Seltene hereditäre Syndrome Flashcards Preview

Tag 30 > Seltene hereditäre Syndrome > Flashcards

Flashcards in Seltene hereditäre Syndrome Deck (14):
1

Prader-Willi-Syndrom
- Genetik
- Diagnostik
- Klinik
- Behandlung
- Prognose

Mikrodeletionssyndrom (15q11-13) in Kombi mit Genomic Imprinting
=> Deletion der väterlichen Kopie -> Prader-Willi-Syndrom

Diagnostik:
- Methylierungsanalyse
- FISH

Klinik:
- muskuläre Hypotonie ("Floppy infant")
- verstärkter Appetit und Adipositas
- Minderwuchs (Mangel an Wachstumshormon)
- Hypoplasie des Genitals
- Gesichtsdysmorphien (mandelförmige Augen, dünner Oberlippe)

Therapie:
- Diät!!!!
- Substitution von Wachstumshormonen

Prognose: nahezu normale Lebenserwartung, wenn extreme Adipositas vermieden werden kann

2

Angelman-Syndrom
- Genetik
- Diagnostik (2)
- Klinik (5)
- Therapie
- Prognose

Mikrodeletionssyndrom (15q11-13) in Kombi mit Genomic Imprinting: Deletion der mütterlichen Kopie -> Angelman-Syndrom

Diagnostik:
- Methylierungsanalyse
-FISH

Klinik:
- verzögerte motorische und geistige Entwicklung im Säuglings- udn Kleinkindalter
- Faszination für Wasser und spiegelnde Flächen
- Intelligenzminderung
- ataktische Gangstörung
- charakteristische Fröhlichkeit, häufiges Lachen
- >80% mit ausgeprägten Epilepsien

Therapie:
- keine spezifische Therapie
- Logopädie, Physiotherapie
- bB antiepileptische Therapie

Prognose: idR normale Lebenserwartung

3

Zellweger-Syndrom
- Synonym und Definition
- Klinik
- Diagnose
- Prognose

= zerebrohepatorenales Syndrom
Autosomal-rezessive Störung der Peroxisomenbildung => Abbau langkettiger Fettsäuren, H2O2 und Synthese von Gallensäuren, Cholesterin, Plasmalogenen nicht mehr möglich

Klinik:
- Fehlbildungen des Gesichts und des Kopfes
- Hypotonie der Muskeln
- Hepatomegalie, Zystennieren
- Krampfanfälle

Diagnose: erhöhte Konzentration überlangkettiger Fettsäuren im Blut

Prognose: Tod bereits im Säuglingsalter, keine Therapie möglich

MEMO: XYZ -> PeroXisomen, sYndrom, Zellweger

4

DD neonatale Hypotonie (4)

- spinale Muskelatrophie
- mütterliche Medis
- Zellweger-Syndrom
- Prader-Willi-Syndrom

5

DiGeorge-Syndrom
- Definition
- Ätiologie
- Klinik
- Diagnostik
- Therapie

Mikrodeletionssyndrom, das auf eine Entwicklungsstörung der Kiemenbögen zurückzuführen ist und mit Thymusaplasie einhergeht

Ätiologie: Mikrodeletion auf Chromosom 22 (22q11.2)

Klinik: typische Symptome sind:
- cardiac anomalies = Herzfehler (u.a. Fallot-Tetralogie, Truncus arteriosus, VSD, ASD)
- anomalous face = Gesichtsdysmorphien (prominente Nasenwurzel, hypoplastische Nasenflügel, dysplastischer Ohren, Mikrognathie)
- Thymusaplasie/-Hypoplasie => Immundefekt
- cleft palate = Gaumenspalte
- hypocalcemia = Hypokaliziämie aufgrund eines Hypoparathyreoidismus

Aber variabler Phänotyp mit unterschiedlich schwerer Ausprägung:
- Neugeborene: Velopharyngeale Inkompetenz, Fütterungsschwierigkeiten, Gaumenspalte
- ältere Kinder: Entwicklungsverzögerung, nasale Sprache
- Erwachsene: Psychiatrische Auffälligkeiten

Diagnostik: FISH, Sequenzierung des TBX1-Gens

Therapie: Behandlung der Immundefizienz (Antibiotika, Virostatika, Antimykotika), Thymustransplantation

MEMO: CATCH22 (Tanja hat die 22 und kann gut fangen)

6

Pierre-Robin-Sequenz
- Definition
- Klinik
- Diagnostik
- Therapie (Schwach und stark ausgeprägte Symptomatik)
- Prognose

