06 Diagnostische Kompetenz Flashcards

1
Q

Welche Arten von diagnostischen Entscheidungen gibt es?

A
  • Explizit/ formal: Punktuell, vom unmittelbaren Unterrichtsgeschehen abgehoben (→ Prüfungen, Noten)
  • Implizit/ informell: Beurteilung von Lernvoraussetzungen von Schüler:innen; eingebettet in Unterricht
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2
Q

Welche Bedeutung hat diagnostische Kompetenz für den Unterricht?

A
  • Fragen und Aufgaben auf die Lernvoraussetzungen der SuS abstimmen
  • Notwendigkeit für Individualisierung und Differenzierung
  • Fortlaufende Registrierung der Lern- und Leistungsfortschritte von Klassen und SuS
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3
Q

Was ist die Definition von Diagnostischer Kompetenz nach Helmke & Schrader 1996?

A

-> Bündel von Fähigkeiten, um den Kenntnisstand, die Lernfortschritte und die Leistungsprobleme der einzelnen Schüler:innen sowie die Schwierigkeiten verschiedener Lernaufgaben im Unterricht fortlaufend beurteilen zu können.

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4
Q

Wie wird diagnostische Kompetenz operationalisiert?

A
  • Erfassung über die Urteilsgenauigkeit (Verdikalität)
  • Vergleich der diagnostischen Einschätzung der Lehrkräfte mit einem externen Standard/ Kriterium
  • Bei Leistungseinschätzung sind dies meist Testergebnisse, bei affektiven Personenmerkmalen (Selbstvertrauen, Prüfungsangst etc.) Selbstauskünfte der SuS
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5
Q

Wie wird die diagnostische Kompetenz erhoben? (5)

A
  • Explizite Einschätzung von SuS und Aufgaben
  • Wissenstest zur diagnostischen Kompetenz
  • Vignettentest
  • Computersimulation (virtuelle Klassenräume)
  • Beobachtung von Unterrichtssituationen
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6
Q

Was beschreibt die Klassische Modellierung nach Schrader (1989)? Welche Aspekte spielen dabei eine Rolle?

A

Die Übereinstimmung von Lehrer*inneneinschätzung mit der Leistung der SuS

o Personenbezogen: Merkmale von SuS (Wie gut wird X abschneiden?)
o Aufgabenbezogen: Merkmale von Aufgaben (Aufgaben nach Schwierigkeit be-werten)
o Aufgaben-spezifisch: Lehrkraft soll z.B. angeben: Wird SuS X Aufgabe Y lösen?

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7
Q

In welche Dimensionen trennt McElvany (2009) Kompetenzen von Lehrkräften? (KLAUSURAUFGABE)

A

Systematische Trennung von Urteilsbereich und Urteilsebene (2 Dimensionen)
o Urteilsbereich: Person vs. Aufgabe
o Urteilsebene: global vs. Spezifisch

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8
Q

Welche 3 Komponenten der diagnostischen Kompetenz gibt es?

A
  • Niveau
  • Differenzierung
  • Rang
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9
Q

Was beschreiben die drei Niveaukomponenten (Niveau, Differenzierung, Rangordnung) in Bezug auf die Schülerleistungen?

A

Niveau: mittlere Schülerleistung

Differenzierung: Heterogenität von Schülerleistungen

Rangordnung: Rangreihe der Schülerleistungen

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10
Q

Was ist die Niveaukomponente? Wie errechnet man sie und was ist der Optimalwert?

A

Einschätzung des mittleren Leistungsniveaus einer Klasse (oder Schüler*in)
o M Lehrkraft – M Klasse
o Optimalwert = 0 (wenn L das genau eingeschätzt habe, hätte man keine Abweichung)

negative Werte: LK hat Klasse unterschätzt
positive Werte: LK hat Klasse überschätzt

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11
Q

Was ist die Differenzierungskomponente? Wie errechnet man sie und was ist der Optimalwert?

A

Kenntnis über Streuung zwischen SuS
o SD Lehrkraft / SD Klasse
o Optimalwert = 1 (eingeschätzte Variabilität entspricht der tatsächlichen)
o Wenn man Variabilität unterschätzt: Wert < 1, Wert > 1 wenn L Variabilität zu hoch einschätzt

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12
Q

Was ist die Rangkomponente? Was ist der Optimalwert?

