblutung im betroffenen Gebiet, was ihre Resorption beschleunigt → lokale Wirkung wird verkuerzt

28
Q

Was wird verwendet um den lokalen Effekt von synthetischen LA zu verlaengern?

A

vasokonstriktorische Stoffe (Sperrkoerper) wie Adrenalin oder Noradrenalin als Kombination mit den LA

29
Q

Was sind Sperrkoerper?

A

vasokonstriktorisch wirkende Stoffe wie die Catecholamine Adrenalin und Noradrenalin die als Zusatz mit LA verwendet werden um deren Wirkung zu verlaengern, sie werden den Injektionsloesungen in geringen Konzentrationen zugesetzt

30
Q

Dosierungsbsp. um die Groessenordnung zu verstehen - Lidocain und Adrenalin?

A

0,01 mg Adrenalin und 20 mg Lidocain ( 1:80 000 bis 1:200 000)

31
Q

Verlaengerung der Wirkdauer durch Sperrkoerper?

A

bei Lidocain durch Adrenalinzusatz bspw mehr als verdoppelt

32
Q

Welche Sperrkoerper findet man in vetmed LA/ welche in humanmed LA?

A

Adrenalin (Epinephrin) auch in Tierarzneimitteln, Noradrenalin und Felypressin (kaum antidiuretisch wirksames Analogon des Vasopressins) auf humanmed. Praeparate beschraenkt

33
Q

Wirkung von Sperrkoerpern ausser Verlaengerung der Wirkdauer?

A
  • reduziert auch Risiko systemischer Wirkungen , als unerwuenschte Wirkungen auf Herz und ZNS
  • vermindern lokale Blutungsneigung - nach Abklingen der Wirkung folgt aber nicht selten eine reaktive Hyperaemie mit erhoehter postop. Blutungsneigung)
  • Minderduchblutung im OP Gebiet unter Einwirkung von Sperrkoerpern bringt auch erhoehte Infektionsgefahr
34
Q

CAVE Wo ist die Anwendung von Sperrkoerpern kontraindiziiert?

A

Aufgrund der Infektionsgefahr im infizierten Gewebe; in Regionen die durch Endarterien versorgt werden (Ohren, Zehen, Zitzen, ..), hier Gefahr von Nekrosen infolge der Minderdurchblutung

35
Q

Was verursacht eine versehentliche Injektion iv der Catecholamine?

A

einen Blutdruckanstieg, Tachykardien bis hin zu lebensbedrohlichen Tachyarrhythmien; bei Felypressin reaktive Hyperaemie weniger ausgepraegt und arrhythmogene Wirkungen sind nicht bekannt, es wirkt aber koronarkonstriktorisch

36
Q

Hauptindikation LA?

A

Schmerzausschaltung bei chirurgischen Eingriffen; Narkose und damit verbunde Risiken lassen sich bei kleineren Eingriffen vermeiden

37
Q

Was ist bei Tieren meist als Praemedikation erforderlich?

A

ein Sedativum

38
Q

Weitere Indikationen von LA in der Tiermed?

A
  • diagnostische Zwecke, z.B. Lahmheitsdiagnostik (Frakturen oder Fissuren muessen aber geschlossen sein)
  • im Kombi mit anderen Wirkstoffen: Linderung von Juckreiz und Schmerzen (Topische Aplikation)

→ hier systemische Wirkungen unerwuenscht

  • wenn iv injeziert (ohne Sperrkoerper) aber systemische Wirkung gewollt: zu Behandlung von Herzryhtmusstoerungen und eines Status epilepticus
39
Q

Welche Formen der LA werden hinsichtlich der Schmerzausschaltung unterschieden?

A
  • Oberflaechenanaesthesie
  • Infiltrationsanaesthesie
  • Leitungsanaesthesie
  • Rueckenmarksanaesthesie
  • intravenoese Regionalanaesthesie

→ nicht jedes LA fuer alle Anwendungsarten geeignet

40
Q

Oberflaechenanaesthesie?

A
  • LA wird direkt auf betroffene Schleimhaeute gebracht (z.B. Auge bei opthalmologischen OPs)
  • Endigungen sensibler Nerven werden blockiert
  • bei intakter Haut oft keine ausreichende Wirkung wegen mangelnder Penetration
  • bei Verwendung auf verletzter Haut : besonders bei grossflaechigen Laesionen koennen systemische Wirkungen auftreten
  • Formen: Loesungen, Sprays, Salben, Pudern
  • auch Injektion von LA in Gelenke kann als Oberflaechenanaesthesie aufgefasst werden
41
Q

Infiltrationsanaesthesie?

