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Flashcards in Tripp: Logistische Netzwerke Deck (26)
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1

Welches sind die 4 Haupt-Megatrends mit Wirkung auf logistische Netzwerke?

Wirtschaft und Gesellschaft
Ökologie und Sicherheit
Technologien und Markt
Produkte und Kunden

2

Was bedeutet Globalisierung und Volatilität der Wirtschaft?

- Abbau von Handelshemnissen, Aufbau von Freihandelszonen
- Dislozierung: weltweit verteilte Wertschöpfungsketten
- Konjunkturzyklen werden kürzer und intensiver

3

Was ist nötig um bestehende urbane Versorgungskonzepte zu ändern?

- neue logistische Bündelungskonzepte und innovative städtebauliche Ansätze ("Smart Cities")
- drastische Verkehrsmaßnahmen und stärkere Nutzung "alternativer" Transportmittel

4

Die ökologische Nachhaltigkeit hat einen wachsenden Stellenwert. Was sind dringende Handlungsnotwendigkeiten in der Logistik?

- veränderte Logistiksysteme durch umweltorientierte Reglementierungen (z.B. Diesel-Fahrverbot, City-Maut, temp. Fahrverbote)
- technischer Veränderungsbedarf (v.a. Fahrzeuge)
- Verlängerung logistischer Ketten durch Entsorgungs- und Recyclingprozesse

5

Es gibt ein neues Bewusstsein für Sicherheit/Präventation durch Katastrophen oder Terroanschläge und gleichzeitig zunehmende Ladungsdiebstähle und Cyber Crime. Inwiefern kann die Logistik die erhöhte Komplexität und steigende Kosten entgegenwirken?

- Neuausrichtung von Risikomanagement-Systemen
- Überdenken von "Single Sourcing"-Strategien (nur ein Lieferant), möglichen Abhängigkeiten, Engpässen
- Notwendigkeit zusätzlicher Prüf- und Kontrollschritte

6

Wo gibt es große Verbesserungspotenziale in der Logistik im Bereich der Digitalisierung und dem technologischen Fortschritt?

- Automatisierung/Robotik/Drohnen im Lager/Auslieferung, Autonomes Fahren
- Vernetzung, "Internet der Dinge" und "Industrie 4.0"
- Cloud Computing, Big Datam, Software-as-a-service, Künstliche Intelligenz
- Augmented Reality in Bestellprozessen (z.B. Mr Spex Brillen auf Foto vom Gesicht)

7

Wie kann durch "Lean" und Logistik der Shareholder Value gestiegen werden?

- Lean- und Prozessorientierung in neue Branchen und Unternehmensbereiche
- Wahrnehmung der Logistik als "die" Optimierungsdisziplin
- Rationalisierung (Kosten, Kapitalbindung) und Differenzierung (Umsatz, Preise, Kundenbindung)

8

Wie zeigt sich die zunehmende Attraktivität des Logistimarktes und die weitere Professionalisierung dieser?

- neue Anbieter/Leistungsangebote aus der Digitalisierungs-, Startup-, Handels- und Finanzwelt (u.a. Uber, Amazon wird zum Teil selber Logistiker)
- hoher Wettbewerbsdruck im Logistikmarkt
- umfassendes, global verfügbares, preislich attraktives Leistungsangebot aus Verladersicht

9

Durch was zeichnet sich die hohe Bedeutung von Convenience in der Service-Ökonomie aus? Welche Rolle spielt die Logistik hier?

- starkes Wachstum von Dienstleistungen
- "Verheiratung" von Produkten und Services

- Logistik als "Enabler" vieler neuer Services, v.a. in der "Letzten Meile" zum Endkunden
- Notwendigkeit von Dezentralisierung und Kundennähe

10

Was zeichnet die Erwartung von Individualisierung und Personalisierung aus?

Wo hat die Logistik hier eine Bedeutung?

- Notwendige Sofortreaktion auf steigende Kundenbedürfnisse
- steigende Variantenvielfalt

- Notwendigkeit flexibler, aber robuster Logistiksysteme
- wachsende Bedeutung des Asset Managements

11

Welche sind die 4 Stellhebel der Wertschöpfung in Logistiksystemen?

Input:
- Produktionsfaktoren
- Logistikkosten
Output:
- Versorgungs-/Lieferservice
- Logistikleistungen

12

Welche Netzwerktypen (nach Reichweiten) gibt es?
Von Bestimmten Orten/Jedem Ort nach Bestimmten Orten/Jedem Ort.

