Humangenetik Flashcards Preview

Examen > Humangenetik > Flashcards

Flashcards in Humangenetik Deck (26):
1

Chromosomeninversion

  • Zwei Brüche in einem Chromosom können zu einem Austausch innerhalb eines Chromosoms führen
  • Bei Anschluss des Zentromers wird die Inversion perizentrische Inversion genannt, ohne Anschluss parazentrische Inversion 

Beispielnomenklatur: 46,XY,inv(3)(p23q27)

2

Chromosomentranlokation

Balanciert und unbalanciert

Eine Translokation beschreibt eine Chromosomenaberration, bei der Chromosomenabschnitte/Chromosomen auf andere Chromosomen verlagert werden

 

Balancierte Translokation

  • Übertragung eines Chromosoms/Chromosomenabschnitts auf ein anderes
  • Summe des Erbguts ändert sich nicht

Unbalancierte Translokation

  • Verlust bzw. Dazukommen von Chromosomen/Chromosomenabschnitten 
  • Quantitative Veränderung des Erbguts

3

Chromosomeninstabilität

  • Vermehrte Chromosomenbrüche durch Mutationen in Genregionen, die für Reparaturgene der DNA kodieren
  • Folge: Vermehrte Chromosomentranslokationen, -inversionen und -deletionen
  • Vorkommen: Fanconi-Anämie, Ataxia teleangiectatica

4

Non-sense-Mutation

 Entstehung eines Stopp-Codons, das zu veränderten Splicing-Vorgängen und vorzeitigen Translationsabbrüchen führen kann

5

Missense-Mutation

Verändertes Codon mit Kodierung für eine andere Aminosäure

6

Compound-Heterozygotie

 beschreibt eine Heterozygotie, die sich phänotypisch wie eine homozygotische Merkmalsausprägung zeigt, da die unterschiedlichen Mutationen "synergistisch" wirken

7

Chromosomenanalyse 

(Wie und wofür)

Lichtmikroskopische Untersuchung der Chromosomen 

Anwendung bei numerischen und lichtmikroskopischen, sichtbaren, strukturellen Chromosomenaberrationen

8

FISH

Funktion, Nutzen

fluoreszenz-in situ hybridisierung

Nachweis von Nukleinsäuren in Geweben, Chromosomen, Zellen

m.H. einer Fluoreszenz-markierten DNA-Sonde können Aberrationen dargestellt werden

9

PCR- Polymerase Chain Reaction

Prinzip, Anwendungsmöglichkeiten

 Verfahren zur Amplifikation (Vervielfältigung) von DNA in vitro. Dieses molekularbiologische Verfahren findet weit verbreitete Anwendung bspw. zum Nachweis von Viruserkrankungen (Hepatitis B oder HIV).

10

lebensfähige numerische autosomale Chromosomenaberrationen

Trisomie 13 (Pätau-Syndrom)
Trisomie 18 (Edwards-Syndrom)
Trisomie 21 (Down-Syndrom)

11

Lebensfähige numerische gonosomale Chromosomenaberrationen

  • Klinefelter-Syndrom (47XXY)
  • Monosomie 45 (X0): Ullrich-Turner-Syndrom

12

Pätau-Syndrom (Trisomie 13)

Häufigkeit korreliert mit Alter der Mutter

Typische Trias: 

  • Mikrozephalie
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • Polydaktylie (Hexadaktylie)

 

  • Eventuell fehlgebildete Ohren, kleines Kinn, Vierfingerfurche, usw.
  • Kapilläre Hämangiome
  • Fehlbildungen innerer Organe: Angeborene Herzfehler (vor allem VSD, PDA), Nieren- und Harnleiterfehlbildungen

Nur 5% werden älter als 6 Monate

13

Edwards-Syndrom (Trisomie 18)

​Klinik:

  • Typische Handstellung mit Überlagerung von Mittel- und Ringfinger durch den Zeigefinger und kleinen Finger
  • "Faunenohren": Tief ansetzende, nach oben ausgezogene Ohrmuschel
  • Langer, schmaler Schädel
  • Mikrognathie, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Hoher Gaumen, breite Nasenwurzel
  • Wiegenkufen-Füße 
  • Fehlbildungen innerer Organe: Angeborene Herzfehler (vor allem VSD, ASD, Fallot-Tetralogie), Zwerchfellhernien, Nieren- und Harnleiterfehlbildungen

