Pädiatrie - Neonatologie Flashcards Preview

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Flashcards in Pädiatrie - Neonatologie Deck (49):
1

Definition Frühgeburt

Geburt vor der 37. vollendeten Schwangerschaftswoche (≤36+6 SSW)

2

Normwerte eines Neugeborenen
Atemfrequenz
Herzfrequenz
pH
Bilirubin

Atemfrequenz: Ca. 40/min
Herzfrequenz: Zwischen 120 und 160/min
Bilirubin: 0,2-0,5mg/dl
pH-Metrie: ≥7,2

3

APGAR (Einschätzung und Parameter)

Normal 9-10 Punkte; grenzwertig 5-8 Punkte; 100)
Grimassieren (nix, grimassieren, schreien)
Activity (Muskeltonus) (nix, schlaffe flexionsbewegungen)
Respiration (nix, unregelmäßig, regelmäßig und >40)

4

Perinatalperiode

Beginn der 29. SSW bis vollendeter 7. Lebenstag

5

Neugeborenenscreening
Erkrankungen (alphabetisch ;-)

Adrenogenitales Syndrom
Ahornsirupkrankheit
Biotinidase-Mangel
Carnitin-SW-Defekte
Galaktosämie
Glutaracidurie Typ I
Hypothyreose
Isovalerianacidämie
LCHAD-Mangel, VLCAD-Mangel
MCAD-Defekt
Phenylketonurie

6

Caput succedaneum
(Lage, Prognose)

Geburtsgeschwulst zwischen Galea aponeurotica und Kopfhaut
Ödem im subkutanen Gewebe der Kopfhaut
Rückbildung innerhalb von Stunden bis Tagen ohne Therapie

7

Kephalhämatom
(Lage, Prognose)

subperiostal (zwischen Knochen und äußerem Periost)
Rückbildung nach Wochen-Monaten evtl. Vit.K

8

subgaleatisches Hämatom
(Lage, Klinik, Ätiologie, Diagnostik, Therapie)

Lage:zwischen Galea aponeurotica und periost
Klinik: evtl. Schock durch Volumenmangel
Ätiologie: Forceps- o Vakuumgeburt
Diagnostik: Vitalparameterkontrolle, Hkt, Kopfumfang, CT/MRT
Therapie: evtl. Volumensubstitution, FFP, Transfusion

9

Obere Plexuslähmung (Erb-Duchenne)
Definition
Epidemiologie
Klinik
Körperliche Untersuchung

Definition: geburtstraum. Schäd Nervenfasern aus C5/C6
Epidemiologie: 80% der geburtstraumatischen Plexusschäden
Klinik: Herabhängender schlaffer Arm (innenrotiert und proniert)
Körperliche Untersuchung:
Bizepssehnenreflex nicht auslösbar
Radiusperiostreflex nicht auslösbar
Moro-Reflex asymmetrisch

10

Untere Plexuslähmung (Klumpke)
Klinik
Körperliche Untersuchung

Definition: geburtstraum. Schäd Nervenfasern aus C7/C8/Th1, oft zusammen mit oberer Plexuslähmung
Klinik: Bewegung des Handgelenks und der Finger nicht möglich, Horner-Syndrom
Körperliche Untersuchung
Fehlen des Greifreflexes
Bizepssehnenreflex intakt

11

Hypoxisch ischämische Enzephalopathie
Klinik (mild,moderat, schwer)

Mild: 24h Übererregbarkeit
Moderat: Lethargie, muskuläre Hypotonie über 2-14 Tage
Schwer: Stupor und Fehlen der Primitivreflexe

12

Porenzephalie (multizystische Enzephalopathie)
Definition
Ursache
Klinik

Definition: Umschriebene, intrazerebrale Bildung von Hohlräumen unterschiedlichen Ausmaßes

Ursache:Prä- oder perinatale hypoxisch-ischämische Insulte

Klinik:Zerebralparesen, Geistige Retardierung, Zerebrales Krampfleiden

13

Sarnat-Score

Stadieneinteilung zur Beurteilung des Schweregrads bzw. outcome-wahrscheinlichkeit von hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie bei Kindern,
Indikation für Hypothermie, wenn min. ein Kriterium erfüllt (Asphyxiezeichen, Encephalopathiekriterien)

14

Systemische Neugeboreneninfektion
Early-Onset-Infektion
Erreger

Gruppe B-Streptokokken (Streptococcus agalactiae) und E. coli, seltener Listeria monocytogenes und Staphylococcus aureus

15

Systemische Neugeboreneninfektion
Late-Onset-Infektion
Erreger

Koagulase-negative Staphylokokken, Enterobacter, gelegentlich Enterokokken und Klebsiellen

16

Neugeborenenmeningitis-Klinik

Kein Meningismus!
Frühphase: Lethargie, Erbrechen, Irritabilität, Trinkschwäche, Atemstörungen
Spätphase: Vorgewölbte Fontanelle, schrilles Schreien, Lethargie, Krampfanfälle

