DivGen Klasse Flashcards

1
Q

Klasse/Schicht

A
  • wird vor allem in der englischsprachigen Literatur verwendet
  • beschreibt eine Gruppe von Menschen mit gemeinsamen sozialen Merkmalen, vor allem wirtschaftlicher Art
    – Grenzt sich vom Stand, als soziales Ordnungsprinzip, ab, dieser zeigt sich z.B. an Heiratskreisen
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
2
Q

soziale Lager

A
  • Erweiterungen der traditionellen Schicht- und Klassenmodelle zur mehrdimensionalen Ungleichheitsforschung,entwickelt in der Wohlfahrtsforschung
    – Vertikale Ungleichheiten werden durch horizontale Ungleichheiten erweitert (Berufsposition, Alter, Geschlecht, Region
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
3
Q

soziale Milieus

A
  • Kulturelle Vielfalt (Wertorientierungen, Einstellungen, Verhaltensweisen, Interaktionen u.ä) wird nach Mustern geordnet und dann mit sozialstrukturellen Merkmalen korreliert
    – Soziale Milieus: z.B. Sinus Milieus (kommerzielle Markt- und Wahlforschung). Menschen mit ähnlichen Lebensauffassungen und Lebensweisen werden gruppiert
    – Lebensstile: relativ stabiles, regelmäßig wiederkehrendes Muster der alltäglichen Lebensführung; bereichsübergreifend (Arbeit, Freizeit, Konsum)
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
4
Q

soziale Ungleichheit (Definition und Indikatoren)

A
„Soziale Ungleichheit liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten“
Indikatoren Sozialer Ungleichheit: 
– Beruf, arbeitsrechtliche Stellung
– Bildungsjahre/Schulabschluss 
– Einkommen/Vermögen 
– Prestige 
– Macht, Einfluss 
– Teilnahme am kulturellen Leben 
– Wohngegend etc.
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
5
Q

Doing Social Class

A

performative Charakter von sozialer Klasse

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
6
Q

Klassenbewusstsein (Marx)/ Klassenhabitus (Bourdieu)/Schichtmentalität (Geiger)

A
  • Idee, dass sich die Bevölkerung in Gruppen untergliedern lässt, die sich in ähnlichen Klassen- bzw. Soziallagern befinden -> werden üblicherweise über Besitz- oder Einkommensverhältnisse, Berufe, Qualifikationen definiert
  • Klassen- und Soziallager –> Idee einer klassen- bzw. schichttypische Prägungen und Subkulturen: Menschen in ähnlichen Klassen bzw. Soziallagern machen ähnliche Erfahrungen. Beeinflusst Denken, Vorstellungskraft, Mentalität, Werte, Interessen, Ideologien, Verhaltensweisen.
    Es entsteht ein „Klassenbewusstsein“, eine „Schichtmentalität“ein „Klassenhabitus“
  • Aus den Klassen- und Soziallagen mit Ressourcen und Prägungen resultieren klassen- bzw. schichtspezifische Lebenschancen und Lebensrisiken
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
7
Q

Ghetto Taxes

A

Situation in der Personen aus niedriger Schicht mehr für äquivalente Güter/Services zahlen müssen (z.B. schlechtere Kreditbedingungen, schlechtere Gesundheitsversorgung, längere Wege zur Arbeit, schlechtere Nahrungsqualität in Billig-Discontern etc.)

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
8
Q

Soziale Mobilität

A

…Bewegung von Personen/Gruppen zwischen verschiedenen sozio-ökonomischen Positionen

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
9
Q

horizontale SM

A

Berufswechsel z.B. Krankenschwester->Lehrerin

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
10
Q

absteigende/aufsteigende SM

A

Absteigend: z.B. Arbeitslosigkeit, Jobverlust, Invaliditätspension
Aufsteigend: z.B. Kind aus Arbeiterschicht wird Arzt

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
11
Q

intergenerationale SM

A

Auf- bzw. Abstieg zwischen zwei Generationen

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
12
Q

intragenerationale SM

A

Änderung innerhalb eines Menschenlebens durch Ausbildung, Beförderung, Erbschaft, Arbeitslosigkeit, psychische Krankheit, Jobverlust etc.

