Anästhesie u. Notfallmedizin Flashcards Preview

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Flashcards in Anästhesie u. Notfallmedizin Deck (61):
1

Lokalanästhetika

Ester-Typ:
-Procain (kurz)
-Tetracain (lang)

Amid-Typ:
-Lidocain (mittel)
-Prilocain (mittel)
-Mepivacain (mittel)
-Bupivacain (lang)
-Etidocain (lang)
-Ropivacain (lang)

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Intravasal Injektion von Lokalanästhetika

-ZNS: Präkonvulsive Warnzeichen, Schwindel, Periorale Parästhesie, Seh- u. Sprachst. ("verwaschen"), Muskelzittern, Gen. Krampfanfall, Koma mit Atemstillstand
-Herz: neg. ino-, dromo-, chronotrop, AV-B. III → VES → Asystolie
-Kreislauf: Vasodilatation, Hypotonie, Schock mit Kreislaufstillstand
-NW Prilocain: Methämoglobinämie
-Allerg. Reaktionen: Selten, bei Estern erhöhte Inzidenz

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PDA

-unterschiedl. Sens. Nerven auf ein LA: sympa. > sensibel > motorisch
-Punktionshöhen
Th 5-7: Thorakal: Lungenteilresektionen, thorakale Ösophagusresektion, thorakales Aortenaneurysma
Th 6-9: Thorakoabdominal: Ö-, Magen-, Pankreas-, NN- u. Leberteilresektionen, Whipple-OP
Th 7-9: Hemikolektomie rechts
Th 8-10: Kolorektale Chirurgie (Hemikolektomie li, totale Kolektomie, anorektale C.), Aortoiliakale u. -femorale Bypässe,Wertheim-Meigs-OP, erweiterte Hysterektomie
Th 9-11: Beckenexenteration
L 2/3-4: Geburtsvorgang, Hüft-TEP-Wechsel, Bein-Umstellungsosteotomien

4

Spinalanästhesie

-Mepivacain 4% -1h; Bupivacain 0,5% über 1h (ca. 2,5h Wirkdauer)
-Punktionshöhe LWS Bereich, für die OP notw. Wirkhöhe kann durch Dosis des LA bestimmt werden:
Sectio caesarea: Th 4-6 (Mamillarlinie)
Operationen im Becken sowie an Ureteren und Nierenbecken: Th 6-8 (Xiphoid)
Transurethrale Operationen mit Blasendehnung, vaginale Entbindungen, Hüft-OPs: Th 10 (Nabel)
Transurethrale Operationen ohne Blasendehnung: L1 (Leistenband)
Knieoperationen und Fußchirurgie: L2/3
Perineale Chirurgie: S2-5

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CSE

-komb. Spinal-u. Epidurala.
-Vorteile der Spinalanästhesie (schneller Wirkungse. + mot. Blockade) + die der PDA (gute postop. Schmerzth.)
-Geburtshilfe u. Ortho

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Periphere Nervenblockaden

obere Extremität:
-Interskalenusb. (Schulter, lat. Klavicula, Oberarm)
-Supraklavikuläre Plexusb. (Mittlerer Oberarm)
-Vertikale infraklavikuläre Plexusb. (Dist. Oberarm, EB, Unterarm, Hand)
-Axilläre Plexus-brachialis-B. (Hand- u. Unterarm)

untere Extremität:
-N. ischiadicus- u. N. femoralis-B. (Fuß, Unterschenkel, Knie)
-Psoaskompartmentblock
-Inguinale u. paravertebrale Blockade Plexus lumbalis

-Isolierte Blockade einzelner peripherer Nerven (z.B. Leitungsanästhesie nach Oberst )

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KI rückenmarksnahe Verfahren u. p. Blockaden

Rückenmarksnahe Verfahren
Absolut:
-Entzündungen/Furunkel Einstichstelle
-Allergie gg Lokalanästhetikum
-Notfallsituation Geburtshilfe: v.a. Lösung der Plazenta, Blutungen, schwerwiegende fetale Dezelerationen bzw. Bradykardien, Asphyxie
Hirndrucksteigerung
-Akutes neurologisches Defizit

Relativ:
-St. Blutgerinnung (auch iatrogen)
-Grenzwerte: PTT >40s, Quick 50%, Thrombozyten >50.000/μl)
-Keine KI: Thrombozytenaggregationshemmer, proph. Heparinisierung
-Nervenausfallserscheinungen

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PDA Durchführung

-Injektionsort: Peri-/Epiduralraum → Zw. Lig. flavum u. Dura mater
-Traumatisch (Tuohy), atraumatisch (Sprotte)
-LA mit Lidocain
-Einstich Periduralnadel in medianer o. paramedianer Linie, Vorschieben um 2-3cm im Lig. interspinale, Mandrin entfernen
Spez., leichtgängige, mit NaCl-Lösung gefüllte Spritze aufsetzen, Unter konstantem, leichtem Druck auf den Spritzenkolben Nadel langsam weiter vorschieben, Widerstand erhöht sich i.d.R. spürbar beim Durchtritt durch Lig. flavum, direkt im Anschluss lässt Widerstand plötzlich nach (loss-of-resistance), Alt. Technik "Hängender Tropfen"
-Single-shot: 1x LA (Bupivacain), ggf. + Sufentanil
-o. Katheteranlage: Über die Nadel kann ein Katheter vorgeschoben werden (ohne großen Widerstand), max. 3cm im Periduralraum
-PDK-Lagekontrolle: Z.A. intravasaler o. intrathekaler (=spinaler) Lage, Testdosis 2-3ml LA versetzt mit 10-20μg Adrenalin

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Spinalanästhesie Durchführung

-Subarachnoidalraum → Zw. Arachnoidea u. Pia mater/Rückenmark
-Atraumatisch (Sprotte)
-Ertasten beider Beckenkämme: Zwischenwirbelraum auf Verbindungslinie entspricht Einstichstelle LWK3/4 o. LWK4/5
-LA mit Lidocain (fakultativ)
-Einbringung einer etwas kräftigeren, aber kürzeren Führungsnadel (sog. Introducer) als Leitstruktur für die dünnere Spinalnadel
-Einstich in kranialer Ausrichtung (ca. 10 - 30°) bis in den Duralsack
-bei Knochenkontakt: kranialer, Bei Parästhesien: medialer
-Bei korrekter Lage tropft nach Herausziehen des Mandrins Liquor aus der Nadel (bis hierhin analog zur Liquorpunktion)
-Aufsetzen der mit LA gefüllten Spritze u. Arretierung, zügige Injektion

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Komplikationen Spinalanästhesie, PDA