= fetale Fehlbildungen des Mund-Kiefer-Gesichtsbereichs unklarer Genese

Klinik:
- Gaumenspalte
- Glossoptose mit Gefahr einer akuten Atemnot und Aspiration
- Mikroretrogenie = mandibuläre Retrognathie
- evtl geistige Retardierung

Diagnostik: FISH

Therapie:
- bei schwach ausgeprägter Dyspnoe: symptomatische Therapie (Aufsicht und Unterstützung bei Nahrungsaufnahme, nicht-invasivität Beatmung)
- bei nicht beherrschbarer Dyspnoe: operative Korrektur (bei akut lebensbedrohlicher Atemnot -> Tracheotomie, sonst Spezialeingriffe zur langfristigen Korrektur)

Prognose: meist normale Lebenserwartung

7

Martin-Bell-Syndrom
- Synonym
- Genetik
- Epidemiologie (Geschlecht, Häufigkeit)
- Klinik
- Diagnostik
- Therapie
- Prognose

= Fragiles-X-Syndrom, Marker-X-Syndrom
- x-chromosomal vererbte Veränderung des FMR1-Gens => Verlängerung der CGG-Tripletts => Genprodukt kann nicht mehr abgelesen werden

Epidemiologie:
- M>>W
- nach Trisomie 21 häufigste Ursache geistiger Retardierung

Klinik:
- unterschiedlich ausgeprägte Intelligenzminderung
- Verzögerung der Sprachentwicklung, autistisches Verhalten
- Hyperaktivität
- Körpergröße udn Kopfumfang im oberen Normbereich => KEINE Mikrocephalie!!!!!
- Anomalien der Körperstrukturen, zB langes Gesicht, große Ohren, überstreckbare Gelenke, große Hoden
- bei Prämutation Overialinsuffizienz u/o Tremor-Ataxie

Diagnose:
- molekulargenetisch (PCR, Southern Blot)
- zytogenetischer Nachweis

Therapie: symptomatische Förderung

Prognose: idR normale Lebenserwartung

( X-tra large: große Ohren, große Testis, großes Gesicht, normalGROßER Kopf
- FMR: fragile, Männer, repeat

8

Cri-du-Chat-Syndrom
- Definition
- Epidemiologie (Geschlecht)
- Ätiologie
- Klinik (6)
- Therapie
- Prognose

Seltene, durch Aberration des Chromosoms 5 verursachte Erkrankung, die als klinisches Hauptmerkmal das katzenähnliche Schreien des Säuglings aufweist

Epidemiologie: W>M (5:1)

Ätiologie: strukturelle Aberration des kurzen Arms von Chromosom 5

Klinik:
- katzenähnliches Schreien im Säuglingsalter
- Intelligenzminderung
- Vierfingerfurche
- Gesichtsanomalien
- Skelettanomalien
- Kleinwuchs

Therapie: symptomatisch, frühe psychische und physische Förderung

Prognose: je nach Begleitsymptomen und therapeutischer Förderung kann die Lebenserwartung normal sein

Memo: Katzen sind, dumm, klein, schreien, haben 4 pfoten und nen komosches gesicht!

9

Rett-Syndrom
- Definition
- Epidemiologie
- Ätiologie
- Klinik
- Diagnose
- Prognose

Entwicklungsstörung mit progressivem Verlust von Intelligenz und kognitiven Fähigkeiten wie Sprache, Lokomotion und Gebrauchsfähigkeit der Hände

Epidemiologie:
- betrifft fast ausschließlich Mädchen
- Beginn: 7.-24. Lebensmonat

Ätiologie:
- Mutation im MECP2-Gen, x-chromosomal dominanter Gendefekt
- meist nicht vererbt, sondern spontane Neumutation, oft kann mutierte Kopie des MECP2-Gens dem Allel des Vaters zugeordnet werden (zufällige Mutation bei der Spermienbildung)

Klinik:
Zunächst normale Entwicklung, dann Entwicklungsstillstand innerhalb des ersten Jahres:
- Verlust zielgerichteter Handbewegungen mit Stereotypien (windend-wringende Drehbewegungen der Hände)
- Rumpfataxie, Apraxie, choreatische Bewegungen
- Hyperventilation
- Mikrozephalie
- geistige Retardierung
- Krampfanfälle

Diagnose: Kombination aus typischer Klinik und Nachweis der Genmutation

Prognose: durchschnittliche Lebenserwartung ca 45 Jahre

10

Williams-Beuren-Syndrom
- Epidemiologie (Häufigkeit)
- Ätiologie
- Klinik (5)
- Diagnose

