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Flashcards in AC Deck (72)
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1

Wundversorgung

-Bis zu 6-8 h nach Verletzung Naht möglich
-Durchblutung u. Heilung ist besser am Kopf als an den Extremitäten
-Vollhauttransplant.: Epidermis, Dermis (+Hautanhangsgebilde)
+: Kosmetisch günstige Ergebnisse
-: Hohes Nekroserisiko; Sekundärdefekt im Entnahmebereich
-Spalthautt..: Epidermis, oberer Anteil (1/4-3/4) Dermis (-Hauta.)
+: Gute Anheilungstendenz; nur oberflächlicher Sekundärdefekt im Entnahmebereich, der nicht gedeckt werden muss
-: Narbenbildung, Pigmentverschiebung, Kontraktionsneigung, verminderte Belastbarkeit
Sonderform: "Meshgraft" (gitternetza. Inzisionen Dehnung auf 3- 6x)

2

Bisswunden

-Strept., Staph., Pasteurella multocida, Capnocytophaga canimorsus, H.i., Anaerobier
-Tollwut
-Großzügiges Débridement, Offene Wundbehandlung (nur in Ausnahmefällen Primärnaht, z.B. bei Verletzungen im Gesicht)
-Amoxicillin/Clavulansäure, Ceph 2./3. Generation

3

Dekubitus

Grad 1 = Pers. Rötung, intakte Haut
Grad 2 = Oberflächlicher Hautdefekt (Epidermis u. ggf. Dermis defekt)
Grad 3= Verlust aller Hautschichten, Defekt Subkutis, ggf. bis auf die darunterliegende Faszie reichend
Grad 4 = Verlust aller Hautschichten mit ausgedehnter Gewebsnekrose oder Schädigung von Muskulatur, Knochen
-konservative Th.:
Druckentlastung der betroffenen o. gefährdeten Stellen durch Lagerung (alle 2 h) u. Wechseldruckmatratze, Hautpflege, Wundbehandlung (Nekrosenabtragung, Hydrokolloidverbände, keine Antibiose!)
-Sekundärprophylaxe: Mobilisation, Ernährung optimieren

4

Follikulitis, Furunkel, Karbunkel

-Eitrige Entzündung Haarbälge (o. Talgdrüsen)
Follikulitis: Haarfollikel
Furunkel: Moderate Ausbreitung Follikulitis, Abszess (einige mm groß)
Karbunkel: Konfluierende F. , Mehrere cm, ggf. Abszedierung u. Hautnekrose
-Staph. a.
-DD Ecthyma simplex:
Superinfektion kl. Verletzungen, β-häm. Strept,
Münzgroßes, scharf begrenztes u. oberflächliches Ulkus, das wie ausgestanzt wirkt
-Th.:
Lokal: Kühlung, Antiseptika, Ruhigstellung, ggf. Abszessspaltung,
Syst.: Antibiose i.d.R. nicht notwendig
-Sonderform: Gesichtsfurunkel
Gefahr Sinus cavernosus-Thrombose u. Meningitis, Keine Manipulationen, Sprech- u. Kauverbot, bis zur spontanen Entleerung hochdosiert Antibiotika (Flucloxacillin)

5

Abszess

-Gewebeeinschmelzung, Eiteransammlung, Abszessmembran
-Meist Staph. a.
-CT: hypodense Raumforderung, randständige KM-Anreicherung
-Äußere Weichteile: Abszessspaltung, Drainage Eiter, Abstrichentnahme, Exzision der Abszesshöhle, Spülung der Wunde, ggf. Antibiotika
-Innere Organe: immer Antibiose, zus. perkutane Punktion u. Drainage (z.B. CT-gesteuert) o. offene Ausräumung