-Sympathikusblockade → Vasodil., Reflexbradykardie u. Hypotension (sog. Bezold-Jarisch-Reflex) → Rel. Hypovolämie
-Harnretention
-Rückenschmerzen
-Perforation Dura → Liquorunterdrucks. (postpunkt. Kopfschmerz)
-Infektion: Septische/aseptische Meningitis
-Totale Spinalanästhesie:
Überdosierung bzw. versehentliche Spinalanästhesie bei PDA) → Zu hohes Aufsteigen LA → Hemmung interkostale Atemmuskulatur u. Sympathikusblockade → Bradykardie u. Hypotonie → Perfusionsminderung Hirnstamm → Totale Spinalanästhesie → Kreislauf- u. Atemstillstand
-Speziell Periduralanästhesie: Abriss Periduralkatheters, Arteria-spinalis-anterior-Syndrom, Konus-Syndrom

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Narkosestadien nach Guedel

-Äthernarkose, rein volatile N.
-1. Analgesiest. (Nur Schmerze. Red.)
-2. Exzitationsst. (Cave: Erbrechen mit erh. Asp., Mydriasis)
-3. Toleranzst. (Gew. Zustand, zunächst Miosis, dann Mydriasis)
-4. Asphyxie, Paralysest.

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Allgemeinanästhesie

balancierte:
-Standardverfahren
-bei Atemwegserkrankungen aufgrund der bronchodil. Wirkung der Inhalationsanästhetika

TIVA:
-Vorteile: Keine NW der inhalativen Anästhetika, Weniger PONV, Geringere Gefahr maligne Hyperthermie
-Substanzen mit kurzer HWZ, sodass ähnliche Steuerbarkeit wie balancierte A.
Hypnotikum: Propofol
Opioid: Remifentanil
Muskelrelaxans: Mivacurium

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Narkosetiefe

Zu flach:
-Veg. Stressreaktion → Sympathikusakt.
-Kreislauf: Tachykardie u. Hypertonie
-Atmung: Gegenatmung
-Auge: Mydriasis, Tränenfluss
-Muskeln: Abwehrbewegungen (beim nichtrelax. Pat.)
-Haut: Vermehrtes Schwitzen

Zu tief: Ausschaltung veg. NS
-Kreislauf: Bradykardie u. Hypotonie
-Auge: Erst Miosis, später Mydriasis
-ZNS: Nulllinie EEG

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Rel. KI LAMA

-Oberbauch- u. Thoraxeingriffe
-Nicht-Nüchternheit
-Hohe Beatmungsdrücke (>20cm H2O)
Verm. Lungencompliance (restriktive Ventilationsstörungen)
Extreme Adipositas
Laparoskopische OPs
-Alternative Lagerungen (z.B. Bauchlagerung oder sitzende Lagerung

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Tubusarten

Magill-Tubus:
-Standardtubus mit genormtem Krümmungsradius, auch ohne Führungsstab
♂: 8-8,5 mm
♀: 7,5-8 mm
-Kinder: kl. Finger, über 18 Mon: 4,5 + Alter/4

Woodbridge-Tubus:
-integrierte, flexibler Metallspirale, mit Führungsstab
-Aufgrund der Versteifung kann der Tubus nicht abknicken → Zur Verwendung z.B. bei Operationen in Bauchlage

Oxford-non-kinking-Tubus
-Starrer, L-förmiger Tubus, mit Führungsstab
-Heutzutage kaum mehr angewandt

Doppellumige Tuben:
Beschreibung: Verschiedene Tuben (Carlens-, White- und Robert-Shaw-Tubus) zur beidseitigen und/oder einseitigen Beatmung der Lungen

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Mallampati u. Cormack/Lehane

Mallampati:
I: Uvula u. weicher Gaumen komplett einsehbar
II: Uvulaspitze wird durch Zunge verdeckt; weicher Gaumen einsehbar
III: Uvula wird von Zunge vollst. verdeckt; weicher Gaumen weitestgehend einsehbar
IV: Nur harte Gaumen zu erkennen

Cormack/Lehane:
I: Ges. Stimmritze sichtbar
II: Stimmritze nur teilw. sichtbar (hintere Komissur)
III: nur Epiglottis
IV : Nur weicher Gaumen

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Bronchospasmus

-Sympt.: Giemen u. Brummen, Verlängertes Exspirium, Hoher notwendiger Beatmungsdruck
-Th.: Unterbrechung der manipulierenden Maßnahmen, Manuelle Beatmung mit FiO2 v100%, bronchodil. Inhalationsanästhetika (z.B. Sevofluran, Desfluran, etc.) zur Vertiefung der Narkose
-bei schwerem Bronchospasmus:
β2-Sympathomim.: Inh. Fenoterol, Altern.: I.v. Reproterol
Theophyllin
Adrenalin i.v. o. intratracheal

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Extubationskriterien

-Ausreichende Spontanatmung
-Vorhandene Schutzreflexe (Schluck- u. Hustenreflex)
-Kontaktfähigkeit (z.B. Augenöffnung, Befolgen von Aufforderungen)
-Körpertemperatur >35°C
-Hämodynamische Stabilität
-Kein erhöhter Hirndruck

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Kontrollierte Beatmung

-Tidalvolumen :
Lungengesund: 8-12ml/kg KG
Lungenprotektiv: 6-8ml/kg KG
-AF: 10-15/min
-FiO2: Narkosee.: 1,0, Während OP: 0,3 - 1,0
-Kapnometrie: Schneller Anstieg CO2 → Plateau → Schneller Abfall
bei Obs.: Langsamer Anstieg CO2 → Kein Plateau
-Intermittierende Überdruckbeatmung (IPPV ):
10-20cm H2O, Druck endexspiratorisch niemals negativ
-Kontinuierliche Überdruckbeatmung (CPPV u. CPAP):
PEEP: 5cm H2O
+: Vergrößerung funktionelle RC, Erhöhung Gasaustauschfläche, Erhöhte Oxygenierung, Vermeidung von Atelektasen, Verbesserung der Lungencompliance durch die Verschiebung der Atemruhelage
-: PEEP zu hoch: Überblähung Lunge, Abnahme Compliance, Senkung HZV, Abnahme Leberdurchblutung
-Intermittierende mandatorische Beatmung
IMV: spontane u. kontrollierte Beatmung, Sicherstellung eines suffizienten Atemvolumens → Triggerung Atemzüge durch Maschine
SIMV: spontane Atemtätigkeit wird durch Beatmungsgerät unterstützt, Stellt das Gerät gewisse Atemtätigkeit fest, zus. Druck als U. für den jeweiligen Atemzug

