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Flashcards in Embryologie Deck (52)
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Wo findet die Gametogenese statt?

Die Keimzellbildung findet in den Keimdrüsen ( Gonaden) statt

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Was ist die Meiose und wozu ist sie gut?

Für eine gleiche Anzahl an Chromosomen nach der Fortpflanzung, dürfen Keimzellen nur einen haploiden Chromosomensatz besitzen. Deswegen hat sich bei der geschlechtlichen Fortpflanzung eine spezielle Form der Zellteilung entwickelt, die Meiose ( Reifeteilung). Sie findet nur bei der Gametogenese statt. Ausgehend von einem diploiden Chromosomensatz folgen 2 Teilungen ohne DNA- Verdopplung ( S-Phase), an deren Ende haploide Spermien bzw. Oozyten entstehen.

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Erläutere den Ablauf der Meiose.

1. DNA- Replikation von jedem Chromosom, so dass diese dann aus 2 identischen Chromatiden bestehen (2n=46 Chromosomen). Wegen der Replikation aber hat die Zelle allerdings 4c Chromatiden bei diploiden Chromosomensatz
2. Erste meiotische Teilung ( erste Reifeteilung) oder Reduktionsteilung —> ganze Chromosomen werden auf die Tochterzelle verteilt. Reduzierung auf haploiden Chromosomensatz mit DNA-Gehalt von 1n und 2c ( jedes Chromosom besteht noch aus 2 Chromatiden)
3. Stark verlängerte Prophase ( geht der Anaphase 1 voraus) —> homologe Chromosomen ordnen sich parallel nebeneinander an ( Tetradenbildung)
4. Es kommt zum Crossing Over —> homologe Chromosomenabschnitte werden ausgetauscht um neue Genkombinationen zu schaffen
5. Metaphase 1 —> Anordnung der Chromosomen an der Äquatorialebene
6. Anaphase 1 —> homologe Chromosomen wandern zu den Spindelpolen, trennen sich an Chiasmata
7. Telophase —> Zelltrennung in Tochterzellen
8. Zweite meiotische Teilung ( 2. Reifeteilung) ohne DNA- Replikation, Schwesterchromatiden trennen sich und werden auf Tochterzelle verteilt. Es entstehen genetisch unterschiedliche Zellen aufgrund des Crossing Overs.
9. DNA-Menge beträgt in den 4 Tochterzellen 1n1c.

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Welche Bedeutung hat die Meiose?

- konstante Chromosomenanzahl über Generationenen hinweg, durch Reduzierung Chromosomensatzes
- Verteilung von mütterlichen und väterlichen Chromosomen auf Gameten erfolgt zufällig —> Erhöhung genetische Vielfalt
- Durch Crossing- Over wird genetische Vielfalt der Nachkommen erhöht

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Wie unterscheiden sich Oogense und Spermatogenese von einander?

Durch den zeitlichen Ablauf:
- in beiden Geschlechtern erfolgen in der Fetalzeit Mitosen zur Stammzellvermehrung
- Im Ovar beginnt die Meiose 1 bereits in der Fetalzeit
- Im Hoden ruhen die Stammzellen bis zur Pubertät und starten erst dann mit der Meiose

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Welche Hormone steuern den Menstruationszyklus?

- FSH: 1. Zyklushälfte regt Produktion von Östrogen an
- LH: Zyklusmitte, löst Ovulation aus, Follikel- und Thekazellen werden zum Corpus luteum umgewandelt—> Progesteronsynthese
- Östrogen: Neuaufbau der Gebärmutterschleimhaut nach der Menstruation
- Progesteron: Sekretbildung im Endometrium

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Welche Schritte umfasst die Follikelreifung?

- Vermehrung der Follikelepithelzellen ( Ernährung der Eizelle, steuern ihre Reifung und produzieren Östrogen zur Steuerung der zyklischen Veränderung des Uterus
- Wachstum der primären Oozyte
- Ausbildung der Zona pellucida ( Schicht zwischen Eizelle und Follikelzellen die das Eindringen eines Spermiums nach der Befruchtung unterbindet, verhindert Implantation des Keimes im Eileiter, bildet straffe Hülle um Embryo)
- Entwicklung der Theca folliculi ( wandelt sich mit Follikelzellen in den Gelbkörper um der in der 2. Zyklushälfte Progesteron bildet)

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Wie lange dauert die Embyronalzeit?

8 Wochen, alle Organanlagen entstehen

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Wie lange dauert sie Fetalzeit?

30 Wochen

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Wie lange dauert eine Schwangerschaft?

40 Wochen, ab dem 1. Tag der letzten Menstruation —> Gestationsalter
38 Wochen post conceptionem —> Ovulationsalter

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An welchem Tag erfolgt ca. die Implantation der befruchteten Eizelle?

Tag 5/6 nach Befruchtung

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Was sind Blastomeren?

Zellen die bei der Furchungsteilung entstehen

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Was ist eine Morula?

