Elektrophysiologie des Herzen Flashcards Preview

Physiologie > Elektrophysiologie des Herzen > Flashcards

Flashcards in Elektrophysiologie des Herzen Deck (17)
Loading flashcards...
1

Aktionspotentiale: Arbeitsmyokard vs. Schrittmacherzellen

– APs des Arbeitsmyokard werden negativer (bis zu 90mV)
– Schrittmacher APs sind kürzer
– Schrittmacher APs werden nur durch Calcium Einstrom depolarisiert, keine Natriumkanäle!
– Schrittmacher APs benutzen Funny Channels für eine Depolarisation bis zu etwa –40mV

2

Spannungsabhängige Ionenpumpen im Arbeitsmyokard

– Schwellwert für Natriumkanäle: –60mV, schließt zeitabhängig nach ca. 3ms
– Schwellwert für Calciumkanäle: –30/ –40mV, schließt zeitabhängig nach ca. 200ms
(– Kaliumeinwärtsgleichrichter werden inaktiv bei einem Membranpotential positiver als –70mV)

3

Aktionspotential am Ventrikelmyozyten

Phase 4: Ruhemembranpotential bei etwa –90mV bestimmt durch Kaliumgleichgewichtspotential
Phase 0: Aufstrich / Depolarisation durch schnelle, spannungsabhängige Natriumkanäle bis etwa 30mV
Phase 1: frühe Repolarisation durch Schliessen der Natriumkanäle und verspätetes Öffnen der Calciumkanäle
Phase 2: Plateauphase, konstantes Potential bei etwa 0 mv durch langsame L–Typ Calciumkanäle
Phase 3: Repolarisation durch Auswärtsgleichrichter Kaliumkanäle bis –90mV
Phase 4: Ruhemembranpotential bei –90mV durch Kalium Einwärtsgleichrichter K1

4

Aktionspotentiale VH vs. Ve

Die APs in Sinus und AV Knoten sind im Vergleich zu denen im Ventrikelmyozyten kürzer, haben in der Initialen Phase eine geringere Anstiegssteilheit und ihnen fehlt das ausgeprägte Plateau.

5

Refraktärzeit

Beschreibt wie lange eine Muskelzelle gar nicht oder nur erschwert erregbar ist
– Absolute Refraktärzeit: während der Plateauphase sind die schnellen Natriumkanäle inaktiviert, somit kann kein neues AP ausgelöst werden
– Relative Refraktärzeit: die schnellen Natriumkanäle sind am –40mV wieder teilweise aktivierbar, weshalb sehr starke Reize wieder kleine APs auslösen können

Erlaubt eine vollständige Erschlaffung des Herzmuskels nach jeder Kontraktion

6

Vulnerable Phase

Während der Repolarisationsphase kann es durch neue APs zwischen erregten und unerregten Teilen des Herzens zu sog. kreisenden Erregungen kommen, bedingt durch hohe Calciumkonzentration. im EKG während der T Welle

7

EKG Phasen

P– Welle: Erregungsausbreitung über die Vorhöfe
PQ– Strecke: Erregungsausbreitung über AV Knoten, His Bündel, Kammerschenkel und Purkinjefasern (0,12 – 0,2s)
QRS– Komplex: Erregungsausbreitung über die Herzkammern (0,06 – 0,1s), von subendokardial nach subepikardial (R–Zacke: Kontraktion d. li. Ventrikels, S–Zacke: Kontraktion des re. Ventrikels)
ST– Strecke: komplette Erregung der Ventrikel, isoelektrisch
T– Welle: Repolarisation der Ventrikel

8

Bipolare Extremitätenableitung nach Einthoven

I) Potenzialdifferenz zwischen rechtem und linkem Arm
II) Potentialdifferenz zwischen rechtem Arm und linkem Bein
III) Potenzialdifferenz zwischen linkem Arm und linkem Bein

9

Unipolare Extremitätenableitung nach Goldberger

3x Ableitungen; Potentialdifferenzen zwischen differenter und indifferenter (Zusammenschalten 2er Punkte über einen Widerstand als Nullpunkt) Elektrode

aVR: rechter Arm gegen linker Arm + linker Fuß
aVL: linker Arm gegen rechter Arm + linker Fuß
aVF: linker Fuß gegen linker Arm+ rechter Arm

10

Bestimmung des Lagetyps mithilfe des Cabrera– Kreises

1) Amplituden der R Zacken aus mindestens 2 Ableitungen medial in das Einthoven Dreieck eintragen
2) Positive Amplitude Richtung Pluspol
3) Linien durch R Zacken senkrecht zur Ableitung ziehen
4) Schnittpunkt dieser Linien stellt Spitze des Summenvektors da = elektrische Herzachse
5) Winkel mit der Horizontalen messen

–90 bis –30 Grad: überdrehter Linkstyp
–30 bis +30 Grad: Linkstyp
+30 bis +60 Grad: Indifferenztyp
+60 bis +90 Grad: Steiltyp
+90 bis +120 Grad: Rechtstyp
+120 bis +150 Grad: überdrehter Rechtstyp

Wenn alle 3x R– Zacken der Ableitungen positiv sind:
– Ableitung III > I : Steiltyp
– Ableitung I > III : Indifferenztyp

Wenn I und II positiv und III negativ: Linkstyp

11

Tetanische Kontraktion

Andauernde Verkürzung einer Muskelzelle/ –Gewebes durch rasch aufeinanderfolgende APs/ Dauerdepolarisation an der motorischen Endplatte

–unvollständig: mehrere APs hintereinander => überlagerte Kontraktionen
–vollständig: sobald es infolge der hohen AP– Frequenz nicht mehr zur Muskelrelaxation kommt
– beim Herzmuskel physiologisch nicht möglich

12

Veränderung der Öffnungswahrscheinlichkeit eines Ionenkanals

Durch
– Spannungs–/ Membranpotentialänderungen
– Ligandenbindung
– 2nd Messenger = intrazelluläres Signal

13

Elektromotorische Kraft EMK

EMK = Em – Eion

Em: Aktuelle Membranspannung
Eion: Gleichgewichtspotential des Ions

14

Ionenstrom Iion

Iion = gion (Em – Eion)
ODER
Iion = gion x EMK

gion: Leitfähigkeit (1/Widerstand)
Em: Aktuelle Membranspannung
Eion: Gleichgewichtspotential des Ions

15

Ruhemembranpotential

Bestimmt durch folgende Faktoren:
1) Konzentrationsgradienten für Kalium, Natrium, Calcium Ionen über die Membran
2) Die relative Permeabilität = elektr. Triebkraft, der Membran dür jede Ionenspezies
3) Elektrogene Ionenpumpen (Na+/K+ ATPase, Ca++ ATPase, Na+/Ca++– Austauscher,...)

16

Pathophysiologie EKG

Bradykardie: Sinusfrequenz < 59/min
Tachykardie: Sinusfrequenz >100

Vorhofflattern >350/min
Vorfhofflimmern >500/min

Kammerflattern >250/min
Kammerflimmern >300/min

17

Akuter Herzinfarkt

Frisches Stadium: ST – Hebung