Störung des Sozialverhaltens Flashcards

1
Q

Definition

A

> zeitlich andauernde Unfähigkeit, eigenes Verhalten innerhalb sozial definierter Regeln angemessen zu kontrollieren
= Streitereien, Tyrannisieren, Wutausbrüche, Aggression, Weglaufen, Schuleschwänzen, Zündeln, Grausamkeiten
Verhalten mind. 6 Monate und Beeinträchtigung im Alltagsleben

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2
Q

Epidemiologie und Ätiologie

A

> Prävalenz: 2-10% (wird nur bis 18 diagnostiziert
Jungen 5:1
Ursachen -> hängt von Anzahl Risikofaktoren ab
- Umweltbezogene: psychisch kranke Eltern, Wechsel Bezugspersonen, Misshandlung/Missbrauch, inkonsistente Bestrafung, Gewaltdarbietung im Umfeld, schulische Überforderung, dissoziale Peergroup, erziehungsschwache und isolierte Familien
- biologisch: genetische Belastung, niedriger basaler Ruhepuls, hormonelle Faktoren, reduzierte Serotonin-Aktivität im ZNS

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3
Q

Klinisches Bild

A

3 Unterkategorien (wenn alle Erfüllt= schwere Störung)
- dissozialer Symptombereich: soziale Regeln missachten
- aufsässig-oppositioneller Symptombereich: Verweigerung/Trotz
- aggressiver Symptombereich: impulsiv-aggressiv (impulsiver Typus= blinde Wut ohne rationales Ziel; instrumenteller Typus= zielgerichtete Gewaltanwendung)
> offene (Kindesalter) vs verschlossene (Jugendalter) Form

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4
Q

Diagnostik

A

> Anamnese (unbedingt getrennt)
- situative Durchgängigkeit (Nur familiär oder auch schulisch)
- vor allem Erziehung durch Erwachsen
- soziale Bindungen zu anderen Jugendlichen
- begleitende Störungen
- einschneidendes Lebensereigniss
- Ressourcen
- Kriminelles Verhalten, Substanzkonsum, sexuelle Entwicklung, Computer und Suizidalität
Testdiagnostik
- Emotionaldiagnostik und Intelligenzdiagnostik
- häufig: kognitive Überforderung oder Teilleistungsstörung
Körperliche Untersuchung und Labordiagnostik
- Hinweise auf Misshandlung, Substanzkonsum, Selbstverletzung
- Drogenscreening

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5
Q

Differenzialdiagnosen

A

> gesunde Kinder mit unrealistischen Erwartungen der Eltern

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6
Q

Therapie

A

> Schwer Therapierbar -> Eltern einbeziehen durch störungsspezifisches Elterntraining
Schwerpunkt: positive Beeinflussung der unmittelbaren Alltagsumgebung
Notfälle: Fremdgefährdung, Eigengefährdung, akute Misshandlungsgefahr und Notwendigkeit der Entlastung der Eltern - >dokumentieren
Langfristige Therapiemöglichkeiten:
- Elternzentrierte Programme (Kinder): Anforderungen, Ermahnungen und negative Konsequenten sparsam und effektiv einsetzen und in Umfangsregeln einbetten
- Patientenbezogene Massnahmen: nicht effektiv - >nur in Kombi wirksam vor allem bei late Starter
Pharmakotherapie:
- Dauermedizin= Risperidon

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7
Q

Prognose

A

> Wenn Erkrankung vor 10. LJ= ohne Therapie persistiert bis Erwachsenenalter
Erwachsenenalter= dissoziale PS
Arbeitslosigkeit, Substanzabhängigkeit und Scheidung häufig

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