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RSI

-Notfallop: keine Nahrungskarenz von mind. 6 h o. fehlende Flüssigkeitskarenz von mind. 2 H
-Akutes Abdomen u. Ileus, GIT Blutungen, Reflux, Hiatushernie, Ösophagusdivertikel u. -atresie, Pylorusstenose
-verz. Magenpassage: Schwer verdauliche Nahrung, Stress u. Schmerzen, Medis (Sedativa, Anticholinergika, Opioide), Alkohol
-Intraabdomineller Druck↑ Aszites, Tumoren, Pneumoperitoneum, SS
-Adipositas, Komatöse Patienten
-Oberkörper-Hoch-Lagerung durchgeführt, Präox. (5-10 min!), dicht aufsitzende Maske, Opioide, Immer i.v. Hypnotika, Blitzintubation Unfallort: Ketamin, Klinik: Propofol i.v. Bolus, Muskelrelax. Depolarisierend: Succinylcholin, Präcurarisierung mit nicht-d. M. möglich, um Muskelfaszikulationen u. Erhöhung des gastralen Drucks zu vermeiden, Nicht-d. Rocuronium: schneller Wirkeintritt (Antidot Sugammadex), Sofortige Intubation mit Führungsstab, Keine Zwischenbeatmung bei der gesamten Einleitung
-Krikoiddruck (auch "Sellick-Handgriff") zur Regurgitationsprophylaxe nicht mehr empfohlen (Ösophagusruptur)

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Aspirationspneumonie (Mendelson-S.)

-Aspiration saurer Magensaft, Tracheobronchitis, chemische Pneumonitis, ARDS
-Glukokos u. Antibiotika nicht routinemäßig gegeben (antibiotische Th. erst bei Pneumonie)
-Klinische Hinweise: Sofortreaktionen nach Aspiration
Bronchospasmus
Rasselgeräusche
Zyanose bei Hypoxämie
-Erreger: Mischinfektion, zumeist Anaerobier

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Inhalationsnarkotika

-Blut/Gas Verteilungsk.: schnelles An-und Abfluten
-Desfluran: 0,45, Geringste Met., Sympathikus-Stim., Stechender Geruch, Irritation Atemwege
-Lachgas N2O: 0,47, Gute Analgesie bei geringer hypn. W.
-Sevofluran: 0,65 , Milder Geruch u. keine Atemwegsirritation, Maskeneinleitung möglich (Kinderanästhesie)
-Isofluran: 1,40, Unangenehmer Geruch, Vasodilatation, Muskelrelax., gering neg. inotrop
-NW: Emetogene Wirkung, Exzitationen im Exzitationsstadium, Postoperatives Shivering, Vasodil.
-Spez. NW
Lachgas: Diffusionshypoxie
Desfluran: Sympathoadrenerge R. → Blutdruckanstieg u.Tachykardie
Sevofluran: Interaktion Atemkalk → Bei zu niedriger Frischgaszufuhr entstehen nephrotoxische Abbauprodukte, Compound A - E
Isofluran: Senkung Hf → Blutdruckabfall in Abhängigkeit Dos.

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Pharmakokinetik Inhalationsn.

-schnelle Anflutung: geringe Blutlöslichkeit, hohe Fettlöslichkeit, hoher Partialdruck A., geringe funkt. RC, geringes HZV bei hoher Perfusion Gehirn
-Blut/Gas-Verteilungskoeffizient: Partialdruckgefälle u. Löslichkeit A. im Blut, Verhältnis Konzentrationen, bei der sich das GG einstellt, geringe Löslichkeit u. hoher Partialdruck zügige Aufnahme ins Blut
-Verteilung: Transport A. zum Gehirn
-Blut/Gehirn-Verteilungskoeffizient: Wirkungseintritt Nervenzellen des Gehirns abhängig von Diffusionsgeschwindigkeit, abhängig von Fettlöslichkeit, Partialdruckgefälle
-Ausscheidung: kaum Metabolisierung, durch Fettlöslichkeit Sammlung A. im FG, Elimination verlängert

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I.v. Narkotika

-Propofol: Angenehmes Einschlafen u. Erwachen, bei TIVA u. Mittleres- großes PONV Risiko, GABAA-Rez. u. Na-Kanäle in Formatio reticularis?
NW: Propofol-Infusions-S. (met. Azidose, Rhabdomyolyse, mögliches NV bei hochdosierter u. langer Th.), RR Abfall, Erregung mit möglichen Myoklonien, Atemdepression, Sexuelle Phantasien, Histamina., Injektionsschmerz: Propofol-MCT/LCT-Emulsion

-Etomidat: Einleitung kardiovask. Risikopatienten, GABA-Rez. u. Formatio r.
NW: Zentrale Atemdepression, Senkung Kortisolsynthese, Myoklonien
Hirndrucksenkung, Histaminausschüttung, Injektionsschmerz

-Ketamin: Starkes Analgetikum, diss. Anästhesie (Bewusstseinsverlust, Analgesie u. Amnesie, Erhaltung Schutzreflexe), Antagonismus NMDA-Rez., sympathomim., bei therapieres. Status asthmaticus
NW: RR- u. Hf Anstieg, Hypersalivation, Hirndruckanstieg, Halluzinationen, Skelettmuskeltonuserhöhung, Atemd. nur bei hoher Dosierung o. zügiger i.v. Injektion

-Barbiturate: Senkung Hirndruck, Hemmung Formatio reticularis, Barbituratnarkose bei Status epilepticus
NW: Kardiovask. Depression, Zunahme veg. Reflexe, Bronchospasmus, Laryngospasmus, dosisab. Atemdepression, Histamina., i.v. Injektion: Gefäßreizung
Akzidentelle intraarterielle Injektion: Gewebsnekrose
Intraart. Zugang belassen! Verdünnung: NaCl 0,9% intraarteriell, Minderung Gefäßspasmus: Gabe von 5-10ml Lidocain 1% intraarteriell, Ggf. Blockade Plexus axillaris o. Ganglion stellatum, Zur Vermeidung Thrombose: Ggf. intraarterielle Heparingabe

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Muskelrelaxantien

-Depolarisierende: Succinylcholin (Suxamethonium)
ACh-Rez. motorische Endplatte → Depol. (Muskelzittern) → Kein Abbau durch AChesterase → Depolarisationsblock, Wirkungsbeginn: 40-60 s, Wirkdauer: 5-10 Min, Antagonist: keiner

-Nicht-depolarisierende:
n-Cholino-Rezeptor mot. Endplatte → Komp. Antagon. → Nichtdepolarisationsblock, Verlauf Muskelrelax. p. nach z., Wirkungsbeginn: 2-5 Min, Antagonist: Neostigmin u. Pyridostigmin
-Überwachung: Relaxometrie (Neuromuskuläres Monitoring-NMM)

-NW:
Gemeinsam: Apnoe
Succinylcholin: CK-Erhöhung (Myoglobinämie- Rhabdomyolyse), HRS, Hyperkaliämie, Maligne Hyperthermie