17

Systemische Neugeboreneninfektion
Diagnostik

CRP↑
Interleukin-6 (IL-6) und Interleukin-8 (IL-8)↑

18

Atemnotsyndrom des Neugeborenen
Röntgen-Thorax - Stadien

Stadium 1 Feingranuläre Verschattung als Kennzeichen der Mikroatelektasen
Stadium 2 Zusätzlich positives Aerobronchogramm
Stadium 3 Zusätzliche Verdichtung des Lungengewebes, Verschwinden der Herz- und Zwerchfellkonturen
Stadium 4 "Weiße Lunge" (ubiquitäre Atelektase)

19

Ziel SpO2 bei Frühgeborenen

90% (100% wären toxisch)

20

Bronchopulmonale Dysplasie
Definition
Ätiologie
Röntgenzeichen

Def: Beatmungslunge
Ätiologie: Unreife Lunge, die unter Beatmung mit Sauerstoff steht → Barotrauma, toxische Sauerstoffwirkung, Entzündungsreaktion
Röntgen: streifig-retikuläre Verschattungen, überblähte und atelektatische Bereich

21

Phokomelie

Ansatz von Hand bzw. Fuß unmittelbar an Schulter bzw. Hüfte
z.B.: durch Thalidomid-Embrypathie

22

Ektromelie

Sammelbegriff für Hypo- und/oder Aplasien einzelner oder mehrerer langer Röhrenknochen mit resultierender Fehlstellung der Extremität

23

Peromelie/Perodaktylie

Amputationsstumpfartige Anlage einer Extremität, eines Fingers bzw. von Zehen

24

Embryofethopathie
Diazepam/Tetrazepam
Klinik

Postpartale Atemdepression, Muskelhypertonie, Hyperreflexie, Tremor, „Floppy-Infant-Syndrom“

25

Embryofethopathie
Phenprocoumon
Klinik

Skelettfehlbildungen (z.B. hypoplastische Nase)
Fehlbildungen des zentralen Nervensystems (Optikusatrophie, mentale Retardierung)
Mikrophthalmie

26

Lues connata praecox
Klinik

Symptome nach Geburt bis Ende des 2. Lebensjahres
Blutiger Schnupfen ("Koryza")
Blasenbildung an Plantae und Palmae ("Syphilitisches Pemphigoid")
Epiphysenlösung ("Osteochondritis syphilitica")
Hepatosplenomegalie

27

Lues connata tarda

Tabes dorsalis
Paralyse
Neuritis nervi acustici
Defektheilung mit typischen Stigmata
Parrot'sche Furchen (Parrot-Narben im Mundwinkel bei chron. Lippeneinriss)
Caput natiforme (Quadratschädel)
Sattelnase
Säbelscheiden-Tibia
Hutchinson-Trias: Keratitis parenchymatosa, Innenohrschwerhörigkeit, Tonnenzähne

28

Trias der konnatalen Toxoplasmose

Hydrozephalus
Intrazerebrale Verkalkung
Chorioretinitis
Weitere Symptome: Hepatosplenomegalie, Ikterus

29

Listerien
Klinik:

Klinik
Transplazentare Übertragung auf den Fetus
Gefahr der Frühgeburtlichkeit und des Fruchttodes
Early-onset-Sepsis: Schwere systemische Infektion mit Atemnotsyndrom und Hautläsionen (Granulomatosis infantiseptica)
Übertragung im Geburtskanal und postnatal durch Kontakt
Late-onset-Sepsis: Oft mit Enzephalitis/Meningitis

30

Konnatales Varizellensyndrom
Klinik

Hautveränderungen
Einseitige, hypoplastische, paralytische Atrophie der Extremität
Augen: Chorioretinitis, Katarakt, Mikrophthalmus
ZNS: Kortikale Atrophie, Ventrikeldilatation, Kleinhirnhypoplasie

31

Perinatales Varizellensyndrom

Mütterliches Exanthem bis 5 Tage vor der Geburt: Gute Prognose
Mütterliches Exanthem ab 5 Tage vor bis 2 Tage nach der Geburt: Hohes Risiko der konnatalen Varizellen-Erkrankung mit oft schwerwiegendem Verlauf (ggf. hämorrhagisches Exanthem, Enzephalitis, Pneumonie)
Letalität von bis zu 30%

32

Parvovirus B19-Infektion während der Schwangerschaft
Klinik
Diagnostik
Therapie

Klinik:
Schwere Anämie → Evtl. Hydrops fetalis → Abortrate↑
Diagnostik:
Hb-Bestimmung intrauterin über die Nabelvene
Fruchtwasser- oder Blutuntersuchung auf Parvovirus B19 mittels PCR (IgM-Bestimmung im fetalen Blut oft falsch negativ)
V.a.Hydrops fetalis: U.a. Dopplersonographie der fetalen Gefäße
Therapie: Intrauterine Bluttransfusionen, ggf. Immunglobulingabe

33

Gregg-Trias

Innenohrtaubheit, Katarakt und Herzfehler
bei Rötelnembryopathie

34

Rötelnembryopathie

Abort
Gregg-Trias
Herzfehler
Mikrozephalie, geistige Retardierung

35

Rötelnfetopathie

Hepatitis, Splenomegalie
Hämolytische Anämie, Thrombozytopenie
Symptome bilden sich in der Regel zurück
Ggf. auch Symptome der Embryopathie