A

Kenntnis der relativen Position der SuS (damit kann man beurteilen, welche SuS stärker/schwächer sind als andere)
o Überprüft durch Korrelation zwischen Lehrerurteil und Schüler*innenleistung
o Optimalwert = 1 (Korrelation von 1 am besten)
o Können auch negativ sein, wenn L SuS systematisch schlechter einschätzt und umgekehrt

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13
Q

Was beschreiben die drei Niveaukomponenten (Niveau, Differenzierung, Rangordnung) in Bezug auf die Aufgabenschwierigkeit?

A

Niveau: mittlere Aufgabenschwierigkeit

Differenzierung: Heterogenität von Aufgabenschwierigkeit

Rangordnung: Rangreihe der Aufgabenschwierigkeit

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14
Q

Welche 2 weiteren Maße gibt es in Bezug auf die diagnostische Kompetenz (außer Niveau, Differenzierung und Rangordnung)?

A
  • Niveau- und Differenzierungs-Fehler
  • Trefferquote
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15
Q

Wie werden Niveau- und Differenzierungs-Fehler errechnet?

A

Bei der Berechnung werden die absoluten Abweichungen (d.h. yLehrer – ySchüler) verwendet

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16
Q

Sind die Werte der Niveau- und Differenzierungs-Fehler unabhängig von der Richtung der Verschätzung und mitteln sie sich gegenseitig raus?

A

Die Werte sind unabhängig von Richtung der Verschätzung, Fehler mitteln sich nicht gegenseitig aus

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17
Q

Was ist mit Trefferquote gemeint?

A

Wenn man einen Abgleich zwischen einzelnen Personen und Aufgaben hat. Man kann dann einen Quotienten bilden und sagen „in so und so vielen Fällen war die Einschätzung richtig/falsch“

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18
Q

Welche Komponente der diagnostischen Kompetenz dominiert in Studien besonders?

A
  • insb. Rangkomponente
  • Diff.komponente fast nie untersucht
  • Niveaukomponente schon häufiger
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19
Q

Warum werden Studien zur Urteilsgenauigkeit bei der diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften manchmal kritisiert?

A
  • Testleistungen sind nicht immer die verlässlichere Messung. Häufig beziehen sie sich nur auf einzelne Teilbereiche der zu prüfenden Kompetenz.
  • Neben der reinen Fähigkeit werden die Leistungen in Tests und Unterricht auch von anderen Personenaspekten mit beeinflusst (Arbeiten unter Zeitdruck, Prüfungsängstlichkeit, Anstrengungsbereitschaft)
  • Ggf. ist leichte optimistische Fehleinschätzung pädagogisch günstiger, weil dann anspruchsvollere Aufgaben ausgewählt werden, die die SuS fordern
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20
Q

Welche Relevanz haben diagnostische Handlungen für den Unterricht? ( „in welchen Situationen brauchen wir diagnostische Einschätzungen?“)

A
  • Klassenbezogene Situationen
  • Schüler*innen-globale Situationen
  • Schüler*innen-spezifische Situationen
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21
Q

Was sind Klassenbezogene Situationen? In Bezug auf die Relevanz von diagnostischen Handlungen im Unterricht.

A

o Fokus auf gesamte Klasse
o Z.B. Entscheidung über Einführung von neuem Thema
o es wird Wissen über das Leistungsniveau der Klasse und den Lernstoff benötigt
o Niveau-bezogene diagnostische Kompetenz

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22
Q

Was sind Schüler*innen-globale Situationen? In Bezug auf die Relevanz von diagnostischen Handlungen im Unterricht.

A

o Fokus liegt auf einzelnen SuS
o z.B. bei der Einteilung von Gruppen
o man braucht Wissen über die relative Position der Lernenden
o SuS- und aufgabenbezogene diagnostische Kompetenz

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23
Q

Was sind Schüler*innen-spezifische Situationen? In Bezug auf die Relevanz von diagnostischen Handlungen im Unterricht.

A

o Fokus auf Bearbeitung einzelner Aufgaben durch einzelne SuS
o z.B. Bereitstellung zusätzlicher Übungsaufgaben
o man braucht Wissen über Stärken und Schwächen von SuS
o SuS-profilbezogene diagnostische Kompetenz

24
Q

Welche Arten von diagnostischen Einschätzungen und Entscheidungen unterscheidet Burns (1984)?