-Pharmakokin.:
Renale E.: Alcuronium, Pancuronium
Biliäre E.: Rocuronium, Vecuronium
Organungebundene E. (Hofmann-Abbau, Änderung von pH-Wert u. Temp. sowie über unspez. Esterhydrolyse): Atracurium, Cis-Atracurium,
Mivacurium

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Maligne Hyperthermie

-junge Männer, 1:10.000, 1 auf 250-500.000 Allgemeinanästhesien
-Ät.: Autosom.-dom. (Ryanodin-Rez.), Myotone S., Myopathien
-Trigger: Volatile H. (Sevofluran, Enfluran), Succinylcholin, Koffein
-Frühz.: Kontin. Anstieg endexspir. CO2, Tachykarde HRS, Zyanose, Rigor, Masseterspasmus
-Spätz.: Anstieg Körpertemp., Azidose, Rhabdomyolyse (Hyperkaliämie, Hyperkalziämie, Myoglobinämie u. Myoglobinurie), Hyperglykämie
-Prophylaxe: In-vitro-Kontraktur-Test (IVKT)
-Th.: AMV 3X, 100% O2, Dantrolen (verhindert dFreisetzung von Ca aus sER, interagiert mit Kalziumantagonisten, Hyperkaliämien(!), Verstärkung Wirkung nicht-d. Muskelrelax.)
-Erw. Maßnahmen: Forcierte Diurese (Crush-Niere), Low-dose Hep. (Verbrauchskoagulopathie)
-Ohne zügige, angemessene Th. Letalität ca. 80%!

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Benzos

-GABA-A-Agonisten
-Anxiolytisch, Hypnotisch, Muskelrelax., Antikonvulsiv
-kurz: Midazolam u. Triazolam, Narkose, Einschlafstörungen
-mittellang : Oxazepam, Temazepam, Lormetazepam, Flunitrazepam, Ein-/Durchschlafstörungen, Angstzustände
-lang: Lorazepam, Diazepam, Clonazepam, Bromazepam, Chlordiazepoxid, Nicht mehr zugelassen: Tetrazepam, Angst- u. Panikattacken, Spannungszustände, Akute paranoide Episoden, Muskelrelaxierung, Epilepsien, Alkoholentzugssyndrom
-NW: Affektabflachung, Hang-over Folgetag, Atemdepression, Muskelschwäche, Amnesie, Abhängigkeit bereits nach wenigen Wo, Rebound-Phänomen (Th.: Benzos in ausschleichender Dos., Krampfprophylaxe: Carbamazepin, Erregungszustände: Haloperidol, KI: B.-Antagonist Flumazenil)
-Weitere NW: Paradoxe Erregung, Appetitsteigerung, Libidoverlust
-Th. Intox.: Kohletabletten u. Laxantien, danach erst Flumazenil erwägen
-KI: Myasthenia gravis, Ataxie, Engwinkelglaukom, SS, Atemdepression, COPD, resp. Insuff.

28

Benzo ähnliche Subs.

-ausgeprägte sed. Wirkung, geringes Abhängigkeitspot.
-Substanzen: Zolpidem, Zopiclon (evtl. Übererregbarkeit), Zaleplon
-Sedativ-hypnotisch, Geringere antikonvulsive u. anxiolytische Wirkung als Benzos
-Schlafstörungen (insb. Einschlafstörungen)
-NW: Toleranz- u. Abhängigkeitsentwicklung
-Seltener Hang-over-Effekte u. Rebound-Phänomene

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Schmerztherapie

-chron.: länger als 3-12 Mon
-Head'sche Zone (Dermatom) u. Mackenzie-Zone (Myotom)
-GB: sensibel re. N. phrenicus (C4) → Cholezystolithiasis Schmerzausstrahlung in re. Schulter u. Hyperästhesie unter dem re. Schulterblatt/Rücken (= Boas-Z.)
-Milz: sensibel li. N. phrenicus (C4) → Bei Milzruptur Schmerzausstrahlung in li. Schulter (= Kehr-Z.) u. Druckschmerz li. Halsseite (= Saegesser-Z.)
-Phantomschmerz: Sens. nozizeptiver Strukturen in p., spinalen u. supraspinalen Strukturen → Übererregung NMDA-Rez., Frühz. Regionalanästhesie, trizyklische Antidepressiva, Spiegeltherapie
-Mainzer Stadiensystem der Schmerzchronifizierung (MPSS)
Achse I: Zeitliche Aspekte
Achse II: Räumliche Aspekte
Achse III: Medikamenteneinnahmeverhalten
Achse IV: Inanspruchnahme des Gesundheitswesens
-Bedarfsmedikation: unret., schnell wirksam, 1/6 der Tagesdosis, bei über 3 mal am Tag höhere Stufe

30

Nicht Opioid Analgetika

NSAR (Analg., Antipyr., Antiphlog., Teilw. H. Thrombozytenagg.):
-Diclofenac, Ibuprofen, ASS, Indometacin, Naproxen
-NW: Magen- u. Darmulzera (5x, +Glukos: 10-15x): Indometacin > Diclofenac > Ibuprofen > ASS, Akutes NV, Chron. Analgetikaniere, Erhöhung kardiovaskuläres Risiko (außer ASS u. Naproxen), Analgetika-Asthma, Angioödem, M. Widal (Samter-Trias): ASS- o. NSAR-Unv., Polyposis nasi, Asthma bronchiale
KI: 3. Trimenon, ASS Kinder mit fieberhaftem I. u. 15 J. (Reye-S.)

Selektive COX-2 Hemmer (Analg., Antiphlog.):
-Celecoxib (p.o.), Parecoxib (i.v., i.m.)
-NW: Erhöhung kardiovaskuläres Risikos! Verschlechterung chron. NV, Blutdrucksteigerung, Kaum GIT

Weitere (Analg., Antipyr., teilw. spasmolyt.):
-Paracetamol (Hepatotox.: Ab 4g/d, Letal: 12-20g, Antidot: Acetylcystein, begrenzte Nephrotox.)
-Metamizol (Allerg. R., Agranulozytose, Blutdruckabfälle Insb. I.v.)
-Flupirtin: zentral analg., spasmolyt. (unspez. GIT, Kopfschmerzen, Müdigkeit, selten Leberenzyme. u. grüner Urin, strenge I.stellung) Akt. Kaliumkanälen ZNS → Stab. Membranruhepotentials durch K+-Efflux → neuronale Aktivität↓ → Ind. Hemmung NMDA-Kan.

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Niedrig potente Opioide

-Tramadol
-Tilidin
-Dihydrocodein

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Hoch potente Opioide

-Morphin
-Oxycodon
-Levomethadon
-Fentanyl
-Pethidin
-Buprenorphin (höchste Rezeptoraff.)