A
  • intra - oder ueblicherweise subkutan in das OP Gebiet
  • es diffundiert zu den Nervenfasern in der Umgebung der Injektionsstellen
  • im vgl. zur Leitungsanaesthesie grosse Mengen an LA benoetigt
  • Gefahr von systemischen Wirkungen groesser, Sperrkoerperzusatz sinnvoll
42
Q

Leitungsanaesthesie?

A
  • perineurale Injektion, dh in Umgebung eines groesseren Nervs der OP Gebiet innerviert
  • mit relativ geringen Mengen LA koennen groessere Gebiete anaesthesiert werden
  • Gewebe im OP Gebiet wird nicht durch LA beeinflusst (z.B. keine Blutungsneigung)
  • Bsp.: diagnostische Injektionen an Gliedmassen, N. infraorbitalis,…
43
Q

Rueckenmarksanaesthesie?

A

= Art der Leitungsanaesthesie

  • LA wird rueckenmarksnah injeziiert, grosse Koerpergebiete somit anaesthesiert
  • die Rueckenmarkshuellen Pia mater (duenne Schicht aus Stuetzzellen direkt auf dem RM), Arachnoidea mater unter dieser liegt ein mit Liquor cerebrospinalis gefuellter Subarachnoidalraum, und die Dura mater (aeussere Begrenzung, teilt sich in aeusseres und inneres Blatt, auesseres Blatt = Knochenhaut der Wirbelkoerper im Wirbelkanal)
  • bei hohen Anaesthesien Verlust der Stehfaehigkeit und durch Ausschaltung der Rr. communicantes Blutdruckabfall
  • Indikationen: Geburtshilfe, gyn. + urologische OPs, generell OPs im Beckenbereich
  • Kontraindikation: bei Gerinnungsstoerungen (Gefahr von Blutungen in Wirbelkanal), Sepsis und lok. Infektionen im Injektionsgebiet
  • Indikationen:
44
Q

Epiduralanaesthesie?

A

= Art der Rueckenmarksanaesthesie

  • zwischen Blaettern der Dura mater liegt Periduralraum → hierhin LA injeziert bei Epiduralanaesthesie, diffundiert dann durch Dura und blockiert Nervenleitung subdural
45
Q

Spinalanaesthesie?

A

= Art der Rueckenmarksanaesthesie

  • Injektion erfolgt mit Durchstechen der Dura mater in den Subarachnoidalraum
  • LA kann sich dann frei im Liquor ausbreiten → Rueckenmark und Nervenfasern im Spinalkanal innerhalb weniger Minuten betaeubt
  • weniger Mengen LA im vgl zu Epiduralanaesthesie
  • Epidurala. in der Tiermed dennoch bevorzugt weil Wirkung besser lokal begrenzbar, dadurch sicherer
46
Q

Haeufig genutzte Lokalanaesthetika?

A
  • Benzocain - Oberflaechenanaesthesie
  • Procain - Infiltrations - und Leitungsanaesthesie
  • Tetracain - Oberflaechenan.
  • Oxybuprocain - Oberflaechenan.
  • Lidocain - Oberflaechen -, Infiltrations- , Leitungs-, und Rueckenmarksanaesthesie
  • Bupivacain - Leitungs-, bevorzugt RManaesthesie
  • Mepivacain -Infiltrations-, Leitungsanaesthesie
  • Prilocain- Infiltrations-, Leitungsanaesthesie
47
Q

Nebenwirkungen LA?

A
  • erhoehte Blutungsneigung am Ort der Applikation
  • mehr oder weniger starke Gewebsreizendewirkung - Wiederholungen innerhalb kurzer Zeitabstaende an der selben Stelle unterlassen
  • Allergien, haeufiger beim Ester Typ wie Procain
  • LA koennen nicht nur periphere Nerven blockieren → wenn zu hohe Blutkonz. nach Resorption, kann Hemmung der Erregungsbildung und fortleitung am Herzen (neg. chronotrop, inotrop, dromotrop, und bathmotrope Wirkung) Folge sein → Bradykardie, Abnahme Kontraktionskraft, Verlangsamung der Erregungsleitung bis hin zu lebensgefaehrlichen Herzrhythmusstoerungen (AV Block)
  • vasodilatatorische Wirkung + Wirkung auf Herz → Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufversagen
  • Hemmung der Neurone des ZNS → zunaechst fallen inhibitorische Neurone aus, inital treten deshalb zentrale Erregungserscheinungen wie Ruhelosigkeit, Erbrechen, Nystagmus, Tremor, bis hin zu generalisierten Kraempfen
  • neonatal kann Plasmaproteinbindung vermindert und Metabolisierung verzoegert sein = erhoehte Gefahr systemischer Wirkungen
48
Q

Wofuer LA missbraeuchlich eingesetzt?