A
  • Langfristige präaktive Entscheidungen (Fokus: Vorbereitung Schuljahr)
  • Kurzfristige präaktive Entscheidungen (Fokus: tägliche Unterrichtsvorbereitung)
  • Interaktive Entscheidung (Fokus: Unterrichtsdurchführung)

-> Ein Großteil der Entscheidungen liegt auf der kurzfristigen oder interaktiven Ebene

25
Q

Welche Befunde zur Niveaukomponente gibt es? Mc elvany 2009

A
  • Lehrkräfte überschätzen die Leistung ihrer SuS
  • Leistung von starken SuS wird besser eingeschätzt
  • Große Variationsbreite zwischen Lehrkräften
26
Q

Welche Befunde zur Rangkomponente gibt es nach der Metaanalyse von Südkamp et al., 2012?

A
  • Ziemlich gute Einschätzung der relativen Stärke
  • Lehrkräfte sind besser darin, die rel. Positionen der SuS einzuschätzen, als ihr exaktes Niveau
  • Auch hier große Variationsbreite zwischen Lehrkräften (Helmke 2010)
27
Q

Was beeinflusst die Übereinstimmung zwischen Lehrkräften und SuS/Aufgabenmerkmale? (Einflussfaktoren)

A
  • Beurteilende
    o Lehrermerkmale (z.B. Berufserfahrung) (erfahrene Lehrkräfte ggf. besser)
    o Testmerkmale (z.B. Format Einschätzung)
  • Beurteilte:
    o SuS-Merkmale (z.B. Intelligenz) (bestimmte Merkmale schwieriger zu beurteilen als andere)
    o Aufgaben-Merkmale (z.B. Schwierigkeit)
28
Q

Was wissen wir darüber, welche Faktoren die diagnostische Kompetenz real beeinflussen? (Ergebnisse von Südkamp et al., 2012 und Hoge&Colardaci 1989)

A
  • Gib keinen positiven Zusammenhang mit Lehrerfahrung (weder allgemein noch in der eigenen Klasse)
  • Lehrkräfte werden besser, je mehr Informationen sie über einen Test zur Verfügung stehen haben (den die SuS durchführen sollen und bei dem die Lehrkräfte beurteilen sollen vorher, wie sie abschneiden werden)
  • Kein Einfluss von SuS-Merkmalen (z.B. Geschlecht)
  • Keine Unterschiede zwischen Fächern, etvl. Diagnostischen Kompetenzen in Mathematik niedriger
29
Q

Welche Erkenntnisse gibt es über Korrelationen bei den Effekten der diagnostischen Kompetenz in Bezug auf die Dimensionalität?

A
  • Diagnostische Kompetenz ist kein einheitliches Konstrukt sondern hat verschiedene unabhängige Komponenten
  • Komponenten korrelieren innerhalb einer Urteilsdimension (personen- vs. Aufgaben-bezogen) nur gering
  • Geringe Korrelation zwischen Einschätzungsgüte in verschiedenen Fächern oder Beurteilungsdimensionen
30
Q

Welchen Einfluss hat die diagnostische Kompetenz auf die SuS-Leistungen?

A
  • Relevanz diagnostischer Kompetenz auf Lern- und Leistungsentwicklung ist bisher unklar
  • Ergebnisse uneinheitlich
    o Schrader (1989): keinen Effekt
    o Anders et al. (2010): positive Effekte aufgabe-bezogene Urteilsfehler
    o Karing et al. (2011): positive Effekte aufgaben-spezifische Trefferquote
31
Q

Es gibt vermutlich Variablen (sog. Mediatoren), die zwischen diagnostischer Kompetenz und Lernleistung vermitteln (das wirkt sich auf Lernerfolg aus ). Welche Mediatoren gibt es?

A
  • Methodenwissen
  • Fähigkeit zur Binnendifferenzierung
32
Q

Was haben Helmke & Schrader in Bezug auf die Interaktion zwischen Diagnostischer Kompetenz und Strukturierung herausgefunden?

A
  • Diagnostische Kompetenz zahlen sich nur aus, wenn sie zur Strukturierung des Unterrichts verwendet wird
  • Anders herum formuliert: ein stärker strukturierter Unterricht nützt nur was, wenn man weiß, welche SuS man unterrichtet und welche Aufgaben sinnvoll sind
  • Diagnostische Kompetenz als Katalysatorvariable, alleine ist sie aber nicht so irre wichtig
33
Q

Was beschreiben Strukturmodelle?