Eine Beere aus Blastomeren

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Beschreibe die Entwicklung der befruchteten Eizelle in der ersten Woche.

1. Befruchtete Eizelle beginnt sich zu teilen —> Zweizellstadium und wird zu einer diploiden, totipotenten Zygote
2. Entstehung von Blastomeren durch Furchungsteilung
3. Entstehung der aus Blastomeren entstehenden Morula durch weitere Teilung
4. Morula entwickelt sich durch Hohlraumbildung zu Blastozyste
5. Blastozyste teilt sich in Trophoblast ( Entstehung Plazenta) und Embryoblast ( Kindsanlage)

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Beschreibe den Vorgang der Implantation 1 des Keimes.

- Implantation am 5/6 Tag
1. Adhäsion
2. Invasion des Trophoblasten in die Uterusschleimhaut
3. Auflösen von Epithel- und Stromazellen —> dadurch Freisetzung von Lipiden und Gykogen aus Deziduazellen

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Beschreibe den Vorgang der Implantation 2.

- bis zum 7. Tag
- Differenzierung des Trophoblasten in:
—> Zytothrophoblast: Matrixzone, Zellnachschub und Regeneration
—> Synzytiothrophoblast: Funktionszellverband, Invasion, Zellyse, Hormonproduktion (HCG)

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Beschreibe den Vorgang der Implantation 3.

Bis zum 12. Tag, Phasen der Ernährung.
- Histiotrophe Phase: Ernährung aus Glykogen und Lipiden der Deziduazellen
- Lakunäre Phase: Spaltbildung im Synzytiotrophoblasten, Ernährung aus Zelltrümmern und Uterusschleim
- Hämothrophe Phase: Anschluss an mütterliches Blutgefäßsystem

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Was passiert außerdem gleichzeitig mit der Implantation?

Differenzierung des Embryoblasten zwischen dem 6.-10. Tag.
- kompakter Zellhaufen organisiert sich in zwei Bläschen ( Amnionhöhle und Dottersack), an deren Grenzflächen zwei einreihige Zelllagen aneinander zu liegen kommen

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Was versteht man unter Gastrulation?

- Tag 15/16
- Ausbildung des Primitivstreifens von kaudal nach kranial auf der Keimscheibe
- Das Wachsen der Primitivrinne stoppt in der Mitte der Keimscheibe —> durch Stauung der Rinne Entstehung des Primitivknotens, er stellt somit das kraniale Ende der Primitivrinne dar.
- Epiblasten vermehren sich im Bereich der Rinne intensiv und schieben sich von medial nach lateral und kranial
- Epiblasten und Hypoblasten schieben sich ineinander und somit entsteht eine dreischichtige Keimscheibe
- Davon ausgenommen sind 2 Bereiche, die als Kloakenmembran nur zweischichtig bleiben

- vom Primitivknoten geht ein zweiter Gastrulationsimpuls aus, der sich streng in der Medialebene nach kranial wendet, dieser Zellstrang wächst bis er auf Kloakenmembran trifft und zum Stillstand kommt
- diesen Zellstrang nennt man Chorda dorsalis ( Anlage des ZNS )
- Primitivstreifen und -knoten lösen sich auf, damit ist die Gastrulation abgeschlossen

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Wie bezeichnet man die 3 Schichten des Keimblattes und was entsteht aus ihnen?

- Ektoderm
- Mesoderm
- Entoderm

Prospektivität der Keimblätter:
- Ektoderm: Epidermis Haut, Nervengewebe, ZNS,PNS
- Entoderm: Epithelauskleidung innerer Organe
- Mesoderm: BG, Stützgewebe, Muskulatur, Gefäße, Lymphsystem, Urogenitaltrakt

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Was versteht man unter der Differenzierung des intraembryonalen Mesoderms?

Durch Einstülpung des Mesoderms am 18. Tag kommt es zur Ausbildung unterschiedlicher Strukturen:
—> Paraxiales Mesoderm (medial): Somitenbildung und Segmentierung
—> Intermediäres Mesoderm: Urogenitalsystem
—> laterales (Seitenplatten-) Mesoderm: Anlage Rumpfwand, Wandstrukturen des Magen-Darm-Rohres, Stroma innerer Organe wie Leber, Pankreas, Lunge, Milz

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Aus welchen 3 Anteilen bestehen Somiten und zu was differenzieren sie sich?

- 5. Woche
- Sklerotom —> Anlage von BG, Knorpel, Knochen des Rumpfskellettes
- Myotom —> Anlage der Skelettmuskulatur von Rumpf und Extremitäten ( NICHT der glatten Muskulatur)
- Dermatom —> Anlage Lederhaut und Subcutis

Somiten differenzieren sich zur Anlage eines Bewegungssegments der WS ( 1 Somit = 1 Segment)

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Zu was differenziert sich das Seitenplattenmesoderm?