Von Bestimmten Orten nach Bestimmten Orten:
- Relationsspezialisten
Von Bestimmten Orten nach Jedem Ort:
- Verladergeprägte Distributionsnetze

Von Jedem Ort nach Bestimmten Orten:
- Gebietsspediteurmodelle (Beschaffungslogistik)
Von Jedem Ort nach Jedem Ort:
- Stückgutnetze/Paketdienste

13

Welche 7 grundlegenden Designprinzipien der Netzkonfiguration gibt es?

- Bündelung im Bestandsmanagement
- Bündelung von Transporten
- Planung vs Spekulation (Push vs Pull)
- Glättung von Bedarfen und Kapazitäten
- Strukturelle Flexibilität und Robustheit
- Einfachheit und Schlankheit
- Ökologische Nachhaltigkeit


14

Die Bündelung im Bestandsmanagement ist einer von 7 Designprinzipien in der Netzkonfiguration. Erläutere diese.

- Zusammenführen/Zentralisierung von Beständen: "So viel zentral wie möglich, so viel dezentral wie nötig"
- höhere Umschlagshäufigkeiten und niedrigere Vorratsintensitäten
- Ziel: Reduzierung der Lagerhaltungskosten
- Nebeneffekte: Reduzierung von Auftragsabwicklungskosten, Nutzung von Rabattsystemen im Einkauf

15

Die Bündelung von Transporten ist einer von 7 Designprinzipien in der Netzkonfiguration. Erläutere diese.

- Bündelung von Warenströmen zur größtmöglichen Auslastung von Transportkapazitäten
- Ziel: Erzeugung von Skaleneffekten (Economies of scale)
- Wertsteigerung gebündelter Transporte mit der zu überwindenden Distanz
- geringe Transportkostenempfindlichkeit von Produkten mit hoher Wertdichte begünstigt häufigere und kleingewichtigere Sendungen

16

Planung vs Spekulation (Push vs Pull) ist einer von 7 Designprinzipien in der Netzkonfiguration. Erläutere diese.

Push: Vorhaltung von Beständen
Pull: Auftragsgetriebene Transporte

Bestandskosten vs Transportkosten

- Ziel: Mix aus beiden durch Festlegung des "Kundenauftrags-Entkoppelungspunktes" bzw. "Order Penetration Points" (Push-Pull-Entkoppelung)
- Postponement: Verzögerung der Transporte bzw der finalen Auftragserfüllung bis zum jeweiligen Auftragseingang
- Verzögerte Variantenbildung bzw "Late-Fit-Strategie" -> Trend zu immer kundennäherer Auftragserfüllung

17

Die Glättung von Bedarfen und Kapazitäten ist einer von 7 Designprinzipien in der Netzkonfiguration. Erläutere diese. Benenne auch 2 mögliche Ansätze zur Ermöglichung des Zieles

Ziel: Verhinderung von Arbeitsunterbrechungen und Staus, Harmonisierung von Bedarfen und Kapazitäten
- Hintergrund: zunehmend unsichere, schwankende, kurzfristig eingehende Kundenbedarfe

Ansatz 1: Zielgerichtetes Bedarfsmanagement, Verzicht auf Absatzpromotionen und Verhinderung von Nachfragetälern als Folge künstlich erzeugter Bedarfsspitzen (dm->keine Rabattaktionen, Aldi->Einlistung von Markenprodukten)

Ansatz 2: Entkopplung der Warenströme von Auftragseingang Ausgleich von Nachfragespitzen durch Nachfragetäler mit Hilfe von in die Lieferzeit eingebauten Zeitereserven (Nicht jeden Auftrag gleich abwickekln, erst wenn genug Aufträge zusammenkommen)

18

Die Strukturelle Flexibilität und Robustheit ist einer von 7 Designprinzipien in der Netzkonfiguration. Erläutere diese.