A

die Komponenten der diagnostischen Kompetenz

34
Q

Was beschreiben Prozessmodelle?

A

Wie Beurteilungen konkret ablaufen

35
Q

Wofür werden Prozessmodelle benötigt?

A
  • um pädagogische Urteilsprozesse zu verbessern
  • zur Förderung
36
Q

Welche 3 Modellarten (Prozessmodelle) gibt es?

A
  • Regel-basierte-Modelle
  • Heuristische Modelle
  • Dual-Process-Modelle
37
Q

Worauf basiert das Regel-basierte-Modell? Welches Beispiel gibt es für ein solches Modell?

A

o Hier wird die Einschätzung auf der Grundlage von Regeln getroffen („algorithmische Verarbeitung“ -> gibt ein System, mit dem man Entscheidungen trifft)
o Beispiel: Linsenmodell

38
Q

Worauf basieren heuristische Modelle?

A

o Entscheidungen werden auf der Grundlage von einfachen Beurteilungsschemata (sog. Heuristiken) vorgenommen
o Geht eher davon aus, dass Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen werden (im Gegensatz zum regelbasierten Modell)
o Urteilsbildung wird verkürzt und einfach vorgenommen, meist werden unbewusste „Faustregeln“ angewendet
o Beispiel: Heuristiken

39
Q

Was wird bei Dual-Process-Modellen vermischt? Nenne ein Beispiel für ein solches Modell.

A

o In diesen Modellen werden beide Arten von Prozessen miteinander verbunden
o Nehmen an, dass regelbasierte und heuristische Verarbeitung ein Kontinuum bilden
o Beispiel: Continuum-Modell

40
Q

Skizziere anhand von Stichpunkten das Linsenmodell (Brunswick, 1935)

A

Wiki: Man muss andauernd verschiedene Situationen und Objekt beurteilen, wobei die zu beurteilenden Eigenschaften meist nicht unmittelbar wahrzunehmen sind (z.B. der Energiegehalt eines Desserts). Man erschließt sich diese durch Hinweise (cues). Die erlauben meistens keinen perfekten Rückschluss auf die Eigenschaft, stehen aber in einem statistischen Zusammenhang damit. Eine Linsenmodellanalyse gibt Aufschluss darüber, wie die einzelnen Hinweise in ein Gesamturteil integriert werden können. Die urteilende Person betrachtet das Urteilsobjekt metaphorisch durch die „Linse“ der verfügbaren Hinweisreize

  • Menschen beurteilen latente Eigenschaften durch die Kombination manifester Hinweisreize („Cues“)
    o Signalnutzung: wird Merkmal X bei Beurteilung genutzt?
    o Signalvalidität: Zusammenhang zwischen Signal und Merkmal?
  • Sensitivität: Passung von Signalvalidität und Signalnutzung
  • Werden Merkmale genutzt, die nicht valide sind (z.B. Geschlecht), dann verringert sich die Urteilsgenauigkeit
41
Q

Welche Einflussfaktoren gibt es bei regel-basierten Modellen wie z.B. dem Linsenmodell?

A
  • Einschätzbarkeit des Merkmals (good trait) (bestimmte Dinge einfach zu bestimmen, als andere -> Intelligenz z.B. eher schwierig)
  • Unterschiede zwischen Beurteilern (good judge)
  • Unterschiede zwischen Beurteilten (good target) (gibt es Gruppen, die leichter zu bewerten sind, als andere?)
42
Q

Welche Ergebnisse gibt es in Bezug auf die Einflüsse auf regel-basierte Modelle?

A
  • Urteilsakkuratheit hängt von Verfügbarkeit von Cues (= das was in der Abbildung in der Mitte steht) ab -> je mehr zur Verfügung stehen, desto besser
  • Einfluss kognitiver Fähigkeiten des Beurteilenden (wer intelligenter ist, beurteilt besser)
  • Unterschiede zwischen Beurteilern sind selten konsistent (wer gut ist, Einschätzungen in einem Bereich vorzunehmen, ist nicht automatisch gut in einem anderen Bereich)
  • Unterschiede zwischen Beurteilten sind jedoch stabil
43
Q

Richtig oder falsch?

Ereignisse, die gut erinnerbar sind, beeinflussen die Beurteilung stärker, obwohl sie nicht repräsentativ sind

A

Richtig

44
Q

Was ist mit Repräsentativitätsheuristik gemeint?

