4.2 Teamarbeit Flashcards

1
Q

Was ist die Definition einer Gruppe?

A
  1. Eine Mehrzahl von Personen (mind. 3, optimal 5)
  2. Die über längere Zeit (Forming, Storming, Norming, Performing muss durchlaufen werden, Gruppe braucht Zeit, um leistungsfähig zu werden)
  3. In direktem Kontakt stehen,
  4. Wobei sich Rollen ausdifferenzieren
  5. Gemeinsame Normen entwickelt werden und
  6. Kohäsion (d.h. ein WIR-Gefühl) entsteht

(Gruppe = Team)

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2
Q

Wie lange dauert es bei Gruppen im Bereich Forschung und Entwicklung durchschnittlich, um höchste Leistung zu entfalten?

A

3 Jahre

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3
Q

Was kann passieren, wenn Gruppen zu lange zusammen bleiben?

A
  • Immer starrere Normen werden entwickelt
  • Die Gruppe kapselt sich ab und ist nicht mehr zugänglich für Inputs von aussen
  • Dadurch kommt es seltener zu innovativen Problemlösungen und die Leistung nimmt ab
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4
Q

Was ist mit Führungsdual gemeint?

A

Die beiden Führungsrollen, die sich in Teams häufig ergeben. Sie ergänzen sich gegenseitig, weswegen es keine Machkämpfe gibt.
- Leitung bei der Aufgabenerfüllung
- Sorgen für gute Stimmung in der Gruppe

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5
Q

Welche Rollen gibt es in der Regel unter den Geführten?

A
  • Lösungssucher
  • Problemanalyst
  • Prozessunterstützer
  • Jammerer
  • Indifferenter
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6
Q

Wie sollte ein Team im Bezug auf Rollen und Kompetenzen am besten aussehen?

A
  • Fachliche Funktionen für die Aufgabenlösung sollten erfüllt sein
  • Die Rollen im Team sollten ausgewogen vertreten sein
  • Die Rolle des Lösungssuchers ist besonders wichtig
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7
Q

Welche wichtigen Funktionen erfüllen Normen für Gruppen?

A
  • Orientierung (für Verhalten)
  • Selektion (von Verhaltensweisen)
  • Stabilisierung
  • Koordination
  • Prognose

-> Immer im Bezug auf Verhalten

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8
Q

Von welche Faktoren ist die Höhe der Kohäsion (WIR-Gefühl) einer Gruppe abhängig?

A
  • Motive (der Gruppenmitglieder, z.B. berufliches Fortkommen)
  • Anreize (die eine Gruppe bietet, z.B. herausfordernde Aufgabe)
  • Erwartung
  • Vergleichsniveau (mit anderen Gruppenmitgliedschaften)
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9
Q

Wann kann eine hohe Kohäsion auch negativ sein?

A

Wenn niedrige Leistungsnormen bestehen und damit alle Gruppenmitglieder eine tiefe Leistungsbereitschaft zeigen.

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10
Q

Was ist Teamkognition?

A

Zustand, in dem für das Funktionieren der Gruppe notwendige Wissen mental organisiert, repräsentiert und im Team verteilt wird. Das Wissen erlaubt es Teammitgliedern, Handlungen zu antizipieren und auszuführen.

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11
Q

Welche zwei Forschungsrichtungen werden unter dem Begriff Teamkognition subsumiert?

A
  • Mentale Modelle
  • Transaktive Gedächtnissysteme
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12
Q

Was ist mit mentalen Modellen gemeint?

A

Ein geteiltes Verständnis der gemeinsamen Aufgabe, dem Team, der Ausstattung und der Arbeitssituation, was zu mehr Effektivität im Team führt.

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13
Q

Was ist mit Transaktiven Gedächtnissystemen gemeint?

A

Das gemeinsame Gedächtnis (Enkodierung, Aufbewahrung und Abruf)eines Teams, bei dem zwar nicht alle das gleiche Wissen haben, aber alle Wissen, wo (bei wem) das entsprechende Wissen angesiedelt ist.

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14
Q

Was sind die Vorteile der Informationsverarbeitung durch Teamkognition?

A
  • Teams können durch gemeinsame mentale Modelle effektiver Arbeiten
  • Teams können durch ein transaktives Gedächtnis gemeinsam mehr leisten, als jede® einzelne es tun würde
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15
Q

Inwiefern wirken sich Gruppen gemäss Sozialpsychologie motivierend auf die Leistung aus?

