Magersucht Flashcards

1
Q

Definition

A

> 3 Diagnosekriterien:
- Selbstherbeigeführtes Untergewicht (15% unter der zehnten Alterspezentille) -> BMI erst ab 16 als diagnostisches Kriterium
- Köroerschemastörung: Gefühl und Überzeugung zu dick zu sein (Gewichtsphobie)
- endokrine Störung: Hypothalamus-Hypophysen-Gondaden-Achse (Mädchen: Amenorrhö; Jungen: Libidoverlust)
passive, restriktive Form: Restriktion der Nahrungsaufnahme
aktive Form: zusätzlich Erbrachen etc.

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2
Q

Epidemiologie und Ätiologie

A

> Häufigkeit von 1 % um das 14.-19. Lebensjahr
Mädchen 10-20 fach höheres Risiko
Ursachen: Biopsychosoziales Erklärungsmodell:
- biologisch: Östrogenanstieg, genetische Vulnerabilität
- Individuelle psychische Faktoren: Defizite bei Bewältigung von Entwichlungsaufgaben, negatives Selbstbild, übertriebene Leistungshaltung
- sozial: gesellschaftliches Schlankheitsideal
- Familienklima: Überbehütung und Konfliktvermeidung.
- krankheitsauslösende Faktoren: Diäten, körperliche Erkrankungen, gewichtsabhängige Sportarten

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3
Q

Klinisches Bild

A

> auffälliges Essverhalten (geringe Mengen, selektiv, lange Essenszeiten, Bewegungsdrang)
kognitive Symptomatik: Gewichtsphobie, Kalorienrechnen
Probleme im Kontaktverhalten
mangelndes Bewusstsein der Störung typisch
Komorbid: Depression, Angststörung und Zwangsstörung
Körperliche Befunde: kortikale Atrophie, Haarausfall, Lanugobehaarung, Bradykardie, Amenorröh, Osteoporose, etc.

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4
Q

Diagnostik

A

> Anamnese:
- Fremdanamnese (Gewichtsverlauf, angestrebtes Zielgewicht, Erbrechen oder Medis, Essattacken, Vorerkrankungen, Sexual- und Zyklusanamnese, Reaktion der Familie, Familienanamnese
körperliche Untersuchung:
- alle körperliche Symptome reversibel ausser Osteoporose und reduziertes Längenwachstum
- Bei neurologische Auffälligkeit und untypischer Symptomatik MRT
Labordiagnostik
- Kontrolle Blutbild, Glukose, Elektrolyten

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5
Q

Differenzialdiagnose

A
> Bulimie, 
> Depression
> Zwangsstörungne
> schizophrene Psychosen
> Substanzabhängigkeit
> ontologische Erkrankung
> gastrointestinale und endokrinische Erkrankungen
> Viele Patienten leiden im Verlauf begleitend eine buhlerische Symptomatik mit Heisshungerattakcen und Erbrechen. Differenzialdiagnostisch entscheidend ist das extreme Untergewicht
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6
Q

Therapie

A

> Auswahl Therapiesetting
- Indikation bei: extremes Untergewicht (BIM<14), ernsthafte körperliche Komplikationen, Depression, mangelnde Gewichtszunahme trotzt ambulanter Behandlung und handlungsunfähige Eltern
Akutbehandlung
- akute körperliche Risiken abfangen + Psychoedukation der Eltern (Eltern entlasten und Erziehungskompetenz fördern)
Gewichtszunahme: Zielgewicht festlegen und wöchentliche Gewichtszunahme von 500-700g (bei zu schneller= Realimentierungssyndrom= Elektrolytenentgleisung)
- bei ansteigendem Gewicht erhöht sich die Freiheit der Patienten -> kurze stützende Gespräche und gute Therapiebeziehung
- Bei depressiver Verstimmung (häufig) werden SSRI im akkutstadium keine Wirkung zeigen, wirken aber in Bezug auf Gewichtszunahme
Gewichtserhalt
- Ernahrungstagebücher, Essenspläne und intensive Ernährungsberatung
- Gewichtsphobie und Körperschemastörung= psychotharepie
Normalisierung: Stärkung Selbstwert, Alternative Lebensinhalte, nach mehrmonatigen Aufenthaltsdauer folgt unmittelbar ambulante Weiterbehandlung (mind. 1 Jahr)

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7
Q

Prognose

A
  • 30-50% erneute stationäre Aufnahme
  • 1/3 innerhalb 3 Jahre wieder gesund; 1/3 Rezidive; 1/3 chronischer Verlauf (Sterblichkeit von 5-10%)
  • bleibende Auffälligkeiten im Essverhaltne
    > Ungünstig: frühes Erkrankungsalter, BMI unter 13, Erbrechen, Zwang, männliches Geschlecht unf lange Krankheitsdauer
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