A

o Dabei geht es um die Ähnlichkeit eines Beurteilten mit einem Prototypen
o Z.B. Bessere Beurteilung, wenn Schüler*innen guten Schüler:innen ähnelt

45
Q

Was sind Ankereffekte (bei heuristischen Prozessmodellen)?

A

o Assimilation von Urteilen an Standards
o Z.B. Einfluss des Klassenniveaus auf Beurteilung (wenn ein SuS eigentlich schlechter ist, aber Klasse recht gut, dann wird er ggf. besser bewertet, weil er Teil der Klasse ist)

46
Q

Welche beiden Typen werden bei der Zwei-Prozesstheorie unterschieden?

A

Typ 1:
- intuitiv
- automatisch
- unterbewusst
- fehleranfällig
- 90 %

Typ 2:
- abstrakt
- anstrengend
- bewusst
- verlässlich
- 10%

47
Q

Skizziere, was die Zwei-Prozesstheorie ist.

A
  • Duale Prozessmodelle verbinden beide Prozesse miteinander und nehmen an, dass regel-basierte und heuristische Verarbeitung ein Kontinuum bilden
  • Die konkrete Mischung ergibt sich je nach Situation und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst
48
Q

Beschriebe das Kontinuum Model (FIske & Neuberg 1990)

A
  • Geht davon aus: Regel-basierte Beurteilung ist aufwändig und anstrengend, heuristische einfach und automatisiert
  • Zunächst heuristische Verarbeitung, Wahrscheinlichkeit, dass zusätzlich elaboriert wird, hängt von weiteren Faktoren ab
    o Motivation
    o Verfügbare Ressourcen
    o Verbindlichkeit der Entscheidung
    o Konsistenz der vorliegenden Informationen
49
Q

Welche 2 Arten von Förderung der Diagnostischen Kompetenzen bei LK gibt es?

A
  1. Förderungen, bei denen die Förderung der kognitiven Leistungsdisposition im Mittelpunkt steht
    o Vermittlung von konzeptuellem und prozeduralem Wissen (das, was wir hier in der Vorlesung machen)
    o Lehrer*innenbildung und Vergleichsarbeiten
  2. Interventionen, die am konkreten diagnostischen Prozess ansetzen:
    o Beeinflussung der Informationssammlung und -verarbeitung
    o Förderung mit Bezug zur Zweiprozesstheorie
50
Q

Was ist die Funktion von Vergleichsarbeiten wie VERA?

A

Förderung der Diagnoseleistung durch Rückmeldung des Lernstandes in Vergleichsarbeiten

51
Q

Was ist eine Lernverlaufsdiagnostik? Wie läuft diese ab? Wozu dienen sie?

A
  • Häufige kurze Überprüfung des Leistungsstandes der Klasse und der Lernentwicklung einzelner SuS
    o Curriculum-based measurement
    o Lerntagebücher
52
Q

Wozu dienen Lernverlaufsdiagnostiken? Was ermöglichen sie in Bezug auf die diagnostische Kompetenz von LK?

A
  • Dienen dazu, Informationen über SuS zu erhalten
  • Ermöglichen Lehrkraft kontinuierliches Feedback zu ihrer Einschätzung der SuS (ob sie richtig lagen mit ihrer Vorstellung oder nicht)
53
Q

Was sind Merkmale einer kompetenten Diagnose?

A

o Wahl eines angemessenen Diagnose-Modus
o Qualität der diagnostischen Handlung

54
Q

Wann sollten welche Prozesse (Typ1/2) zur Diagnose eingesetzt werden?

A

o Typ-1-Diagnose: Unterrichtsgeschehen, Heuristik besser.

o Typ-2-Diagnose: Versetzung, regel-basiertes Vorgehen besser.

55
Q

Was sind Ziele der (Förderungs-)Maßnahmen bzgl der Prozessmodelle?

A
  • De-Automatisierung von heuristischen Diagnosen
    o Besser: Strukturierte Reflexion
    o Vermeidung von heuristischer Beurteilung
  • Automatisierung von regel-geleiteten Diagnosen
    o Simulations-basiertes Lernen
    o Einüben in möglichst verschiedenen Unterrichtssituationen
56
Q

Welche Komponenten hat die Modellierung der diagnostischen Kompetenz nach Schröder 1989?

A
57
Q

Inwiefern interagiert die diagnostische Konpetenz mit Unterrichtsmerkmalen?

A