Diuretika Flashcards Preview

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Flashcards in Diuretika Deck (16):
1

Diuretika

Substanzen die Harnaussscheidung fördern; steigern NICHT die Aussscheidung harnpflichtiger Substanzen

Renaler Blutfluss: ca 1 l/min = 25 % des HZV
Glomeruläre Filtration: 125 ml/min = 180 l/Tag
Urinausscheidung: ca 1 - 1,5 l/Tag; ca. 6 - 9 g NaCl/Tag

Substanzklassen:
- Carboanhydrase-Hemmer: proximaler Tubulus
- Schleifendiuretika: aufsteigender Teil der Henle-Schleife
- Thiazide: proximaler Teil des distaler Tubulus
- K-sparender Diuretika: Sammelrohr, distale Tubulus

2

Carboanhydrase-Hemmer

Azetazolamid

W: durch CAH-Hemmung im prox Tubulus weniger H+ für den Na-H-Austauscher -> vermehrte Na und H2O-Ausscheidung; nur gering diuretisch, da Na in Henle-Schleife vermehrt resorbiert werden kann

3

Azetazolamid

Sulfonamid 125 - 500 mg/d
W: hemmt Carboanhydrase nach Filtration/Sekretion im Lumen -> intrazellulär werden weniger H+ zum Austausch gegen Na (aus dem Tubuluslumen) zur Verfüfung gestellt -> vermehrt Na-Ausscheidun und vermehrte Ausscheidung von H2O, K und HCO3
Ko: Leberzirrhose
NW: verminderte Ausscheidung von Ammoniak (CAVE: Leberzirrhose), Azidose (durch Basenverlust; hemmt auch die Wirkung der CAH-Hemmer), K-Verlust (Hypokaliämie)
IND: KEINE Anwendung als Diuretikum; Glaukom (hemmt Kammerwasserproduktion, Dorzolamid), Epilepsie, Höhenkrankheit

4

Schleifendiuretika allg Eigenschaften

Furosemid, Torasemid, Bumetanid, Piretanid, Etacrynsäure
aufsteigender Teil der Henle-Schleife

hemmt reversibel NKCC-Symporter (sitzt in Membran zum Tubulus-Lumen; zum Interstitium sitzt eine Na/K-ATPase -> transportiert Na weiter ins Interstitium, K geht rein und wird schliesslich ins Tubuluslumen transportiert); Konzentration im Harn um vielfaches höher als im Blut -> selektive Wirkung in der Niere

schnelle, kurze starke Wirkung -> geeignet für Akuttherapie
HWZ 1 - 3h
hohe PEB -> keine Filtration, tubuläre Sekretion (Anionentransporter), dann Anreicherung im Tubulus durch Harnkonzentrierung -> Wirkung im Tubulus
Schleifendiuretika werden nicht filtriert, nur tubulär sezerniert, Wirkung von luminal!!

5

Furosemid, Torasemid
Piretanid

Schleifendiuretika
W: hemmen NaKCC-Symporter im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife
NW: Hyper.... -urikämie, -glykämie, - lipid/cholesterinämie
Hypo.... -volämie, -kaliämie, -calciämie, -Mg, -Cl
-> Muskelkrämpfe, KopfSz. Ileus, Arrythmien
in hohen Konzentrationen (v.a. intravenös): ototoxisch
Anstieg des Hkt -> Thrombosegefahr steigt

IND: Hypertonie, Herzinsuff, akutes Lungenödem

Schleifendiuretika reduzieren GFR nicht!!!, sie blockieren den glomerulären Feedback -> reduzieren GFR NICHT!!! -> halten GFR aufrecht; (andere Diuretika dagegen können GFR reduzieren)
-->> Schleifendiuretika sind auch bei schwerer gestörter Nierenfunktion anwendbar

6

Coffein

blockiert Adenosin A1-Rezeptor
-> hemmt den TG-feedback
-> Dilatation des Vas efferens
-> erhöhte GFR
-> Diurese

plus tubuläre Effekte

7

Thiazid-Diuretika

Hydrochlorothiazid, Chlorothiazid, Chlortalidon, Mefrusid, Xipamid, Indapamid

W: hemmen reversibel apikalen NaCl-Symporter im Distalen Tubulus Lumen

werden filtriert und tubulär sezerniert durch Anionentransporter, Anreicherung in Tubulus durch Harnkonzentrierung, Wirkung im Tubulus am NaCl-Symporter

langsame, protrahierte Wirkung -> geeignet für Dauertherapie
ABER: vermindern GFR -> keine Thiazide bei stark eingeschränkter Nierenfunktion, weil diuretisch unwirksam und zudem Senkung von GFR und Nierendurchblutung

8

Hydrochlorothiazid
Xipamid
Indapamid
Chlortalidon

W: reversible Hemmung des NaCl-Cotransporter im distalen Tubulus
Kinetik: p.o. -> 65% BV -> HWZ 8h
-> glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion -> Konzentrierung im Tubulus -> wirkt 2-12h diuretisch (nach 3-4 d RR-senkend)