6

Phlegmone

-Bakt. diffuse, nicht-abszedierende Entzündung BG
-Meist Staph. a., seltener Strept. pyogenes
-Durch Eintrittspforten (Bagatellverletzungen o. Ulzera) breiten sich Bakterien im BG aus und bewirken eine Entzündung
-Unscharf begrenzte, sich ausbreitetende Rötung, Teigige Konsistenz
-Begrenzte Phlegmone: Begrenzte I. Dermis u. Subkutis, keine chirurgische Versorgung
-Phlegmone: -Muskulatur, chirurgische Versorgung
-Schwere Weichgewebeinfektion: Nekrotisierende, bis unter die Faszie reichende Entzündung, meist durch Strept. pyogenes; inn. h lebensbedrohlich; sofortige chir. Versorgung (umfasst Gasbrand (durch Clostridien), nekrotisierende Fasziitis, Fourniersche Gangrän, nekrotisierende Myositis, Streptococcal toxic shock syndrome (STSS))
-V-Phlegmone: Entzündung Sehnenscheiden Daumen u. Kleinfinger
-Therapie: Antibiose, ggf. chirurgisches Débridement
-DD Erysipel: scharfe Begrenzung, Erreger: Streptokokken

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Empyem

-Eiteransammlung inn. eines schon bestehenden Hohlraums (Pleuraempyem, Gelenkempyem, Gallenblasenempyem)
-Bakt. I., hämatogen, lymphogen o. direkt fortgeleitet
-Je nach Lok.: Staph. a., E.coli, Strept. pneumoniae
-Th.:
Gelenkempyem: Notfall → sofortige Eröffnung, Säuberung u. Drainage, kalkulierte Antibiose
Pleuraempyem: Kalkulierte Antibiose, Thoraxdrainage bzw. eine thorakoskop. Ausräumung unter Resektion der viszeralen u. parietalen Pleura samt Bindegewebs- und Narbensträngen, um Einschränkung Atemmechanik zu verhindern
Gallenblasenempyem: Cholezystektomie

8

Erysipel

-Strept. pyogenes, selten S. aureus, Klebsiellen
-Eintrittspforte kl. Verletzungen, Verbreitung über Lymphgefäße
-Typ., flächige, scharf abgegrenzte, flammenförmige Rötung, Schwellung, Überwärmung Haut, Schmerzhafte Effloreszenz
-Lymphadenitis: Schwellung regionale Lymphknoten, Fieber, Schüttelfrost, weitere Allgemeinsympt., Gen. möglich
-Bullöses, Hämorrhagisches, Nekrotisierendes
-Th.: Penicilline i.v., spezielle Sit.: Ceph. o. Clindamycin, NMH, Ruhigstellung, Hochlagerung, Kühlung
-Kompl.: Lymphödem, Thrombophlebitis, Nekrot. Fasziitis ("Streptokokkengangrän" S. pyogenes, oftmals Mischinfektion (Anaerobier, gramneg.), Gefahr Verbrauchskoagulopathie)

9

Panaritium, Paronychie

-Paronychie (Nagelfalzentzündung): Entzündung Nagelwall, evtl. mit eitriger Einschmelzung
-Panaritium: Lokalisierte, eitrig-einschmelzende Entzündung Bereich Finger o. seltener) Zehen
-Oberflächliche Panaritien: cutaneum, subcutaneum, subunguale
-Tiefe Panaritien: Komplikationen oberflächliche Panaritien, Panaritium periostale, ossale, articulare, tendinosum
-Paronychie (Panaritium parunguale)
-Kragenknopfpanaritium: Gleichzeitig intra- u. subkutane Eiterbildung Finger, die über kl. Gang verbunden ist
-V-Phlegmone: Entzündung Sehnenscheiden Daumen u. Kleinfinger, da diese beiden Sehnenscheiden verbunden sind
-Hohlhandphlegmone: Ausweitung über Sehnenscheiden u. Befall HG u. Unterarm
-Th.:
Konservativ
Nur bei sehr kl. Befunden ohne Anhalt für Absz., Antiseptische Lokaltherapie, Ruhigstellung, Evtl. Antibiose, Hochlagerung, Kühlung
Operative Therapie
Frühe I., insb. bei Abszedierung, Inzision, Spülung, Drainage, Entfernung Nekrosen, Ruhigstellung, Abstrich, Bei tiefen Infektionen oder Allgemeinsympt.: Antibiose