- Kundenseitige Anforderungen zu größtmöglicher Flexibilität und stetiger Rosbustheit
- Flexibilität: Anpassung von Logistik-Netwerken an unvorhergesehene neue Randbedingungen (z.B. kurzfristige Änderungen von Mengen/Kapazitäten, Orten, Zeiten)
- Robustheit: Kein Verlust von Funktionstüchtigkeit und Vorziehungswürdigkeit von Logistik-Netwerken durch Änderungen von Rahmenbedingungen (z.B. Kein Verlust der Lieferservice-Qualität)
- Outsourcing als möglicher Ansatzpunkt zur Erreichung hoher Flexibilität

19

Einfachheit und Schlankheit ist einer von 7 Designprinzipien in der Netzkonfiguration. Erläutere diese.

- schlankes System ohne redundante Kapazitäten und Prozesse

Mögliche Ansatzpunkte:
- Kurze und geradlinige Verknüpfungen/Wege der Produktions-, Lager- und Kundenstandorte
- Möglichst geringe Anzahl an Lägern
- Möglichst wenige und vor allem keine redundanten Prozesschritte und Handlings-Operationen
- Möglichst geringe Anzahl von Lieferanten
- Einsatz von Modularisierung, Standardisierung etc

20

Die Ökologische Nachhaltigkeit ist einer von 7 Designprinzipien in der Netzkonfiguration. Erläutere diese.

Treiber:
- Steigerung von Energiekosten
- Verkehrsinfrastruktur als Engpassfaktor
- sinkende öffentliche Toleranz für Mobilitätseinschränkungen und Umweltbelastungen
- notwendige Begrenzung von Schadstoffemissionen

- Entschleunigung logistischer Prozesse
- Sinn/Zweck von "same day"-u. "Wunschzeitfenster"-Optionen

21

Was bedeutet "Service" im Zusammenhang mit logistischer Netwerke?

Unterstützung von Kundenprozessen durch Kapazitäten und Prozesse von Lieferanten

22

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen (Bestands-)Kosten und dem Lieferservicegrad (Lieferbereitschaft)?

- Gewährleistung eines hohen Service Levels durch Sicherheitsbestände
- Erhöhung der Prognosegenauigkeit, damit die Verfügbarkeit auch ohne Sicherheitsbestände gewährleistet ist
- bessere "Reagibilität" durch Verkürzung von Lieferzeiten

23

Was zeichnet das Qualitätsmerkmal "Lieferbereitschaft" aus?

- Fähigkeit eingehende Kundenaufträge aus den am "Order Penetration Point" vorgehaltenen Lagerbeständen heraus innerhalb der vorgegebenen Zeit zu erfüllen.
- Messung in der Praxis problematisch, z.B. Anteil:
-> der uneingeschränkt zufriedenen Kunden
-> der vollständig erfüllten Aufträge
-> der vollständig lieferbaren Auftragszeiten
-> der verfügbaren Verkaufseinheiten/Verbrauchseinheiten

24

Was zeichnet das Qualitätsmerkmal "Lieferzeit" aus?

- Vorgabe von Anlieferungszeitpunkten bzw Zeitfenstern innerhalb getakteter Prozesse von Industrie (JIT/JIS) und Handel
- Wachsende Bedeutung möglichst kurzer Lieferzeit als Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb
- Reduktion von Lieferzeit-Puffern und Zeitsouveränität in logistischen Netzwerken (Robustheit?)
- Kundenseitiger Wunsch nach möglichst späten Zeitschranken in der Auftragsannahme (Cut-Off-Times) und vielfältigen Lieferzeit-Optionen

25

Was zeichnet das Qualitätsmerkmal "(Liefer-)Termintreue (Lieferzuverlässigkeit, Liefertreue)" aus?

- Termintreue: vorgegebene Lieferzeit wird eingehalten
- Treue-Optionen: next day, same day, 60/90 Minuten Belieferung, Wunschzeitfenster
- Vermeidung von hohen Lagerbeständen und Störungen im Betriebslauf des Kudnen durch hohe Termintreue
- Zuverlässigkeit des Arbeitsablaufs und hohe Lieferbereitschaft

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Was zeichnet das Qualitätsmerkmal "Lieferflexbilität" aus?

- Fähigkeit fallweise von einem vordefiniertem Standard abzuweichen und Kunden in einer Sondersituation mit einer Sonderleistung entgegenzukommen
- Abhängig von: Auftragsmodalitäten, Liefermodalitäten und Informationen des Kunden
- wichtigstes Instrument der Kundenbindung
- höhere Prozesskosten als Standardservice
- dezentrale, kundennahe Netwerke flexibler und reaktionsfähiger als zentralisierte Netzwerke.