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KoAnalgetika

-Neuropathische Schmerzen:
TCA: Amitriptylin, Doxepin, Clomipramin, Imipramin
Antikonvulsiva: Carbamazepin, Gabapentin, Pregabalin
-Hirndruck u. Nervenkompression:
Glukos
-Knochenmetastasen u. -schmerzen:
Bisphosphonate

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Opioid Analgetika in der Anästhesie

-Fentanyl: 125x, 20-30 min, Starke Lipophilie, Rasche Anflutung ZNS, Deutl. Kumulation bei kont. Zufuhr
-Remifentanil: 100-200x, 3-4min, Inakt. durch unspez. Esterasen, kurze Wd., Keine Kum., Keine Dosisa. bei Leber-/Niereni.
-Sufentanil: 1000x, 30-45 min, Höchste analgetische Potenz aller Opioide, Ähnliche Lipophilie wie Fentanyl mit ähnlicher Pharmakodyn., Kum. etwas geringer
-Alfentanil: 30-40x,

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Nicht zentral wirksame Opoide

Loperamid
-Geringe Bioverfügbarkeit
-Potenter μ-Rezeptorag. am Plexus myentericus Darm
-Obstipierender Effekt: Hemmung propulsive Peristaltik, Erhöhung Sphinkter-Tonus, Hemmung Flüssigkeitssekretion Darmlumen

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Rezeptoren mit Wirkung Opoide

μ-Rezeptor:
-Starke Analgesie (supraspinale u. spinale), Atemdepression
-Obstipation (bessert sich nicht im Verlauf), Miosis, Bradykardie
-Starke Abhängigkeit, Euphorie

κ-Rezeptor:
-Analgesie (spinale)
-Dysphorie, Sedierung

δ-Rezeptor:
-Analgesie, Atemdepression
-Toleranz, Abhängigkeit

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Opioidintox.

-Symptomtrias: Bewusstlosigkeit, Miosis, Atemdep. u. Bradykardie: Cheyne-Stokes-Atmung möglich
-Ggf. hämorrhagisches Lungenödem
-Obduktionsbefund Mund u. Nase: blutig-tingierter Schaumpilz u. Abrinnspuren
-Hyporeflexie, Areflexie, Rhabdomyolyse → Crush-Niere
-Freihaltung Atemwege, Naloxon i.v. (Naltrexon), Langsame Titration, Bei Krämpfen: Diazepam, Cave: Remorphinisierung

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Opioidindikationen

-i.v.: Piritramid u. Pethidin bei Harnleiterkoliken
-Oral: Fentanyl-Sublingualtablette bei Tumordurchbruchschmerzen
-Transdermales Pflaster: Fentanyl bei chron. Schmerzsyndrom
Stabile Plasmakonz. wegen Hautdepot
Verzögerung maximale Analgesie (ca. 12 h)
Konstante Wirkstoffabgabe - 72 h
-Notfallmedizin: Morphin i.v.
schmerzlindernd, beruhigend u. angstlösend, ACS, Lungenödem
-Sedierung: Remifentanil, Fentanyl i.v.
-(Trockener) Husten: Dihydrocodein bzw. Codein
-Diarrhoe: Loperamid (wirkt obstipierend)

39

Pulsoxy- u. BGA

Pulspxy:
-saO2: 95–99%, PaO2:100mmHg
-saO2: 90-94%: Mäßige Hypoxämie → PaO2 80mmHg
-saO2: 85-89%: Mittelgradige → PaO2 60mmHg
-saO2: unter 85%: Hochgradige → PaO2 unter 50mmHg

BGA:
-pO2: 65-100mmHg, pCO2: 32-45mmHg, pH: 7,35-7,45
-HCO3-: 22‒26mmol/L, BE: -2 bis +3mmol/l
pO2↓ = Resp. Partialinsuffizienz
pO2↓ u. pCO2↑ = Resp. Globalinsuffizienz

40

Anionenlücke

-Parameter Abklärung met. Azidose
-Na- (HCO3 + Cl)
-Normbereich: 12 ± 4 mmol/l
-Normale Anionenlücke = "Bikarbonatverlust"
Endogen: Diarrhoe, Galle- oder Pankreasfistel, renal tubuläre Azidose
Exogen: Medis (Carboanhydrasehemmer), Zufuhr von Säuren deren Anion Chlorid ist (z.B. HCl)
-Vergrößerte Anionenlücke = "Additionsazidose"
"Kuss-Maul": Ketonkörper, Urämie, Salicylsäure, Methanol, Äthylenglykol (bzw. Ethylenglykol), (Urämie), Laktat
-Störf.: Hypalbuminämie (Verringerung), Hyperphosphat. (Vergrößerung)

41

Sauerstoffbindungskurve

Rechtsverschiebung → Sauerstoffbindung an Hämoglobin schwächer → Begünstigte Abgabe an Gewebe
-Anstieg pCO2↑
-Temperatur↑
-pH↓
-2,3-Bisphosphoglycerat↑

Linksverschiebung → Sauerstoffbindung an Hämoglobin stärker → Geringere Abgabe an Gewebe
Ursachen
-Abfall des CO2-Partialdrucks pCO2↓
-Temperatur↓
-pH↑
-2,3-Bisphosphoglycerat↓

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Infusionen

-Hagen-Poiseuille-Gesetz: halb so großes Katheterlumen führt zu einem 16-x geringeren D., halb so langer Katheter verdoppelt D.
-Kristalloide I. NaCl 0,9%, Ringer-Lösung:
Geringer intravasaler Volumeneffekt durch rasche Verteilung
-Kolloidale I., Plasmaexpander, HES:
Rascher Ausgleich großer Volumendefizite, Volumeneffekt u. intravasale Verweildauer hängen von Molekülgröße ab, Kleine Moleküle: Renale Elimination, Große Moleküle: Langsamer Abbau, Kombi. mit kristalloider L., NW: Störung Thrombozytenagg. ("Coating"), Juckreiz bei dauerhafter A., Allerg. R., Nephrotoxizität

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Künstliche Ernährung

-Grundbedarf ca. 20-25kcal/kg KG/d
-Brennwert
1g Proteine ≈ 4kcal ≈ 17 kJ
1g Glukose ≈ 4kcal ≈ 17 kJ
1g Fett ≈ 9kcal ≈ 37 kJ

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Transfusionen

EK:
-1 EK, Hb 1,0g/dl
-Gabe von bestrahlten, leukozytendepletierten EKs bei Immunsuppression, Vermeidung GVHD
-Gesunde tolerieren Hb-Abfall auf 5,0g/dl, Schwerkranke profitieren von Ziel-Hb: 7-9g/dl

FFP:
-AB0-Kompatibilität, Rhesusfaktor nicht
-Quarantänelagerung: bei -30°C, 4 Mon HIV u. HCV neg.
TK:
-Zielw. 50.000/μl, 1 TK hebt 20-40/nl

Prothrombinkonzentrat (PPSB)
-Vitamin K-ass. Koagulopathie, Quick-Wert/INR
-Subs. Vitamin K-abh. Gerinnungsf., Prot. C u. S (auch AT u. Hep.)