A
  • Mere presence (bereits ohne Zusammenarbeit
  • Social compensation (sich für eine schwache Gruppe aufopfern, weil diese sich nicht anstrengen -> bisher nur im Labor nachgewiesen)
  • Social labouring (Gefühl, für die Gruppe zu arbeiten -> v.a. bei Wettbewerbsgedanken

-> Dies wurde aber alles nur experimentell erforscht, in der Praxis muss dazu noch geforscht werden!

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16
Q

Welche Probleme der Informationsverarbeitung in Gruppen gibt es?

A
  • Groupthink
  • Motivationsverluste im Team
17
Q

Was ist Groupthink?

A

Ein Denkmuster, dem Angehörige einer hoch kohäsiven Gruppe verfallen: Aufgrund des Bemühens der Gruppe um Einmütigkeit werden Entscheidungen gefällt, bevor alternativen realistisch eingeschätzt werden.

18
Q

Was sind die Grundbedingungen für das Auftreten von Groupthink?

A
  • Hohe Gruppenkohäsion
  • Homogenität der Gruppe
  • Stress
19
Q

Was sind die Merkmale des Groupthink?

A
  • Selbstüberschätzung der Gruppe (Illustion der Unverwundbarkeit, Glaube, hohe moralische Standards zu vertreten)
  • Engstirnigkeit (Kollektive Rationalisierung, Stereotypisierung von Aussenstehenden)
  • Uniformitätsdruck (Selbstzensur, Illustion der Einstimmigkeit, Gruppendruck, Selbsternannte Gesinnungswächter)
20
Q

Was ist kollektive Rationalisierung?

A

Wenn man sich seine wahren Motive nicht eingestehen möchte und deswegen rational Gründen konstruiert)

21
Q

Was gehört zur Entstehung von Groupthink?

A
  • Hohe Gruppenkohäsion
  • Strukturelle Fehler der Organisation (Abschottung nach Aussen, direktive Führung, Fehlen standardisierter Entscheidungsprozeduren, Homogenität des sozialen Hintergrunds der Gruppenmitglieder)
  • Provokativer Situationaler Kontext (hoher psychischer Stress; niedriger Selbstwert wegen Misserfolgen, Entscheidungsschwierigkeiten und moralischer Dilemma)
22
Q

Was sind die Konsequenzen von Groupthink?

A
  • Unvollständige Generierung
  • Unvollständige Reflexion der Handlungsziele
  • Unterschätzung der Risiken der präferierten Alternative
  • Fehlende Neubewertung anfänglich verworfener Alternativen
  • Fehlerhafte Informationssuche
  • Selektive, auf Selbstbestätigung ausgerichtete Informationsverarbeitung
  • Fehlende Ausarbeitung von Plänen für Eventualitäten
23
Q

Was sind mögliche Motivationsverluste im Team?

A
  • Sozialer Müssiggang (social loafing)
  • Trittbrettfahren (free riding)
  • Gimpel-Effekt (sucker-effect)
24
Q

Was ist sozialer Müssiggang (social loafing)

A

Wenn die Leistung einer Person in einer Gruppe zurückgeht, ohne dass sich diese bewusst dafür entscheidet oder sogar merkt. Dies ist häufiger in individualistischen (vs. kollektivistischen) Kulturen.

25
Q

Was ist Trittbrettfahren?

A

Wenn eine Person einer Gruppe bewusst seine Leistung reduziert, häufig weil sie diese als überflüssig oder unwichtig einschätzt -> passiert eher in grösseren Gruppen oder wenn nur die Leistung des Besten zählt.

26
Q

Was ist der Gimpel-Effekt?

A

Wenn jemand merkt, dass andere Trittbrettfahren und sozusagen als Protestaktion seine Leistung reduziert (nur, wenn er denkt, dass die anderen zur Leistung im Stande wären)

27
Q

Wie hängen die Motivationsgewinne und Motivationsverluste im Team zusammen?

