Beschaffungslogistik Flashcards Preview

Logistik > Beschaffungslogistik > Flashcards

Flashcards in Beschaffungslogistik Deck (18)
Loading flashcards...
1

Wesentliche Bestandteile des Einkaufsprozesses?

• Einkaufsanfrage
(Aufforderung zur Abgabe eines verbindlichen Angebots)
• Angebotsvergleich
(Vergleich vorliegender Angebote z.B. Nutzwertanalyse)
• Vergabeverhandlung
• Bestellung
(verbindlich und an bestimmteVorgaben gebunden)

2

Welche Beschaffungskonzepte gibt es?

• Modular Sourcing
• Single Sourcing
• Multiple Sourcing
• Local Sourcing
• Global Sourcing

3

Was ist Modular Sourcing?
Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Versorgung fertig produzierter Module: Modul-Einkauf: Begriff aus der Beschaffugnswirtschaft der Industrie. Es werden vorwiegend vorgefertigte Baugruppen eingekauft. Meist übernimmt ein Hauptlieferant die Vormontage und die Koordination der Unterlieferanten.

+ Konzentration auf Kernkompetenz
+ Reduzierung von Lieferanten / Teilevielfalt
+ Reduzierung des Aufwands zur Qualitätssicherung
+ Reduzierung der Fertigungstiefe
+ Reduzierung der Beschaffunsgvorgänge
- Abhängigkeit von Modullieferanten
- Verlust von Know How
- Hoher Kommunikationsaufwand
- Komplexe Schnittstellen / Interfaces

4

Was ist Single Sourcing?
Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Versorgung aus einer Beschaffungsquelle: Ein Artikel wird nur bei einem Lieferanten gekauft.
Vorteile: Mengenrabatt, gleichbelibende Qualität, Verringerung der Transportkosten
Nachteile: Abhängigkeit vom Lieferanten, hohe Mindestbestände erforderlich, keine Anreize bei Lieferanten zur Produktinnovation

+ Kostenreduzierung durch Mengenkonzentration auf einen Lieferanten
+ einfachere Beherrschbarkeit der Materialströme
+ Senkung der Transaktionskosten
+ Sicherstellung gleichmäßig hoher Qualitätsstandards
+ Reduzierung der Transportkosten
- Abhängigkeit draus resultierend z.B. Produktionsstörungen
- Streikanfälligkeit
- Nichterfassen technologischer Innovationen
- Hohe Austrittsbarriere durch Wechselkosten

5

Was ist Multiple Sourcing?
Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Versorgung aus mehreren Beschaffungsquelle: Ein Artikel/eine Artikelgruppe wird von mehreren Lieferanten bezogen
Vorteile: mehr Flexibilität bei der Beschaffung, gute Verhandlungsposition

+ Ausnutzen des jeweils günstigsten Marktpreises
+ Schaffung einer Konkurrenzsituation
+ Reduzierung des Ausfallrisikos
+ grössere Flexibilität bei Bedarfsschwankungen
+ Vermeidung von Abhängigkeiten
- Hoher Informationsbedarf
- Nur für austauschbare Güter
- Hohe Beschaffungsprozesskosten
- Ggf. höhere Stückkosten

6

Was ist Local Sourcing?
Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Versorgung aus der geographischen Umgebung des Unternehmen: Der/die Lieferatn/en sind in der Nähe des beschaffenden Unternehmens

+ kurze Transportwege dadurch geringes Störungsrisiko
+ niedrige Transportkosten
+ gut nutzbar für JIT und JIS Konzepte
+ einfache Kommunikation
+ positives Image
- Höhere Preise als auf internationalen Märkten
- Oft limitierte Ressourcen / Produktionskapazitäten
- Lokale politische Interessen / Bügerinitiativen etc

7

Was ist Global Sourcing?
Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Versorgung auf dem Weltmarkt: Die Beschaffung erfolgt international
Vorteile: keine inlandsbedingten Engpässe, Nutzung der international unterschiedlichen Einkaufspreise. Global Sourcing gewinnt auf für KMU an Bedeutung aufgrund der länderübergreifenden Standardisierung, der Verminderung der Handelsbarrieren und der modernen Kommunikationstechnologie.

+ Kostenreduzierung Ausnutzung von Preisunterschieden auf dem Weltmarkt
+ Reduzierung von Abhängigkeiten
+ Bezug von Ressourcen die ggf. lokal nicht verfügbar sind
+ Schaffung neuer Märkte
+ Kosten und Leistungsdruck auf lokale Lieferanten
- Hoher Informationsbedarf / ggf. kulturelle Verständigungsprobleme
- Hohe Transportkosten ggf. Wechselkursrisiko
- Ggf. längere Lieferzeiten
- Verlust von Know How

8

Was ist der Skaleneffekt?

Je höher die Bestellmenge ist, umso kleiner ist der Anteil der bestellfixen Kosten pro bestelltem Stück.

9

Was beschreibt die Andler-Formel und wie ist sie definiert?

Optimales Verhältnis (Bestellmenge) zwischen Lagerkosten und fixen Kosten bei einer Bestellung.