Nur 5% werden älter als 12 Monate

14

Klinefelter-Syndrom

  • Karyotyp: 47 XXY, selten 48XXXY und 48XXYY
  • Männlicher Phänotyp bis zur Pubertät unauffällig
  • dann durch Testosteronmangel
    • Eunuchoider Hochwuchs
    • Hodenhypoplasie und Hodendysgenesie bei normaler Penisgröße

    • verminderte Fertilität

    • Gynäkomastie

    • gehäuft Osteoporose

  • Therapie: lebenslange Testosteronsubstitution

15

Ulrich-Turner-Syndrom

 

  • Karyotyp 45 X0
  • keine Korrelation mit dem Alter der Mutter
  • Weiblicher Phänotyp
  • Lymphödeme an Hand- und Fußrücken bei Geburt
  • Geringes Längenwachstum
  • Ovariendysgenesie (Streak-Gonaden) → Östrogen- und Gestagenmangel 
  • Primäre Amenorrhö
  • Infertilität
  • Fehlbildungen innerer Organe (Herzfehler, Fehlbildungen an Nieren und Harnleitern) 
  • Pterygium colli 
  • Keine Intelligenzminderung

Östrogene↓, FSH,LH↑

Östrogen- und Gestagensubstitution

16

Swyer-Syndrom

Genetik, Klinik, Pathophysio, Therapie

Genetik:

  • Karyotyp 46 XY (♀ Gonadendysgenesie)

Klinik:

  • weiblicher Phänotyp
  • bis zur Pubertät ohne Auffälligkeiten
  • dann: Östrogenmangel aufgrund der fehlenden Ovaranlage (Streak-Gonaden) 
  • Primäre Amenorrhoe
  • Infertilität
  • maligne Gonadentumoren ab dem 1. Lebensjahrzehnt →evtl. Resektion

Pathophysio:  

  • Genetischer Defekt auf dem SRY-Gen  → Kein Anti-Müller-Hormon → Keine Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane, aber Entwicklung von Uterus und Vagina (trotz XY-Chromosomensatz)

Therapie:

  • Gestagen- und Östrogensubstitution

17

Reine Gonadendysgenesie

Genetik, Klinik, Therapie

Genetik:

  • Karyotyp: 46 XX

Klinik:

  • weiblicher Phänotyp bis zur Pubertät unauffällige Entwicklung
  • Dann:Östrogenmangel aufgrund der mangelhaften Entwicklung der Ovarien oder des frühzeitigen Versiegens der Ovarialfunktion 
  • Mangelnde Ausreifung der sekundären Geschlechtsmerkmale
  • Primäre (seltener: sekundäre) Amenorrhö
  • Infertilität

Therapie:

  • Östrogen-/Gestagensubstitution

18

Trisomie 21 

Epidemiologie

  • Risiko für freie Trisomie steigt mit Alter der Mutter (NICHT Translokationstrisomie)
  • 20 jahre - 1:1500
  • 40 Jahre - 1:100
  • 45 Jahre - 1:30
  • 50 Jahre - 1:6

19

Freie Trisomie

Häufigkeit

Entstehung

Karyogramm

  • 95%
  • Störung der Meiose
  • In ca. 70% der Fälle bei der ersten, in ca. 20% bei der zweiten meiotischen Teilung der Eizelle durch Non-Disjunction

  • Karyogramm

    Chromosom 21 in allen Zellen 3-fach vorhanden, insgesamt 47 Chromosomen
    Karyotyp → ♀:47,XX,+21 bzw. ♂:47,XY,+21

20

Translokationstrisomie 21

Pathogenese allgemein

Robertson-Translokation

Erkrankungswahrscheinlichkeit

  •  Erbinformationen des Chromosoms Nummer 21 ist dreifach vorhanden, jedoch einmal an ein anderes Chromosom (meist Chromosom 14) angelagert
  • nicht vom Alter der Mutter abhängig, familiär gehäuft
  • 50%  durch Vererbung, balancierter Translokation der Mutter
  • 50% Neumutation während der Meiose

 

Balancierte Robertson-Translokation:

  • Translokation des langen Armes eines Chromosoms 21 auf den langen Arm eines Chromosoms 14 unter Wegfall der jeweiligen kurzen Arme (= Fusion von Chromosom 21 und 14) → Chromosomenzahl 45 → ♀:45,XX,t(21;14) bzw. ♂:45,XY,t(21;14) 
  • Durch Weitergabe des Translokationschromosoms und eines "normalen" Chromosoms 21 entsteht nach der Befruchtung eine unbalancierte Translokation = Klinisches Bild einer Trisomie
  • Obwohl nur 46 Chromosomen vorliegen, ist das genetische Material des Chromosoms 21 in 3-facher Ausführung vorhanden → ♀:46,XX,+21,t(21;14) bzw. ♂:46,XY,+21,t(21;14)

 

Wahrscheinlichkeiten eines Kindes eine Trisomie zu tragen, wenn die Mutter Trägerin einer balancierten Translokation ist: 

  • Theoretische Wahrscheinlichkeit: 25% bzw. 33% 
  • Empirische Wahrscheinlichkeit: 10 - 15% (wenn der Vater Träger ist nur 1-2%) 

21

Mosaiktrisomie

  • Die Mosaik-Trisomie entsteht durch Non-Disjunction in der Mitose; neben einer Trisomie 21-Zelllinie besteht eine normale Zelllinie → ♀: 46,XX/47,XX,+21 bzw. ♂:46,XY/47,XY,+21
  •  

22

Trisomie 21

Merkmale Gesicht und Kopf

  • Lidachsen nach außen schräg ansteigend
  • Epikanthus
  • Hypertelorismus
  • Katarakt im frühen Alter
  • Große Zunge, Kleine Mundhöhle
  • Brachyzephalus 
  • Hypoplastischer Nasenknochen, Breite Nasenwurzel
  • Anomalien der Ohrmuschel (klein, rund, adhärente Ohrläppchen)

23

Trisomie 21 

Merkmale außer Gesicht

  • Vierfingerfurche
  • Sandalenfurche
  • Brachydaktylie
  • Bindegewebsinsuffizienz
  • Herzfehler
  • Duodenalstenose
  • Pankreasanomalie
  • Megakolon, Morbus Hirschsprung
  • Hypogonadismus
  • Hypothyreose
  • Hörminderung durch rezidivierende Otitiden
  • hohes Leukämierisiko
  • Kleinwuchs
  • IQ im Mittel 50

24

Trisomie 21

Diagnostik

Pränatal

  • Feinultraschall/Doppler - Nackenfalte, Nasenbeinmessung
  • Chorionzottenbiopsie (ab 10.SSW) oder Amniozentese (ab 15.SSW) mit Karyotypisierung
  • Trippletest aus mütterlichem Blut
  • Hinweise für Trisomie 21: Freies Östriol↓, AFP↓ und β-HCG↑ (um die 15. SSW) keine Frühdiagnostik

25

Marfansyndrom

Problem, Vererbung, Klinik, Therapie

  • Defekt der Mikrofibrillen des Bindegewebes
  • Gendefekt langer Arm Chromosom 15
  • autosomal-dominant oder Neumutation

Klinik

  • Herklappenfehler, Aortenaneurysma
  • Linsenluxation, Glaukom, Katarakt, Netzhautablösung
  • Hochwuchs
  • Arachnodaktylie (Spinnenfingrigkeit)
  • Verschmälerte Finger (Madonnenfinger)
  • Trichter- oder Kielbrust
  • Verformungen der Wirbelsäule (Skoliose, Hyperkyphose)
  • scapula alata
  • habituelle Luxationen
  • Osteoporose

Keine kause Therapie, verminderte Lebenserwartung durch Komplikationen

 

 

26

Ehlers Danlos Syndrom

 

heterogene Gruppe von angeborenen Störungen der Kollagensynthese

  • Herzklappenfehler
  • Herz-/ Aortenaneurysmata/-dissektionen/-ektasien
  • Hypermobilität der Gelenke mit Luxationsneigung
  • Skoliose
  • Überdehnbarkeit der Haut
  • Hämatomneigung
  • Hernien

Konservative Therapie, normale Lebenserwartung

 

Decks in Examen Class (83):