A

Doping von Pferden in niedriger Dosierung systemisch angewendet → bei steigenden Konz. folgt durch Ausfall erregender Nervenzellen ein Stadium der zentralen Depression (Koma, Atemlaehmung). Bei schneller systemischer Applikation → zentrale Wirkung bleibt oft aus

49
Q

Haeufige Ursache fuer unerwuenschte Effekte von LA auf Herz und ZNS?

A

versehentliche intravasale Injektionen sowei zu hoch konzentrierte extravasale Injektionen; auch verstarkte Durchblutung oder erhoehte Gefaesspermeabilitaet am Applikationsort die Resorption beguenstigen;

50
Q

Bei LA welchen Typs ist die Vergiftungsgefahr bei Lebererkrankungen in Folge eines reduzierten Abbaus erhoeht?

A

bei LA des Amid Typs

51
Q

Vorsichtsmassnahmen zur Vermeidung von Vergiftungen?

A
  • Einhaltung empfohlene Grenzdosis und Konzentration
  • Spritze vor Injektion aspirieren, um iv Injektion zu vermeiden
  • gute Fixierung der Tiere
  • genaue Beobachtung der Tiere waehrend Applikation
52
Q

Sobald sich Symptome einer Intoxikation bemerkbar machen?

A
  • Applikation sofort stoppen
  • Benzodiazepine (z.B. Diazepam) zur Unterbrechung von Kraempfen iv - Barbiturate nicht geeignet weil Atemdepressive Wirkung verstaerkt wird
  • bei zentraler Depression muss Beatmung vorgenommen werden
  • zentrale Analeptika kontraindiziiert, Gefahr schwerer Kraempfe
  • Schockbehandlung bei starkem Blutdruckabfall (Volumensubstiution, Dopamin, ggf. Adrenalin oder ein beta-Sympathomimetikum)
53
Q

Welche Anforderungen muessen Substanzen erfuellen, um als Lokalanaesthetika eingesetzt und so bezeichnet zu werden?

A
  • rasch einsetzende oertliche Schmerzausschaltung
  • Wirkung haelt ausreichend lange an und ist reversibel
  • nach Absorption erfolgt rasche Metabolisierung (Vermeidung toxischer systemischer Wirkungen auf das Herz und ZNS)
  • Wasserloeslichkeit
  • Sterilisierbarkeit
  • Gewebevertraeglichkeit
54
Q

Welche 2 LA stehen zurzeit als Monopraeparate als Tierarzneimittel zur Verfuegeung?

A

Lidocain und Procain

55
Q

Cocain?

A
  • aeltestes klinsch genutztes LA
  • 1859 aus Blaettern des Cocastrauches, Erythroxylon coca isoliert; erstmals 1884 als Oberflaechenan. am Auge
  • Wirkt vasokonstriktorisch - im Gegensatz zu den synthetischen LA ! - Sperrkoerperzusatz ueberfluessig
  • vasokonstriktorische Wirkung beruht auf Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Nervenendigungen → Noradrenalin laenger im synaptischen Spalt und aktiviert so Adrenorezeptoren = wirkt indirekt sympathomimetisch - weitere Effekte deshlab Tachykardie und Mydriasis
  • ruft starke zentrale Stimulation mit euphorischen Zustaenden hervor
  • Suchtpotenz - trifft nicht auf synthetische LA zu
  • Anwendung durch Betaeubungsmittelgesetz eingeengt
  • Wirkdauer bis 2h, konzentrationsabhaengig
  • verboten bei LM Tieren
56
Q

Wann darf Cocain vom Tierarzt eingesetzt werden?

A

nur zur Lokalanaesthesie am Kopf - wirkt weniger reizend am Augen, bei Nachdosierung Gefahr von Korneaschaedigung

57
Q

Procain?

A
  • Prototyp der synthetischen LA
  • keine euphorisierende und indirekt sympathomimetische Wirkung
  • geringste gewebsschaedigende und systemtoxische Wirkung
  • Pferd zeigt hohe Sensibilitaet des ZNS gegen Procain - bei iv Verabreichung niedriger Dosen kommt es fuer einige Minuten zu Erregungserscheinungen → faellt deshalb unter Dopingbestimmungen
  • vom Ester Typ deshalb haeufiger Allergien
  • antibakterielle Wirkung von Sulfonamiden im Applikationsgebiet kann abgeschwaecht werden
  • nicht geeignet zur Oberflaechenan., weil Inaktivierung schneller als Penetration durch SH oder Haut
  • darf bei LM Tieren verwendet werde
58
Q

Wirkungseintritt nach Procain Applikation?