NW: Hyper.... -urikämie, -glykämie, -calciämie
Hypo... -volämie, -kaliämie, -Mg, -Cl

KI: bei GFR < 30-50 ml/min unwirksam

IND: Hypertonie (1.Wahl), chronische Herzinsuff, chronische kardiale, renale und hepatogene Ödeme

9

Mechanismus der Hypokaliämie

NKCC-Symporter durch Schleifendiuretikum blockiert oder NaCl-Symporter durch Thiazid blockiert
-> vermehrter Na-Angebot im spätdistalen Tubulus
-> gesteigerter Na/K-Austausch im Sammelrohr
-> vermehrter K-Verlust
-> Hypokaliämie
-> Gefahr von Arrhythmien

10

Kalium-sparende Diuretika

Angriffsort: spätdistaler Tubulus und Sammelrohr

Zwei Wirkstoffklassen:
1) Hemmer des epithelialen Na-Kanals (ENaC): Amilorid, Triamteren
2) Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonisten (Aldosteron-Antagonisten): Spironolacton, Eplerenon

Diuretische Wirkung allein zu niedrig -> Kombinationspräparate

kontraindiziert bei schwerer Niereninsuff, da Hyperkaliämiegefahr
WW: Kalium, ACE-Hemmer

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Amilorid
Triamteren

K-sparende Diuretika
tubuläre Sezernierung, Wirkum von luminal

W: Blockade der epithelialen Na-Kanäle (ENaC) in distalen Tubuli und Sammelrohren von luminaler Seite -> Hemmung der Na-Rückresoprtion. Zur ausgeglichenen Ladungsbilanz wir K-Sekretion vermindert und es steht weniger Na für die NaK-ATPase bereit. Diurese ist unabh. von Aldosteronrezeptoren

NW: Hyperkaliämie
KI: SS, SZ
IND: keine Monotherapie, NUR in Kombi mit Thiaziden oder Schleifendiuretika -> senken das Risiko für eine Hypokaliämie

12

Aldosteron

ATII -> akt. Aldosteron-Freisetzung in NNR -> Niere: Na und H2O-Retention, K-Ausscheidung; Herz: interstitielle Fibrose -> Herzinsuff

13

Eplerenon
Spironolacton

Aldosteron-Antagonisten
K-sparendes Diuretikum

Eplerenon: MR-selektiv
Spironolacton: ältere Substanz, NICHT MR-selektiv (auch Affinität für Androgen- und Progesteron-Rezeptoren)

W: Antagonisten des Mineralocorticoid-Rezeptors im spätdistalen Tubulus und Sammelrohr -> Hemmung der Na-Resorption und K-Sekretion
Kinetik: Spironolacton: aktiver Metabolit: Canrenon -> langsamer Wirkeintritt nach Stunden (genomischer Mechanismus)

NW: Hyperkaliämie; nur Spironolaction: schmerzhafte Gynäkomastie (Männern), Amenorrhö
KI: Serum K > 5 mM, schwere Leber- oder Niereninsuff
WW: CAVE CYP3A4-Hemmer
IND: Hypertonie (in Kombi mit Thiaziden, Schleifendiuretika), chron. Herzinsuff nach Herzinfarkt, Ödeme bei Leberzirrhose (verminderter Abbau von Aldosteron -> Aszites)

Wirkung nur in Gegenwart von Aldosteron -> Aldosteronantagonisten sind Mittel der Wahl bei primären und sekundärem Hyperaldosteronismus

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Osmotische Diuretika

Mannit = Mannitol (Alkohol) iv Gabe
W: osmotische Diurese
Kinetik: iv Gabe -> verteilt sich gleichmäßig im EZR, wird in der Niere filtriert, aber nicht rückresorbiert -> wird mit einer entsprechenden Menge Wasser im Urin ausgeschieden -> starke Diurese, geringe Salurese

NW: Exsikose
KI: Lungenödem, Anurie, kardiale Dekompression
IND: Verhinderung des Nierenversagens im Schock, akute Organödeme (Hirnödem), akuter Glaukomanfall, beschleunigt renale Giftausscheidung

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Adiuretin / Vasopressin

als Peptidhormon im Hypothalamus/Hypophysären System

bindet zwei verschiedene Rezeptoren:
- V1-Rezeptor: Ornipressin, Felypressin -> Vasokonstriktion -> lokale Blutstillung (zB lokale Blutung Magenulcera bei Gastroskopie)
- V2-Rezeptor: Desmopressin -> Antidiurese (Anwendung: Diabetes insipidus)

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Tolvaptan

V2-Antagonist (Vasopressin-Rez)
zur Therapie der Hyponatriämie bei Schwartz-Bartter-Syndrom