AT III
-Her. AT-III-Mangel, Opt. Thromboseproph. mit Hep., ggf. bei DIC, Wirkungsverstärkung Heparin
-In Leber gebildet, Hemmung von Thrombin, Xa, IXa, XIa, XIIa

Transfusionsreaktionen:
-Nicht-imm.: Hypervolämie u. Lungenödem, Hyperkaliämie, Hypokalzämie, Hypothermie
-Imm: Allerg.: Urtikaria - Anaphylaxie, Intravasale Hämolyse, Nicht-hämolyt. febrile T., Transfusionsass. Lungeninsuffizienz (TRALI), Verz. Hämolyt. Reaktion (extravasal): Eine o. mehrere Wo. nach Transfusion, Häufig irreguläre AK

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ALS

-max. 10s Karotispuls tasten
-Kapnographie u. Sicherung Atemwege
-Defibrillierbar: Adrenalin (1mg) nach der 3. erfolglosen D., Amiodaron (300mg) nach 3. erfolgloser D. (evtl. nochmals 150mg)
-Nicht-defibrillierbar: Adrenalin (1mg), anschließend alle 3-5min
-Natriumbikarbonat nur bei Hyperkaliämie o. Überdosierung TCA
-4 "H's": Hypoxie, Hypovolämie, Hypo-/Hyperkaliämie, Hypothermie
-4 "T's": Tamponade, Toxine, Thrombose, Tension (HITS)
-z.n. Herzstillstand infolge Kammerflimmern, milde Hypothermiebehandlung für 12–24 h (32–34°C)
-Thoraxkompressionen: Tiefe mind. 5cm, nicht tiefer 6cm, 100-120/Min
-Defi.: Bei beobachtetem Auftreten VF: präkordialer Faustschlag u. ggf. sofortige Defi. ohne vorangegangene CPR bis zu 3x (3er-Salve), Elektroden: Sternal-Apikal, mind. 8 cm Abstand zum Aggregat bei Herzschrittmacher, Monophasisch: 360 J, Biphasisch: 150-200 J 1. Schock, 150-360 alle weiteren, Kinder: Mono- u. biphasisch: 4 Joule/kg

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Defibrillierbare- u. Nicht-d. Rhythmen

D.:
-Pulslose ventrikuläre Tachykardie: Auswurfleistung aufgrund hoher f nicht ausreichend → fehlender p. Puls bei vorhandenem Karotispuls
-Kammerflimmern: Arrhythmische, hochfrequente Flimmerwellen
Keine Herzauswurfleistung

Nicht-d.:
-Asystolie
-Pulslose el. Aktivität (PEA): Rhythmisch (meist langsame f, breite def. QRS) bei gleichzeitig fehlendem Karotispuls, Zu schwache o. fehlende myokardiale Kontrakt. aufgrund elektromech. Entkopplung

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CPR Kinder

-NG: Initial 5 Beatmungen, ern. Überprüfung Atmung, ggf. erneut 5 B., erst anschließend Thoraxkompressionen (100-120/min), 3:1, Zweifingertechnik (Einzelhelfer) o. thoraxumschließende Zweidaumentechnik (≥ zwei Helfer)
-Kinder ab dem 1. LJ: Initial 5 Beatmungen, erst anschließend K. (100-120/min), Laienhelfer → 30:2, Prof. Helfer → 15:2

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Volumenmangelschock

-Blutverlust, Plasma- o. Eiweißverlust (Verbrennungen), Wasser- u. Elektrolytverlust (Ileus, Erbrechen u. Diarrhö)
-Stadium I: Blässe, Kaltschweißigkeit
Stadium II: Hypotonie (RR 100/min.), Oligurie, kollabierte Halsvenen Liegen, ZVD↓
Stadium III: Hypotonie (RR

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Kardiogener Schock

-Myokard-Versagen: MI, Kardiomyopathie, Myokarditis
-Arrhythmien, Preload-Erhöhung, Afterload-Erhöhung, Mech. Behinderungen Herzfüllung: Pericarditis constrictiva, Hämatoperikard, Gestörte extrakardiale Blutzirkulation
-Dyspnoe, Gestaute Halsvenen (ZVD↑/→)
-Th.:
MI: Reperfusion anstreben (PTCA, Lyse)
Perikardtamponade: Punktion
Lungenembolie: Lyse
Hochlagerung Oberkörper, O2, Ggf. Dopamin/Dobutamin-Perfusor
Bei dekompensierter linksventrikulärer Funktion ist die Anwendung einer intraaortalen Ballongegenpulsation möglich

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Schock durch Verteilungsstörungen

-Anaphylaktischer Schock: Allergische Erkrankungen

Septischer Schock: SIRS/Sepsis:
-Sepsis mit art. Hypotension
-Hyperdyname Phase (Frühphase): Bakt. I. → Exotoxine o. Endotoxine, IL-1, IL-6, TNF-α, Post- u. präkapilläre Vasokonstrikt. u. reaktive Vasodil. + Eröffnung phys. arteriovenöser Shunts + Akt. RAAS, Hyperzirkulation Blut mit gest. O2 Ausschöpfung, Minderversorgung O. trotz rosiger Hautfarbe → Laktatanstieg + Azidose
-hypodyname Form (Spätphase): Zunahme p. Widerstands + Erhöhung O2-Diff. zw. venösem u. arteriellem Blut, Sympt. ähnlich wie hypovol.
-Th.: Sanierung Infektherd, Antibiose, Ggf. NA-Perfusor

Neurogener Schock:
-Schädel-Hirn-Trauma, Hirnstamm o. RM, Hirnblutung, Vergiftung
-Blockade symp. NS → Regulationsstörung p. Vasomotion → Gen., ausgedehnte Vasodil. (rel. Hypovolämie) → Plötzlich einsetzende Hypotonie → Schockspirale
-Th.: Schmerzth., Tonisierung Gefäße mittels vasopressiver Subs. wie Noradrenalin, Adrenalin, Dobutamin u. Dopamin i.v.