A
  • Mere Presence führt je nach schwierigkeit der Arbeit zu besserer (einfache Tätigkeiten) oder schlechterer (komplexe Tätigkeiten) Leistung, im Gegensatz dazu steht social loafing, welcher zur Abnahme des Efforts führt. Bei ersterem ist jedoch nicht wirklich eine Gruppe vorhanden, bei zweiterem schon.
  • Social compensation passiert, wenn jemand sieht, dass die andern nicht KÖNNEN, und deswegen nicht Leisten. Wenn die andern KÖNNTEN, aber nicht Leisten, entsteht der Gimpel-Effekt als Protestaktion.
  • Social Labouring ist ein Gefühl, für die Gruppe zu arbeiten, das insbesondere entsteht, wenn die Gruppe im Wettbewerb mit anderen ist. Beim Trittbrettfahren ist es umgekehrt, dort hat die Person das Gefühl, dass die Leistung überflüssig oder unwichtig ist und reduziert sie entsprechend.
28
Q

Durch welche Grössen kann Vielfalt in Gruppen entstehen?

A
  • Demografische Merkmale (Alter, Geschlecht, körperliche Konstellation, Kultureller Hintergrund, Ausbildung, Familienstand)
  • Know-how und Erfahrungen (Aufgabenbezogenes Wissen, Fähigkeiten, Frühere Einsatzgebiete, Berufserfahrung)
  • Wertesystem (Werte, Glauben, Überzeugungen)
  • Charakter bzw. Persönlichkeit (Verhalten, Auftreten)
  • Sozialer Status (Rang, Position, Macht, Autorität, Netzwerkzugehörigkeit)

-> Diese Merkmale sollten möglichst Vielfältig in Gruppen vorhanden sein

29
Q

Was sind die Vorteile von heterogenen Gruppen?

A
  • Sie führen zu kreativeren und innovativeren Lösungen
  • Sie sind gut z.B. in Forschung und Entwicklung
30
Q

Was sind die Nachteile von heterogenen Gruppen?

A
  • Entscheidungsprozesse können langsamer sein
  • Kommunikation nimmt ab
  • Tiefere Gruppenkohäsion und damit Zufriedenheit
31
Q

Wann sind homogene Gruppen sinnvoll?

A
  • Im Dienstleistungsbereich, z.B. bei Flugbegleitern
  • Es ist nicht gut, wenn solche Gruppen von Kunden verglichen werden
32
Q

Was kann getan werden, wenn das optimale Teamdesign nicht erreicht wird.

A

Teambuilding (Teamentwicklung)

33
Q

Was sind Hauptziele von Teamentwicklungsmassnahmen?

A
  • Verbesserung des Verständnisses für die Rolle eines jeden Teammitgliedes innerhalb der Arbeitsgruppe
  • Verbesserung des Verständnisses für die Beschaffenheit – den Charakter – des Teams und seine Rolle innerhalb der Gesamtabläufe der Organisation
  • Verbesserung der Kommunikation zwischen den Teammitgliedern über alle Punkte, welche die Effektivität der Gruppe betreffen
  • Stärkung der gegenseitigen Unterstützung unter den Gruppenmitgliedern
  • Klares Verständnis für die ablaufenden Gruppenprozesse, d. h. für jene gruppendynamischen Ereignisse, die in jeder Gruppe eng Zusammenarbeitender ablaufen
  • Finden von effektiven Wegen für die Gruppe, die in ihr bestehenden Probleme auf der Sach- und Beziehungsebene zu bewältigen
  • Entwickeln der Fähigkeit, Konflikte positiv zu nutzen
  • Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern und eine Verringerung jenes Wettbewerbs, der auf Kosten der jeweiligen Gruppe bzw. der Organisation geht
  • Verbesserung der Fähigkeit des Teams, mit anderen Arbeitsgruppen innerhalb der Organisation zusammenzuarbeiten
  • Stärkung des Bewusstseins des gegenseitigen „Aufeinanderangewiesen-Seins“ innerhalb des Teams
34
Q

In welchen sechs Schritten laufen Teamentwicklungsprozesse für gewöhnlich ab?

A
  1. Kontaktphase (Erwartungen, Zielsetzungen, Rahmenbedingungen, Vorgehensweise, zeitliche Perspektive mit Team/Kunde klären)
  2. Kontrakt (vertrag/Festlegung der Rollen)
  3. Diagnosephase (Erheben von Daten über den Problemzustand, häufig mit F-A-T)
  4. Teamentwicklungstraining (massgeschneidert auf das Team und die Daten aus Punkt 3)
  5. Teamentwicklungsmassnahme (Transfer in den Alltag)
  6. Evaluation (1-3 Monate nach der Massnahme, auch mit F-A-T)