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Tetanus

-Clostridium tetani (grampos. Stäbchen, obligat anaerob, Neurotoxinbildner, ubiquitär)
-Über verunreinigte Wunden, Res. Sporen ubiquitär
-Tetanospasmin: über Axone ins ZNS, verhindert Freisetzung Neurotransmitter in Renshaw-Zellen, unkontrollierte Akt. α-Moton., ton.-klon. Krämpfe, durch sens. Reize getriggert, über polysyn. Reflexbahnen zu einer verstärkten Akt. der antagonistischen und agonistischen Musk. kommt
-Tetanolysin: Hämolyse, kardiotox.
-3-14 T, Allg. Sympt.: Grippeähnlich mit Kopfschmerzen u. Schwindel, Vermehrter Speichelfluss
-zunächst Gesichtsmusk.
Trismus
Risus sardonicus
Opisthotonus
-Durch äußere Sinnesreize (akustisch, optisch, mechanisch) auslösbare, ton. u. klon. Muskelkontraktionen, Verlauf Sympathikolyse mit Ateminsuffizienz u. Bradykardie kommen → Kreislaufstillstand und Schock
-Th.: Tetanus-Antitoxins, Penicillin G, Umstritten: Anti-Tetanus-Immunglobuline (Tetagam®)

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Gasbrand

-Clostridium perfringens -obligat anaerober Sporenbildner (seltener: Cl. septicum, Cl. histolyticum)
-Wundinfektion: Res. Sporen ubiquitär
-anaerobe Bed. Vermehrung, Toxine unter CO2 Bildung, zerstören Zellmembranen u. hemmen Leukozytenfunktion
-h-T, breitet sich sehr schnell aus, inn. weniger h systemische I.
-Ödematös geschwollene Haut
-Wundsekret: Süßlich-faulig durch Anaerobierstoffwechselprodukte, Hautkrepitationen
-Syst.: Fieber u. Schock
-chir. Herdsanierung durch Debridement, ggf. Amputation
-Supp. Penicillin G+ Metronidazol, Hyperbare Oxygenierung
-Letalität:
Unbehandelt: -100%!
Bei adäquater Th.: -50%!

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Aktinomykose

-♂>♀ (3:1), junges Erwachsenenalter
-Anaerobe u. aerobe Mischinfektion mit Aktinomyzeten, A. israelii, und anderen Bakt. der normalen Mundflora des Menschen
-Aktinomyzeten überwiegend anaerobe, grampos. Stäbchen
-Infektionsweg:
Zervikofaziale Form: Teil phys. Mundflora, Verletzungen (Tonsillitis, Zahninfektion, Zahnextraktion)
Abdominelle/intestinale Form: Meist Folge von Darmops
Thorakale Form: Meist Aspiration von erregerhaltigem Sekret
Hepatische Form: Durch hämatogene Streuung über V. portae
-Zervikofaziale: Häufigste, Hals, Gesicht (Mund o. Tränenröhrchen → Kanalikulitis), derbe Knoten, Fisteln, Eiterentleerung mit sog. Drusen (1mm große Granula, in Eiterflüssigkeit, Biopsie, Ansammlungen von Aktinomyzeten (Konglomerate), umgeben von zahlreichen Granulos, Radiär ragen verzweigte Aktinomyzeten heraus)
-Th.: Aminopenicilline, alt.: Tetrazykline o. Cephalosporine, ggf. op. Herdsanierung
-Progn.: Mit Th.: Starke Rezidivneigung, Ohne Th.: Chron.-progredient, Einbruch in benachbarte Strukturen möglich, selten hämatogene Streuung

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Präop. Diagnostik

-EKG: OPs mit hohem kardialen Risiko, kardiale Vorerkrankung o. Rf.
-Rö: ab 60. LJ, bei kardiopulm. Vore. o. geplanter OP am Th
-LuFu: FVC von unter 50%, bzw unter 2 l in 30% postop. resp. Komplikationen