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
13
Q

Armutsrisiko für Kinder doppelt so hoch wie für Erwachsene durch:

A

– Einkommensarmut
– Zertifikatsarmut (formale Voraussetzungen, z.B. irreguläre Schullaufbahnen)
– Kompetenzarmut (vgl. PISA)

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
14
Q

EU-SILC

A

= EU-Statistics of Income and Living Conditions

  • gemeinsame Kennzahlen plus nationale Indikatoren werden seit 2003 EU-weit ermittelt
  • Haushaltsbefragungen an 6000 Haushalten, ¼ davon wird pro Jahr ausgetauscht, der Rest wird im Folgejahr wieder befragt
How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
15
Q

Einkommens GINI-Koeffizient

A

…Maß für die Ungleichverteilung von Einkommen bzw. Einkommenskonzentrationen (bezögen alle Haushalte dasselbe Einkommen wäre er 0%) -> – Österreich 0.28

How well did you know this?
1
Not at all
2
3
4
5
Perfectly
16
Q

Vermögens GINI-Koeffizient

A

…Maß für die Ungleichverteilung von Vermögen bzw. Vermögenskonzentrationen
Ö (schlecht): 0.7-0.8

17
Q

Absolute Armut Indikatoren

A

= 1,90$ (Kaufkraft) oder weniger
- Stand 2015 waren das 10% der Weltbevölkerung
Indikatoren:
- Pro-Kopf-Einkommen < 150 US-$/Jahr
– Kalorienaufnahme je nach Land < 2160–2670/Tag
– Durchschnittliche Lebenserwartung < 55 Jahren
– Kindersterblichkeit > 33/1000
– Geburtenrate > 25/1000

18
Q

Relative Armut

A

= Armut im Vergleich zum jeweiligen sozialen Umfeld eines Menschen
– Unterversorgung an materiellen und immateriellen Gütern, sowie eine Beschränkung von Lebenschancen

19
Q

Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung

A

3 Faktoren:
„Armutsgefährdung“ ODER „Erwerbslosigkeit“ ODER „erhebliche materielle Deprivation“
EUSILC 2018: 17.5 %

20
Q

Armutsgefährdung und Armutsgefährdungsschwelle

A

wenn man weniger als 60% des Median des äquivalisierten Haushaltseinkommens einnimmt (€1.259,- / Monat; )
- laut EU-SILC 2018 waren das 14.3% der Gesamtbevölkerung

21
Q

materielle Deprivation

A

Vier der folgenden neun Merkmale treffen zu:
(1) Zahlungsrückstände bei Miete, Betriebskosten oder Krediten
(2) nicht möglich… unerwartete Ausgaben zu tätigen
(3) einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren
(4) die Wohnung angemessen warm zu halten
(5) jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen
für den Haushalt ist nicht leistbar: (6) ein PKW,
(7) eine Waschmaschine,
(8) ein Fernsehgerät,
(9) weder Telefon noch Handy.
EU-SILC 2018: 2.8%

22
Q

geringe Erwerbsbeteiligung

A

Erwerbsintensität der Haushaltsmitglieder im Erwerbsalter (18-59, ausgenommen Studierende) macht weniger als 20% des gesamten Erwerbspotentials aus; EU-SILC 2018: 7.3%

23
Q

mehrfach Ausgrenzungsgefährdete

A

Personen, die mehr als eines der drei Kriterien erfüllen; lt. EUSILC-2018 waren insgesamt 4.2 % der Gesamtbevölkerung

24
Q

besonders gefährdete Gruppen

A
  • Ein-Eltern-Haushalte: 44%
    – Langzeitarbeitslose: 76%
    – Mehrpersonenhaushalte mit mind. 3 Kindern: 28%
    – Weibliche, alleinstehende Pensionsbezieherinnen: 29%
    – Sonstige: Max. Pflichtschule 27%, Personen ohne österr. oder EU Staatsbürgerschaft (46%)
25
Q

Armutsgefährdungslücke

A

Differenz zwischen Medianeinkommen der Armutsgefährdeten und Armutsgefährdungsschwelle….mit ca. 1.2% des BIP (Stand 2017) würden alle armutsgefährdeten den Schwellenwert von 60% Medianeinkommen erreichen!!!

26
Q

Working Poor

A

= Erwerbsarmut; Armutsgefährdete Personen im Erwerbsalter (18-64), die im Laufe des Referenzjahres mehr als 6 Monate voll- oder teilzeit erwerbstätig waren (EU-SILC 2018: 8 % der Erwerbspersonen)

27
Q

Meritokratie

A

Herrschaftsordnung nach Maßgabe von Begabung und Leistungsfähigkeit des Einzelnen, d.h. hohe Leistung wird belohnt -> meritokratische Trias (Bildung, Beruf, Einkommen) –> individuelle Leistungsfähigkeit/Begabung zählt!

28
Q

Bildungsungleichheit

A

Steigende Ungleichheit im Einkommen und Vermögen führt auch zu steigender Bildungsungleichheit

29
Q

Dequalifikation

A

bei Menschen aus niedriger sozialen Klasse (TaxifahrerIn mit Matura; SekretärIn mit Masterabschluss etc.): 10-15% sind für ihre Jobs überqualifiziert
- insbesondere Frauen mit Matura und Akademikerinnen und Migranten und Migrantinnen –> Sortierungseffekte bei steigender Arbeitslosigkeit