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Flashcards in Epilepsien Deck (60)
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1

Epilepsie
Definition

Dysfunktion des Gehirns, gekennzeichnet durch die Prädisposition epileptische Anfälle zu generieren. Diese definieren sich durch epileptische neuronale Aktivität:

- abnormale Synchronization
- exzessive Exzitation
- inadequate Inhibition

2

generalisierte epileptische Anfälle
typische Dauer

unter 2 Minuten (Iktaler Zustand)

3

Wann ist die Diagnose einer Epilepsie gerechtfertigt?

mindestens 2 unprovozierter Anfälle

oder

mindestens 1 Anfall mit Befunden (EEG, CMRT), die auf Prädisposition zu weiteren Anfällen hinweisen.

4

Epilepsie
Klassifikation(en)

Fokal vs generalisiert
- veraltet (1981), aber in Gebrauch

fokal:
Anfall startet in einer umschriebenen Hirnregion

komplex-fokal:
mit Bewusstseinsstörung

einfach-fokal:
ohne Bewusstseinsstörung

generalisiert:
Anfall in beiden Hemispheren
(somit kann jeder fokale Anfall sekundär generalisieren)

Klassifikation nach Ursache:
- idiopathisch
- symptomatisch
- kryptogen

5

Epilepsie
Ätiologie

typisch Kindesalter:
- Perinatale Schäden
typisch ab 25 J:
- SHT
- Tumor
typisch bei Älteren:
- zerebrovaskuläre Erkrankungen
weitere:
- Stoffwechseldefekte
- Enzephalitis

Ät für vereinzelte Anfälle:
Fieber
Schlafentzug
Benzodiazepin/Alkoholentzug
Medikamente

6

Generalisierter Anfall
Formen

Absencen
myoklonische Anfälle
klonische Anfälle
tonische Anfälle
tonisch-klonische Anfälle (grand-mal)
atonische (astatische) Anfälle

7

Anfälle mit fokalem oder partialem Beginn
Formen

einfach-partiell (ohne Bewusstseinsbeeinträchtigung)

komplex-partiell (mit Bewusstseinsbeeinträchtigung)

partiell, sekundär generalisierend (Beginn fokal, Entwicklung zu einem generalisierten Anfall)

8

Generalisierter Anfall:
Grand-mal
Klinik

ggf. initial fokaler Anfall
ggf. Aura
ggf. initial gepresster Schrei

Bewusstseinsverlusst

tonisches Stadium: Muskelsteife, Sturz insb. bei fehlender Aura

klonisches Stadium: generalisierte Zuckungen, erst fein+rasch, dann langsam+heftig ausschlagend

Nachschlaf variabler Dauer: gleitender Übergang aus Bewusstlosigkeit
(bei kurzem Nachschlaf folgt Verwirrung und Unruhe)


9

Fokale Anfälle
Temporallappenepilepsie, mediale
Klinik

Leitsymptom:
- komplex-fokal
- Repititive Automatismen (Schmatzen, Lippenlecken, Nesteln)

häufig Aura
- epigastrisches "Aufzug"-Gefühl
- olfaktorisch/gustatorisch
- Dysmnestie (unbegründete Fremd-/Vertrautheit, deja-vu)

in sprachdominanter Hemisphere (post)iktal oft aphasische Symptome

10

Fokale Anfälle
Temporallappenepilepsie, laterale
Klinik

vielfältige Symptome

z.B.
- komplexe Halluzinationen (visuell/akustisch)
- systematischer Schwindel


in sprachdominanter Hemisphäre: Spracharrest oder dysphasische Elemente

11

Fokale Anfälle
Frontallappenepilepsie,
zentraler Ursprung
Klinik

- einzeln/ in Serie: kontralaterale klonische Zuckungen
- häufig auf kleine Areale begrenzt
- Jackson-March durch versch. Körperregionen
- postiktal kontralaterale Lähmung bei langem Anfall

12

Fokale Anfälle
Frontallappenepilepsie,
supplementär-motorischer Ursprung
Klinik

- Beginn+Ende abrupt
- Ablauf motorischer Programme, Haltungsschablonen
- ohne/nur geringe Bewusstseinsstörung
- keine/kurze postiktale Umdämmerung

13

Fokale Anfälle
Frontallappenepilepsie,
prä-motorischer Ursprung
Klinik

- lang anhaltend
- komplexe Automatismen wie Schaukelautomatismen (body rocking)

14

Fokale Anfälle
Parietallappenepilepsie
Klinik

kontralateral:
- häufig Versivbewegungen
- Hyp-/Parästhesien

bilateral:
- Tonisierung d. Extremitäten

außerdem:
- mimische Verzerrungen
- akustische Sensationen
- systematischer Schwindel (anfallsartig)

15

Fokale Anfälle
Okzipitallappenepilepsie
Klinik

visuelle Halluzinationen, einfach/komplex:
- Blitze
- Skotome
- Farbensehen
- Mikropsie / Makropsie

16

Epileptische Syndrome des Kindes- und Jugenalters

West-Syndrom
Lennox-Gastaut-Syndrom
Landau-Kleffner-Syndrom
Rolando-Epilepsie
Juvenile myoklonische Epilepsie

17

West-Syndrom
typisches Manifestationsalter

3-8. Monat

18

West-Syndrom
Klinik

Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe
typisch in Serien auftretend

19

West-Syndrom
Ätiologie

prä/perinataler Hirnschaden

20

West-Syndrom
Prognose

schlecht

21

West-Syndrom
Diagnostik

EEG: Hypsarrhytmie

22

Lennox-Gastaut-Syndrom
Typisches Manifestationsalter

2.-4. J

23

Lennox-Gastaut-Syndrom
Klinik

meist symptomatisch

Typische Trias:
- Spike-Wave-Varianten im EEG
- häufige generalisierte tonische Anfälle und atypische Absencen
- ausgeprägte mentale Retardierung

24

Lennox-Gastaut-Syndrom
Prognose

schlecht

25

Landau-Kleffner-Syndrom
Typisches Manifestationsalter

2.-7. LJ

26

Landau-Kleffner-Syndrom
Klinik

- fokale oder generalisierte Anfälle

Leitsymptom: Sprachliche Regression

27

Landau-Kleffner-Syndrom
Prognose

abhängig von Therapieerfolg

28

Landau-Kleffner-Syndrom
Diagnostik

EEG: (multi-)fokale Sharp Waves

29

Rolando-Epilepsie
Typisches Manifestationsalter

3.-12. J

30

Rolando-Epilepsie
Synonym

Benigne Epilepsie mit zentrotemporalen Spikes