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Absetzen, Pausieren Medis

-Blutgerinnung: Bridging von Marcumar auf Heparin, Aussetzen Hep. direkt vor Op, Wiederansetzen direkt postoperativ u. Wiedereinstellung auf Phenprocoumon
ASS, Clopidogrel: ggf. 5-7 T präop. pausieren
-Orale Antidiabetika: nicht am OPTag, Metformin pausieren: 48 h präop. - 48 h postop. → Gefahr Laktatazidose, Einstellung auf Insulin
-Statine: nicht Absetzen
-Östrogenhaltige Ovulationshemmer: 4 Wo vor größeren OPs absetzen
-Psychopharmaka: Lithium 72 h präoperativ absetzen, ggf. Spiegelbestimmung (Gefahr Lithiumintoxikation)
-Nicht-sel., irrev. MAO-H (Tranylcypromin) 2 Wo vorher absetzen
-Antianginöse Medikamente sollen zur Präv. einer Myokardischämie am OP-Morgen auch weiterhin genommen werden!

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ASA

ASA 1: Gesunder Patient
ASA 2: Leichte Allgemeinerkrankung
ASA 3: Schwere Allgemeinerkrankung
ASA 4: Schwere Allgemeinerkrankung, konstante Bedrohung für das Leben des Patienten darstellt
ASA 5: Moribunder Patient, der ohne Operation voraussichtlich nicht überleben wird
ASA 6: Hirntoter Patient, Organspender
E: Optionaler Zusatzfaktor bei Notfall-Operationen (Emergency)

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Prämedikation

-Ca. 30-60min vor OP: kurzwirksames Benzo, i.d.R. Midazolam p.o.
-Am Vorabend (optional bei sehr aufgeregten Patienten): mittellang wirksames Benzo, Lormetazepam p.o.

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Periop. Antibiotikap.

-Präop.: ca. 30-60 Min. vor OP-Beginn i.v.
-Intraop.: Bei Dauer der OP >3 Std. oder Blutverlust >1 L, ggf. 2. Dosis

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Postop. Fieber

5 W's:
Wind → Lunge (Pneumonie)
Water → Harnwege (Zystitis)
Walking → Thrombose/Lungenembolie
Wound → Wundinfektion
What did we do → Katheterinfektionen/Medikamente

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Koronararterienchirurgie

-I.:
Hochgradige Hauptstammstenose link Koronararterie
Sympt. Dreigefäßerkrankung
Sympt. Zweigefäßerkrankung mit stammnahen Sten. RIVA u. RCX
Zwei- u. Dreigefäßerkrankung, prox. Bereich RIVA
-A. Thoracica interna, A. Radialis, V. saphena magna/parva, ACB, ACVB
-Kompl.:
Postkardiotomiesyndrom: 1-6 Wo Entstehung einer autoimmunen fieberhaften Perikarditis o. Pleuritis
Verschluss des Bypasses
Postoperative Herzbeuteltamponade mit kardiogenem Schock
-postop.: ASS 100 mg 1-0-0 lebenslang

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Aneurysma verum

-Aussackung komplette Gefäßwand
-Arteriosklerose
-Rf: Hypertonie, Rauchen (selten Marfan- o. Ehlers-Danlos-Syndrom)
-Sonderform: A. carotis interna-Aneurysma → Pulsation der lateralen Oropharynxwand

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Aneurysma spurium/falsum

-Meist traumatisch o. iatrogen
-Perforation Gefäßwand mit Blutung ins umliegende Gewebe → extravasales Hämatom (pulsierend) → Begrenzung durch umgebende Strukturen (ggf. Adventitia) → Bindegewebige Org. Hämatom → Bildung einer falschen Gefäßwand
-Sonderform: nach Dezelerationstrauma → Gedeckte Aortenruptur am Aortenisthmusbereich (distal des Abgangs der li. A. subclavia)
-Th.: Bei kl., symptomarmen A. konserv., Meist op. Ausräumung

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Aneurysma dissecans

-Einriss der Intima → Dissektion Intima u. Media durch sich "vorwühlendes" Hämatom → Entwicklung eines zweiten Lumens (Pseudolumen) → Möglicherweise Einengung des echten Lumens
-Rf.: Arteriosklerose (selten: Ehlers-Danlos- o. Marfansyndrom)