36

Therapie seronegativer schwangerer Frauen (nach Kontakt mit Röteln)

Keine aktive Immunisierung, wenn die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht
Ggf. passive Immunisierung mit IgG-Antikörpern bis zur 18. SSW innerhalb von maximal 5 Tagen (besser 72 Stunden) nach Kontakt der Mutter mit Röteln.
Empfehlung zur Interruptio: Bis zur 12. SSW kann bei Nachweis einer maternalen Infektion eine Empfehlung zum künstlichen Abort ausgesprochen werden

37

Konnatale CMV-Infektion
Klinik
Diagnostik

vielfältige Symptome: ZNS, Auge, Ikterus,
Spätfolgen: Hör-, Sehschäden, Intelligenzminderung, Psychomotorische Retardierung, Zahndefekte
Diagnostik: Sono:Hydrozephalus und Balkenmangel, Hydrops fetalis

38

Konnatale Herpes-simplex-Infektion

Transplazentäre Übertragung (5%): Hypotrophie, Mikrozephalie und -ophthalmie, intrazerebrale Verkalkungen
Intrapartale (85%) und postpartale Übertragung (10%)
Lokale Infektion mit typischen Herpesbläschen, Herpes-simplex-Keratitis
Disseminierte systemische Infektion, ggf. mit ZNS-Beteiligung (gleicht einem septischen Krankheitsbild)

39

Physiologischer Neugeborenenikterus
Dauer, Höhe Bilirubin

3-8. Lebenstag (Maximum: 5. Lebenstag)
Bili:

40

Pathologische Formen des Neugeborenenikterus

Icterus praecox: Unkonjugiertes Bilirubin >7mg/dl innerhalb der ersten 24 Lebensstunden
Icterus gravis: Gesamtbilirubin >15mg/dl
Icterus prolongatus: Erhöhte Bilirubinspiegel nach dem 10. Lebenstag

41

Kernikterus
Ätiologie
Klinik

Bilirubinenzephalopathie (chronisch)
Zerebralparese, Hörstörung, vertikale Blickparese
vtl. Intelligenzminderung, Zahnschmelzdefekte

42

Ursachen für einen Anstieg des konjugierten Bilirubins
intra- und extrahepatisch

Intrahepatisch:
Infektiöse Hepatitis
Stoffwechselstörungen (z.B. Galaktosämie, homozygoter α1-Antitrypsin-Mangel)
Neonatale „idiopathische” Hepatitis
Alagille-Syndrom (hypoplastische Gallengänge)

Extrahepatisch
Extrahepatische Gallengangsatresie
Choledochuszyste (sonographische Abklärung)

43

Phototerapie (Negeborenenikterus)- Prinzip

Prinzip:
Blaulicht (Wellenlänge 420-480nm) → Umwandlung des in der Haut vorhandenen (hydrophoben) indirekten Bilirubins in eine wasserlösliche Form → Ausscheidung über Galle und Urin

44

Morbus haemolyticus neonatorum
Therapie

Intrauterine Bluttransfusionen

Anämie: Eisensubstitution, Ggf.: Gabe von Erythrozytenkonzentraten: Grenzwert nach PINT-Studie in erster Lebenswoche 10g/dl

Hyperbilirubinämie: Phototherapie, ggf. sogar Austauschtransfusion

Immunglobulin-Gabe bei schweren Verläufen: 0,5-1g/kg i.v. über 2 Stunden als Kurzinfusion

45

Rhesusprophylaxe
Durchführung, Wirkung

Gabe von Anti-D-Immunglobulinen in der 28.-30. SSW diese eliminieren fetale Rhesus-D-Erythrozyten, die in den mütterlichen Organismus gelangen, bevor das Immunsystem der Mutter reagieren und eigene Antikörper bilden kann.

46

Morbus haemorrhagicus neonatorum
Klinik

Frühmanifestation
Blutungen am 3.-7. Lebenstag:Hautblutungen, GI-Blutung mit Meläna, Intrakranielle Blutung


Spätmanifestation
Auftreten: 2. Woche - 6. Lebensmonat
Ursache: Ggf. gestörte Resorption von Vitamin K
Klinik: In 50% der Fälle intrakranielle Blutungen

47

Hyperbilirubinämie-Syndrome
Erhöhtes indirektes Bilirubin

Morbus Meulengracht/Morbus Gilbert
Crigler-Najjar-Syndrom

48

Hyperbilirubinämie-Syndrome
Erhöhtes direktes Bilirubin

Dubin-Johnson-Syndrom
Rotor-Syndrom

49

Infantile Zerebralparese
Ätiologie, Klinik

Ätiologie: Frühkindliche Schädigung des unreifen Gehirns durch z.B.: Gefäßverschlüsse, Hirnblutung, Infektionen
Klinik: Spastische Erhöhung des Muskeltonus, Extrapyramidale Störungen(Chorea, Dystonie), Gesteigerte Muskeleigenreflexe, positive Pyramidenbahnzeichen (Babinski-Reflex)

Decks in Examen Class (83):