Optimale Bestellmenge X(opt):
Wurzel aus [(200 x Jahresbedarfsmenge x Bestellkosten/Bestellung) / (Einstandspreis pro ME x Lagerhaltungskostensatz)]

10

Was ist die ABC-Analyse und welche Werteanteile besitzen die einzelnen Klassen?

Die ABC-Analyse nimmt eine Einteilung von Lagergütern nach ihrem relativen Anteil am Wert des gesamten Lagerbestands in A-Güter, B-Güter und C-Güter vor. In der Praxis hat sich gezeigt, daß meist ein relativ kleiner Teil der Güterarten den Hauptanteil am gesamten Lagerbestandswert repräsentiert (sog. A-Güter).

Wertanteile der Güter: A: 80% B: 15% C: 5%

11

Was ist die XYZ-Analyse und welche Bedeutung haben die einzelnen Klassen?

Die XYZ-Analyse strukturiert die Materialarten im Unternehmen nach ihrer Verbrauchsstruktur und teilt sie in X-Güter, Y-Güter und Z-Güter ein.

X = konstanter Verbrauch, Schwankungen sind eher selten
Y = stärkere Schwankungen im Verbrauch, meist aus trendmäßigen oder saisonalen Gründen
Z = völlig unregelmäßiger Verbrauch

12

Was sind Incoterms?

Incoterms (INternational COmmercial TERMS) sind - 1936 erstmalig entstandene - standardisierte Vertrags- und Lieferbedingungen für den Außenhandel.
BSP: ex works (EXW), free carrier (FCA), delivery duty paid(DDP)

13

Was ist eine Beschaffungsstrategie?

Legt als Teil der Materialwirtschaft eines Unternehmens
mittelfristig die Verteilung der Beschaffung von Gütern
und Dienstleistungen auf einzelne Unternehmen /
Lieferanten fest.
Zentrales Ziel ist dabei die Sicherstellung der Versorgung des Unternehmens mit allen nötigen Mitteln.

BSP: Mengenentscheidung, Sortimentsentscheidung, Qualitätsentscheidung, Preisentscheidung, Lieferantenentscheidung

14

Welche Ausprägungen von Beschaffungskonzepten gibt es?

Lieferant: Sole, Single, Dual, Mutiple
Beschaffungsmanagement: Unit, Modular, System
Beschaffungsmarkt: Individual, Collective
Beschaffungsareal: Local, Global

15

Was ist Total Cost of Ownership?

Neben den direkten Kostenfaktoren (Abgabepreis, Fracht, Zölle, Zahlungsbedingungen) werden im Rahmen einer Vollkostenanalyse auch die indirekten Kosten (Werkzeugkosten, Entsorgung, Qualitätskosten, Serienanlauf, Lieferantenbetreuung
etc.) angesetzt und bewertet

16

Was ist JIT (Just-in-time)?

Just-in-time-Produktion oder auch bedarfssynchrone Produktion bezeichnet ein Organisationsprinzip, bei dem nur das Material in der Stückzahl und zu dem Zeitpunkt produziert wird, wie es auch tatsächlich zur Erfüllung der Kundenaufträge benötigt wird. (abgestimmter Produktions- und Materialfluss entlang einer Lieferkete (Supply-Chain)) Die Just-in-time-Belieferung ist ein logitstisches Abruf- und Anlieferungsverfahren, bei dem das Material vom Zulieferbetrieb erst bei tatsächlichem Bedarf direkt in der Fertigung des Abnehmers (Verbauort) oder in unmittelbarer Nähe abgeladen wird, damit es möglichst direkt eingebaut werden kann, es können temporär kleine Puffer und gewisse Wartezeiten entstehen (keine Lagerhaltung im klassischen Sinne).

Im Ergebnis soll der Gesamtprozess schlanker, die Durchlaufzeiten und die Kapitalbindung reduziert und die Lager überflüssig und damit für alle Beteiligten kostengünstiger werden.

BSP: Automobil- und Flugzeugbau

17

Was ist JIS (Just-in-Sequence)?

Die Weiterentwicklung der JIT-Belieferung ist die Just-in-Sequence-Belieferung. Hier wird das benötigte Material genau in der Sequenz der Endmontage eines Produktes bestellt und geliefert.

- rechtzeitige und exakte Planung und Einhaltung der Montagereihenfolge (Perlenkette)
- kein Lagerbestand
- Lieferverzögerung, Falschlieferung, Qualitätsmängel oder Ausschuss führen sofort zu einem Versorgungsengpass und zur Unterbrechung der Produktion beim Abnehmer
- Anfällig gegenüber exogenen Einflüssen (Erdbeben, Unwetter, Überschwemmungen, Steiks, Verkehrsunfälle

18

Was ist Kanban?

- Teilsystem des JIT-Konzeptes
- niedrige Lagerbestände in den einzelnen Werkstätten bei der Serienfertigung
- Ziele: kürzere Durchlaufzeiten und garantierte Termineinhaltung
- Kanban = Schild/Karte (Bestellung mit vordefinierter Menge und Eintrefftermin)
- Pull-Prinzip (Hol- bzw Ziehprinzip)
- heutzutage elektronische Karten in Verbindung mit der Datentransaktion per EDI