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Aortenaneurysma

-Ausweitung aller drei Gefäßwandschichten (Intima, Media, Adventitia)
-Thorakales: > 3,5cm, selten: %
-Abdominelles: ≥ 3cm, infrarenal (Häufigste Lok., >90%, Spindelförmig o. sackförmig (erhöhtes Rupturrisiko))
20% der Aneurysmen breiten sich bis zu den Beckenarterien aus
Häufigkeitsgipfel 60-70 J, 1% der > 50-j., 10% der > 70-j. männlichen Hypertoniker, ♂:♀ = 5:1, Pos. Familienanamnese
-Rf.: Arteriosklerose, Rauchen, Hypertonie, Chron. Aortendissektion, Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom, Seltener: Vaskulitis/Infektionskrankheiten mit Aortenbeteiligung (z.B. Syphilis → Mesaortitis luica, Mykose, Takayasu-Arteriitis), zystische Medianekrose (Gsell-Erdheim)
-Sympt.: meist Asympt., Unspez. Beschwerden: Druckgefühl Brust, Thorakale Rückenschmerzen, Abdominal- o. Flankenschmerz (kolikartig ), Spez.: Tastbarer pulsierender Tumor, P. Thrombosen als ind. Zeichen, Einengung bzw. Irritation mediastinaler Strukturen: Stridor, Schluckbeschwerden, Obere Einflussstauung, Heiserkeit (N. laryngeus recurrens), Horner-Syndrom (Grenzstrang)
-Th.: RR unter 120/80 mmHg, Nikotinabstinenz
Chirurgisch OP-Indikation:
Baucha.: Asympt., d >5cm, Zunahme >1cm/J, Sympt.
Thorakal: Asympt., d >5,5-6 cm, Zunahme >0,5cm/J, OP bei sympt. erwägen
-Goldstandard: Rohr- o. Y-Prothese (aorto-biiliakal), Ggf. interventionelle Stentprothese
-Postop. Kompl.: Aortointestinale Fistel mit massiven Blutabgängen über GIT
-Kompl.: Ruptur/gedeckte Ruptur/Aortendissektion
Heftigster, schlagartig aufgetretener Rückenschmerz mit abdomineller Ausstrahlung, Hypovol. Schock (bei freier Ruptur)
Embolie aus thromb. Material Aneurysma
-Screening durch Ultraschalluntersuchung
Männer ab 65 J
Frauen mit Raucheranamnese ab 65 J
Alle familiär vorbelasteten Personen

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Endarteriektomie

-Op. Rekanalisierung von thrombotisch, embolisch o. arteriosklerotisch verengten/verschlossenen Arterien
-Gefäßstenosen: Hochgrad. Karotissten., pAVK, Akuter Gefäßverschluss
-Spez. Kompl. (Thromb‑)Endarteriektomie (TEA) A. carotis:
Apoplex, Verschleppung Mikrothromben (A. cerebri media → kontralat. Paresen)
Ipsilat. N. facialis (periphere Fazialisparese)
Ipsilat. N. laryngeus recurrens: Heiserkeit
Ipsilat. N. hypoglossus: Abweichung der Zunge zur betroffenen Seite

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Akuter arterieller Verschluss Ex.