Epidemiologie: zwischen 1:20000 und 1:50000

Ätiologie: Deletion auf Chromosom 7

Klinik:
- charakteristische kognitive Auffälligkeiten (u.a. Intelligenzminderung, meist sehr kontaktfreudig)
- besondere Gesichtsform: Mittelgesichtshypoplasie, kurze Lidspalte, breite Stirn, tiefe Nasenwurzel, nach vorne gerichtete Nasenlöcher, langes Philtrum, Hypodontie
- kardiovaskuläre Fehlbildungen (v.a. supravalvuläre Aortenstenose)
- idiopathische Hyperkalzämie
- generell Fehlbildungen in vielen Organsystemen möglich (zB radspeichenartige Zeichnung der Iris = Iris stellata)

Diagnose: Kombi aus typischer Klinik und Nachweis der Genmutation (meist mittels FISH)

Memo
In blaubezren kalksteinhöle, viel kalzium...
-->
(Viel)Kalzium, Kognitive, Kontaktfreudig, Kardiale, Kalotten (Gesicht) Auffälligkeiten

11

Rubinstein-Taybi-Syndrom
- Definition, Genetik
- Klinik (4)
- Prognose

Hereditäres Syndrom mit charakteristischer fazialer Dysmorphie
-> durch Mutation im CREBP-Gen

Klinik:
- typische Gesichtsform: nach außen unten gerichtete Lidachse, gebogene Nase mit hypoplastischen Nasenflügeln
- im Säuglingsalter: behaarte Stirn
- Verbreiterung von Daumen und Zehenendgliedern
- mentale Retardierung

Prognose: idR normale Lebenserwartung

12

Smith-Lemil-Opitz-Syndrom
- Definition
- Ätiologie
- Klinik (6)
- Diagnostik
- Therapie

Autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung mit Cholesterinmangel aufgrund eines Mangels an 7-Dehydrocholesterol-Reduktase

Ätiologie: Mutation des DHCR7-Gens auf Chromosom 11 (autosomal-rezessiv)

Klinik: Variable Symptomatik mit sehr unterschiedlichen Störungen
- Minderwuchs
- faziale Dysmorphie (Ptosis, Epikanthus, Mikrocephalie, Mikrognathie)
- Intelligenzminderung
- Fehlbildungen innerer Organe (Genitalien bei Jungs oft weiblich aussehend, Nieren, Herz)
- obligate ZEHENSYNDAKTYLIE
- Vierfingerfurche

Diagnostik:
- 7-Dehydrocholesterin⬆️
- Cholesterin⬇️

Therapie:
- Cholesterol-Substitution
- ggf in Kombi mit Statinen zur Hemmung der endogenen Cholesterinsynthese


Memo: sMith leMli: Minderwuchs, Minderintelligent, Mikrognathie, Mikrozephalie, Mittelfurche der hand, zusaMMene Zehen

13

Wiskott-Aldrich-Syndrom
- Definition
- Erbgang
- Klinik
- Therapie
- Prognose

Hereditäres Syndrom mit eingeschränkter T-Zell-Funktion und Thrombozytopathie
- x-chromosomal-rezessiv 💩😲

Klinik: klassische Trias
- Ekzem
- thrombozytopenische Purpura
- opportunistische Infektionen in den ersten Lebensjahren

Therapie: kurativ mittels Stammzelltransplantation

Prognose: reduzierte Lebenserwartung meist aufgrund von Blutungskomplikationen

MEMO: Kot -> pie (pee) -> Petechien Immundefekt Ekzem

14

Martin-Albright-Syndrom
- Synonym und Definition
- Erbgang
- Klinik
- Diagnostik
- DD

= Pseudohypoparathyreodismus
Erkrankung, bei der Parathormon zwar ausreichend ausgeschüttet wird, aufgrund einer Endorganresistenz aber nicht wirken kann
- meist autosomal-dominant vererbt

Klinik:
- wie bei anderen Formen des Hypoparathyreoidismus: Hypokalzämie, Tetanien, zerebrale Krampfanfälle, intrakranielle Verkalkungen, Zahnanomalien
- typisch für Pseudohypoparathyreodismus zudem: geistige Retardierung, Kleinwuchs, rundes Gesicht, Verkürzung von Mittelhand- und Mittelfußknochen

Diagnostik:
- Parathormon⬆️
- Kalzitriol⬇️
- Kalzium⬇️
- Phosphat⬆️

DD: Pseudopseudohypoparathyreoidismus (phänotypische Erscheinung eines Patienten mit Pseudohypoparathyreodismus, aber laborchemisch unauffällig)