- 20. Tag
- Parietales Blatt = Somatopleura ( Mesoderm und Ektoderm), äußeres Blatt, aus dem Blatt entstehen BG der Rumpfwand und das Sternum
- Viszerales Blatt = Viszeropleura, inneres Blatt, aus dem Blatt entstehen BG und Stützgewebe, Muskulatur in der Wand innerer Organe ( Magen- Darm- Trakt, Lunge, Harnblase, usw.)

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Erläutere die Extremitätenentwicklung des Embyros.

Bestimmt von 2 Prozessen:
- 26. Tag Anlage Armknospe im Ektoderm
- 28. Tag Anlage Beinknospe im Ektoderm
- Finger und Zehen entwickeln aus ektodermaler Randleiste, diese induziert im Somatopleura die Bildung der übrigen proximale Skelettanteile
- Muskulatur wandert aus Myotomen der Somiten zusammen mit den Nerven ein

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Erkläre den Prozess der Neurulation.

- Verschluss der Neuralrinne zum Neuralrohr vom 18.- 40. Tag
- Zellen der Neuralleisten gehen nicht in Neuralrohr ein, sondern bilden u.a. Das periphere Nervensystem

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Wie geht die embryonale Gehirnentwicklung von statten?

- Beginn am 35. Tag nach Verschluss des Neuroporus anterior
- unterschiedlich starkes Wachstum am Vorderende des Neuralrohrs führt zur Entstehung von 3 primären und 5 sekundären Hirnbläschen

Primäre Hirnbläschen:
- Prosencephalon
- Mesencephalon
- Rhombencephalon

Sekundäre Hirnbläschen:
- Telencephalon (paarig) und Diencephalon aus dem Prosencepahlon
- Mesencephalon aus Mesencephalon
- Metencephalon und Medulla oblongata aus Rhombencepahlon

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Was versteht man unter kraniokaudaler Abfaltung?

Zusammenrollen des Embryos durch Längenwachstum im Allgemeinen und rasches Wachstum des Gehirns

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Was versteht man unter lateraler Abfaltung?

Absenkung der Amnionhöhle in kraniokaudaler, aber auch in lateraler Richtung und schnürt dabei einen Teil des Dottersacks ab.
Dieser Teil wird zur Anlage des Magen-Darm-Rohrs

Als Ergebnis der kraniokaudalen und lateralen Abfaltung behält der Embryo nur noch über die Nabelschnur und dem Haftstiel Kontakt mit dem Trophoblasten.

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Beschreibe die Entwicklung des Herzkreislaufssystem.

- Entwicklungsbeginn ca. 18. Tag, in der kardiogenen Zone der Keimscheibe
- Herzschlauch schlägt ab dem 21. Tag
- erste Blutgefäße entstehen auf Dottersack und Plazenta
- Einwanderung des Herzens in den Thorax beginnt
- Herzanlage und intraembryonale Gefäße zunächst paarig, durch laterale Abfaltung und die Zusammendrängung der Endokardschläuche und Perikardschläuche

—> es kommt zur Verschmelzung zum unpaaren Herzschlauch ( Tag 20-22)

- Ausstrombahn verlängert sich nach kaudal und ventral
- Einstrombahn verlängert sich nach kranial und dorsal

—> Durch Strombewegung Bildung der Herzschleife und Herzohren am 24-28. Tag

- Descensus Cordis = Herzanlage wird im Zuge der kraniokaudalen Abfaltung nach ventral- kaudal verlagert und durch seitliche Abfaltung und der vorwachsenden Somatopleuraplatten in das Coelom aufgenommen.
- Septum transversum wandert von kranial der kardiogenen Zone kaudal des Herzen und bildet Centrum tendineum des späteren Zwerchfells.

-Verlauf d. N. Phrenicus Ergebnis des Descensus vom Herzen und der Zwerchfellanlage

—> Septierung der Vorhöfe:
- Septum primum wächst vom Dach des Vorhofs nach kaudal, es verbleibt eine kaudale Öffnung —> Foramen primum
- kranial bildet sich das Foramen sekundum im Septum primum
- im rechten Vorhof wächst das Septum secundum von kranial nach kaudal und legt sich Ventilator vor das Foramen secundum —> wird zum Foramen ovale, somit kann Blutstrom nur vom rechten in den linken Vorhof stattfinden
- Septierung der Ausstrombahnen erfolgt von kranial nach kaudal, es entsteht das Septum aortopulmonale und das Septum interventrikulare
—> es kommt zur Rotation des Septum aortopulmonale um 180°, dies führt zur Überkreuzung der Ausstrombahnen, somit entstehen 2 gekoppelte Kreisläufe, der große und der kleine

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Welche Shunts entwickeln sich im Embryonalkreislauf?

- Aortenshunt ( Dct. Arteriosus botalli)
- Lebershunt ( Dct. Venosus Arantii)
- Vorhofshunt (Foramen ovale rechts und links)