-Art. Embolie (ca. 80%, li Vorhof, Herzerkrankungen, Art. Aneurysmata):
femoropopliteale A. 50%, Selten: A. brachialis 20%, A. Abd. 10%, A.i. 10%
-Art. Thrombose (ca. 20%, pAVK, Gefäßprothese, traumatische Gefäßwandschäden, hormonelle Kontrazeption, Polyglobulie, Thrombozytose, Stase, Phlegmasia coerulea dolens)
-Aneurysma dissecans
-Ischämietoleranz: Haut: 12 h, Musk.: 6-8 h, Nervengewebe: 2-4 h
-6 "P" Pratt: Pain, Paleness, Pulselessness, Paralysis, Paresthesia, Prostration (Schock)
-TASC
I: Sensibilität u. Motorik erhalten; p. art. u. ven. Fluss dopplersonographisch nachweisbar
IIa: kompensierte Ischämie: Minimale Einschränkung von Sensibilität u. Motorik, dopplersonographisch venöser Fluss
IIb: fortgeschrittene Ischämie: Einschränkung von Sensibilität u. Motorik, Ruheschmerz
III: irrev. Ischämie: Sensibilität u. Motorik aufgehoben
-Th.:
Akut: Hep. 5000 I.E. i.v. als Bolus, Extremitätentieflagerung, Wattepolsterung
Konservativ: Evtl. Fibrinolyse-Therapie (Urokinase, Streptokinase o. rt-PA)
Chirurgisch: Katheterthrombembolektomie nach Fogarty, Thrombendarteriektomie (TEA), Bypassverfahren
Lokale Thrombolyse
Kathetergestützte mechanische Thrombembolektomie (z.B. Aspirationsthrombembolektomie)
Ultima ratio: Amputation der Extremität
-Tourniquet-Syndrom (Reperfusions-Syndrom, Postischämiesyndrom): insb. Verschlüsse länger als 6h, Azidose, Hyperkaliämie → HRS, Rhabdomyolyse → Myoglobinämie → Crush-Niere, Ischämisches Reperfusions. → Kompartments., Massives Ö. → Hypovol. Schock
-Präv.: Popliteaaneurysma OP (Veneninterponat) Indikationen:
Sympt., Asympt: d >2cm in Kombi. mit elongierter Verlauf
-gute Progn. Isch.

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Aortendiss.

->50 J (Marfan-Syndrom: 30. LJ), ♂>♀ (3:1)
-Lokalisation
Aorta a.: ca. 65%
Aortenbogen: ca. 5-10%
Aorta d.: distal der Arteria subclavia sinistra: ca. 20-25%
Aorta abdominalis: ca. 5-10%
-Rf.: Hypertonie, Arterioskl., Marfan-S., Ehlers-Danlos-S., Vaskulitis mit Beteiligung Aorta (z.B. Lues, Takayasu-Arteriitis), Mukoide mikrozystische Degen. Media (Medianekrose Erdheim-Gsell), Amphetamin-/Kokainabusus, (Dezelerations‑)Trauma
-Sympt.: "Vernichtungsschmerz", "Wandern" des Schmerzes durch Fortschreiten der Dissektionsmembran nach kaudal
-Schmerzqualität: Meist schneidend/reißend (wie ein "Axthieb"), teilweise brennend und kolikartig
-Bei Arterienverlegung: Sympt. je nach Ischämiegebiet
-Evtl. Puls- u. Blutdruckdiff. je nach Lok. (A. carotis, subclavia, femoralis)
-Th.: Sedierung, Analgesie, Senkung Blutdruck Syst.100-120
-Chirurgisch: Kunststoffprothese
Typ A: OP stets ind., Typ B: nur bei Kompli.
Evtl. endovaskulär: Aortenstenti. (Typ B, u. zu hohes OPrisiko)
-Progn.: hohe 30-T.-Letalität
Typ A: kons.: 50%, OP: 20%
Typ B: kons: 10%, OP: 30%