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Schock

-Niere → 1. Tubuluszellen, Um Leberv. zentral beginnende Nekrosen → Leberversagen
-Schockindex (nach Allgöwer) = Puls/systolischer RR, >1
-Rekapz.: 1-2 s

DIC:
-Intravasale Akt. Gerinnungssystems → Mikrothromben → Durchblutungsst. u. Nekrosen, gleichz. Blutungen
-Mikrozirkulationsstörungen, Bakterientoxine, Schock, Sepsis, Freisetzung Prothrombinaktivatoren (thrombokinasereichen O. → "4P": Pulmo, Prostata, Pankreas, Plazenta), Komplikationen Geburtshilfe, Hämolyse, Tumorzerfall, Dialys
-Thrombozyten↓: Früher sensitiver Parameter!
-Fibrinogen, AT-III↓
-D-Dimere: Zunächst neg., Fibrinmonomere↑
-aPTT verlängert, INR erhöht
-Th.: Low dose Heparingabe in Frühphase u. nach DIC, bei manifester DIC keine Heparingabe!, Manifeste DIC: FFP, AT-III, ggf. TK, Fibrinogen

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Intox. CO

-Farb-, geruch- u. geschmackloses, giftiges Gas
-unvollst. Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen
-Carboxyhämoglobin (CO-Hämoglobin): CO 250x stärkere Aff. als O2
-CO-Messung u. pO2 BGA, CO-Hb, CO-Bestimmung Ausatemluft
-EKG-V.
-Symptome ab ca. 30% CO-Hb, Kirschrote Hautfarbe (klassisch), kardiale B., ZNS-Störungen, ab ca. 60% rasche Bewusstlosigkeit u. Tod inn. von h
-Th.: 100% O2, Sauerstoff, hyperbare Bedingungen
-Post mortem: Hellrote Totenflecken, lachsrote Färbung Muskulatur

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CO2 Intox.

-Farb- u. geruchloses Gas
-Gärungsprozesse: Getreidesilos, Brunnen, Jauchegruben
-Unterhalb 0,3% Atemluft keine Gesundheitsgefährdung
-Ab 5%: Kopfschmerzen, Schwindel, Tachykardie, Luftnot, Schläfrigkeit, Verwirrung
-Ab ca 8%: Zittern, Schwitzen, Hörverminderung, Ohnmacht, Atemdepression, Atemstillstand, Nach 30 - 60 min tödlich

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Verletzung Brustkorb

Rippenfraktur / Rippenserienfraktur
-Th.: ohne Komplikationen lediglich Schmerzth. (keine "Ruhigstellung" o. op. Versorgung)

Sternumfraktur:
-Th.: Kons., bei starker Dislokation evtl. Plattenosteosynthese

Zwerchfellruptur:
-Meist li. (re. verhindert Leber Ruptur)
-Verlagerung Bauchorgane in Thorax (Sanduhr-Zeichen), ggf. Mediastinalverlagerung

Phrenikusparese:
-Ast des Plexus cervicalis C3-C5 → vor Eintritt in Brusthöhle ventral auf M. scalenus anterior → in Brusthöhle begleitet von A. u. V. pericardiacophrenica zw. Pleura mediastinalis u. Perikard → Innervation: mot. Zwerchfell + sensibel Perikard, Pleura parietalis (Pars mediastinalis u. diaphragmatica) u. Peritoneum
-Eins. oft asympt., ggf. (Belastungs‑)dyspnoe, bds. Parese schwere Dyspnoe
-Implantation Zwerchfellschrittmachers möglich

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Verletzungen Mediastinum

Contusio cordis (Herzprellung)

Aortenruptur:
-Dezelerationstrauma, Aortenisthmusbereich distal Abgang li A. subclavia, Höhe des Ligamentum botalli (ca. 70%)
-Hohe Letalität, 70% versterben unmittelbar nach Ruptur

Verletzung des Ductus thoracicus:
-Bei schwerem Thoraxtrauma
-entspringt Cisterna chyli → Hiatus aorticus → rechts der Aorta im hinteren Mediastinum → mündet in li. Venenwinkel (- 4L Lymphe/T)
-Chylothorax, Chyloperikard, Chylomediastinum
-Drainage (Bülau), ggf. operative Naht, Ultima Ratio: Pleurodese

Överletzungen:
Komplikation: Mediastinitis

Mediastinalemphysem:
-Boerhaave-S., Verletzung Trachea/Bronchus, erhöhter intrathorakaler Druck (Barotrauma, schwerer Asthma-Anfall, Entbindung)
-Retrosternale Schmerzen, "Knistern" Subkutis bei Palpation, Dyspnoe
-Hautemphysem, Mediastinitis, obere Einflussstauung
-Rö: Präkardiale Luftsichel
-Th.: Operative Deckung Defekt

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Verletzungen Lunge

-Lungenkontusion: Multiple intraparenchymale, unscharf berandete, fleckige Verdichtungen
-Lungenhämatom: eher einzeln, scharf berandet, dichter als Kont.
-Lungenriss (Lungenlazeration): Freie intraparenchymale Luft, Pneumatozele (posttraumatische Pseudozyste)
-Th.: Ggf. kontrollierte Beatmung, PEEP

Ruptur Trachea/Bronchus:
-Minderbelüftung distal Verletzung, Mediastinalemphysem, Hautemphysem, blutiges Trachealsekret, evtl. Pneumothorax
-Th.: Bronchoskopisches Einbringen Endotrachealtubus bis distal Verletzung, evtl. thoraxchirurgische Versorgung

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Crash Syndrom: myorenales S.

-Rhabdomyolyse
-Trauma (Quetschung, Kompartment, Überanstrengung), Krampfanfall, Ischämie Muskulatur, Intoxikation (Kokain, Alkohol, CO), Infektionen, Medis (Neuroleptika, Statine), Maligne Hyperthermie
-Rhabdomyolyse → Starke Erhöhung CK u. Myoglobin →toxische W. Myoglobin auf Nierentubulusepithelzellen + Bildung intratubulärer Zylinder → Oligurie- Anurie (akutes Nierenversagen)
-Urin: Myoglobinurie →rotbraun
-Th.: Bei erhaltener Diurese: Alkalisierung Urin, Schleifendiuretika, Forcierte Diurese : große Flüssigkeitsmengen (6 l u. mehr) i.v. in Kombi. mit Furosemid (evtl. Mannitol ), Bei Anurie: Ggf. Dialyse

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Postaggressionsstoffwechsel

-Gewebetrauma, Schmerz u. Angst
-Katecholaminen u. Stresshormone, Wachstumshormone, Schilddrüsenhormone u. Glukagon
-Katabol: Glykogenolyse, Glukoneogenese, Lipolyse → Anstieg Glu
-Proteolyse mit Muskelatrophie
-2.-4. Tag postop.
Verletzungsphase (2-3 T): Neg. Stickstoffbilanz, Katabol
Wendephase (2-3 T)
Anabole Phase (2-3 Wo): Pos. Stickstoffbilanz
Erholungsphase
-Diagn.: BSG u. CRP erhöht, Leukozytose u. Anämie, Met. Azidose, Hyperglykämie, Gesteigerte Lipolyse: Freie FS↑, Vermehrte Proteolyse: Neg. Stickstoffbilanz, Hyperbilirubinämie, Anstieg harnpflichtiger Subs., Na erhöht, K verm.
-Th.: hochkalorische, parenterale Ernährung