A

5 - 10 min, dauert ca 30 min

59
Q

Wartezeit Milch und essbares Gewebe bei Procain?

A

1-5 Tage (varriert je nach Praeparat aus nicht ersichtlichen Gruenden)

60
Q

Tetracain?

A
  • wirkt etwas schneller und deutlich laenger als Procain (bis zu 6h), und ca. 10 mal staerker
  • gut als Oberflaechenanaesthesie
  • stark gewebsreizend
  • 10 fach toxischer als Procain
  • auch bei Oberflaechenan. als 2%ige Zubereitung koennen bei kleinen Tieren Vergiftungen auftreten
  • am Auge in Humanmed heute Oxybuprocain verwendet weil weniger reizend
  • aktuell keine Monopraeparat zur Vetmed Anwenung m Handel
61
Q

Oxybuprocain?

A
  • in Opthalmologie als 0,4%ige Loesung zur Anaesthesie der Schleimhaeute und Cornea
  • staerker lokalanesthetisch wirksam als Cocain
  • Wirkung setzt schnell ein (nach ca 1 min), haelt aber nur 10 bis 30 min
  • zu haeufige Nachdosierungen fuehren zu Corneaschaeden
  • darf bei LM Tieren nicht verwendet werden
  • bei Equiden und KLT bie EIngriffen am Auge, z.B. Fremdkoerper
62
Q

Benzocain?

A
  • hydrophile Aminogruppe fehlt deshalb unter physiologischen Bedingungen nicht ionisiert und wasserunloeslich
  • unterscheidet sich von anderen LA auch durch Art der Blockade spannungsabhaengiger Natriumkanaele, bindet nicht von intrazellulaer am Kanalprotein
  • nicht ausreichend stark wirksam um Schmerzausschaltung bei chirurg. Eingriffen
  • Indikation: Dermatikum zur Linderung von Juckreiz; z.B. bei juckenden Dermatosen; in Konz. bis zu 20% in unterschiedlichen Arzneiformen (Salben, Gele, oelige Loesungen)
  • fuehrt bei wiederholter Anwendung leicht zu Sensibilisierung
  • vereinzelt wurde Methaemoglobin Bildung nach Benzocain Anwendung
  • keine Vetmed Arzneimittel im Handel
63
Q

Lokalanaesthetika vom Ester Typ?

A
  • Cocain
  • Procain
  • Tetracain
  • Odybuprocain
  • Benzocain
64
Q

Lokalanaesthetika vom Amid Typ?

A
  • Lidocain
  • Bupivacain
  • Mepivacain
65
Q

Lidocain?

A
  • etwa doppelt so wirksam wie Procain
  • nur in hoher Konz. von 4-5% fuer Oberflaechenan. bei Eingriffen am Auge
  • im Notfall auch iv als Antiarrhytmetikum und zur Behandlung eines Status Epilekticus
  • bei Pferden aufgrund von prokinetischer Wirkung auf Duenndarm auch iv zur Praevention eines postoperativen paralytischen Ileus → hier kein Sperrkoerper!
  • auch als 1% Kombipraeparat fuer Keratits, Konjunktivitis, Blepharitis und Haut
  • Wartezeit 5 Tage fuer essbares Gewebe und Milch (pfd)
66
Q

Bupivacain?

A
  • am staerksten wirksam unter Amid Typ
  • Wirkung setzt aber langsamer ein als beo bspw Tetracain
  • wirkt bis 6h und staerker als Lidocain
  • toxische Wirkung auf Herz hoeher als Lidocain
  • hauptsaechlich als Rueckenmarksanaesthesie
  • bei 0,25 - 0,5% gut gewebsvertraeglich
  • postoperative Analgesie in Pferdepraxis
  • Behandlung Laminitis
  • in D keine Vetmed Arzneimittel
67
Q

Mepivacain?

A
  • etwas geringer toxisch als Lidocain, sonst aehnlich
  • Wirkungseintritt schnell
  • Wirkdauer zwischen 1,5 und 3 h
  • nicht geeignet fuer Oberflaechenan. am Auge
  • in 0,5 bis 2%iger Loesung zur Infiltrations und Leitungsanaesthesie
  • aktuell nicht als vetmed Praeparat im Handel