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Schilddrüsenca

-Differenziertes (p.,f.): ♀>♂ (3:1), C-Zell- u. anaplastisches: ♀≈♂
-papilläres 60%: Thyreozyten, Lymph. Metastas., Auch multifokales Auftreten, 30.-50.LJ, 5JÜLR: über 90%
-follikuläres 30%: Thyreozyten, Hämatogen. Metas. (Lunge, Knochen), Selten multifokales Auftreten, 25.-50.LJ, 5JÜLR: 50-70%
-anaplastisches 5%: Thyreozyten, häm. u. lymph. Metas, nach dem 60.LJ, wenige Monate
-Medulläres 5%: C-Zellen, familiär → MEN 2 (15%), Sporadisch (85%), 50.-60.LJ, 5JÜLR: 50%
-TNM
T1: Schilddrüse: 4cm o. minimale Ausbreitung jenseits Schilddrüse
T4: Infiltration jenseits Schilddrüse
-Kaum Frühsympt.: Ggf. derber, schmerzloser Strumaknoten
-Spätsympt.: Dysphagie, Heiserkeit (Rekurrensparese), Horner-Trias, Obere Einflussstauung
-Tumormarker.:
Thyreoglobulin: Verlaufskontrolle f. u. p.
Calcitonin: Diagn. u. Verlaufsk. m., Pos. Pentagastrintest erhöht Aussagekraft, bei m. oft auch CEA- u. Chromogranin A Erhöhunüng
-Meist euthyreot: TSH basal, fT3 und fT4 normwertig
-Sono: echoarm, über 1 cm, Mikroverkalkungen typ. für p.
-Szinti: kalte Knoten
-Psammomkörperchen: Verkalkung mit lamellärer konz. Schichtung, papilläres Schilddrüsenca (im Schilddrüsengewebe immer malignomsuspekt), U.a. auch bei Ovarialca, Meningeom
-Th.:
Immer Kombinationsbehandlung!
Ausnahme: P. Mikroca (

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Schilddrüsenchirurgie

-Kocher-Kragenschnitt (2 QF ü. Jugulum), Schonung N. recurrens, Schonung Nebenschilddrüsen → Auch bei totaler Thyreoidektomie Erhalt bzw. Autotransplant. mind. 1 der 4 (M. sternocleidomastoideus)
-Resektion
Partielle: >4ml Restgewebe
Subtotale: 2-4ml Restgewebe
Fast-totale: unter 2
-Kompl.: Parathyreoprive Tetanie
Hypokalzämie durch Hypoparathyreoidismus durch Entfernung der Nebenschilddrüsen

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Ösophagusdivertikel

-Traktionsdivertikel = echtes Divertikel = Aussackung gesamte Ösophaguswandschichten
-Pulsionsdivertikel = falsches Divertikel = durch endoluminale Druckerhöhung entstandene Aussackung Schleimhaut (Mukosa u. Submukosa) nach außen durch eine muskelschwache Stelle der Muskularis
-Oberer Ösphinkter: Pharyngoösophageales Pulsionsd.
Zenkerd. im muskelschwachen Killian-Dreieck zw. Pars obliqua u. Pars fundiformis M. cricopharyngeus, dorsaler Hypopharynx (70%)
-Mittlerer Ö: Bifurkationsdiv. Aufteilung Trachea (Traktionsd.)
-Unterer Ösphinkter: Epiphrenales Pulsionsdiv.
-3 phys. Engen Ö.
Oben: Rachen-Ö. (Ösophagusmund) → Engste Stelle d=1cm
(15cm ab Zahnreihe)
Mittlere: Anlagerung Aortenbogen (25cm)
Untere: Zwerchfell (38cm; Eintritt in den Magen keine Engstelle)
-Klinik abhängig von Größe Divertikel:
Leitsymptom: Dysphagie
Regurgitation unverdauter Speisen, Aspiration, Hustenreiz bei Nahrungsaufnahme, Retrosternales Druckgefühl, Foetor ex ore
-Rö KM:
Bariumsulfat-Öbreischluck o. Gastrografinschluck (wasserlöslich)
Zenkerd.: lat. Strahlengang, Höhe C5/C6, Aussackung Hypopharynx nach (li) dorsal
Traktionsd.: zipfelige, dreiecksförmige Ausbuchtung Öwand, Basis Dreieck zeigt zur Wand
-OP: Divertikelexzision u. Myotomie, Zenkerdivertikel, Evtl. große u. Sympt. epiphrenische D. (selten)
-Distale D. (Traktionsd. u. epiphrenische D.) meist keine Th.!

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Boerhaave Syndrom

-männl. Alkoholiker
-Starkes Erbrechen (Barotrauma) → Ruptur aller Wandschichten Ö.
->90% Ruptur im d. Drittel links dorsolateral
-Mackler-Trias:
Explosionsartiges Erbrechen
Akuter thorakaler Schmerz ("retrosternaler Vernichtungsschmerz"), Haut- o. Mediastinalemphysem
-Mediastinitis im Verlauf, Dyspnoe, Zyanose