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Verbrennungen

-1. Grades: Schmerz, Rötung, Schwellung
oberste Epidermis, Restitutio ad integrum
-2a +Blasen
Epidermis u. oberer Anteil der Dermis, Hautanhangsgebilde intakt, Restitutio ad integrum
-2b: verm. Schmerz, tiefe Schichten Dermis, Narben
-3. Grades: keine Schmerzen, Nekrose
Cutis u. Subcutis, keine Spontanheilung
-4. Grades: Verkohlung
Muskeln, Fett, Faszien, Knochen
-9er Regel (Wallace):
Kopf 9%, Rumpf 36% (4x9%), Arme u. OS u. US +Fuß j. 18% (2x9%), Genitalregion 1%, Hand 1%
-letal Erwachsene: 50-70%, Kinder: 60-80%, Verbrennungskrankheit u. Schock Erwachsenen: >15%, Kind >10%
-Kühlung mit kaltem Wasser (15-20 °C) → Nicht bei großflächigen Verbrennungen >30%, Steriles Abdecken mit metallbeschichtetem Verbandtuch, Hypothermie verschlechtert Progn.
-ab 30-40% Intubation
-Verbrennungszentrum:
2. Grades >20%, 3. Grades >10%
-kristalloide Lösungen nach Parkland-Formel nach Baxter (je 24 Std.):
4ml Ringer-Laktat Lösung x % der verbrannten Körperoberfläche x kg
-1. u. 2. G.: Abtragung von Brandblasen, Antiseptische Salbe
-3. u. 4. G.: Nekrosektomie, Débridement, Hauttransplantation (Spalthaut)
-Escharotomie bei zirkulären Verbrennungen (= Entlastungsschnitte)
-Kl. Verbrennungsareale - Grad IIa ambulant u. kons. mit Fettgaze, antiseptischer Salbe u. Analgetika

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ARDS

-Akuter Beginn inn. 1 Wo o. neues resp. Ereignis, diffuse I. Rö, keine kardiale U. o. Volumenüberschuss
-PaO2/FiO2 (Horovitz-Quotient) PEEP über 5
Mildes: 201-300mmHg, Moderates: 101-200, Schweres: ≤100
-Mehr als 30% Infektion als U.
-Entstehungsphasen:
1. Exsudative Phase: proteinreiches interstitielles Lungenödem
2. Alveoläres Lungenödem, Atelektasen, hyaline Membrane
3. Proliferative Phase: irreversible Lungenfibrose
-Klinik:
1. Arterielle Hypoxämie (ausgeprägter intrapulm. Rechts-Links Shunt ) → komp. Hyperventilation mit respiratorischer Alkalose
2. Progressive Luftnot, sichtbarer Befund Rö
3. Resp. Globalinsuffizienz
-Rö: Schmetterlingsinfiltrat, Pos. Bronchopneumogramm, Atelektasen, Ergüsse
-DD TRALI: AK Spenderplasma gg. Granulozyten-Antigene des Empfängers, Beginn während o. - 6h nach Transfusion, v.a. FFP o. TK, Klinik nicht von ARDS zu unterscheiden
-DD Transfusion Associated Circulatory Overload (TACO):
Übertransfusion mit ähnlicher resp. Sympt.
-Th.: Lungenprotektive Beatmung: niedrige Tidalvolumina (4-6ml/kgKG), niedrige Spitzendrücken, permissive Hyperkapnie, Evtl. Prone Position, FiO2 kleiner als 0,5, Initial eher höherer PEEP, hohe AF
-Rescue-Maßnahmen:
Pumpenlose extrakorporale Membranoxygenierung (pECLA) oder ultima ratio: Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) bzw. Lungentransplantation
Negativbilanzierung über Diurese o. Flüssigkeitsrestriktion
Evtl. NO-Gabe (verbessert Oxygenation)
Evtl. Methylprednisolon-Gabe (ventilator-free-days↑)
-ECMO I.d.R. veno-venöses System, Zwei-Kanülen-System: Blutabführende Kanüle V. femoralis u. Blutzuführende Kanüle V. jugularis interna, Doppellumenkanülen-System: Doppellumenkanüle in Vena jugularis
-Extrakorporales Life Support System (ECLS): Veno-arterielles S., auch HZV, Venöser Abfluss aus V. femoralis, V. subclavia o. rechtem Vorhof; arterieller Zufluss über Aorta, A. femoralis o. A. subclavia

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Pneumothorax

-Id.: Geschlecht: ♂>>♀ (etwa 6:1), 15 - 35 J, Asthenischer Körperbau, Rf.: Rauchen (90%; bis zu 20x),Ruptur blasiger Veränderungen im apikalen pleuropulmonalen Bereich
-Sek.: 60. - 65. LJ,
COPD (Rauchen) → Ruptur Bulla
Pneumocystis jirovecii P. → Alveolitis, Kavernenbildung mit Ruptur
Mukoviszidose → Bronchiektasen mit obstruktivem Emphysem
Pulmonale Langerhans-Zell-Histiozytose (Histiozytosis X) → Zystenbildung mit Ruptur
Lungentbc, Aluminose, Menstruations-P. (Endometriose der Lunge)
-Mediastinalflattern bei offenem P.
-Plötzlich einsetzender, stechender, atemabhängiger Schmerz im Brustkorb der betroffenen Seite, Dyspnoe (Tachypnoe), Tachykardie, ggf. Zyanose
-Atemmechanik: Asymmetrische Thoraxexkursion → Betroffene Thoraxhälfte hinkt nach
-Rö:
"Pneulinie", Transparenzsprung, Abbruch Gefäßzeichnung
"Tiefer Randsinus"/"Deep Sulcus Sign": Ipsilateral tiefer, ausladender Recessus phrenicocostalis
-Th. Spannungspneu außerhalb Klinik: Notentlastung durch Pleurapunktion → 2.-3. ICR, Medioklavikularlinie
-Thoraxdrainage:
Bülau: 4. ICR (Höhe Mamille) zw. vorderer u. mittlerer Axillarlinie
Monaldi: 2. ICR Medioklavikularlinie
Oberrand u. Rippe → Tunnelung kranial, Sog mit Unterdruck -20 - -25 cmH2O 3-5 T bzw. bis Sistieren Luftleckage, Ggf. Wasserschloss (Ventilmechanismus, verh. Eindringen Luft in Pleuraraum)